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Hundeforum Der Hund
schwarze Kiwi

Sorry, aber ich hab auch ein K*ck Thema ...

Empfohlene Beiträge

... über das ich mich wir wirklich Gedanken mache, auch wenn es wohl nichts schlimmes ist,

aber es interessiert mich ein der Hintergrund der Begebenheiten.

Folgendes.

Eckdaten:

  • Kiwi - 2,5 Jahre alt, Hündin kastriert, JRT - Dackel - Pinscher - Mix, 29 cm SH; beim letzten Wiegen 7,8 kg - neigt eher zum Dick werden
  • Black, 6 Jahre alt, Rüde intakt, TibetTerrier Mix, 43 cm SH; beim letzten Wiegen 13,2 kg - ist eher zu Leicht.
  • Ernährung: Teilbarf im täglichen Wechsel mit bestes Futter Fellow, einmal tägliche Fütterung zu variablen Zeiten.
  • Kiwi bekommt was Barf angeht nur 1,5 % berechnet auf 8 kg (Knochen gibt es extra kleine Stücke wenn die Mahlzeit nicht aus Hühnerhälsen bestanden hat)
  • Black bekommt was Barf angeht Knappe 3% (genau 2,7%) berechnet auf 15 kg (Knochen inbegriffen, täglich Hühnerhälse weil er anderes nicht futtert
  • Kiwi bekommt ca. 80% der empfohlenen Menge Trockenfutter
  • Black bekommt ca. 120 % der empfohlenen Menge Trockenfutter
  • Bei dieser Fütterungsweise muss ich dennoch immer noch aufpassen das Kiwi nicht zu dick, und Black nicht zu dünn wird.

Soooo, um nun auf das K*ck Thema zu kommen ;)

Erstmal, Output von beiden Hunden ist was Form und Konsistenz angeht perfekt.

Kiwi macht aber 2-3 Haufen am Tag, Black hingegen macht maximal 1 Haufen am Tag, manchmal auch nen Tag gar nicht.

Wie kann das sein?

Hat einer von beiden ein Stoffwechselproblem?

Warum macht Kiwi mehr obwohl sie im Verhältnis viel weniger Futter bekommt?

Sagt man nicht immer umso mehr hinten raus kommt, umso mehr "Schrott" wurde vorne reingefüttert?

Wie kann es dann sein das meine beiden bei der gleichen Art der Fütterung zu unterschiedlich machen?

Mach ich mir umsonst Sorgen oder wäre es besser wenn ich das (wenn ja, dann wie ?) mal checken lasse ?

Sorry nochmal für das erneute Thema über die Hinterlassenschaften eines Hundes ...

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Der Satz, dass man an der Kotmenge auf den Anteil minderwertigen Zeugs im Futter schließen kann, ist ebenso pauschal wie nur äußerst bedingt richtig.

Im Kot taucht natürlich all das auf, was nicht verdaut wurde. Zum Teil sind das "minderwertige" Materialien, zum Teil aber auch sinnvolle Ballaststoffe. Diese wiederum binden Wasser und zwar in unterschiedlichen Mengen. Wasser erhöht Volumen und Gewicht vom Output. Eine gewisse Schwere und Masse ist notwendig, um den Darm zur vorantreibenden Bewegung (Peristaltik) zu animieren.

Kot enthält aber auch Bakterien und einige körpereigene Anteile, wie Absonderungen aus den Verdauungsdrüsen, Gewebezellen, Schleim, Fette.

Wie viel von was jeweils in den Ausscheidungen enthalten ist, ist auch fütterungsabhängig, aber nicht nur.

Die Darmflora eines Hundes ist eine individuelle Geschichte, ebenso z.B. die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsbestandteilen. Es gibt Hunde, bei denen führen Kartoffeln, Hühnerknochen, Zucchini etc. zu erhöhter Schleimabsonderung im Darm. Nur um mal ein Beispiel zu nennen, weshalb gleiches Futter nicht gleiches Output bedeuten muss.

Was ich vermisste bei Deinem aktuellen Kotbericht war eine Beschreibung des Geruchs.

Der könnte z.B. etwas Aufschluss darüber geben, ob für den einzelnen Hund das Verhältnis von Protein zu Rohfaser ok ist. Auch das ist individuell sehr unterschiedlich.

Solange der Kot nicht faulig riecht oder vergoren sauer, gibt es keinen Anlass, sich Gedanken zu machen.

Da Du wechselnd fütterst, wäre es interessant, mal zu beobachten, welchen Einfluss das Futter auf den Geruch hat, und wann welches Futter wieder erscheint.

Nur dann kann man die Passagezeiten eigentlich überhaupt im Hinblick auf normal/unnormal und gesund/nicht gesund beurteilen.

Dazu kann man gut mal einen Verdauungszeitentest mit irgendwas, was auffällt machen, Hirse z.B. Einmal füttern und schauen, an wie vielen Tagen man die so im Output wieder findet. Auch da: Je nach Rohfaseranteil ist das Wiedererscheinen schon nach 7 Stunden genau so ok wie noch nach 70 Stunden.

Häufigkeit:

Von alle zwei Tage bis viermal täglich ist normal, also besteht bei Deinen Hunden kein Grund zur Sorge.

Die Unterschiede haben mehrere Ursachen und sind z.B. von Rasse, Fütterung, Erziehung und Gewöhnung sowie individuellen "Macken" abhängig.

Rüssel und Teckel sind in der Regel mit dem Transport durch den Darm eher fix dabei (bei Pinschern müsste ich es nachlesen), dabei aber in der Regel gute Futterverwerter, die sich häufig problemlos kohlenhydratarm barfen lassen und selbst von Stroh noch fett werden können.

Tibet-Terrier dagegen bekommst Du ohne Kohlenhydrate selten fett (die dazu benötigten Fettmengen kommen beim Barfen eher nicht zusammen und es werden auch nicht immer alle Fette gut vertragen). Die Verdauungszeit ist eher lang und die Energiegewinnung aus Proteinen sind die Asiaten auch nicht so gewohnt. In der Regel kommen sie mit einem relativ hohen Rohfaseranteil besser klar.

Ob Kiwi tatsächlich mehr macht als Black kann man außerdem so gar nicht sagen, also nur daran festmachen, dass sie häufiger absetzt. Dazu müsste man die Trockensubstanz des Outputs ermitteln und die eine quantitative Bestimmung zumindest der Rohfaserreste vornehmen und die in Bezug zur aufgenommenen Menge setzen und vergleichen... Sinn würde das nicht machen.

Nach dem, was Du schreibst, ist alles völlig im Rahmen des Normalen und wenn auch Deine Nase nichts besonders Fieses feststellt, würde ich mir mal keine Gedanken machen.

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Sehr tolle Antwort Silke! Respekt!!

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Wow - wieder eine so aufschlußreiche Erklärung die dazu noch gut verständlich ist! Danke!

Kann man sagen, dass der eine Hund/Mensch ein guter, der andere ein schlechter Futterverwerter ist?

Damit meine ich jetzt nicht konkret deine Hunde, Claudia, sondern so allgemein.

Aber mir ist aufgefallen, dass bei Blaze manche Bestandteile nach 6-8 h bereits wieder sichtbar sind. Und ich meine auch, dass er eher ein schlechter FuVerwerter ist, denn ich gebe ca. 20-30% mehr als die Trockenfutter-Hersteller Angabe empfiehlt.

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Wahnsinn, was du alles weißt, Silke!!! :respekt: und Danke.

Habe wieder was gelernt, jetzt weiß ich genau, daß der Output unseres Pudelchens völlig ok ist.

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niwikla,

wenn ich das jetzt mit einem Satz deine ganze Ausführung auf den Punkt bringen darf :)

Claudia, mach dir keine Sorgen - es ist alles im Normalbereich.

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Silke, vielen dank für die mega ausführliche Erklärung!

Der Output riecht quasi gar nicht - also ich riech den meist nichtmal wenn ich ihn mit der Tüte aufnehme - von daher mache ich mir mal keine Gedanken aber freu mich doch das ich hier wieder was lernen durfte - danke :)

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