Jump to content
Hundeforum Der Hund
Jeskefjell

Norwegischer Elchhund (grau)

Empfohlene Beiträge

In Norwegen gibt es vier einheimische Hunderassen, die alle zu den Urhunden gehören und sich bis heute charakterlich und vom Äußeren nicht oder nur unwesentlich verändert haben.

Zu ihnen gehören die Norwegischen Elchhunde grau und schwarz, wobei der schwarze Elchhund nicht das Pendant vom grauen ist, sondern eine eigene Rasse,

der Buhund - Bu bedeutet übrigens Hof, Gehöft - also Hofhund auf deutsch...

und der Lundehunde, Lunde sind die arktischen Papageitaucher, die mit dieser Rasse früher bejagt wurden.

Alle norwegischen Rassenamen leiten sich vom jeweiligen Tätigkeitsfeld ab.

Norwegischer Elchhund grau

In Norwegen heißt er Norsk Elghund gro. Er ist der popolärste Rassevertreter der vier norwegischen Hunderassen und Norwegens Nationalhund.

Der graue Norwegische Elchhund verkörpert eine sehr urtümliche Erscheinungsform des Haushundes. Viele Kynologen betrachten ihn als den frühesten, voll domestizierten Hund Westeuropas, identisch oder eng verwandt mit dem Torfspitz beziehungsweise von diesem abstammend. Sein Blut fließt in mehr als achtzig Hunderassen der Welt.

Felszeichnungen der Bronzezeit aus Norwegen und Dänemark beweisen, dass die Wikinger spitzartige Hunde für die Hirsch- und Elchjagd verwendeten. Die Hunde begleiteten später ihre Herren auch auf längeren Schiffsreisen. Man fand ihre Skelette auch in Wikingergräbern, ein Hinweis darauf, dass sie zusammen mit ihren verstorbenen Besitzern beerdigt wurden, um ihnen auch im Jenseits als wertvolles Gut zu dienen. Im schwedischen Värmland auf dem Blofjell fand man in einem Wikingergrab ein Elchhundskelett, welches 9000 Jahre zurück datiert wird. Die Rekonstruktion des Skelettes ergab, dass der graue Elchhund seinerzeit schon fast genauso ausgesehen haben muss, wie der heutige graue Elchhund. Der Elchhund wird heute noch in Norwegen als grauer Hund der Wikinger bezeichnet.

Die belegbare moderne Rassegeschichte jeder Hunderasse beginnt mit der Einführung von Ahnentafelns und Stammbüchern. Für den Elchhund begann diese im Jahr 1865, dem Geburtsjahr des Rüden Gamle Bamse Gram. Er gehörte dem Konsul und Jäger Jens Gram of Ask in Drummen, Ringerike und gilt als Gründer der modernen Rasse, auf den praktisch alle neuzeitlichen grauen Elchhunde zurückgehen.

Heute fallen jeweils knapp 2000 Welpen pro Jahr in Norwegen, Schweden und Finnland. Starke Stämme der Rasse existieren auch in Großbrittanien und Amerika. Großbrittanien war das erste Land außerhalb Skandinaviens, das die hervorragenden Qualitäten des Norwegischen Elchhundes erkannte. In Amerika fallen heute jährlich mehr Elchhunde-Welpen als in der restlichen Welt, ca. 12.000 pro Jahr. Auch in den Niederlanden erfreut sich die Rasse ziemlich großer Beliebtheit. In der Bundesrepublik dagegen ist der Elchhund mit weniger als 30 Exemplaren sehr schwach vertreten, obwohl er auch hier bereits seit rund siebzig Jahren beheimatet ist.

Der Norwegische Elchhund ist ein vielseitiger Urjagdspitz. In seiner Heimat samt Nachbarländern gilt er als hochkarätiger Jagdhund und wird nach wie vor in hohem Maß für die Elchjagd eingesetzt. Von allen Elchhundrassen erlangt er am frühesten die Jagdreife, wobei die Rüden etwas frühreifer sind als die Hündinnen.

Elchhunde sind ausdauernde, passionierte und völlig selbsständige Jagdhelfer, ausgestattet mit hoher Eigeninitiative und unverwüstlichem Schneid. In den USA setzt man den Elchhund auch auf den Waschbär, den Luchs, Braunbären und den gefährlichen Puma an. Nach wahrer Elchhundmanier wittert er auf weite Strecken - bei günstigem Wind bis zu 4km - den Elch oder sonstiges Wild, wobei Augen, Ohren und Nase zugleich eingesetzt werden. Er ist auch in der Lage, mehrere Tage alte Spuren aufzunehmen. Das Wild wir selbstständig verfolgt, wobei sich der Hund sehr weit entfernt. Alle 20 - 30 Minuten kehrt der Elchhund ebenso selbstständig zum Jäger zurück und führt ihn näher an die Fährte. Sie die Jäger nah genug am Elch, fängt der Elchhund eigenständig an, den Elch zu verbellen. Er bellt dann über 80 Mal in der Minute, um die Aufmerksamkeit des Wildes auf sich zu lenken...

Elchhunde sind auch in Norwegen nur Saisonarbeiter und ansonsten auch beliebte Familienhunde.

Sie sind hochintelligent, voller Charme, extrem menschenfreundlich, niemals aggressiv, humorvoll, immer mitdenkend, extrovertiert, ausgeglichen und seeeeeeehr eigenständig und eigenwillig. Wenn dem Norwegischen Elchhund seinem Wesen entsprechendes Verständnis entgegengebracht wird - wobei wichtig ist, ihn davon zu überzeugen, was man von ihm verlangt, kann er auch für Nichtjäger ein sehr angenehmer Hausgenosse sein. Würde und Zurückhaltung, verbunden mit wachem Interesse für alles Neue und seine Umgebung zeichnen ihn als Haushund aus, der zwar nicht angreifend, aber aufmerksam und bellend Haus und Familie verteidigt.

Wird ein Elchhund nicht jagdlich geführt, muss ihm unbedingt Ersatzbeschäftigung geboten werden! Vielseitig und intelligent, eignet er sich auch besonders gut für die verschiedensten Arten von Suchaufgaben wie Rettungshundearbeit, Fährtenarbeit, mantrailing etc. Im zweiten Weltkrieg wurden Elchhunde erfolgreich als Minensuchhunde eingesetzt. Auch als Schlittenhund sind sie bedingt brauchbar. Noch heute gibt es ein Gesetz in Norwegen, welches besagt, dass Elchhunde in Krisenzeiten aus Privatbesitz zum Schlittenziehen eingezogen werden können. Neben vielseitiger geistiger Arbeit brauchen sie auch sehr viel Bewegung - mindestens 15 km pro Tag in wechselnder Umgebung.

Diese unverfälschten, robusten Naturburschen können ein Alter zwischen 12 und 18 Jahren erreichen.

http://fotos.web.de/elgbicher2010/Die_Elchkoenige

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Jeskefjell,

danke für die schöne Beschreibung. Ich lebe ja in Norwegen und sehe fast täglich die Vertreter dieser schönen norwegischen Rassen. Ein guter Freund von mir züchtet Norsk Elghund grå.

Ich habe mich bewusst für andere Hunderassen entschieden, weil ich es mir nicht zutraue, Elchhunde geistig auszulasten.

LG, Kirsten

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Jeskefjell,

danke für deinen Beitrag.

Ich selber habe einen Suomen-Lapinkoira und einen Chow-Chow und bin den "Nordischen" schwer verfallen.

Leider habe ich noch keinen Elchhund live gesehen - aber wer weiß, vielleicht klappts ja irgendwann mal.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Leider habe ich noch keinen Elchhund live gesehen - aber wer weiß, vielleicht klappts ja irgendwann mal.
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=62001&goto=1278973

Dann komm mal hier hoch, da siehst du an jeder Ecke einen ;-).

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Kirsten,

freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt. Uih, du wohnst in Norwegen .... Neid! Wir sind nur sechs Wochen im Jahr dort. Ein Traumland!

Elchhunde sind Traumhunde, wenn man ihre Eigenständigkeit respektiert und sie auslastet, ansonsten werden sie zum Alptraum. Ein Elchhund ordnet sich freiwillig unter, wenn sein Besitzer seiner Ansicht nach des Amtes des Rudelführers würdig ist .... wenn nicht, trifft er eigene Entscheidungen...

Respekt vor Leuten, die deshalb von dieser Rasse Abstand nehmen.

Hey Uli,

ja, ja den Nordischen kann man ganz schön verfallen. Wie ist denn dein Chow Chow? Ist er ein Einmann/frauhund?

Den Suomen-Lapinkoira kenne ich. Es sind auch tolle Hunde und wesentlich leichtführiger als ein Elchhund.

LG Conny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@Mod

Ich hatte vorhin keine Zeit meinen Beitrag noch einmal durchzulesen. Nun habe ich gesehen, dass einige Tippfehler vorhanden sind, kann sie aber nicht mehr korrigieren über Edit.

Da ich der Rechtschreibung durchaus mächtig bin, möchte ich sie dennoch gern korrigieren. Hilfe!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Hallo Kirsten,freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt. Uih, du wohnst in Norwegen .... Neid! Wir sind nur sechs Wochen im Jahr dort. Ein Traumland!

Hallo Conny,

na, sechs Wochen Norwegen sind doch auch schonmal was. Darum werden dich sicher auch viele beneiden. Wo treibt ihr euch denn immer rum, wenn ihr hier seid?

Ja, es ist wirklich ein wunderschönes Land.

LG, Kirsten

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hey Uli,

ja, ja den Nordischen kann man ganz schön verfallen. Wie ist denn dein Chow Chow? Ist er ein Einmann/frauhund?

Den Suomen-Lapinkoira kenne ich. Es sind auch tolle Hunde und wesentlich leichtführiger als ein Elchhund.

LG Conny


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=62001&goto=1279125

@Conny,

http://www.polar-chat.de/topic_25194.html

Nein *lach* meine Chowie ist zwar sehr eigen, aber ein Einmannhund ist er nicht, so wie die wenigsten es sind ;) Er ist genauso Hund, wie jeder andere auch, der seine Rangordnung im Alltag hat, wie alle anderen Mitglieder im Rudel auch.

http://www.polar-chat.de/topic_25618.html

Jupp - Smilla ist relativ leichtführig - nur wenn man nen Chowie als Hund hat, ist jeder andere leichtführiger, als ein Blauzüngler :D

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@ Kirsten

Wir haben in Norwegen - außer dem Nordkap schon alles kreuz und quer bereist. Auch in der Nähe von Egersund waren wir schon mehrfach. In den letzten Jahren sind wir allerdings überwiegend in Vradal/Telemark geblieben und in Tvedestrand, Norwegens Venedig. Hier lebt die Züchterin von unserem Raggi. Wir besuchen sie auch nach mehr als 13 Jahren zu ihrer großen Freude regelmäßig.

Was hast du für einen Hund?

LG Conny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Uli, du hast sehr typvolle Hunde - schwärm!.... Und dann noch so wunderschön und ausdrucksstark fotografiert. Klasse! Mir gefallen deine Hunde und deine Fotos sehr, sehr gut.

Deinem Blauzünglein steht Würde und Sturheit im Gesicht geschrieben :D

Liebe Grüße

Conny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.