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your dog ...  Der Hund
Juline

Der Einfluss von Althunden

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Hallo zusammen,

Eberhard Trumler sagt sinngemäß:

Der Welpe muss lernen, wie man sich anderen Hunden gegenüber zu verhalten hat.

Das kann er aber nicht von uns Menschen lernen, das muss er von älteren Hunden lernen.

Nur die können ihm das beibringen und je nach dem, was er in der entscheidenden Lebensphase beigebracht bekommt, wird er sich später verhalten.

Für wie wichtig haltet ihr den Einfluss von Althunden auf das Sozialverhalten der Jungspunde?

Bei Trumler klingt das so, als könnten Defizite oder ein "schlechter" Einfluss in der Welpenzeit später kaum noch ausgeglichen werden, weil fest eingeprägt.

Warum ich frage.

Nachdem ich gerade ein älteres Buch von Eberhard Trumler gelesen habe (Der schwierige Hund), vermute ich immer mehr, dass Jules ...ich nenn`s mal Defizite in der Kommunikation mit anderen Hunden daher rühren, dass sie in der Kindheit und Jugend so gut wie keine engeren Kontakte zu souveränen Althunden hatte. Im Gegenteil, die Althunde, mit denen sie viel zu tun hatte, sind ziemlich unsouverän.

Ihre Mutter ist eine eher zickige, reservierte Hündin, von der Jule viel bedroht wurde (durfte auch wochenlang nicht an die Zitzen).

Dann war sie sehr viel mit Olga zusammen, der 10-jährigen Hündin meines Arbeitskollegen. Diese Hündin aus dem Tierschutz ist ziemlich ängstlich und geht Hunde- und Menschenbegegnungen möglichst aus dem Weg. Große Hunde versucht sie mit Gekläff zu vertreiben, angstbedingt.

Die andere Hündin, mit der Jule viel zu tun hatte ist eine nun 6-jährige, wenig selbstsichere Golden Retrieverin, die zwar nicht besonders ängstlich, aber auch nicht wirklich interessiert ist an Hundekontakten. Jule hat sie im Rang schon im vorigen Winter überholt, war nicht schwer.

Und dann noch eine überaus zickige, meist übellaunige alte Malteserdame.

Das war`s schon an Althunden, leider.

Der Rest ihrer Bekanntschaften waren und sind etwa gleichaltrige Hunde.

Bin gespannt was ihr dazu meint bzw. welche Erfahrungen ihr habt :)

LG

Antonia

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Hallo,

ich bin eine starke Vertreterin von der These, dass ein gut sozialisierter und charakterlich gut geprägter Althund, einen hervorragenden Einfluss auf das jüngere Hundegeschlecht ausübt.

Voraussetzung ist, dass der Althund ein souveräner Hund ist.

Sehr gerne lasse ich meine Junghunde von einem entsprechend souveränen Althund miterziehen. Das ersetzt natürlich nicht den menschlichen Erziehungsaspekt.

Ja, ich glaube an die These! 100 %.

Gruß Christa

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Der Hund meiner besten Freundin hatte seit Anfang an viel Kontakt zu meiner damaligen Hündin, die sehr souverän war. Von ihr hat sie viel gelernt. Meine Hündin war damals vier/fünf.

Nun ist der Hund meiner Freundin fünf und hat seit Anfang an viel Kontakt zu Phoebe. Lustig ist, dass sie sich GENAUSO verhält wie meine Hündin damals. Sie hat also das Erfahrene wieder weitergegeben und ich bin sehr sehr glücklich darüber.

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Inzwischen habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, das nicht nur die vom souveränen Althund erzogenen Junghunde sich mit anderen Hunden besser verstehen ( sie besser lesen und darauf angebracht reagieren können), sondern auch die nachfolgenden Junghundgenerationen wieder ähnlich behandelt werden als die damaligen Junghunde von ihrem Erzieherhund.

Auch lernen die Junghunde beim souveränen Althund viel besser sich selbst zu beherschen als wir Menschen es je zu vermitteln in der Lage sind.

Andererseits habe ich auch schon beobachtet, das sich Generationen mit immer wieder unsicherem Verhalten und daraus resultierenden Überreaktionen forsetzen können, da dort die Jungen sich dies auch von den Älteren abgucken.

LG Heike

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Ich gehe mit Eberhard Trumler absolut konform, dass das Fehlen des Einflusses eines souveränen Althundes nicht anderweitig und schon gar nicht vom Menschen ausgeglichen werden kann.

Ich stelle - gerade hier in meiner Gruppe - immer wieder fest, dass die Hunde sehr viel voneinander lernen. Meine Grossen haben mir bei jungen Hunden immer sehr viel geholfen und die jungen schauen sich enorm viel von den älteren ab.

Allerdings bin ich sehr wohl der Ansicht, dass ein Hund sein ganzes Leben lang lernt und von daher würde ich auch nach der Junghundphase sehr viel Wert auf Kontakte zu souveränen Tieren legen. Dein Hund wird sich dort immer wieder etwas abschauen.

Meine "alten" Hunde geben immer sehr viel an neue Hunde weiter, die z.b. sehr ängstlich sind. Ich habe immer wieder mal ängstliche und teilweise auch misshandelte Hunde bei mir und diese schauen sich sehr viel von meinen Hunde ab, auch wenn sie schon älter sind.

LG Birgit

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Heike kann das viel besser ausdrücken als ich. Genau das meinte ich damit!

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(bearbeitet)

Super Thema! :-) Es interessiert mich auch, ob solche Defizite sich für immer einprägen oder ob ein Welpe/Junghund Erfahrungen mit souveränen Althunden "nachholen" kann.

Wie sieht es bspw. mit einem Welpen aus, der mit 3 Wochen von seiner Mutter getrennt wurde und auch danach nicht viel Kontakt zu anderen (souveränen) Hunden hatte? Kann er die Erfahrungen "nachholen"?

Oder wie sieht es mit einem Hund aus, der als Junghund täglich in einer Tagesstätte war, wo leider nicht allzu viele souveräne Hunde, sondern auch einige Problemfälle auf ihn Wirkung hatten? Er musste sich als Junghund ständig "beweisen", oft verteidigen, etc. Jetzt reagiert er "seltsam" auf Zurückweisung/Angriff anderer Hunde - entweder er ignoriert es total oder er flippt direkt aus und wehrt sich mehr als notwendig. Also das wäre jetzt ein konkretes Beispiel meinerseits, das auch meine Meinung zu diesem Thema geprägt hat.

Ich finde Vieles prägt sich ein und kann nicht mehr oder nur noch ganz schwierig durch Erziehung geändert werden. Ich halte Kontakt zu souveränen Althunden für sehr wichtig und äußerst einflussreich und wegweisend. Deshalb finde ich, dass man seinen Hund nicht willlkürlich mit jedem Hund zusammenlassen sollte, sondern dass man besser den Hundekontakt auswählt - nicht nur bei Welpen/Junghunden, sondern generell.

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Super Thema! :-) Es interessiert mich auch, ob solche Defizite sich für immer einprägen oder ob ein Welpe/Junghund Erfahrungen mit souveränen Althunden "nachholen" kann.

Wie sieht es bspw. mit einem Welpen aus, der mit 3 Wochen von seiner Mutter getrennt wurde und auch danach nicht viel Kontakt zu anderen (souveränen) Hunden hatte? Kann er die Erfahrungen "nachholen"?

Oder wie sieht es mit einem Hund aus, der als Junghund täglich in einer Tagesstätte war, wo leider nicht allzu viele souveräne Hunde, sondern auch einige Problemfälle auf ihn Wirkung hatten? Er musste sich als Junghund ständig "beweisen", oft verteidigen, etc. Jetzt reagiert er "seltsam" auf Zurückweisung/Angriff anderer Hunde - entweder er ignoriert es total oder er flippt direkt aus und wehrt sich mehr als notwendig. Also das wäre jetzt ein konkretes Beispiel meinerseits, das auch meine Meinung zu diesem Thema geprägt hat.

Ich finde Vieles prägt sich ein und kann nicht mehr oder nur noch ganz schwierig durch Erziehung geändert werden. Ich halte Kontakt zu souveränen Althunden für sehr wichtig und äußerst einflussreich und wegweisend. Deshalb finde ich, dass man seinen Hund nicht willlkürlich mit jedem Hund zusammenlassen sollte, sondern dass man besser den Hundekontakt auswählt - nicht nur bei Welpen/Junghunden, sondern generell.
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=65027&goto=1363647

Nach meiner Erfahrung prägen sich solche Defizite natürlich ein, aber es kann auch ein anderes Verhalten wieder erlernt werden. Viele dieser Hunde, die das nicht als Welpen oder Junghunde lernen konnten, können schlicht nicht mit anderen Hunden kommunizieren. Das ist ähnlich, als wenn unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Der Hund kann das erlernen, ganz sicher, aber das sollte unter fachkundiger Anleitung mit absolut sicheren Hunden erfolgen und nimmt einiges an Zeit in Anspruch.

Ich denke, dass es für die meisten Hunde nicht wirklch ein dauerhaftes Problem ist, wenn sie ausser auf souveräne auch auf problematische Hunde treffen. Die Mischung und die einzelne Erfahrung machts dann.

Das Ausflippen bei Zurückweisung kann evlt. auch altersbedingt sein. Ich erlebe das hier schon mal bei Hunden, die meist so rund ein bis eineinhalb Jahre alt sind - das ist so ähnlich wie ein pubertierender Teenie. Der hat auch meist noch nicht so das richtige Maß und reagiert für seinen Umwelt seltsam oder schiesst übers Ziel hinaus. Ich hab hier gerade aktuell so einen Kandidaten, der gern das Maß verliert - der Bursche ist neun Monate alt und hat schwer mit Testosteron zu kämpfen.. ;)

Geht es um deinen Hund? Hast du denn in Aldenhoven niemandem mit souveränen Hunden?

LG Birgit

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Hi.

Meine Frage is hierzu: Wie definiert ihr denn einen "Souveränen Althund"?

Bei uns ist es nämlich so, dass wir ja einen Senior haben, den wir aber so gut wie nicht selbst erzogen haben, sondern mit 10 Jahren aus Tierheim übernommen (heute 14).

Ramses ist mit allen Hunden gut verträglich, gelegentlich pöbelt er allerdings an der Leine...immer dann wenn ein anderer Hund in fixiert (nur Hunde seiner Größe), dann fixiert er zurück und wird gekläfft. Egal, ansonsten ist er recht sicher, umweltreize etc. stören ihn wenig...er sucht dann meist bei mir Schutz.

Was er nicht mag sind Kinder...die machen ihn nervös und er knurrt dann.

Hundebegegnungen im Freilauf laufen sehr ruhig ab. Rüden checkt er aus (beschnuppern) und ignoriert sie dann, Hüdinnen eigentlich genauso. Wenn ein Jungspund bei ihm aufreiten will, knurrt er ihn kurz weg und geht dann.

Ansonten hört er gut auf uns, lässt sich abrufen....einzige Macke ist seine Futterbewachung, da kann er knatschig werden, lässt sich aber auch Sachen von uns wegnehmen. Auch bleibt er ungern alleine und hatte früher krass Trennunganst nach dem langen Tierheimaufenthalt.

Ich würde also sagen im Umgang mit anderen Hunden verhält er sich souverän (bis auf das gelegentlich Pöbeln an der Leine). Im Umgang mit anderen Menschen....ja, vielleicht etwas distanziert, Kinder meidet er.

Wenn ihr jetzt vom "souveränen Althund" sprecht, meinte ihr dann souverän mit anderen Hunden? Oder generell?

Hintergrudn meiner Frage:

In meinem Freundeskreis gibt es momentan 2 Welpen und beide Halter waren ganz heiss darauf uns zu besuchen, um zu schauen wie die Welpis jeweils auf Ramses reagieren und meinten sie hätten gernen mal einen Althund, der den Welpis zeigt wo es lang geht.

Der Aussi-Welpe war im Sommer bei uns. Ramses hat ihn kurz abgeschnüffelt, als er kam und ihn dann völligst ignoriert und sich wieder hingelegt. Der Welpe düste dann durch unseren Garten, Ramses hat das einmal kritisch beäugt von seinem Platz auf der Terasse und dann weiter gedöst. Der Kleine kam dann noch einige Male zu ihm um zu spielen...Ramses hat ihn dann schließlich angeknurrt (ohne Zähnezeigen) und es war Ruhe.

Meine Freundin (das Frauchen vom Aussi) war ganz happy und meinte "Super, endlich mal ein Althund vor dem er Respekt hat! Den nehmen wir mit...der kann ihm noch mehr beibringen."

Frage daher: Kann sich ein Junghund denn nicht auch negative abschauen? Was fällt denn jetzt genau unter souverän?

LG, Svenja und Ramses

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@ Cinnemaus: Ja, es geht um meinen Hund. Ich habe den Fehler gemacht auf eine ehemalige Hundetrainerin zu hören. Diego war bzw. ist ja so ein stürmisches Kerlchen und eine Hundetrainerin wollte, dass er von anderen Hunden Ruhe und Hundekommunikation lernt. Deshalb habe ich Diego auf ihren Rat hin für ein paar Monate tagsüber in ihre Hundetagesstätte gebracht, wenn ich arbeiten war. Angeblich hat er da immer schön gespielt und zwischendurch auch geschlafen. Nachher hat sich allerdings herausgestellt, dass er auf Grund seiner stürmischen Art immer wieder Ärger mit anderen Hunden in der HuTa hatte. Diese Hunde hatten allerdings eigentlich fast alle Verhaltensprobleme und waren keine sonderliche Hilfe für Diego, der zu dem Zeitpunkt in der Pubertät war. Es war eher kontraproduktiv. Die Hundetrainerin ist leider auch nicht dazwischengegangen, weil sie die Meinung vertritt, dass Hunde das unter sich regeln. Ich habe ihn dann da rausgenommen, weil sich sein gesamtes Verhalten eher verschlechterte als verbesserte, und die Hundeschule gewechselt.

Mittlerweile ist wieder alles in Ordnung - bis auf die Sache mit der Zurückweisung. Wurde er bspw. von einem 14-Jährigen Rüden zurechtgewiesen, weil dieser verständlicherweise von Diego's stürmischer Art genervt war, ignorierte Diego das einfach und machte weiter. Er scheint das entweder nicht zu begreifen oder er will es einfach nicht begreifen. In manchen Fällen zeigt Diego allerdings auf solch eine kleine Zurechtweisung eine Überreaktion.

In Abstimmung mit unserer aktuellen Hundeschule, mit der wir sehr zufrieden sind, geht Diego jetzt einmal pro Woche in eine Spielstunde. Dort dürfen die Hunde einfach miteinander spielen. Allerdings sind drei Hundetrainer anwesend, die (natürlich in Zusammenarbeit mit den Besitzern) alles unter Kontrolle halten. Aber bisher zeigt es keine Wirkung. Diego ist jetzt zwei Jahre alt und sollte eigentlich keine Teenie-Anwandlungen mehr haben. Es ist zwar schon besser geworden, aber eben nicht ganz weg. Glücklicherweise hat sdas eine allgemeine Lebensfreude und seine Freundlichkeit gegenüber anderen Hunden nicht getrübt. Er ist noch der gleiche Spaßvogel wie vorher. :-) Er ist eben nur ab und zu schonmal schneller im Verteidigungsmodus oder ignoriert Zurückweisung eben völlig.

Bei uns in der Umgebung gibt es leider nicht allzu viele souveräne Althunde. Viele Hunde zeigen Verhaltensprobleme oder sind zu alt und schon auf Entfernung von Diego's Art genervt. Glücklicherweise gibt es Leute wir Meike und ihre Schwester, die einen souveränen Hund haben und mit denen man sich ab und zu treffen kann. :-)

Und genau das zeigt mir, dass zu wenig Erfahrungen mit souveränen Althunden schlecht ist.

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