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polar-chat.de  Der Hund
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Blinder Formalismus an der absolut falschen Stelle

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Dies sind Worte von Robert Derbeck vom Tierschutzverein Noris aus seinem Newsletter zur Verbreitung vorgesehen:

Jedoch gibt es leider auch immer wieder unschöne Vorgänge. So kam mir der

bekannte Ausspruch "Wenn Menschen denken das Tiere nicht fühlen, müssen

Tiere fühlen wenn Menschen nicht denken" in den letzten Tagen wieder ins

Gedächtnis, als ich versuchte gegen Behördenwillkür anzugehen. Was war

passiert? Ein Flugkapitän bat uns um Hilfe. Sein Flugbegleiter hatte sich in

der dominikanischen Republik in ein kleines Hündchen verliebt, das auf der

Straße lebte und täglich ums überleben kämpfen musste. Der Flugbegleiter mit

Herz wollte dem Tier, das ihm sehr zugetan war in seiner Heimat ein festes

Zuhause bieten und so beschloss er ihn nach Deutschland mitzunehmen. Das

Problem war nur, dass für die ordnungsgemäße Beschaffung der erforderlichen

Papiere einfach die Zeit fehlte. Im Wissen das der Hund nach einer Einfuhr

ohne Papier schlimmstenfalls sofort in eine kostenpflichtige Quarantäne

genommen wird (so glaubte er) entschloss er sich trotzdem für die Mitnahme.

Geld sollte hier nicht die Rolle spielen dachte er und die Zeit bis zu einer

Zusammenkunft wird, selbst wenn die Quarantäne ein halbes Jahr dauern

sollte, sicherlich hart für das Tier sein aber immer noch besser als in der

dominikanischen Republik elend zu sterben.

Ehrlich wie der Flugbegleiter auch war, meldete er sich nach Ankunft in

Frankfurt a. M. sofort beim Zoll, gab dort an das Tier mitgebracht zu haben,

berichtete das leider keine Papiere verfügbar sind und er natürlich für alle

entstehende Kosten für die Beschaffung von Unterlagen, medizinischen

Maßnahmen und Unterbringung in einer Quarantänestation aufkommen werde.

Der zuständige Amtsveterinär wurde verständigt und eröffnete den

überraschten Tierfreund, dass es eigentlich nur zwei Möglichkeiten gebe. Die

eine Möglichkeit wäre das Tier unverzüglich auf seine Kosten wieder in die

dominikanische Republik zurück zu schicken, die andere Möglichkeit das Tier

Vorort einzuschläfern. Eine Aufnahme in einer Quarantänestation werde

prinzipiell abgelehnt.

Der Flugbegleiter war wie vor dem Kopf gestoßen, die vorgesetzte Stelle des

Amtsveterinärs wurde eingeschaltet. Diese hatte etwas mehr Herz, gab an dass

man einer Quarantäne zustimmen würde, wenn das zuständige (hessischen)

Ministerium hierfür eine Genehmigung erteilt. Wieder mit etwas Hoffnung

fragte der Flugbegleiter im Hinblick auf eine mögliche Aufnahme bei einem

regionalen Tierheim an.

Dieses versicherte auch sofort, dass der Hund problemlos in einer

Quarantänestation untergebracht werden könne, der Platz wäre verfügbar. Wie

groß aber war dann die Enttäuschung, als die verantwortliche Stelle im

Ministerium letztlich den Quarantäneaufenthalt rigoros ablehnte und forderte

den Hund unverzüglich wieder in die dominikanische Republik abzuschieben.

Die Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin die im hessischen

Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz tätig

ist und die ich in dieser Sache um Unterstützung bat, bestätigte mir, dass

die verantwortliche Stelle im Ministerium bei der Einfuhr von Tieren leider

die harte Linie vertritt, nachdem der Landesregierung Hessen von den anderen

Bundesländern schon vorgeworfen wurde nicht konsequent vorzugehen, wenn

Tiere illegal in die EU eingeführt werden. Nun so musste der Hund wieder in

die dominikanische Republik zurück und es erwartet ihn dort ein ungewisses

Schicksal.

Natürlich ist es richtig, dass bei der Einfuhr gegen den illegalen Welpen-

und Hundehandel konsequent vorgegangen werden muss, natürlich müssen

tierseuchenrechtliche Bestimmungen befolgt werden wenn eine Gefahr von

infizierten Tieren ausgeht, natürlich soll immer gewissenhaft geprüft werden

ob eine Einfuhr rechtens oder illegal ist.

Aber mal ehrlich, muss den blinder Formalismus über allen stehen? Ich hatte

gehofft, dass zumindest in den oberen Stellen des Ministeriums Menschen

sitzen die über einen gesunden Menschenverstand und etwas Tierliebe verfügen

und von Fall zu Fall separieren können.

vergleiche ich diesen Vorgang mit den ganzen illegalen Ost-Importen, die in gerade aktuellen Fällen durch die Presse kursieren, kann man mal wieder nur den Kopf schütteln.

Es fehlt offenbar jedes Augenmaß.

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motz: :motz: :motz:

Deutschland....wie stolz bin ich doch immer wieder hier zu leben ....au mann...der arme Hund

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"EHRLICH währt am Längsten :kaffee: ,.... :wall: ??? "

Ganz schwierig, SOOOO :motz: ein Einzelfall !!!

Was geschieht dann, wenn der Hund "mit Augen zudrücken" unproblematisch eingeführt werden darf,

und dann bei weiteren, oder jeder Landung ein geretteter Hund eingeführt wird, ..... ?

Was so einfach zu lösen wäre, kann ganz schön kompliziert sein?

Ist halt ein Unterschied wenn "eine Ware" innerhalb der EU

von A nach B verbracht wird,

oder über die Außengrenzen eingeführt werden.

Dem Hund wird es egal sein nach welchen Formalien er zurückfliegen muss!

LG :winken:

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Tja, hätte er sich besser auf den Weg nach Polen gemacht, dort aus dem Kofferraum n Hund gekauft und das Viecherl dann hier dem Tierarzt vorgestellt. Da wäre dann nämlich nüscht passiert.

*Ironie aus*

Ich liebe ja diese Bürohengste, die von ihrem hohen Sockel aus über Leben entscheiden, die sie selbst nie zu Gesicht bekommen.

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Hätte Sie geflunkert, dass der Hund der Crew zugelaufen wäre und Sie auf dem Weg nach Hause eh gleich am Tierheim vorbei kommt und ......... und ich bringe Ihnen (Zoll-Mitarbeiter) den Abgabe-Schein auch vorbei, und dann wäre erstmal die Möglichkeit gegeben , über die TH-Obhut den Hundi dann zu sich zu nehmen.

ODER So ähnlich, dann wäre am Ende vielleicht auch dem Hund geholfen,

und Alle haben irgendwie ein gutes Bauch-Gefühl ?

LG :winken:

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Wow... Sowas ist hart zu lesen, was für eine Wahl: Hund zurück schicken und dort verrecken lassen oder hier einschläfern. Was ein 6er im Lotto für den Hund, der HIER eigentlich ein Zuhause bekommen hätte.

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Ich kann Eure Entrüstung verstehen. Aber ich muß Euch sagen die Behörde hat absolut recht. Auch in der Quarantaine kann das Tier eine Seuche verbreiten und an die die entlassen werden weitergeben. Ihr liebt doch alle Eure Tere! Wer von Euch hat schon mal seinen Hund elend verrecken sehen weil Nachbars Lumpie eine Seuche eingeschleppt hat?

Ich stand auch mal in Frankfurt um einen Hund abzuholen. Dort stellte sich heraus das das Gesundheitszeugniß gefälscht war. Die Gleiche Schrift (UNterschrift) wie auf einem anderen Bogen hatte und das Siegel fehlte nachdem dieses Tier bereits 36Stunden reisezeit hinter sich hatte, flehte ich soetwas dem Tier nichtt anzutun und ihn zurückzuschicken auch wenn ich wirklich mehr als einen Grund gehabt hätte dies selbst sofort zu tun. Nun mit viel Überredungskünsten gelang mir die Freigabe. Nur wenige Tage später stellte es sich heraus das der Hund krank war. er währe fast gestorben hing ich glaube es waren zwei Wochen am Tropf und sah auch nach 6 Monaten aus als wenn er gleich umfallen würde. Wieviele Tiere konnte dieses Tier anstecken? Nun die Tiere die Kontakt hatten wurden gleich behandelt aber das ging auch nur weil es eine Kleine überschaubare Gruppe war und nicht eine Population wie in unseren Großstädten.

Für den kleinen Hund des Flugbegleiters ist das jetzt allles damatisch und ich verstehe nicht wie naiv die Besatzung war. Jeder weiß diese Richtlinien. Meinten sie weil sie zum Personal gehören gelten die Bestimmungen nicht? Es währe besser gewesen ihn dort zu lassen jemand ein Paar doler für die Betreuung zu geben und den Hund dann zu holen und das wäre für einen Flugbegleiter kein Problem gewesen. Nun jetzt kann er mit runter fliegen muß er sich halt Urlaub geben lassen oder was auch immer und das Tier erst mal ordendlich versorgen.

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dann können wir die Quarantäne abschaffen und sämtliche Importe verbieten. Der Import aber floriert wie kaum etwas anderes - und das ohne Quarantäne. Oft sogar ohne Papiere. Und was passiert mit den Hunden und Importeuren: gar nichts.

Es geht um Verhältnismäßigkeit und die ist in dem Fall vollkommen auf der Strecke geblieben.

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Für den kleinen Hund des Flugbegleiters ist das jetzt allles damatisch und ich verstehe nicht wie naiv die Besatzung war. Jeder weiß diese Richtlinien. Meinten sie weil sie zum Personal gehören gelten die Bestimmungen nicht? Es währe besser gewesen ihn dort zu lassen jemand ein Paar doler für die Betreuung zu geben und den Hund dann zu holen und das wäre für einen Flugbegleiter kein Problem gewesen. Nun jetzt kann er mit runter fliegen muß er sich halt Urlaub geben lassen oder was auch immer und das Tier erst mal ordendlich versorgen.
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=65135&goto=1366403

Genau so sehe ich das auch. Besonders schlau hat sich der Flugbegleiter nicht verhalten, und es wäre ein Leichtes gewesen, sich vorher zu informieren, was genau in so einem Fall geschieht.

Ich vermute auch, dass bei der Einfuhr aus dem nicht-europäischen Ausland ganz andere seuchenrechtliche Bestimmungen gelten als bei einer Einfuhr aus dem benachbarten Ausland.

Mal ganz abgesehen davon, dass ein Hund ohne Papiere und bestimmten Impfungen von nirgendwo her eingeführt werden darf. Es ist nur auf dem Landweg nicht so leicht zu kontrollieren wie per Flugzeug. Ist doch klar, Zigaretten aus Polen zu schmuggeln ist doch auch einfacher als aus Kuba.

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Wie hätten sich die Zollbeamten denn eurer Meinung verhalten sollen?

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