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Tschuringa

Aujeszky-Virus

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Hallo,

im Border Terrier Forum wurde folgender Artikel mit ausdrücklicher Erlaubnis seiner Verfasserin im PRT Forum zur Warnung aller, die mit ihrem Hund jagen, eingestellt.

@itze57 - klar kannst du das weiterleiten, kopieren - was auch immer. Es muss sich was tun auf dem Gebiet. <

aus dem Forum für PRT

Es ist Zeit, den Thread wieder hochzuholen.

Auch dieser Kelch ist, wie einige andere in den letzten Jahren, leider nicht an uns vorüber gegangen. Uns war bewusst, dass sich der Begriff "aujeszky-frei" immer nur auf den Bestand an Hausschweinen in einem Land bezieht, da wir darauf von einem Neurologen auf der Vet.Med.Univ. Wien im Rahmen der FSME-Behandlung unseres Rüden darauf hingewiesen worden waren. Damals (2008) war es nicht lang her, dass 2 Jagdterrier nach einer Schwarzwildjagd jämmerlich daran zugrunde gegangen sind. Wir haben das Thema auch besprochen, uns aber darauf geeinigt, dass - wie sb oben schreibt - wir aber hoffen, dass eben nichts passiert weil die Prävalenz wohl nicht sehr hoch ist.

Jetzt, etwas mehr als 2 Jahre danach, würden wir uns wünschen, andere Konsequenzen daraus gezogen zu haben. Gerade sind 2 unserer Hunde an Aujeszky gestorben, nachdem sie sich 4 bzw. 5 Tage vor den ersten unspezifischen Symptomen bei einer Schwarzwildjagd an einem erlegten Stück infiziert haben. Bei Affi begann es mit Kopf-Schiefhalten wie bei einer Ohrenentzündung, ab und zu Kopf-Schütteln und Ohr-Kratzen. Das war Mittwoch Mittag. Am Abend bin ich zum Tierarzt mit ihr, äußerer Gehörgang unauffällig, Verdacht auf Mittelohrentzündung --> AB und Entzündungshemmer. In der Nacht hat sie sich immer mehr am Ohr gekratzt, am nächsten Tag war Jagd und weil das Kratzen nicht besser wurde und sie insgesamt nicht fit war, ließen wir sie für die paar Stunden im Auto. Zurück beim Auto hatte sie sich das Ohr und die Umgebung inzwischen blutig gekratzt, alles war geschwollen. Als ich die Läsionen sah, musste ich sofort an Aujeszky denken. Es wurde jetzt rasant schlimmer, der Kratzzwang unkontrollierbar und sie nicht mal mehr fähig, auf allen Vieren zu stehen. Also sofort ab zum TA, der mich offensichtlich für völlig irre gehalten hat, als ich meine Befürchtung äußerte. Als Cortisoninjektionen nichts verbesserten sondern sie auch noch anfing zu winseln und schreien und riesige Mengen Valium nötig waren, um sie ruhig zu stellen, sah er jedoch ein, dass ich vielleicht doch Recht hatte. Also fuhren wir auf die Veterinärmedizinische Hochschule in Wien zur Notambulanz. Dort wartete schon der uns aus 2008 bekannte Neurologe, bestätigte unseren Verdacht und versorgte Aphaia mit Beruhigungsmitteln, Virostatika und Cortison - wohl wissend, dass vermutlich nichts davon mehr helfen würde. Unsere größte Angst war jetzt, dass sich unsere anderen Hunde auch angesteckt haben könnten und daheim angekommen, mussten wir feststellen, dass Obi sein rechtes Auge zusammenkniff und sich rechts vorn am Fang bereits leicht wund gekratzt hatte und eine Schwellung verursacht hatte. Außerdem zuckte sein Kopf mehrmals pro Minute, als ob er einen "Tick" hätte. Sein Appettit war gut wie immer. Das ohnmächtige Gefühl, wenn der eine Hund bereits im Sterben liegt und man beim anderen weiß, dass es genauso kommen wird obwohl er eigentlich noch recht fit aussieht und den ganzen Tag mit auf Jagd war, ist unbeschreiblich beschissen. Damit man wenigstens versucht, noch irgendwas zu retten, hat Christian Obi auch auf die Notambulanz gebracht, wo er irgendwelche neuartigen Virostatika in abartig hohen Dosierungen bekommen hat plus Cortison, außerdem wurde auch er ruhig gestellt, damit er sich nicht durchs Kratzen selbst verstümmeln kann. Wie zu erwarten war, hat auch bei ihm - obwohl sicher noch nie ein Hund derartig früh korrekt diagnostiziert worden war - alles nichts geholfen, 27h nach Einlieferung ist auch er gestorben, nachdem Affis Herz bereits in der Früh nach der Einlieferung aufgehört hatte zu schlagen.

Man muss sich mal die Ironie vorstellen - Obi hat 2008 eine schwere FSME Infektion, bei der ihm niemand eine Chance gegeben hat überlebt, um 2 Jahre später an Aujeszky zu sterben... Glück braucht man eben, im Leben.

Jetzt sitzen wir hier, heulend, mit der unbeantworteten Frage nach dem "warum?". Alle weiteren Drückjagden, bei denen die Jagdleiter nicht unbedingt auf uns und unsere Hunde angewiesen sind, haben wir bereits gecancelt. Die Baujagdsaison wird auch anders aussehen ohne die beiden. Der Verlust ist so unbeschreiblich schmerzvoll und vieles wird ab jetzt anders sein.

Wenn man den Samstag, wo die Ansteckung stattgefunden haben muss rekapituliert, kommt heraus, dass das unselige Stück Schwarzwild gegen Ende der Jagd von den beiden noch ordentlich gebeutelt worden ist, nachdem es erlegt worden war. GsD waren wir in 2 Gruppen unterwegs, sonst hätte es schlimmsten Falls alle 7 erwischt.

Fazit1: Liebe Jäger, achtet in eurem eigenen Interesse darauf, dass der Schwarzwildkontakt eurer Hunde nicht länger ausfällt, als unbedingt nötig. Die infektiösesten Wildteile sind die Mund- und Rachenschleimhaut samt Gaumenmandeln (Speichel!!) und das Gescheide (Ausschuss/Aufbruch!!). Leider ist es gar nicht nötig, dass die Hunde sich an einem erlegten Stück austoben oder es anschneiden, schon der Schleimhaut- und Speichelkontakt beim Binden eines angeschossenen oder gefangenen Stücks reicht für eine Infektion aus.

Blut ist auch, jedoch weniger infektiös. Wenn man den Gedanken weiterspinnt, könnte theoretisch schon die Arbeit auf der Wundfährte ausreichen, wenn der Hund den Schweiß aufleckt oder Ausschuss aufnimmt (was in aller Regel passieren wird).

Österreich hat es offenbar nicht nötig, die Schwarzwildbestände stichprobenartig auf Aujeszky zu testen, im umgebenden Ausland wird das jedoch gemacht. Dort gibt es Durchseuchungen zwischen 1-30% (!!). Wenn ich mir vorstelle, dass schlimmstenfalls fast jedes 3. Schwein mit dem die Hunde bei einer Jagd Kontakt haben todbringend sein könnte, wird mir schlecht.

Selbst wenn man eine Durchseuchung von "nur" 1% annimmt, reichen statistisch 100 Schweine, mit denen die Hunde Kontakt haben müssen, um 1 infektiöses dabei zu haben. Wenn man, wie wir, bis zu 4 Tage pro Woche auf Drückjagden unterwegs ist, ist es nur eine Frage der Zeit...

Fazit2: Behandelt eure Hunde so gut ihr könnt und wertschätzt sie so, wie sie es verdient haben. Ganz schnell kann alles anders sein und nichts kann sie dann mehr zurückbringen.

Also liebe Jäger, aber auch die, die evtl. ihren Hunden Schweinefleisch füttern oder andere Dinge, die vom Schwein sind, AUFGEPASST !!!

Hier noch ein interessanter Artikel von der Seite "Wild und Hund".

Aujeszkysche Krankheit:

Quelle: http://www.wildundhund.de Stichwort Aujeszki Virus

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Es ist tatsächlich so das Wildschweine für alle unsere Tiere eine Tötliche Gefahr dastellen und es benötigt nicht unbedingt den Kontakt zum Wildschwein es reicht auch Speichel, Losung (kot) oder Schweiss(blut) das an Gras klebt.

Mein Partner ist Jäger (und ich sein Gewissen ;-) ) ich konnte als wir zusammenzogen nicht glauben wie leichtsinnig er damit umgegangen ist. Tatsächlich war das erste erlegte Stück das ich erlebte ein großer Keiler. Erbrachte Ihn heim, versorgte das Wildbred und hinterließ ein unglaubliches Blutbad. Alles war voll. Das Auto, die Garage, Der Hof, die Türen die Lichtschalter die Küche und natürlich der Boden. Das gab den ersten Krach in unserer Beziehung. wIE KANN MAN NUR! Klar wusstze er das es das gibt aber glauben wollte er die Gefahr nicht. Bis dahin weideten sich seine Tiere immer am Aufbruch der Sauen. Und so wollte er meinen sogar etwas gutes tun und ihnen dieses ach so leckere Wildbret anbieten. ich musste auf ihn aufpassen wie auf ein kleines Kind, Tagelang durften die Tiere nicht mehr in Garage oder Garten. Er meinte immer wenn das wirklich so schlimm wäre hätte er etwas davon hören müssen das Hunde verendet seien. Und tatsächlich so nach und nach kamen die ersten Meldungen die er nun auch wahrnam. Das war bis dahin ein richtiges Lottospiel gewesen. Und heute darf er mir kein Schweinchen mehr mitbringen:-)

Wildschweine sind im übrigen wirklich eine Gefahr für Hunde nicht nur bei der Jagd. In Berlin werden Wöchentlich durchschnittlich drei Tiere( normale haushunde) nötärtztlich opperiert weil sie schwerste Verletzungen durch Sauen erlitten haben.

Im Wald gehen uns Tiere normaler weise aus dem Weg man sieht sie selten. Aber werden sie in die Enge getrieben können sie höchst gefährliche Verletzungen verursachen.

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Wie schrecklich, die armen Hunde :(

leider ist es aber auch hier immer noch so, das diese Krankheit verharmlost wird. Deutschland sei ja Aujeszki frei :Oo .

Deine geschilderten Fälle sind zwar in Österreich, aber ich kann mir gut vorstellen, das es hier ähnlich ist.

Danke fürs Einstellen.

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Deutschland sei ja Aujeszki frei :Oo .

Danke fürs Einstellen.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=65196&goto=1367914

Da diese Krankheit meldepflichtig ist, kann jeder den es interessiert nachlesen, dass Deutschland Aujeszky frei ist :)

Da dieser kopierte Thread mit dem Satz beginnt

"... es ist Zeit, diese wieder hochzuholen" würde mich persönlich das Datum des Threads interessieren.

Ich war mal auf den Seite nach den Fällen in Österreich suchen - es ist da seit Jahren kein Fall gemeldet.

Länder, in denen das Virus seit längerer Zeit nicht aufgetreten ist, gelten als frei von der Aujeszkyschen Krankheit. In Europa sind das:

Deutschland (letztes Auftreten im April 2000)

Österreich,

Schweiz,

Tschechische Republik,

Luxemburg,

Dänemark,

Finnland,

Schweden,

Republik Zypern

Deswegen meine Bitte - von wann ist dieser Artikel und aus welcher Quelle. Man kann auch durchaus Leute mit alten, lange überholten Artikel verunsichern :Oo

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Ich war schon häufiger mit auf Treibjagden und habe mehrere von Sauen schwer verletzte oder getötete Hunde gesehen und auch erlebt, wie ein Weimaraner nach einer Treibjagd wegen Aujezky eingeschläfert werden mußte.

Sicher, schlimm ist sowas immer. Aber für die nachträgliche Jammerei der Besitzer, die ihre Hunde sehenden Auges diesen Risiken aussetzen, habe ich kein Verständnis.

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Steffen, darf ich fragen, wann das war?

Es ist eine meldepflichtige Krankheit, wie Tollwut. Ein Tierarzt macht sich strafbar, wenn er das nicht meldet.

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Steffen, darf ich fragen, wann das war?


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=65196&goto=1367970

Der Aujezkyfall? Das war, glaube ich, 1998 oder 1999.

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Halt Meldepflichtig wenn bei Hausschweinen bekannt! Wildschweine werden nicht darauf getestet! Da die erkrankung für Menschen und Schweine absolut nicht schädlich aber alle andseren Tiere sterben zu 100%.

In Deutschland sterben regelmäßig Hunde daran! In der Regel sind dies Hunde im jagdlichen einsatz. Leider habe ich keine ahnung wo hier konkrete Zahlen zu finden sind. Man hört es nur in den betrffenden Kreisen immer wieder.

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Ich muß Steffen da absolut Recht geben, als Jäger sollte man die für den Hund bestehenden Risiken kennen und diese entweder akzeptieren (und natürlich versuchen, die Risiken zu minimieren) odaer es lassen.

AK ist übrigens nicht meldepflichtig, sondern Anzeigepflichtig.

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Hallo,

laut dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit gab es 2009 in Deutschland 4 Fälle, die mit Schwarzwild zusammenhingen:

http://www.fli.bund.de/fileadmin/dam_uploads/Jahresberichte/TG-JB/TGJB_2009.pdf.

Von daher ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ziemlich gering, aber die Gefahr gibt es leider immer noch.

Grüße

Katja

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