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polar-chat.de  Der Hund
gelaylin

Abruf unter Ablenkung trainieren?

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Hallo,

Isch hätt da mal wieder eine Frage...

Folgendes Problem:

Mein Hund hat starken Jagdtrieb, erreicht körperlich bedingt annähernd Windhundgeschwindigkeit und hat als Zusatzbonus noch einen eigebauten Ferrarimotor.

Jagderfolge gab es noch keine, da ich in unüberschaubaren Gegenden fast immer mit Schleppleine unterwegs bin.

Also tranieren wir schon seit langem fleissig an Abruf-Signalen. Solange es keinerlei Ablenkung durch Wild oder fremde Hunde gibt funktionert es inzwischen absolut perfekt. Bei Pfeife oder rufen kommt er sofort heran, er lässt sich durch Pfeife auf Entfernung ablegen, läuft hinter mir oder bei Fuß mit und ohne Leine. Auch kleinere Ablenkungen wie Mäusebuddeln, interessantes rumschnüffeln, Spaziergänger und Radfahrer etc. sind kein Thema. Auf dem Hundeplatz oder im Garten ist es genau das gleiche.

Jetzt aber der Knackpunkt - rennendes Wild. Man läuft so seiner Wege und plötzlich springt aus einer Ackerfurche der Feldhase hoch und flizt davon. Dann macht es bei mir nur Sekundenbruchteile später vorne in der Schlepp kawumm und ich kämpfe drum auf den Füssen zu bleiben und Hund wieder ranzuholen. Hundeohren sind komplett auf Durchzug gestellt, kein hier, Leckerli, Spielzeug etc hilft mehr. Alles was wir bisher geübt haben = Null Reaktion.

So, jetzt meine eigentliche Frage:

Diese Jagdprobleme wurden hier im Forum ja schön öfters angesprochen. Es kamen immer wieder Tipps mit "die Ablenkung beim Üben steigern" -

NUR - wie macht ihr denn das bitte mit dem Wild????? :???

Ich habe das alles bisher schön Schritt für Schritt gemacht. Kommandos eingeübt, Ablenkungen gesteigert etc.

Aber jetzt fehlt mir irgendwie ein "Übungsreh" das mal eben kontrolliert aus dem Gebüsch hüpft und ich (natürlich gut vorbereitet :D ) richtig darauf reagieren kann.

:think:

Wie habt also ihr hier den "Ernstfall" mit Eurem Hund trainiert, dass es auch bei so einer starken Ablenkung funktioniert?

Würde mich über Tipps riesig freuen....

LG

Angela

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(bearbeitet)

Ich habe einen Podenco, der sehr gern sehr viel Energie dafür verwendet, Wild aufzuspüren und es zu jagen.

Uns geht es wie euch. Sonst ist er nämich der allertollste Hund der Welt.

Leider kann ich dir kaum in wenigen Sätzen erklären, wie man daran arbeitet.

Ich kann dir allerdings das hier ans Herz legen:

http://www.antijagdtraining.de/

Viel Erfolg.

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@shteffibaer

Danke für den Tipp....das Buch hab ich aber auch schon gelesen

Die Übungen daraus haben wir auch so ziemlich alle gemacht.

Ich habe das Abrufen aus dem Spiel raus, vom Futter weg, fliegenden Bällen, anderen Menschen usw usw geübt. :yes:

Also extra Situationen gesucht und geschaffen, wo´s auch für ihn eine Herausforderung ist.

Wir waren im Wildpark, da hat er sich völlig anders verhalten und vor dem heimischen Hasengehege schläft er ein... hmmmm. :wall:

(Hätte hier 2 echt nette Bilder davon...kann sie nur leider z Zt irgendwie nicht hochladen...)

Bin echt ratlos, er weiss scheinbar genau um den Unterschied "echtes Wildtier" und "engagierte Statisten" :Oo

Wie ist es denn bei Dir? Hast Du es letztendlich durch die Übungen in den Griff bekommen... oder muss ich einfach damit leben, das nicht wirklich üben zu können und weiterhin mit Schlepp durch den Wald zu laufen ?

LG

(oh hat doch geklappt mit dem Bild...das war mal der Wildpark :Oo )

post-9781-1406417383,52_thumb.jpg

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Schließe mich hier an:

Bei uns klappt der Rückruf auch super.

Bei uns sind die Pferde das Problem: da hört Melody auch übehaupt nicht.

Wir haben lange mit Schleppleine geübt.Wurde aber fast nicht besser.

Jetzt laufen wir Wege wo keine Pferde sind,aber eine Lösung ist es auch nicht.

Da wir gleich vor der Türe schönes Waldstück haben, nur das uns da einige Pferde immer über den Weg laufen.

Ich wäre über Tips bei großer Ablenkung auch dankbar.

Bei fast allem anderem kann ich Melody abrufen: Jogger, Hunde etc. aber Pferde geht gar nicht.

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So ganz so arg habe ich das Problem nicht.

Bei uns ist es nur so, dass sie bisher Hasen hinterher ist, aber auch nur ein Stück.

Wir waren früher viel im Rehgehege, ich weiß nicht ob das was gebracht habe...

Bei den Hasen haben wir nun einen Superpfiff.

Das heißt, wenn sie rennt gibt es diesen Pfiff und daraufhin etwas Katzenfutter :so

Bisher haben wir ihn noch nicht in "Extremsituationen" gebraucht aber ich bin mir fast sicher, er wird funktionieren.

Den Tipp habe ich von River hier aus dem Forum bekommen.

Dieses Katzenfutter gibt es aber eben auch nur mit dem Pfiff zusammen und auch sonst für nichts.

Chila geht auch liebendgerne Spuren nach.

Wenn ich merke sie wird nervös und schnüffelt lass ich sie hinter mir gehen.

Wir haben auch schon mit Schleppleine gearbeitet...

Rückruf vom rollenden Ball...

Aber umgelegt auf den Hasen hat es trotzdem nicht funktioniert.

Vielleicht hilft es dir.

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@merlin18

Danke für den Tipp.

Habt ihr das denn dann mit dem Katzenfutter vorher geübt, also dass Hund weiss Pfiff=herkommen=Katzenfutter? Habt ihr das dann anfangs jedesmal gegeben oder nur in so einer Situation?

Frage nur deswegen, weil ich ja oft mit Pfeife übe, also auch zuhause im Garten beim Spiel oder Hundeplatz usw.

Macht das dann einen Unterschied wenn er da "nur" Spiel oder Hundeleckis als Belohnung kriegt, aussen aber das Katzenfutter?

Unser grosses Problem ist halt, dass er so furchtbar schnell ist. 2-3 Sprünge und man sieht nur noch eine Staubwolke. Wenn er nur an einer Spur schnüffelt oder zB aufmerksam in den Wald schaut merken wir das ja auch und können ihn auch hier ohne grosse Probleme abrufen. Nur sobald irgendwas wo raushüpft und davonrennt geht absolut gar nichts mehr, da reagiert er auch sofort und will hinterher.

Und nachdem er so flott unterwegs ist, hab ich da echt grosse Bedenken, dass er dochmal was erwischen würde.

Also auch nicht wirklich den Mumm ihn von der Leine loszumachen und mal zu schauen ob er nach ein paar Meter wieder umdreht oder eben doch im Wald verschwindet.

(Ich weiss nicht wie oft ich den Satz "naja, ein gesundes Reh oder Hase...die erwischt so schnell kein Hund" von Trainern und Hundebesitzern gehört habe - zumindest genau solange bis die entsprechenden Leute mal meinen Hund im Vollspeed gesehen haben) :Oo

Wie habt ihr das dann ausprobiert? Also der Rückruf klappt eigentlich super in vielen Situationen, dann mal Leine ab und sehen was passiert? (Es springt einem ja nicht unbedingt täglich ein Reh vor die Füsse :so )

LG

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Ja, das mit dem Katzenfutter und der Pfeife haben wir geübt.

Zu Beginn einfach wenn sie neben mir stand oder gerade nichts wichtiges zu tun hatte, gepfiffen und sofort das Katzenfutter gegeben.

Zu Beginn eine Woche lang jeden Tage einmal.

Dann, einmal die Woche ein Pfiff, einen Monat lang.

Dann alle zwei Wochen ein Pfiff, einen Monat lang.

Wenn du merkst die Verknüpfung mit Pfeife und Futter funktioniert kannst du die Ablenkung steigern.

Dann einen Monat Pause und wieder pfeifen. Wenn sie es dann verstanden hat und wieder sofort kommt den Pfiff noch alle 2 Monate wiederholen.

Bei uns hat es geklappt, ich trag halt immer meine Pfeife und 70g "Huhn und Kürbis" Katzenfutter mit mir rum (in so einem praktischen Frische-gleich aufreiß-Beutel) :D

Eine Möglichkeit wäre vielleicht auch die große Ablenkung zu trainieren wenn du mal jemanden hinter eine Hecke stellst, am Besten irgendwo wo es Bergab geht. Der soll dann kurz vor euch einen Ball den Berg runter rollen lassen. So quasi als Hasenimitat ;)

Mhm ich weiß nicht ob das unterschieden wird oder ob er dann bei jedem Pfiff das Katzenfutter "erhofft". Andere Möglichkeit wäre natürlich eine zweite Pfeife. Um wirlich fest zu machen nur dieser Pfiff heißt unter jedem Umstand herkommen und Futter abholen das besonders toll ist und das es auch NUR dann gibt.

Das mit der Schnelligkeit kenne ich, Chila rennt furchtbar schnell!

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@merlin18

Die Idee mit dem Ball klingt gut und werde ich mal ausprobieren und ihm dann das Katzenfutter geben. :)

Dankeschön nochmal!

LG

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Ich habe hier auch so einen Fall. Bei uns sind es Rehe, Kaninchen und Katzen geht so, aber Rehe sind der Gau.

Ich habe wesentlich länger als 1 Woche mit Pfiff und Lecker gearbeitet. Heute kann ich meinen Hund genau EINMAL mit Pfiff abrufen, wenn er Rehe gesichtet hat, wenn ich dann nicht schnell bin, habe ich verloren. Ein zweites Mal kommt er nicht mehr, sondern ist schon auf und davon.

Daher darf er nie mehr in der Dämmerung und in bekannt wildreichen Gebieten ohne Leine laufen.

Er wird übrigens im Mai 10 Jahre alt. Seine schwere HD hindert ihn auch nicht daran.

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@Bergers

das ist interessant zu hören, dachte schon, ich bin wohl die Einzige, die sich da gerade "die Zähne" dran aussbeist ;)

Benno kennt die Pfeife jetzt seit 2 Jahren und weiss auch ganz genau was er da eigentlich tun soll... :motz:

Selbst die verschiedenen Hundtrainer die wir im Lauf der Zeit hatten meinten immer: "Was willste denn noch, Dein Hund hört doch super" - das sind dann aber eben auch grad mal keine Rehe aus der Deckung gesprungen...

Ich selber war mir aber da nie so richtig sicher und hab deswegen auch dann immer lieber die Schlepp draufgemacht, mit oben beschriebenen "Erfolg" bei Wildkontakt :(

Blöde Frage, aber ist hier eigentlich auch so ein Verhalten möglich wie bei einer Leinenaggression? Also dass Hund sich ohne Leine mit anderen verträgt, während er an der Leine zum Berserker wird. Sprich auch bei Wildkontakt sich an der Leine anders verhält als wenn er frei wäre?

(Meine damit jetzt nicht, dass er ohne einfach hinterherläuft und mit eben dableibt :whistle)

LG

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