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polar-chat.de  Der Hund
Fiona01

Der Reiz und die Leine

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Hallo ihr Lieben,

mal sehen, ob ich das was ich sagen will jetzt geordnet bekomme. ;)

Ich habe in diesem Thema mitgelesen, wo es um Jagdverhalten und Reize geht.

http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66379&goto=1395275&

Wenn ein Hund noch Welpe ist, machen wir uns viele Dinge zunutze, damit er zu uns kommt, wenn er offline unterwegs ist.

Wir machen uns klein, rennen weg und nutzen so den Folgetrieb, freuen uns usw.

Wir machen uns bestimmte Reize zunutze, um den Hund zu uns zu bringen.

Das funktioniert auch meistens und zwar ohne Leine.

Irgendwann packen wir dann die Leine dran, um den Hund zu sichern und eben auch, damit er möglichst nicht auf für ihn interessante Reize reagiert.

Aber ist das nicht andererseits auch ein Eigentor?

Bitte richtig verstehen, ich will das jetzt gar nicht verurteilen, denn ich habe bei meinen Hunden ja auch zwischendurch die Leine dran, aber nicht immer und nicht in allen Reizsituationen.

Mir gehts dadrum, wie soll der Hund lernen, wenn ich ihn zu 90 % per Leine, Schlepp oder sonstwas binde, seine eigenen richtigen Entscheidungen zu treffen und eben nicht auf einen Reiz zu reagieren?

Ist die Leine dran, weiß er dann nicht sowieso, dass er gar nicht anders kann als sich meinem Willen zu beugen, oder anders, er lernt gar nicht erst mit der Situation/dem Reiz selber umzugehen?

Wenn ein Hund im Rudel lebt, wie wird das hier geregelt bzw. wie bringen die Althunde das den Junghunden bei beim Rudel zu bleiben und das ohne Leine?

Sichern wir uns mit der Leine nicht zu sehr ab und der Hund kommt gar nicht erst dazu desensibilisiert zu werden, weil er ja sowieso an uns gebunden ist?

Muss ich nicht auch von klein auf mal die Freiheit geben, dass der Hund auf einen Reiz reagiert (also ohne Leine) bzw. eben lernt, da ist ein Reiz (wegen meiner ein Jogger der rennt), aber ich darf nicht hinterher?

Wenn ich ihm das als Mensch erfolgreich vermittelt habe, bin ich nicht dann auch in der Lage, andere Reize, die höher liegen zu kontrollieren?

Ich stelle mir das ähnlich wie bei einer Leiter vor, die man so nach und nach erklimmt.

Der Hund lernt erst bei den niedrigen Reizen zu gehorchen und dann arbeitet man sich so nach und nach nach oben.

Mein Gedankengang außerdem wäre jetzt auch noch, bleibt ein Hund immer gesichert, z. B. an der Schlepp, bleibt dann nicht automatisch ein relativ niedriger Reiz für ihn hoch?

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Hi du,

ich stimme dir da absolut zu. Aber auch nur wenn man einen Hund von klein auf kennt.

Mein Hund kam zu mir als er ca. 1,5-2 Jahre alt war.

Dies ist nun 10 Monate her. Ich hatte ihn 6 Wochen an der Schlepp. Seitdem läuft er frei. Egal ob im Feld/Wald/beim Reiten oder an der Straße(bei uns sehr wenig befahren). Die Leine kommt nur drann wenn mich einer drum bittet oder an einer stark befahrenen Straße - bin zwar der Meinung, das er auch dort ohne Probleme bei Fuß läuft, aber in diesem Falle will ich mich absichern - nicht weil ich meinem Hund nicht vertraue sondern den Autofahrern nicht.

Diese 6 Wochen an der Schlepp - die ich auch von anfang an nicht in der Hand hielt, sondern hinterher geschleift wurde - war eine Sicherung für den Hund der hier in der Umgebung nichts kennt (Straßenhund in Spanien) und erstmal lernen muss, dass ich das Rudel bin. Ich denke nicht, dass ein Hund (Beziehung Hund-Mensch) weiss, dass dieser Mensch bei dem er die letzten Tage übernachtet hat nun sein Rudel ist. Und man muss diesem Hund der Jahrelang auf seine eigene Faust überlebt hat zeigen, dieser Mensch ist der Rudelführer er kann mich beschützen, er wird mich beschützen. Und ich denke, dass dies nur in Verbindung mit einer Schlepp die erste Zeit gezeigt werden kann.

Bei einem Welpen der die ganze Zeit von Baby auf bei dem Menschen ist sehe ich dies absolut wie du. Warum nach einer Zeit die Leine dran machen. Der Mensch ist doch schon in die Position des Rudelführers durch bringen des Futters dargestellt.

Hoffe du verstehst was ich meine und hoffe ich habe richtig verstanden was du meinst ;)

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Stimmt, ich gehe bei obigen Ausführungen von einem Hund aus, der von klein an bei seinem Menschen war.

Straßenhunde oder Tierheimhunde z. B., sind wieder ein anderes Thema. :)

Was mich bei diesem Thema aber einfach nur interessiert sind eben diese Reize wie Wild, Jogger, Fahrradfahrer, Artgenossen etc., wo einige Hunde doch sehr stark drauf ansprechen und eben die Frage, wäre das ohne Leine anders und wenn ja, warum usw. :)

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In dem Falle kann ich dann nicht mitreden ;)

Mein Hund spricht auf Jogger, Wild, Fahrrad etc. gar nicht an und ist nicht kleinauf bei mir ;)

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Ich stelle immer den Unterschied fest, von Hunden, die mit ihren Haltern auf der

Strasse leben, selten sehe ich da einen Hund an der Leine.

Ist es die tägliche Reizüberflutung, die diese Hunde so sicher und souverän macht?

Oder doch vielleicht der Halter, der weiss Gott andere Probleme hat als...

oh je, da kommt ein anderer Hund oder ein Jogger oder....

Vielleicht eine Kombination aus beiden ...

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Ein sehr interessantes Thema, vielen Dank Astrid.

Leider kommt das für mich und Spike irgendwie zu spät.

Die Leine ist mein Anker und ich bilde mir ein, Spike damit kontrollieren zu können.

Ihm ohne Leine die Möglichkeit geben zu können, selbst zu entscheiden, auf die Idee

bin ich nie gekommen, als er noch jung war. :)

Natürlich läuft er hier auf dem Feld ohne Leine aber sobald ich irgendetwas sehen, kommt die Leine ran,

ich weiß das ist falsch aber...

Dazu gehört Vertrauen und das muß man haben oder sich erarbeiten.

Hoffe ich bin jetzt nicht ganz am Thema vorbei.

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Andrea das ist schon völlig richtig gedacht. :)

Wenn ich mich von der Leine löse, muss ich vertrauen.

Im Gegenzug lernen dann aber auch Hund und Halter voneinander und Dinge, die an der Leine vielleicht noch spektakulär sind, werden auf einmal uninteressant.

Das ist aber mit Sicherheit ein Prozess, der nicht von jetzt auf gleich passiert.

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Wenn man einen Hund von Welpe an hat, kann man ihn ja in sicherer Umgebung sehr gut ohne Leine laufen lassen. Ein Welpe entfernt sich meist nicht weit vom Rudel/bzw. läuft mit dem Rudel mit und hat noch eingeschränkte Sicht.

Viele Leute sind immer so stolz, wenn ihr Welpe gar nicht zu dem Hund auf der anderen Straßenseite hin möchte. Aber den bekommt der Knirps ja auch gar nicht so mit. Wenn er Junghund ist, sieht das ganze schon anders aus.

Da will der Hund ja was erleben, ist neugierig und sehr an seiner Umwelt interessiert, will sich in der Pubertät ja auch was abnabeln von den Eltern/ Haltern.

Ich habe Caruso als Welpe auch meist frei laufen lassen (ausser an viel befahrenen Straßen und so). War auch kein Problem, bis er ausprobieren wollte was denn ist wenn er mal nicht kommt weil etwas anderes interessanter ist.

Wenn er so nach der Schlepp fragt, dann bekommt er sie auch :) Ne zeitlang war sie dran, bis das Abrufen wieder gefestigt war und er kann wieder frei laufen.

Leider ist Caruso noch ein spezieller Fall. Meinen anderen Rüden kann ich überall frei laufen lassen, gar kein Problem (und mach ich auch, außer da wo das Ordnugsamt läuft, wenn Menschen Angst haben usw.)

Caruso war auf einmal aus unerklärlichen Gründen sehr ängstlich. Da mußte ich absichern, denn in Panik hat er nichts mehr mitbekommen.

Zum Glück wurde vor kurzem ne starke Schilddrüsenunterfunktion festgestellt und mal schauen wie es wird wenn er eingestellt ist.

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Fiona,

das ist ja mein Thema.......also das richtige Thema für mich....

ich hab darüber schon einmal geschrieben.

Also, ich habe Frida, seit sie sieben einhalb Wochen alt war.

und Frida ist in den ersten sechs Monaten so gut wie nie an der Leine gewesen.

Natürlich erlaubt auch unser Wohngebiet hier diese Freiheit,

da ich Starßen fast komplett umgehen kann.

Ich habe von Anfang an gewollt und gefördert,

daß Frida eigene Entscheidungen trifft und so dann auch selber verantwortlich ist.

Also z.B.:

ein anderer Hund kommt uns freilaufend entgegen,

und ich hab sie entscheiden lassen,

ob sie hinrennt oder bei mir bleibt.

So hat Frida ziemlich schnell begriffen,

daß es nicht immer toll ist,

zu anderen Hunden hinzurennen.

Inzwischen läuft sie immer einige Schritte auf andere Hunde zu und wartet dann auf mich.

Frida hat als Welpe bzw. Junghund

Kinder toll gefunden, Jogger sowieso, Fahrräder,

alles was sich bewegt war super.

Ich hab sie nie zurückgerufen.

Das hat dazu geführt,

daß sie zuerst den Impuls des Hin- bzw. Hinterherrennens hatte,

dann aber Zweifel kamen, ob das wirklich so gut ist.

Dann hab ich ihr ein Stöckchen oder Tannenzapfen oder irgendetwas gezeigt.

bei mir bleiben war also spannender und besser.

Zu Frida kamen ja ziemlich rasch Piroschka und Turron dazu.

Die beiden haben es genauso gelernt.

Jetzt ist Frida 1 1/4 Jahre alt.

Jogger, Radfahrer, Reiter, kreischende Kinder etc. werden ignoriert von allen dreien.

sie sehen einen Jogger

und kommen zu mir gelaufen und laufen dann aufgefädelt am Wegrand neben mir her,

weil sie wissen, sie müssen Platz machen.

Vor kurzem bin ich so durch eine schlittenfahrende Schulklasse durchgelaufen.

(weil der Weg mitten über den Schneehang führt)

Ich mußte da nicht auf die Hunde aufpassen,

sondern auf die Kinder, damit wir nicht umgebrettert werden......

und noch zum Jagdtrieb.

natürlich haben auch meine Hunde einen Jagdtrieb,

und natürlich wollen sie Tieren hinterherrennen.

Ich versuche, rehreiche Gegenden zu meiden.

Wenn sie doch einmal losrennen,

und das ist inzwischen schon passiert,

rufe ich nicht.

sie rennen los, Frida ist die Anführerin.

nach einigen Sekunden des impulsgesteuerten Rennens

besinnt sie sich und rennt zurück, die beiden andern folgen ihr.

und dann freu ich mich.

Hm,

jetzt bekomm ich bestimmt wieder Bratpfannen aufs Dach.

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noch ergänzend:

ich rufe meine Hunde,

wenn unerwartet ein Auto in der Pampa auftaucht.

oder wenn wir nachhause gehen.

oder wenns Leckerli gibt....oder oder.

also, ich rufe sie auch.

und dann wissen sie: ui, das ist jetzt wichtig!

und an die Leine kommen sie immer dann, wenns gefährlich ist, also Autos fahren etc.

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