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polar-chat.de  Der Hund
Camelott

Wie sehr verändern wir uns im Alter und ist das immer gut so?

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Vor 15 Jahren lernte ich eine Frau kennen die nur drei Häuser von mir entfernt lebt. Klar, durch den Hund. Sie war sehr introvertiert, das Gegenteil von mir, und war fast immer alleine unterwegs mit Hund. Verheiratet, einen Hund und 20 Katzen, keine Kinder, 52 Jahre alt. Aber ein gutes Gespür für Hunde, sie gab mir damals wertvolle Tipps im Umgang mit dem Hund und ich lernte viel. Mehr oder minder freundeten wir uns an und sprachen dann und wann auch über private Dinge.

Auf meine Frage hin warum sie immer alleine unterwegs sei, erzählte sie mir das sie eine Freundin hätte, sie kommt einmal die Woche zu ihr und im Gegenzug fährt sie dann einmal die Woche zur Freundin. Wie, sag ich, das ist aber wenig. Ob sie sich nicht einsam fühle. Nein sagte sie, sie sei in der Vergangenheit immer wieder enttäuscht worden und sie hätte keine Lust mehr sich auf andere einzustellen. Ich sagte ihr dann das wir alle immer wieder mal enttäuscht werden und wenn von 10 Leuten nur einer dabei ist der anders ist, dann hat sich die Arbeit doch gelohnt.

Heute bin ich die meiste Zeit alleine. Oft denke ich an die Worte dieser Frau denn ich konnte mir damals überhaupt nicht vorstellen mal genauso zu werden. Bin ich aber, denke auch so.

Elke Heidenreich, manche kennen sie noch, eine Kolumnistin, sagte mal auf die Frage nach dem Älter werden folgendes:" Früher dachte ich immer, im Alter werde ich toleranter, höre eher zu und lasse mich mehr auf Menschen ein. Das stimmt aber nicht! Heute bin ich ungeduldiger, halte mich mit Dingen die mir nicht gefallen gar nicht erst auf. Bin schneller weg. Weil ich keine Zeit mehr habe, meine Uhr läuft und ich habe noch so viel zutun."

Mir geht`s da genauso, wenn mir was nicht gefällt lasse ich es. Ich sehe nicht mehr ein Ja und Amen nur des lieben Frieden Willens zu sagen. Ich bin auch egoistischer geworden.

Letztens war meine Freundin beleidigt und wir sprachen fast 4 Wochen nicht ein Wort miteinander. Ich hatte den Driß nicht angefangen und dann gebe ich auch nicht klein bei, ich suche nicht ein Gespräch das für mich Kindergarten Charakter hat. Wenn sie meint beleidigt zu sein so soll sie das.

Klar bin ich dann auch alleine und vermisse vieles, aber ganz ehrlich, mir geht es besser damit wo ich mich nicht mehr so für andere einsetze und mich vor allem nicht so tief in eine Beziehung einlasse. Es ist alles etwas oberflächlicher geworden, ich bin nicht mehr so schnell zu verletzen.

Geht es euch genauso? Findet ihr das ok so oder trauert ihr der guten alten Zeit hinterher?

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Mit dieser Einstellung bist du nicht alleine, willkommen im Club..vielleicht fängt aber einem gewissen Alter die Uhr anders an zu ticken und man ist es einfach leid mit Dingen seine Zeit zu verschwenden, welche man anderweitig besser nutzen kann :kaffee:

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Ich denke, dass mit steigendem Alter auch eine Art "Reife" einsetzen sollte. Dass man sich z.B. nicht mehr so schnell aufregt, dass man wahre Freundschaften mehr schätzt und eine kindische Ebene verlässt.

Du schreibst:

Ich hatte den Driß nicht angefangen und dann gebe ich auch nicht klein bei,

Ohne dich angreifen zu wollen, zeugt der Satz eben nicht von Reife, sondern klingt für mich eher nach einem Teenager. Sollten man nicht mit zunehmenden Alter solche Dinge "lockerer" sehen können und Freundschaften anders pflegen?

Reif wäre es für mich, auf den anderen zuzugehen und die Probleme zu klären.

Gerade ältere Freundschaften sind wie Pflanzen, die gepflegt werden wollen.

Ist aber nur meine subjektive Ansicht.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich aus dem Denken: "Der hat angefangen"-"Jetzt ziehe ich mich zurück-Denken" raus bin!

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Ich glaube mit dem Älterwerden, werde ich jedenfalls auch anspruchsvoller. Nicht jede Bekanntschaft empfinde ich für wertvoll und lasse mich dann auch nicht weiter darauf ein.

Früher war das anders, man hat sich angepasst oder eben zu Kontroversen geschwiegen und damit niemanden verärgert.Heute versuche ich wirklich im Hier und Jetzt zu leben und mir genau auszusuchen, wer das mit mir teilt und ob es wirklich passt. Da bleibt oft nicht viel übrig.

Ich renne keine Zeit hinterher und habe auch nicht das Gefühl, ich muss noch alles erledigen, im Gegenteil. Heute gehe ich alles ruhiger an und überlege aber dabei , will ich das so wirklich, ein Na ja , lasse ich da nicht mehr gelten , früher dagegen fast immer.

Wenn ich heute jemanden als Freundin oder Freund bezeichne, meine ich es auch so , früher gab es halt viele sogenannte Freunde die sich bei der geringsten Belastungsprobe eben nicht als solche erwiesen haben. Damals war ich dann geschockt und traurig oder wütend.

Heute sind es weniger Freunde, aber dafür wirkliche Freunde , da kommt es nicht auf die Anzahl an!!

Gerade , wenn man , wie ich , einige Hunde hat, neigt man oft dazu darin aufzugehen, da ist es gut, wirkliche Freunde zu haben ( und wenn es auch nur eine Freundin ist) die einem zeigen auch Menschen können aufrichtige Freunde sein.

Eigentlich möchte ich nicht mehr wie vor 20 Jahren leben, auch wenn mich die Falten ab und an stören, irgendwie habe ich das Gefühl man lebt intensiver .

lg Hilde

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Hey

Ich weiss nicht ob da mit dem Alter zu tun hat.

Ich bin 22 und denke genau so. Wenn ich etwas nicht möchte, mache ich es nicht, basta.

Ich bin auch sehr oft allein, habe 2 gute Freunde und noch etwas Familie und das reicht mir total. Ich gehe nie weg, ins Kino oder so, einfach weil ich nicht das Bedürftnis habe das zu tun. Mir ist wohler daheim und mir ist es egal ob das für mein Alter normal ist oder nicht.

Also wie gesagt, kann dich voll verstehen.

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Heute sind es weniger Freunde, aber dafür wirkliche Freunde , da kommt es nicht auf die Anzahl an!!

Gerade , wenn man , wie ich , einige Hunde hat, neigt man oft dazu darin aufzugehen, da ist es gut, wirkliche Freunde zu haben ( und wenn es auch nur eine Freundin ist) die einem zeigen auch Menschen können aufrichtige Freunde sein.

Dem möchte ich mich anschließen!!

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Ohne dich angreifen zu wollen, zeugt der Satz eben nicht von Reife, sondern klingt für mich eher nach einem Teenager. Sollten man nicht mit zunehmenden Alter solche Dinge "lockerer" sehen können und Freundschaften anders pflegen?

Reif wäre es für mich, auf den anderen zuzugehen und die Probleme zu klären.

Gerade ältere Freundschaften sind wie Pflanzen, die gepflegt werden wollen.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich aus dem Denken: "Der hat angefangen"-"Jetzt ziehe ich mich zurück-Denken" raus bin!


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66462&goto=1395671

Hm, ich weis was du meinst und du hast auch Recht. Aber in diesem Fall habe ich das nur am Rande angerissen um evtl. zu verdeutlichen wie ich das meinte. Ist aber wohl anders angekommen.

Auf jeden Fall bin ich mal froh das ich im Alter nicht alleine skurriler werde wenn ich so die Antworten lese und fühle mich auch gleich wohler :D

Um aber wahre und tiefe Freundschaft zu empfinden gehört Zeit und Vertrauen. Und Heute habe ich irgendwie keine Zeit mehr, bzw. nehme sie mir nicht weil ich ja gleich auch Frage ob sich das lohnt.

Asterix hat das schön gesagt, man wird anspruchsvoller. Die Frage ist nur, hab ich überhaupt Auswahl? Was muß ich tun um eine Auswahl zu treffen zu können?

Vor allem muß ich unter die Menschen und wenn ich aber so wie Lindowyn mehr zuhause bleibe kann ich aber keine Menschen kennen lernen.

Irgendwie steht man sich selbst im Weg, wer nicht wagt der nicht gewinnt.

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Wenn du den "Driss" mit einer Bekannten hattest und nicht mit einer Freundin, dann kann ich dein Verhalten besser verstehen!

Um aber wahre und tiefe Freundschaft zu empfinden gehört Zeit und Vertrauen. Und Heute habe ich irgendwie keine Zeit mehr, bzw. nehme sie mir nicht weil ich ja gleich auch Frage ob sich das lohnt.

Du hast scheinbar "Angst" vor tiefer gehenden Freundschaften, aber andererseits sehnst du dich auch danach, oder?

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Ich möchte jetzt nicht so sang und klanglos verschwinden, das Thema gefällt mir ja, aber hier sind es gleich 1:00 Uhr.

Aber ich komme Morgen wieder. Dann reden wir darüber.

Gute Nacht alle zusammen.

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Ich habe auch nur zwei wirkliche Freundinnen und das reicht mir, denn auch für die ist neben meinen Hunden, Familie etc. kaum Zeit. Den großteil meiner Zeit verbringe ich in den Vormittagsstunden wenn der lütte in der Schule ist einfach mit meinen Hunden, ich arbeite sie, spiele mit ihnen etc. das ist mein persönlicher Ausgleich zum stressigen Alltag und das brauche ich um ein ganzer Mensch zu sein.

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