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Grundbedürfnisse von Hunden

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(bearbeitet)

Hey,

es gibt von Nina Katz-Bernstein ein Modell der Grundbedürfnisse für Kleinkinder/Kinder/Jugendliche. Im Endeffekt ist kein großer Unterschied zu den hündischen Grundbedürfnissen zu sehen. Ich versuche mal eine Übersetzung in die Grundbedürfnisse des Hundes und freue mich über Anregungen zu fehlenden Punkten.

Eventuell könnte man das dann im Bereich "Ersthund" ganz oben anpinnen?

Welpen

  • Regulierung von physischen Bedürfnissen (Fressen, Schlafen, Toilettengang)
  • Sinnliche Erfahrungen kennen lernen (Ich möchte möglichst viele verschiedene Reize kennen lernen, verschiedene Untergründe, Gerüche, Lebenssituationen)
  • Erkundung der Regelmäßigkeit (Wie ist mein Tagesablauf in deiner Menschenwelt? Ich möchte ihn kennen lernen)
  • Strukturierung und Kontrolle von beobachteten sozialen Handlungen (Spielen, Kommunikation mit anderen Hunden, Kommunikation mit Menschen)
  • Bindungs- und Schutzerfahrungen (Frauli/Herrli kümmern sich um gruseliges, beschützen mich, sind mein Hafen)
  • Beachtung, Anerkennung, Bestätigung (Ich werde gelobt für Sachen, die ich gut mache (Bsp.: Stubenreinheit, ins Körbchen gehen))

Junghunde

  • Erkennbarer, schützender und regulierter sozialer Rahmen, Regeln und Grenzen (Ich weiß was ich darf und was nicht, dies bestimme ich nicht selbst sondern Herrli/Frauli; kontrollierte positive Begegnungen für den Hund, damit er eine möglichst gute Kommunikationsfähigkeit entwickelt)
  • Einbindung in Gruppen und Kennenlernen von Gruppenstrukturen (Junghundgruppen, Kommunikation auch mit gut sozialisierten Althunden)
  • Erlernen von Skills für den Umgang in der Umwelt (Was muss ich im Alltag können? Was muss ich für deinen Alltag können? Festigen dieser Anforderungen, Integration in den Alltag)
  • Erfolgserkennen und Anerkennung für positive Leistungen (Nicht nur lernen, was ich nicht darf, sondern auch das bestätigen, was ich gut mache!)
  • Frustrationstoleranz üben und gemeinsame Krisenbewältigung (Ich kriege nicht immer sofort was ich will und muss dies akzeptieren lernen und wenn wir ein Problem haben werde ich nicht sinnlos angeschrien, sondern wir beide arbeiten daran und bringen uns aus der Krise raus)

Pubertierender Junghund

  • stabile, nachvollziehbare Regeln (Ich darf bestimmte Sachen nicht, habe aber gelernt dies zu akzeptieren und halte mich daran. Diese Regeln kommen nicht über Nacht, sondern ich kenne sie von Anfang an, sie wurden mit mir geübt und bestehen schon länger)
  • Respekt (Du hast mir gegenüber Respekt und ich respektiere dich)
  • Verlässliche Bezugsperson (Ich werde nicht andauernd von a nach b verschoben und weiß zu wem ich gehöre)
  • Modelle um mit Aggression, Frustration oder Krisen umzugehen (Du zeigst mir, dass ich mich auf dich verlassen kann, zeigst mir alternativen für Frust und Aggression und stehst das mit mir durch)
  • realisierbare Autonomie (In kleinen Teilen darf ich auch mal für mich entscheiden. Jedoch muss dies immer mit unseren Regeln konform gehen. Ich darf mich also innerhalb eines Regelkostümes bewegen)
  • Eigenes Geschlecht bemerken (Ich werde lernen, dass ich ein Männchen/Weibchen bin. Damit müssen wir beide umgehen lernen)
  • Findung von Interessen und Hobbys (Ich bin gerade anstrengend, ein Sprin-in-den Wind, aber wir beide finden ein Hobby für uns, dass uns auslastet)
  • Anerkennung (Du sagst mir weiterhin wenn ich etwas gut mache, ich freue mich darüber)

Fehlt was? Findet ihr das sinnvoll? Ich bitte um Kritik!

Grüße

Saskia

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Hallo

Ich finde sowas sehr sinnvoll und deine Punkte auch sehr gut und anschaulich.

Ich würde bei den Welpen die Ruhe zu Hause noch stärker einbringen, denn gerade in der Phase ist das sehr wichtig. Ausserdem hilft es später, wenn der Hund eigentlich schon Junghund ist.

Auch gerade bei Welpen würde ich Begegnungen mit erwachsenen und vernünftigen Hunden mit anführen, denn viele Welpen lernen zB in den Welpenschulen immer nur Gleichaltrige kennen und "verlernen", wie man sich vor den Alten zu verhalten hat. Sind sie dann frech und schon Junghunde, gibt es ordenltich Rabatz, wenn sie Pech haben.

Ein Rüffel von einem erwachsenen Hund ist sehr lehrreich und wirklich nur selten gefährlich.

Ähm, ändere doch "Skills" in "Fähigkeiten" oder etwas Ähnliches. Ist nicht nötig, das auf englisch zu schreiben :)

Auch - mag banal klingen - dass sich der Mensch um den Hund auch im Alter kümmert, dass für ihn in Krankheit und Alter jemand da ist und er versorgt wird, so gut es geht. Gilt für alle Altersgruppen, würde es vor allem aber bei den erwachsenen Hunden mit anfügen.

Ansonsten, wie gesagt, gute Idee! *Daumen hoch*

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Hi du,

ich finde das Super klasse. So etwas sollte jedem, der in Betracht zieht sich einen Hund zuzulegen, ausgehändigt werden.

Was ich etwas vermisse sind die erwachsenen und alten Hunde. Die sollten dabei nicht zu kurz kommen, da auch ein erwachsener Hund und ein alter Hund bedürfnisse haben.

Vorallem sollten, wenn dies in die Kategorie Ersthund gestellt werden soll, die alten Hunde dabei nicht vergessen werden. Die sind finde ich (und ich merke das grad an meinem Pflegeborder) noch anstrengender als Pubertierende Junghunde ;)

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Welpen

  • Regulierung von physischen Bedürfnissen (Fressen, Schlafen, Toilettengang)
  • Sinnliche Erfahrungen kennen lernen (Ich möchte möglichst viele verschiedene Reize kennen lernen, verschiedene Untergründe, Gerüche, Lebenssituationen)
  • Erkundung der Regelmäßigkeit (Wie ist mein Tagesablauf in deiner Menschenwelt? Ich möchte ihn kennen lernen)
  • Strukturierung und Kontrolle von beobachteten sozialen Handlungen (Spielen, Kommunikation mit anderen Hunden, Kommunikation mit Menschen, Kommunikationserfahrungen mit älteren Hunden)
  • Bindungs- und Schutzerfahrungen (Frauli/Herrli kümmern sich um gruseliges, beschützen mich, sind mein Hafen)
  • Beachtung, Anerkennung, Bestätigung (Ich werde gelobt für Sachen, die ich gut mache (Bsp.: Stubenreinheit, ins Körbchen gehen))
  • Ruhe erlernen (Ich muss erst lernen, dass nicht der ganze Tag aus Spielen besteht. Bitte zeig mir wann ich ruhen soll und sorge für genug Schlaf)

Junghunde

  • Erkennbarer, schützender und regulierter sozialer Rahmen, Regeln und Grenzen (Ich weiß was ich darf und was nicht, dies bestimme ich nicht selbst sondern Herrli/Frauli; kontrollierte positive Begegnungen für den Hund, damit er eine möglichst gute Kommunikationsfähigkeit entwickelt)
  • Einbindung in Gruppen und Kennenlernen von Gruppenstrukturen (Junghundgruppen, Kommunikation auch mit gut sozialisierten Althunden)
  • Erlernen von Fähigkeiten für den Umgang in der Umwelt (Was muss ich im Alltag können? Was muss ich für deinen Alltag können? Festigen dieser Anforderungen, Integration in den Alltag)
  • Erfolgserkennen und Anerkennung für positive Leistungen (Nicht nur lernen, was ich nicht darf, sondern auch das bestätigen, was ich gut mache!)
  • Frustrationstoleranz üben und gemeinsame Krisenbewältigung (Ich kriege nicht immer sofort was ich will und muss dies akzeptieren lernen und wenn wir ein Problem haben werde ich nicht sinnlos angeschrien, sondern wir beide arbeiten daran und bringen uns aus der Krise raus)

Pubertierender Junghund

  • stabile, nachvollziehbare Regeln (Ich darf bestimmte Sachen nicht, habe aber gelernt dies zu akzeptieren und halte mich daran. Diese Regeln kommen nicht über Nacht, sondern ich kenne sie von Anfang an, sie wurden mit mir geübt und bestehen schon länger)
  • Respekt (Du hast mir gegenüber Respekt und ich respektiere dich)
  • Verlässliche Bezugsperson (Ich werde nicht andauernd von a nach b verschoben und weiß zu wem ich gehöre)
  • Modelle um mit Aggression, Frustration oder Krisen umzugehen (Du zeigst mir, dass ich mich auf dich verlassen kann, zeigst mir alternativen für Frust und Aggression und stehst das mit mir durch)
  • realisierbare Autonomie (In kleinen Teilen darf ich auch mal für mich entscheiden. Jedoch muss dies immer mit unseren Regeln konform gehen. Ich darf mich also innerhalb eines Regelkostümes bewegen)
  • Eigenes Geschlecht bemerken (Ich werde lernen, dass ich ein Männchen/Weibchen bin. Damit müssen wir beide umgehen lernen)
  • Findung von Interessen und Hobbys (Ich bin gerade anstrengend, ein Sprin-in-den Wind, aber wir beide finden ein Hobby für uns, dass uns auslastet)
  • Anerkennung (Du sagst mir weiterhin wenn ich etwas gut mache, ich freue mich darüber)

Erwachsene Hunde/Althunde

  • Bedürfnisse eines älter werdenden Hundes erkennen und differenzieren (Wenn meine Schnauze grau wird heißt das nicht, dass ich keine Bedürfnisse mehr habe. Beschäftige mich altersgerecht und denke immer daran auch ich kann Demenz bekommen oder inkontinent werden)

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Ich würde den Punkt "Eigenes Geschlecht bemerken" umformulieren, so 1:1 vom Mensch auf den Hund übertragen wirkt es komisch. Vielleicht einfach verdeutlichen was gemeint ist, erste Läufigkeit ect..

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Jupp, dass sieht doch gut aus.

Sonst fällt mir dazu nichts ein. Du hast es sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht!

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Hab mir bislang nur um den Punkt Welpen Gedanken gemacht und finde das bei den Physischen Bedürfnissen der Körperkontakt fehlt. Was in meinen Augen durchaus zu einem Grundbedürfnis zählt.

Außerdem lernt ein Welpe auch Respekt gegen andere zu waren und den auch einzufordern für sich selbst, er erarbeitet sein Selbstwertgefühl und auch das Recht sich selbst zu verteidigen,

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Wunderbar,

diese Thema kann man nicht oft genug aufgreifen, verändern, um es so zu formulieren das es "hängenbleibt", bei Menschen die in Ewägung ziehen sich einen Hund zuzulegen, egal ob Welpe, Junghund, Althund.

Was ich auch noch sehr interessant fände ist die oftmals vernachlässigte Seite Der Rechtsgrundlage.

Es gab hier letztends eine Anfrage wegen Hund in kleiner Wohnung, es wurde diskutiert ob Welpe, wie alt oder Junghund.

Eine Züchterin hat es dann sehr gut formuliert, ob und warum Welpen, ab welchem Alter. Viele menschen wissen darüber nicht Bescheid, was ich letzens erst selbst erlebt habe.

man kann den leuten keinen Vorwurf machen, manche sind sehr unbedarft was das Thema angeht.

Deswegen Aufklärung steht ganz oben.

Vielleicht kannst du das Thema mit mrk nochmals aufarbeiten, gegebenfalls bestimmte Bereich zusammenfassen.

man muss immer mit der Unbedarftheit der Leute rechnen. Nicht jeder informiert sich durch Bücherkauf vorab und dank des Internets.....

Wenn ich mehr Zeit habe wäre ich gerne behilflich.

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Sinnliche Erfahrungen kennen lernen (Ich möchte möglichst viele verschiedene Reize kennen lernen, verschiedene Untergründe, Gerüche, Lebenssituationen)

Ich finde das etwas "too much". Viele rennen gerade zu mit ihren Welpen durch die Gegend, damit sie auch bloß alle Reize kennen lernen.

In meinem Empfinden ist das zuviel, Reize gemäßigt kennen lernen und das muss in meinem Sinne auch nicht vor der 10.-12. Lebenswoche beginnen.

Sonst kann es schnell zu einer Überforderung des Welpen führen.

Das mit der Überforderung würde ich vielleicht als eigenen Punkt einstellen:

Den Welpen nicht überfordern (z.B. nur ganz kurze Trainingseinheiten, nicht beim Schlafen stören, kurze Spiele etc)

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Welpen

  • Regulierung von physischen Bedürfnissen (Fressen, Schlafen, Toilettengang, aber auch Körperkontakt, Kuscheln und Zuneigung)
  • Sinnliche Erfahrungen kennen lernen (Ich möchte möglichst viele verschiedene Reize kennen lernen, verschiedene Untergründe, Gerüche, Lebenssituationen)
  • Erkundung der Regelmäßigkeit (Wie ist mein Tagesablauf in deiner Menschenwelt? Ich möchte ihn kennen lernen)
  • Strukturierung und Kontrolle von beobachteten sozialen Handlungen (Spielen, Kommunikation mit anderen Hunden, Kommunikation mit Menschen, Kommunikationserfahrungen mit älteren Hunden)
  • Bindungs- und Schutzerfahrungen (Frauli/Herrli kümmern sich um gruseliges, beschützen mich, sind mein Hafen)
  • Beachtung, Anerkennung, Bestätigung (Ich werde gelobt für Sachen, die ich gut mache (Bsp.: Stubenreinheit, ins Körbchen gehen))
  • Ruhe erlernen (Ich muss erst lernen, dass nicht der ganze Tag aus Spielen besteht. Bitte zeig mir wann ich ruhen soll und sorge für genug Schlaf)
  • Keine Überforderung (Überfordere mich nicht, lasse mich zwar viel kennen lernen, bemerke aber auch wann es mir zu viel wird und Teile mit meine Zeit gut ein. Mache immer nur kurze Übungseinheiten mit mir)

Junghunde

  • Erkennbarer, schützender und regulierter sozialer Rahmen, Regeln und Grenzen (Ich weiß was ich darf und was nicht, dies bestimme ich nicht selbst sondern Herrli/Frauli; kontrollierte positive Begegnungen für den Hund, damit er eine möglichst gute Kommunikationsfähigkeit entwickelt)
  • Einbindung in Gruppen und Kennenlernen von Gruppenstrukturen (Junghundgruppen, Kommunikation auch mit gut sozialisierten Althunden)
  • Erlernen von Fähigkeiten für den Umgang in der Umwelt (Was muss ich im Alltag können? Was muss ich für deinen Alltag können? Festigen dieser Anforderungen, Integration in den Alltag)
  • Erfolgserkennen und Anerkennung für positive Leistungen (Nicht nur lernen, was ich nicht darf, sondern auch das bestätigen, was ich gut mache!)
  • Frustrationstoleranz üben und gemeinsame Krisenbewältigung (Ich kriege nicht immer sofort was ich will und muss dies akzeptieren lernen und wenn wir ein Problem haben werde ich nicht sinnlos angeschrien, sondern wir beide arbeiten daran und bringen uns aus der Krise raus)

Pubertierender Junghund

  • stabile, nachvollziehbare Regeln (Ich darf bestimmte Sachen nicht, habe aber gelernt dies zu akzeptieren und halte mich daran. Diese Regeln kommen nicht über Nacht, sondern ich kenne sie von Anfang an, sie wurden mit mir geübt und bestehen schon länger)
  • Respekt (Du hast mir gegenüber Respekt und ich respektiere dich)
  • Verlässliche Bezugsperson (Ich werde nicht andauernd von a nach b verschoben und weiß zu wem ich gehöre)
  • Modelle um mit Aggression, Frustration oder Krisen umzugehen (Du zeigst mir, dass ich mich auf dich verlassen kann, zeigst mir alternativen für Frust und Aggression und stehst das mit mir durch)
  • realisierbare Autonomie (In kleinen Teilen darf ich auch mal für mich entscheiden. Jedoch muss dies immer mit unseren Regeln konform gehen. Ich darf mich also innerhalb eines Regelkostümes bewegen)
  • Geschlechtlichkeit (Ich werde lernen, dass ich ein Männchen/Weibchen bin. Damit müssen wir beide umgehen lernen. Die erste Läufigkeit steht an und als Rüde werde ich nun Nachts ab und an meiner Liebsten nachjammern)
  • Findung von Interessen und Hobbys (Ich bin gerade anstrengend, ein Sprin-in-den Wind, aber wir beide finden ein Hobby für uns, dass uns auslastet)
  • Anerkennung (Du sagst mir weiterhin wenn ich etwas gut mache, ich freue mich darüber)

Erwachsene Hunde/Althunde

  • Bedürfnisse eines älter werdenden Hundes erkennen und differenzieren (Wenn meine Schnauze grau wird heißt das nicht, dass ich keine Bedürfnisse mehr habe. Beschäftige mich altersgerecht und denke immer daran auch ich kann Demenz bekommen oder inkontinent werden)

Habe versucht alles möglichst gut einzuarbeiten :) Falls irgendwem ein besseres Wort für "Geschlechtlichkeit" einfällt bitte her damit. Mir kommt grad kein Gutes.

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