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Kastration Hündin

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Hallo zusammen,

ich bin zur Zeit dabei alle Argumente für und gegen eine Kastration bei einer Hündin zu sammeln, im positiven Fall die möglichst optimale Form des Eingriffs zu wählen und um mir so möglichst objektiv eine abschließende Meinung zu bilden.

Vielleicht in Kürze zu unserer Situation:

Abby (Labrador-Retriever-Mix) ist mit ihren 1 3/4 Jahren nun zum zweiten Mal läufig. Bei der ersten Läufigkeit hatte sie keinerlei Probleme mit Scheinschwangerschaft. Wenig unkastrierte Rüden, die uns während der Läufigkeit das Leben zur Hölle gemacht hätten. Sie ist sehr temperamentvoll, nach einer ersten Phase der Dominanz manchmal sehr unterwürfig gewesen und inzwischen dabei wirklich erwachsen zu werden. Eine Kastration vorher war für mich vollkommen ausgeschlossen. Sie riecht das ganze Jahr über sehr gut für Rüden, sodass sie sich häufig ggü. Rüden wehren muss und dieses inzwischen auch recht gut tut.

Argumente pro Kastration:

Deutliche Verringerung der Mamatumoren (für mich der Hauptgrund pro Kastration, alles andere lässt sich in unserem Fall nach heutiger Sachlage gut händeln). Muss erfolgen vor der dritten Läufigkeit, um das Risko deutlich zu senken.

keine Gebärmutterentzündung mehr mgl

Argumente kontra Kastration:

Inkontinenz insbesondere bei großen Rassen mit Bindegewebsschwäche, zu denen auch Labradore gehören)

Risko eines Eingriffs an sich (würde die Gelegenheit allerdings dann nutzen und zeitgleich meinen Hund aufHD/ED röntgen lassen - also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen)

Arten der Kastration:

herkömmliche Methode inkl. Gebärmutterentfernung

herkömmliche Methode ohne Gebärmutterentfernung - ich habe gehört, dass dies das Risko der Inkontinenz senkt - stimmt das? auf der anderen Seite bliebe dann das Risko der Gebärmutterentzündung - hat jemand hierzu Informationen, Zahlen, Daten Fakten?

Kastration mittels Endoskopie - kein klassischer Bauchschnitt und somit nicht so große Belastung für den Hund.

Danke für Eure sachlichen Argumente!

Viele Grüße

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Hier eine Studie auf Englisch dazu:

http://www.naiaonline.org/pdfs/LongTermHealthEffectsOfSpayNeuterInDogs.pdf

Die Vor- und Nachteile bei Hündinnen zusammengefasst (übersetzt aus der Studie von bayard aus dem Dogforum):

Vorteile der Kastration:

- wenn vor einem Alter von 2.5 Jahren durchgeführt, ist das Risiko für Gesäugekrebs, dem häufigsten Krebs bei Hündinnen, in hohem Maße reduziert

- das Risiko für Pyometra ist fast gleich Null. An Pyometra erkranken 23% aller nichtkastrierten Hündinnen, über 1% davon sterben.

- sie reduziert das Risiko von Perianalfisteln

- sie beseitigt das sehr geringe Risiko (<0,5%) für Gebärmutter-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs

Nachteile der Kastration:

- wenn vor einem alter von 1 Jahr durchgeführt, steigt das Risiko für Osteosarkom (Knochenkrebs) erheblich an; dies ist ein häufiger Krebs bei mittelgroßen bis großen Rassen mit schlechter Prognose.

- sie erhöht das Risiko für Hämangiosarkom (Blutgefäßkrebs) in der Milz um das 2,2-fache und im Herz um das über 5-fache; dies ist ein häufiger Krebs und Haupttodesursache bei einigen Rassen

- verdreifacht das Risiko für Schilddrüsenunterfunktion

- erhöht das Risiko für Fettleibigkeit um das 1,6-2 -fache, ein häufiges Gesundheitsproblem bei Hunden, mit vielen damit zusammenhängenden anderen Gesundheitsproblemen (z.B. HD, aus einer anderen Studie)

- sie verursacht Inkontinenz bei 4-20% der Hündinnen

- sie erhöht das Risiko für ständige oder chronische Harnwegsinfekte um das 3-4 - fache

- sie erhöht das Risiko für eine nach innen Wölbung der Vulva, vaginaler Dermatitis und Vaginitis, besonders für Hündinnen, die vor der Pubertät kastriert werden

- sie verdoppelt das geringe Risiko (< 1%) für Blasenkrebs

- sie erhöht das Risiko für orthopädische Erkrankungen

- sie erhöht das Risiko für Impfnebenwirkungen (um 30%)

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Ist es nicht auch in Deutschland so, dass Kastration quasi "Verstümmelung" ist und daher nur unter dringender medizinis

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Hallo,

hier noch ein Video, sehr aufschlußreich, wie ich finde :)

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Upps und hoppala, da ist was schief und verloren gegangen, tut leid! :???:)

liebe Grüße

Gini & Rodin

In Österreich ist Kastrieren, Verstümmelung verboten, wenn es nur der "Bequemlichkeit" dient. Eine nur "vorausschauende" Kastration aufgrund einer Befürchtung wäre demnach in meinen Augen absolut nicht gerechtfertigt, abgesehen davon, dass gerade bei kastrierten Hunden dann wesentlich mehr aus dem Lot gerät, als nur die Reduzierung von bestimmten Hormonen. Und die wenigsten Halter schaffen es, kastrierte Hunde schlankl und agil zu erhalten. Warum willst Du Deiner Hündin das antun, dass sie danach vielleicht diese Lustigkeit, Agilität und ihr körperliches Wohlbefinden verliert?

Es gibt viele kastrierte Hunde, die trotzdem an Krebs erkranken und früh daran sterben, und es gibt im Gegenzug viele Zuchttiere, die ohne irgendwelche Erkrankungen steinalt werden und wurden. Aus dieser Sicht wäre eine Kastration für mich schon ad adsurdum geführt.

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Und die wenigsten Halter schaffen es, kastrierte Hunde schlankl und agil zu erhalten. Warum willst Du Deiner Hündin das antun, dass sie danach vielleicht diese Lustigkeit, Agilität und ihr körperliches Wohlbefinden verliert?

Naja, man kann es auch übertreiben. Ich denke das Übergewicht liegt nicht an der Kastration, sondern an den Besitzern, die einfach zuviel füttern. Es gibt genauso nicht-kastrierte Hunde die richtiggehend fett sind. Auch gibt es kastrierte Hunde, die trotzdem agil und "lustig" sind. Siehe die Hündin meiner Schwester, die wir bereits kastriert bekommen haben. Auch meine Hündin ist kastriert, nicht übergewichtig, verspielt und fühlt sich, soweit man das überhaupt als Mensch beurteilen kann, "wohl".

Kastration ist ja bekanntlich ein umstrittenes Thema und ich persönlich weiß auch nicht, ob mein nächster Hund kastriert ist. Aber ich habe einfach etwas gegen diese Pauschalisierungen, deswegen mein Post.

Es gibt viele kastrierte Hunde, die trotzdem an Krebs erkranken und früh daran sterben, und es gibt im Gegenzug viele Zuchttiere, die ohne irgendwelche Erkrankungen steinalt werden und wurden.

Da hast du mit Sicherheit recht. Es gibt aber auch trotzdem viele kastrierte Hund, die nicht an Krebs erkranken und nicht daran sterben..... Genauso gibt es trotzdem "Zuchttiere", die an Krebs erkranken und daran sterben....


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66559&goto=1397776

Kastration ist ja bekanntlich ein umstrittenes Thema und ich persönlich weiß auch nicht, ob mein nächster Hund kastriert werden wird. Aber ich habe einfach etwas gegen diese Pauschalisierungen, deswegen mein Post.

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zunächst einmal vielen Dank für die Antworten. Zu der Frage, warum ich kastrieren möchte, wie dargestellt ich bin dabei zur Zeit das Für und Wider abzuwägen. Also ist die Entscheidung definitiv noch nicht gefällt. Ich sammle vielmehr alle Argument Pro unc contra um dann eine fundierte Entscheidung zu fällen. ch will sie auf keinen Fall aus Bequemlichkeit durchführen auch das solltet Ihr entnommen haben. Dinge wie Fettleibigkeit ist sicherlich richtig, dass Hündinnen dann dazu neigen, aber da bin ich als Halter ja dabei und müsste mit der Ernährung entgegen steuern.

Zum Thema Agilität: ein wenig weniger Agilität bei meiner extrem temperamentvollen Maus wäre vielleicht gar nicht so unangenehm ;) - ist aber für die Entscheidung überhaupt nicht relevant für mich (auch nach fünf Stunden abwechslungsreichen Aktivprogramm am Samstag - der Tag gehört meinem Hund voll und ganz mit Spielstunde, Erziehungstunde, Spaziergang läuft sie immer noch die meisten Hunde über den Haufen...)

es geht für mich einzig und allein um die Abwägung der gesundheitlichen Risiken insofern war Dein Beitrag FunnyEgi genau das, was ich mir erhofft habe. Quantitaive Argumente.

Weiß jemand, ob die einzelnen Arten der Kastration bestimmte Krankheitsrisiken mindern?

Danke!

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Ich findes gut, dass du dich hier wirklich genau informieren möchtest, bevor du eine Entscheidung triffst. Oft sind nämlich die Tierärzte nicht ganz uneigennützig mit ihren Kastrationsempfehlungen.

Ich hab meine Hündin im Alter von 6 Monaten mitten in der ersten Läufigkeit bekommen. Mein erster Besuch führte mich dann erst mal zum Tierarzt und der riet mir, den Hund nach der Läufigkeit zu kastrieren. Als einziges FÜR nannte er nur die Vermeidung von Gebärmutterkrebs. Ein DAGEGEN (also Fellveränderung, Inkontinenz, Gewichtsprobleme, OP-Risiko) nannte er gar nicht.

Ich bin froh, dass ich zum damaligen Zeitpunkt gar nicht das Geld für eine Kastration hatte, sonst hätte ich echt meine gesunden Hund unters Messer gelegt.

Inzwischen habe ich meine Entscheidung gegen die Kastration getroffen. Die paar Tage im Jahr kann ich uns die Rüden schon vom Hals halten und mit der Scheinschwangerschaft hat Pebbels auch keine Probleme.

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also meines Wissens muss man Hündinen schon frühkastrieren um das Risiko für Mamatumoren erheblich zu senken. Meine Kleine wurde vor zwei Wochen kastriert, ich hab es vor dem Eingriff bereut und bereue es immer noch. Aber wir hatten keine Wahl - Hämometra. Sie war kurz nach der zweiten Läufigkeit und bis jetzt hab ich von allen Tierarzt gehört, mit denen ich seit dem gesprochen hab, dass es keine Auswirkungen mehr haben wird auf die Anfälligkeit von Mamatumoren. Wir warten nun ab wie sich die fehlenden Hormone bei ihr auswirken, Problem, wenn sie wirklich fehlen, dann kann man nicht optimal entgegen wirken, also künstliche Hormone schaden meist mehr als sie gutes tun. Für uns war die Zeit nach der OP übel, sie tat mir wahnsinnig leid, sie war nur noch ein Häufchen Elend und wenn ich eine Wahl gehabt hätte, ich hätte es ihr nicht angetan. Aber es war auch eine Not-OP und da verläuft alles etwas anderes, als wenn man einen kerngesunden Hund zum optimalen Zeitpunkt unter optimalen Bedingen kastrieren lässt..

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Meinen Recherchen zufolge ist es richtig, dass die Riskoneigung für Mamatumoren ab der dritten Läufigkeit nicht mehr beeinflusst wird und die größte Risikominderung besteht, wenn vor der ersten Läufigkeit kastriert wird. Dieses kam für mich aber definitiv nicht in Frage, da es mir wichtig ist, dass der Hund zumindest halbwegs erwachsen ist. Meine Überlegungen aktuell sind also deshalb besonders akut, weil Abby eben gerade das zweite Mal läufig ist (mit ihren 1 3/4 Jahren relativ spät). Eine Kastration käme für mich also wenn nur in den nächsten Monaten in Frage.

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