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polar-chat.de  Der Hund
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Jagdverliebter Hund und was wird nun mit dem verliebt-genervten Hundehalter?

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In einem anderen Forum habe ich eine -zitierte- sehr interessante Beschreibung über das Jagd-Erlebnis-Gefühl des Hundes - von Nadin Matthews - gelesen.

Auf den letzten "Essenz-Absatz" möchte ich gerne eingehend an Gedanken-Austausch dazu beitragen:

Aus Nadin Matthews "Jagd-Verliebt GEFÜHL-Beschreibung" zittert:

Zitat:

....................Das ist der Grund dafür, dass die meisten Erziehungs- und Unterbrechungsmethoden bei

einem jagenden Hund nicht dazu führen, dass er nicht mehr jagen will. Sie können niemanden

ausreden, verliebt zu sein. Denn es ist keine vom Verstand zu steuernde Entscheidung, die da

gefallen ist. Wir kriegen das Jagdverhalten nicht aus einem Hund heraus, schließlich haben

wir es auch nicht hineingetan. Was bleibt, klingt nüchtern: Jagdverhalten lässt sich allenfalls

kontrollieren, aber der Wunsch danach nicht abstellen. Realistisch ist der Anspruch auf

Kontrolle über das Jagdverhalten, also ein lebenslanger Reibungsprozess mit dem Hund. Es

wird ein Kampf gegen seine Genetik und gegen die Hormone bleiben. Und gerade die werden

es Ihnen nicht leicht machen, mit einem Ruf noch in den Kopf Ihres Hundes zu kommen.

Dazu gehört einiges an Vorarbeit, das Trainieren in realistischen Situationen und ein gutes

Timing. Deshalb ein letzter Tipp: Wenn Sie gerade selbst verliebt sind, lassen Sie Ihren

jagenden Hund besser an der Leine. Es sei denn, Sie haben es auf den Förster abgesehen.

Der Beitrag ist ein weiterer Versuch einer Experten-Schilderung über das Innere-Erlebnis-Empfinden eines jagenden Hundes.

"Sowas ist immer löblich", wenn man sich über Verhalten-Gründe des Hundes ernsthafte Gedanken macht.

Hier, habe ich den Eindruck, erzeugen die Gefühl-Beschreibungs-Zeilen/Beiträge "eher ganz großen Frust" beim HH mit einem noch gerne selbstständig zur Jagd schreitenden Hund.

Möchte der evtl. dadurch aufkommenden Ansicht deutlich widersprechen das man "Solches" nun schicksalhaft und als ständiger begleitender Reibungspunkt im Zusammenleben mit dem jagd-ambitionierten Hund annehmen und sich damit besser hundelebenslang anfreuden sollte.

DER HUND beginnt immer sofort seine angeborenen Verhaltensweisen auszuleben und zeigt dann auch Jagd-Aktivitäten weil wir Ihn dazu "auch passiv anstiften" wenn wir es nicht raffen, dass der Hund/jeder Hund in unsere Lebens-Struktur sofort eingegliedert werden und dort sehr aktiv Gehalten werden muss!

WIR HH müssen den Hund stets lenken und leiten, und "Wenn wir ein Loch lassen, wird der Hund durch unseren Verhalten-Begrenzungs-Zaun mal eben durchschlüpfen"!

Hunde mit vollem Magen zeigen eher weniger Jagd-Eifer, und manche Hunde wollen Ihr haltungsbedingtes Bewegungsdefizit mal eben ausgleichen, und wenn Sie dann auf den auf Sie wirkenden Augenblick-Reiz reagieren, folgen SIE nur Ihrem angeborenen Instinkt-Verhalten.

Ein Hund der im "Kleinen Lebensraum=Wohnbereich" keine absolut nötige Verhaltens-Führung/Begrenzung erfährt, wird sich im "GROßEN-Lebensraum"

einfach nach seinem erlernten/konditionierten Verhalten und nach seinen ererbten Verhaltensmustern gleichmal Verhalten müssen!

SOOOLAANGE wir "noch bei unseren Hunden wohnen" wird der Hund "auch die AUßEN-AKTIVITÄTEN selber sehr aktiv bestimmen", weil WIR noch un-strukturiert Denken und Handeln im täglichen Umgang mit unserem 4-Beiner, unserem an einigen Stellen SOOO nervenden und Probleme bereitenden Hausfreund ?

Für den Hund ist unser Stress-Verhalten ein Problem, weil wir Ihm nur Alles verbieten und Ihn auch noch sanktionieren/bestrafen für sein artgerechtes Verhalten!

"ZEIGEN+SAGEN" wir -sehr aktiv- dem Hund im täglichen Zusammenleben welches WWW-Verhalten wir von Ihm wünschen, wird der Hund beginnen dieses bevorzugt mit uns zu Leben.

"Jagen-Gehen" steht da nicht auf der WWW-Verhalten-LISTE.

Erst wenn der Hund erkennen und verknüpfen kann welches Augenblick-Verhalten wir JETZT und SOFORT von Ihm wünschen, kann er unserem Wunsche nachkommen.

Er bleibt dann bei UNS, weil er die WÜNSCHE des HH zuerst und bevorzugt erfüllt.

Sollte dann noch die Zeit vorhanden sein eigene Verhaltens-Wünsche (Jagen-Gehen)ausleben zu können, werden die auf den Hund treffenden Verhalten-Reize Ihn "zum Jagen-Gehen" gleichmal animierend bringen.

Auch ein für das Jagen gezüchteter Rasse-Hund darf es sich im praktischen Jäger/Jagd-Hundeleben nicht erlauben die Entscheidung zu Treffen "wann ER den Jagen will!".

Das Jagd-Problem-Verhalten ist immer dann auch verstärkt vorhanden, wenn das Zusammen-Spiel/der Grundgehorsam nicht klar ausgebildet wird.

LENKEN und LEITEN ist die hoheitliche Aufgabe des HH, und wenn dieser seiner Verantwortung nicht umfassend nachkommt, sollte er die Sanktionen/Bestrafungen einstecken müssen, und nicht der Hund.... ;

weil der versucht ja ständig mit seinem un-struktuierten HH für Ihn stressarmer durch den Tag zu kommen, ....... .

Kurz gesagt: Ein Blick in den Spiegel zeigt uns den noch "Jagd-Problem-Verursacher".

.

__________________

Meint,

FREUDIG # LEISE # KONSEQUENT

LG :winken:

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Bei Fragen von Hundehaltern in Bezug auf das ungeliebte Jagdverhalten ihres Hundes, vergleiche ich gerne mit einem Videospiel.

Der Hund räumt nur demjenigen das Recht ein, zu bestimmen, ob er jagen gehen darf oder nicht, der auch sonst im Leben souverän führt, gute Entscheidungen trifft und vorausschauend fürs Team handelt.

Da viele noch nicht mal einen leinenführigen Hund haben, geschweige denn einen Hund, der sich vom Spielen mit Artgenossen abrufen lässt, oder ein Minimum an Respekt gegenüber dem Hundehalter zeigt, sind sie von dem Level des "Vom Jagen abrufen dürfens" noch Lichtjahre entfernt.

Diesen Level zu erreichen erfordert bei den meisten Menschen jedoch ein hohes Maß an Selbstreflektion und ein Verlassen der eigenen Komfortzonen... deshalb jagen so viele Hunde ;) .

LG Anja

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Hihi HV,

Du kommst immer mit Klamotten.

Wenn Nadine das schreibt:

"Denn es ist keine vom Verstand zu steuernde Entscheidung, die da

gefallen ist. Wir kriegen das Jagdverhalten nicht aus einem Hund heraus, schließlich haben

wir es auch nicht hineingetan".

Dann irrt sie sich aber gewaltig. Jeder Hund auch Wölfe müssen jagen lernen. Also wird schon etwas in ihre Köpfe reingetan nur mal um ihren Wortschatz zu verwenden.

Sicher bringen unsere Hunde ein gewisse Motivation dazu mit aber es liegt doch an jedem Hundehalter selber diese zu fördern oder verkümmern zu lassen.

Warum kenne ich freilaufende Huskys die nicht jagen?

Warum kenne ich freilaufende Beagle die nicht jagen?

Selbst Tschecheslowakische Wolfshunde kenne ich die nicht jagen.

Dahinter steckt immer eine Menge Arbeit. Und ich muss zugeben das diese Hunde alle von kleinauf bei ihren Haltern waren. Also keine Hunde aus zweiter Hand sind.

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Hallo Heiko,

Ich bin aber, als seit 35 Jahren Jagdhunde führender Nichtjäger mit viel Wissen-wollen, auch der Meinung, dass der MENSCH nicht den Jagdtrieb in den Wolf, bzw in den Hund "hineingetan

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Sorry, hat mich wieder mal mittendrunter abgewürgt, dieses werkel.

Ich wollt eigentlich nur schreiben, dass nicht der Mensch am Jagdinstinkt, einem Urinstinkt des HUndes "schuld" ist, sondern ... des Hundes wilde Vorfahren, die man nie aus den Augen verlieren sollte ....;0)

liebe Grüße

Gini und Rodin

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@Rodin

Das ist so ja auch nicht ganz korrekt. Natürlich bringt der Wolf als "Urhund" die Jagddisposition mit aber der Mensch hat ganz bewußt in der Zucht gewisser Rasse, diese zu dem Zeitpunkt gewünschten Verhaltensmerkmale, herausgezüchtet, intensiviert.

Heute ist der Jagdinstinkt selten gewünscht, wird eher als Problem verstanden und es wird fleißig gegengezüchtet.

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Hallo,

ich bin auch Besitzer von Jagdhunden.

Die Rassen wurden gezielt für bestimmte Zwecke gezüchtet und deren speziellen Eigenschaften gezielt ausgesucht und wieder gefördert.Unsere heutigen Hunde mit einem Wolf zu vergleichen - das sollte doch Vergangenheit sein. Sie haben nur noch äußerst wenig- außer, dass er mal der Stammvater war

Wenn ich mit dem "Jagdverhalten eines Hundes" nicht umgehen kann, sorry, dann hat der genervte Hundebesitzer einfach die falsche Rasseauswahl getroffen und wäre mit einem Schoßhündchen besser beraten gewesen.

Dem Hund Jagdverhalten austreiben - aussichtslos; jedoch lässt sich das Jagdverhalten kontrollieren - durch Erziehung und durch die Beobachtung des Hundes. Kein Jagdhund stürmt einfach so los. Davor sitzt der Geruchssinn (schnüffeln, Fährte erkennen) und die Ortung.

Wenn ich meinen Hund "lesen" kann, dann kann ich ihn vom "jagen", unter Berücksichtigung eines guten Gehorsames, abhalten. Hatte er schon Jagderlebnisse, wird es schwieriger oder schier unmöglich.

Gruß Christa

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Och Christa, das ist doch aber alles fuuuuurchtbar aaaaanstrengend. Menno... wie kannst Du nur so unsensibel sein.

Der reine Entspannungshundehalter hat da keinen Bock drauf und wünscht sich ein Knöpfchen...

LG Anja, die hofft, dass die Ironie richtig verstanden wurde ;)

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Ich würde dabei - Deine Argumentation ist grundsätzlich richtig und nicht zu ignorieren! :) - aber nicht vergessen, dass der Mensch zwar spezielle Jagdhunde durch gezielte "Selektion" geschaffen hat, dass aber auch heute noch Hunde, die mit Jagd im Prinzip absolut nix zu tun haben, durchaus eigene Jagdinstinkte und "Sequenzen" zeigen, so auch HÜtehunde, Hofwächter wie Spitze und Pinscher, gleichfalls "Gesellschafts"-Hunde. Also müsste man meinen, dass dieser Urinstinkt im Prizip in ALLEN heutigen Rassen und "Mischlingen" drinnen ist, mit mehr oder weniger starker Ausprägung. Unterstützt der Mensch dieses bewußt, oder auch unbewußt und eigentlich ungewollt, durch "jagdorientierte" Spiele, weckt er bei manchen oder vielen Hundekindern etwas, was ohnehin - MEINER Meinung nach - in jedem Hund schlummert. Denn die Jagd an und für sich hat nicht der Mensch "erfunden" für den Hund, die gabs schon vorher beim Wolf. Der Mensch hat sich das nur zunutze gemacht.

liebe Grüße aus dem klirrend kalten Wien

Gini und Rodin

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Dann irrt sie sich aber gewaltig. Jeder Hund auch Wölfe müssen jagen lernen. Also wird schon etwas in ihre Köpfe reingetan nur mal um ihren Wortschatz zu verwenden.

Sicher bringen unsere Hunde ein gewisse Motivation dazu mit aber es liegt doch an jedem Hundehalter selber diese zu fördern oder verkümmern zu lassen..
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66654&goto=1399577

Die Technick ja, die wird erlernt/geübt. Die Veranlagung dazu ist aber schon da. Dann spielt noch so ein klein wenig Zucht eine Rolle. Es ist ungleich schwer einen seit Generationen auf jagen spezialisierten Hund daran zu hindern, als einen der dazu noch nie gezüchtet wurde.

Und in letzem Punkt irrst du. Spezialisten ihres Fachs muß man nicht fördern. Da verkümmert auch nix, wenn man sie nicht fördert. Sonst könnten wir uns Zucht ja sparen, wenn das alles nur durch fördern oder eben nicht zu regeln wäre. ;)

Gruß Iris

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