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Hundeforum Der Hund
mialour

Deutscher Schäferhund aus Leistungszucht und "normale Hundehalter"

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Huhu ihr Lieben.

Mich beschäftigt schon seit längerem ein Team aus unserer Hundeschule.

Wir machen dort ja den Vorbereitungskurs auf die BH und in unserer Gruppe ist auch ein Pärchen mit einer reinrassigen DSH Hündin aus einer Leistungszucht.

Schätze mal der Hund ist so ca. 10 Monate alt.

Man erkennt in allem was sie tun, dass sie absolut überfordert sind.

Der Hund ist zugegeben auch eine Granate.

Sie ist nonstop am Bellen- einfach "sinnloses Rumgebelle", es bezieht sich auf nichts und niemanden. Sie hängt permanent in der Leine und stranguliert sich fast.

Auch wenn gerade nichts passiert- dieser Hund ist auf 180.

In der letzten Stunde haben nebenan auf der Wiese Kinder Fussball gespielt und das brachte das Fass zum überlaufen.

Die Hündin hat sich überhaupt nicht mehr beruhigt- ihr Puls wäre wahrscheinlich gar nicht mehr messbar gewesen.

Die Augen weit aufgerissen, gehechelt und gebellt gleichzeitig- dabei noch fast selbst erwürgt.

Ansprechbarkeit- gleich null.

Auch unsere Trainerin konnte den Hund nicht "abstellen"- sie wurde dann gebeten den Platz zu verlassen weil ein Weiterarbeiten nicht möglich war.

Nachdem die Trainerin mit ihr kurz gesprochen hatte, kam sie wieder zu uns und sagte, dass sie sie an eine andere Hundeschule weitervermittelt hätte, weil sie auch keinen Weg mehr wüsste.

Zudem würde sie sich ihr Leben lang Vorwürfe machen, wenn etwas passiert und sie nichts gemacht hat (die HH konnte den Hund manchmal nicht mehr halten).

Anschließend kam natürlich gleich die Frage auf, warum sich "Normalo-HH" einen solchen Hund anschaffen (sie machen auch keinen Sport).

Vermutlich wird der Hund abgegeben werden und vllt. sogar im TH landen, weil keiner so einen 'durchgeknallten' DSH haben will.

Mich macht diese Geschichte irgendwie sehr traurig und der Hund tut mir wahnsinnig leid.

Aber wir wollen das ja so.

Wir wollen solch triebige Hunde.

Es gibt Menschen, die sie züchten (und falsch vermitteln) und es gibt Menschen, die sie naiverweise kaufen.

Das Ende vom Lied ist dann das TH und ein völlig gestörter Hund.

Warum brauchen und wollen wir solche Hunde?

Ist ein so hoch triebiger Hund überhaupt in "Normalo-Hundehalterhänden" zu führen?

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(bearbeitet)

Die Frage ist, was ist ein "normaler" Hundehalter? Jemand, der einmal am Tag einen schönen Spaziergang machen will, ist für solche Hunde definitiv der falsche Halter. Allerdings frage ich mich auch, warum ein Züchter, der seine Linie kennt und weiß, was den Halter erwartet, so einen Hund an einen derartigen HH verkauft. Die Schuld liegt da nicht nur beim Halter, obwohl der sich natürlich auch zu informieren hat, wo er denn da einen Hund kauft und was er da eigentlich kauft.

Gibt es keine Möglichkeit, den Hund über einen SV oder NotOrga in die richtigen Hände zu vermitteln? Eigentlich hätte der Züchter auch das Vorkaufsrecht oder kann zumindest bei der Vermittlung helfen (so kenne ich das zumindest aus vielen Vereinen).

Ob man solche Hunde "braucht", kann glaube ich niemand beantworten. Es gibt Menschen, die solche Hunde mögen und ihnen gerecht werden.

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Sicher.

Die "Schuld" liegt auch beim Züchter. Aber wir wissen ja, dass da oft so maches falsch läuft mit Zucht und Vermittlung usw.

Mit "Normalo-HH" meine ich eigentlich HH, die so sind wie ich :D

Ich betreibe z.B. keinen Hundesport, laste die Hunde aber charakter,-und rassebezogen aus.

D.h. eine gesunde Mischung aus Bewegung und Kopfarbeit- mein Rüde ist froh, wenn er mal pennen kann und die DSH-Pflegemaus wird hauptsächlich durch Nasenarbeit totgemacht.

Ich bin aber eben einfach kein Vereinsmeier und würde auch nicht auf die Idee kommen, mich und meinen Hund bei sowas anzumelden oder auch ehrgeizig Sport zu betreiben.

Ich denke, wir sind auch so alle ganz zufrieden. :)

Bei der beschriebene Hündin scheint das aber nicht der Fall zu sein.

Ich denke schon, dass ihre Besitzer sich generell mit Hunden sehr viel Mühe geben und es ihnen nicht leicht fällt, sie evt. abzugeben, aber man muss auch ganz klar sagen, dass beide nicht zueinander passen und sie nicht in der Lage sind DIESEN Hund zu führen. Das heißt nicht, dass sie gänzlich ungeeignet sind- für diesen Hund aber schon- wie sehr viele andere HH wahrscheinlich auch.

Ich frage mich auch, ob "solche Hunde" überhaupt jemals richtig 'runterzufahren' sind.

Und ob es jetzt ein besseres Leben für sie wäre, wenn sie 30min auf einem Platz gearbeitet wird und dann den Rest des Tages im Anhänger sitzt..... hm.

Die Frage ist auch: Inwiefern geht es einem solchen Hund- mit einem solchen Puls- noch wirklich richtig gut?

Auf mich wirkte sie, als wäre sie gefangen in ihrem "gezüchteten" Körper.

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Das Problem der Arbeitslinien ist auch beim Dackel bekannt. Und leider, werden auch hier Welpen aus jagdlichen Hochleistungszuchten an Nichtjäger oder "bequeme" Hundehalter abgeben. Die Folge: die Hundehalter sind auch hier überlastet und kommen mit den geforderten Kopfarbeiten des Hundes nicht klar.

Vielleicht kann sich der Dackel mit seinem "Halter" arrangieren und wenn nicht, dann wird das ganze abgetan mit den Worten "ist halt ein Dackel".

Aber - es geht den Menschen nicht in die Köpfe rein und manche Züchter wollen auch einfach verkaufen.

Persönliche Anmerkung: Ich suche zurzeit für meinen 7Mon. alten Dackeljungrüden geeignete Hundebesitzer und was bekomme ich zu hören: "er sei ein Ladenhüter" und man will ihn für einen Klicker und einen Knopf erwerben. Dabei will ich nur die richtigen Besitzer!

Also verteufelt nicht alles! Wenn Hundekäufer sich was in den Kopf gesetzt haben, dann ist es sehr schwierig ihnen was Ausreden zu wollen. Versuch mal einem 18jährigen der gerade den Führerschein erworben hat, zu erklären, dass für ihn erst einmal ein Auto mit weniger PS sinnvoll wäre!

Gruß Christa

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Ja, ich kenne auch so einen Fall. Nicht so gut wie du, war nur kurz in unserer Hundeschule.

Was ich sehr gut finde ist, dass die Trainerin sie an eine andere Schule verwiesen hat. Hoffentlich an eine gute, die nicht mit bzzzzt arbeitet, oder Stachelhalsband.

Denn ich bin SICHER, dass die Beseitzer wenn sie umdenken, auch diesen Hund führen können. Und wenn sie die richtige Anleitung bekommen. Mein Hund war, wenn auch abgemildert, auch so extrem hochtourig. Ich habe viel mit ihm gemacht, bis ich merkte dass ich nicht mehr machen muss, sondern einfach weniger. Wenn er hochfuhr musste er runter.

Klar, sicherlich hat auch diese Familie den Hund versucht ruhig zu bekommen, und wie ich schon sagte, Lemmy war nicht so abgedreht.

Aber wenn die Leute das wirklich wollen, dann können sie das auch. Auch ohne VPG.

Nur, ob sie sich so umstellen wollen und können, wie der Hund es braucht, das ist natürlich eine andere Frage. Und da wäre es schön, wenn sie diese Frage ehrlich überlegen und im Falle von "Nein" dann den Hund abgeben.

Armer Hund. Und auch arme Familie. Ich hoffe, die kommen irgendwann miteinander klar.

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Ja Christa.

Du hast sicherlich recht, wenn du sagst, dass das alle Leistungslinien betrifft.

Bestimmt werden auch oftmals Jagdhunde in die falschen Hände vermittelt.

Bei den Hütehunden ist es ja oftmals auch nicht anders.

Ich habe nur den DSH als Beispiel genommen, weil es mir "live" vorliegt und mich auch so beschäftigt.

Ich bin in einem rassesezifischen Forum angemeldet und bekam eine E-Mail mit der Aufforderung, Leukämiekranken mit einem Bluttest zu helfen.

Als "Belohnung" fürs Mitmachen könne man einen Welpen gewinnen.

Ich musste die Mail mehrmals lesen.

Ich habe (gerade bei der LZ) oft das Gefühl, dass Hunde wie Ware behandelt werden.

Das zieht sich dann oftmals bei den neuen HH weiter durch, indem sie Leistungssport betreiben, der nicht selten absolut gesundheitsschädlich ist.

ICH persönlich kann mir diesen speziellen Hund nicht in privater Hand vorstellen und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Hündin "glücklich" ist.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie glücklich wäre, wenn sie den ganzen Tag gefordert werden würde. Das würde vllt. am Ende sogar noch mehr pushen.

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Ich kann es zwar nur an zwei Beispielen festmachen und somit über die Allgemeingültigkeit nichts sagen, aber ich nenne die beiden Fälle trotzdem:

Beide Hundehalter haben jeweils einen DSH aus Leistungszucht.

Sie versuchen sie so gut es geht auszulasten und auch runterzufahren - bei dem einen klappt es mehr, bei dem anderen weniger.

Beide Hundehalter sind eigentlich keine "Kandidaten" für Leistungsschäfer.

Aber beide hat die fragwürdige Anatomie der (meist ruhigeren und somit wesenstechnisch für die eigentlich besser geeignete) Hochleistungszucht zu den Leistungslinien getrieben.

Beide wollten die "tiefergelegten" Schäferhundzuchten nicht unterstützen, wollten "dem DSH" was Gutes und dachten sich, dass sie mit einem verhältnismäßig ruhigeren Vertreter aus einem Leistungs-Wurf auch gut zurecht kämen.

Dazu haben ihnen auch die jeweiligen Züchter geraten. Ob sie es wirklich so meinten oder ob sie "nur" die Welpen unterbringen wollten (hier gibt es sehr viele DSH-Züchter und ständig gibt es irgendwo Welpen), das vermag ich nicht beurteilen.

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@Lemmy... sie hat sie in gute Hände weitervermittelt. :)

Und das finde ich auch sehr gut so- ein kompetenter Trainer muss das machen.

Es war für mich schon schlimm zu sehen, dass keiner dieser Hündin (und ihren Menschen) helfen konnte.

Unsere Trainerin hat es wirklich versucht, aber es war nichts zu machen.

Sie hat sich nicht mal beruhigt, als wir weiterliefen und sie mit ihrer Halterin und der Trainerin in einem kleinen Häuschen stand, wo sie keinerlei Sicht nach Außen hatte.

Die Besitzerin hat schon eher einen barschen Ton am Leibe, der die Hündin aber noch mehr hochfährt. Der Mann hingegen ist sehr sehr zart und beide in allem inkonsequent.

Das ist natürlich eine sehr ungute Kombi.

Verträglich mit Artgenossen ist sie auch nicht richtig.

Es wird also mal wieder ein DSH irgendwo sitzen, der schlechte Chancen auf eine gute Vermittlung hat- traurig ist das.

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Leider kommt es wohl recht häufig vor, dass solche triebigen Hunde in die falschen Hände vermittelt werden, wenn die Kohle stimmt...

Aber ich kenne auch Labbis und Co, die genau so sind, wie du den DSH beschreibst. Meinst du, dass so ein Hund, der sportlich geführt werden würde, dann "glücklich" wäre und die Ruhe selbst? Ich kann diese Frage nicht beanworten...

Aber ich sitze im Glashaus und werfe mit Steinen, den MIR wurde auch ein triebiger Hund ohne Fragen zu stellen, einfach verkauft. ICH war genauso überfordert und hätte mich ohrfeigen können, dass ich so dumm war mir ohne Vorkenntnisse von Hunden oder rassespezifischer Eigenschaften, einen Border Collie ins Haus hole...

Es ist das große Problem der sog. "Züchter": Wem es nur ums Geld geht, der vermittelt schlecht und ich meine nicht nur die Vermehrer, das kommt auch oft beim VDH vor...

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ich würde den Hund nicht triebig nennen.

Trieb worauf?

Für mich klingt das nach einem Hund, der nicht ganz klar im Kopf ist.

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