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Ein Hundeleben ohne Grenzen

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.... das geht!

Mit der Lerntheorie.

Und hier ist es nachzulesen: http://hundeseminare.blogspot.com/2011/01/grenzen-setzen-blaschke-berthold.html .

In dem Bericht geht es um die Zusammenfassung eines Seminars von Ute Blaschke Berthold, die unter anderem Aussagen wie Grewes "Hunde brauchen Grenzen" anzweifelt und den Begriff des Freiraumes durch Grenzensetzung neu interpretiert, indem sie diesen ausschließlich als "Straffreiheit" versteht.

Desweiteren sieht sie so manches Problemverhalten (wie Aggressivität) in übermäßiger Einschränkung begründet.

Hundehalter würden zuviele statt zu wenig Grenzen setzen.

Ich würde gern diese Aussagen und auch den restlichen Text zur Diskussion stellen und freue mich auf eure Meinungen. :)

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Die Überschrift ist schon Irreführend!

Es gibt kein Hundeleben ohne Grenzen, so wie es kein Menschenleben ohne Grenzen geben kann.

Wir leben in einer Gesellschaft, wo ein Geben und Nehmen für "Grenzen" sorgt und wo die gesellschaftlichen und die staatlichen Regeln greifen.

Ein Leben ohne Grenzen - nein, das kann es nicht geben, das wäre total widersprüchlich.

Mensch und Tier müssen sich an gewisse Regeln halten, das gibt die Struktur des Miteinanders einfach vor!

"Wenn ich könnte, wie ich wollte, wäre mein Leben auch anders. Ich, muss mich aber den Gegebenheiten anpassen. sonst wäre ein menschliches Miteinander gar nicht möglich!

Ein Leben ohne Grenzen würde bedeuten, dass ich machen kann was ich will. Und das, ist in einem "Miteinander" in einer "Gemeinschaft" einfach nicht möglich. Hier müssen zwangsläufig Kompromisse gefunden werden und hier muss zwangsläufig Rücksicht genommen werden.

Hätte ich eine einsame Insel: "Ja, da könnte ich machen was ich wollte. Da wäre mein Leben frei von Regeln".

Gruß Christa

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Ich habe es jetzt nicht gelesen- werde es aber noch nachholen! Aber ich stoße mich schon lange an dem Begriff "Grenzen" im Kontext der Erziehung. Meiner Ansicht nach, ist die Begrifflichkeit nämlich falsch und beschönigend.

Eine Grenze ist im klassischen Wortschatz durchlässig. Sie markiert einen Raum, aber sie verhindert per Definiton eigentlich nicht den Übergang in einen anderen!

Die Grenzen, die in der Hundeerziehung gemeint sind, sind aber eigentlich nichts anderes als klare Verbote!

Ein Verbot wird in der Erziehung nur eingesetzt, wenn eine nicht Einhaltung Konsequenzen nach sich trägt. Das Sezten von Verboten ohne das Ahnden von Übertritten macht erzieherisch nämlich keinen Sinn.

Insofern sind die richtigen Worte "Verbote" und daraus folgen Strafen! Benutzt man diese Worte, klingt das Ganze aber viel weniger nett!

Ich behaupte nicht, dass Verbote und Strafen in der Erziehung unnötig sind! Aber sie sollten def. nur dann angewendet werden, wenn sie sinnig und unumgänglich sind. Das widerum erreicht man meiner Meinung nach eher, wenn man die Dinge beim Namen nennt und nicht beschönigt!

Lg Tina

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Sehe ich auch so @Christa. ;)

Aber es gibt eine ganze Reihe an HH, die jede kleine Grenze als Tierquälerei empfinden.

Es gibt ein Forum, wo die Mitlgieder hauptsächlich nach "positiven Methoden" arbeiten und möchte man diesem Forum beitreten, so MUSS man um Mitglied zu werden, eine Klausel abzeichnen, die "Gewaltfreiheit" :D heißt und in Klammern steht ("unter Gewalt verstehen wir auch extreme Einschränkungen")....

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Zuallererst ist mir aufgefallen, dass die gute Dame positive und negative Strafe verwechselt :zunge:

Aber zum Inhalt:

Eigentlich nichts Neues und gar nicht so weit von Grewe entfernt, wie die Schreiberin selbst meint. An ein paar Stellen missversteht die Autorin die von Grewe getroffen Sätze, wie hier:

Häufig wird von entsprechender Trainerseite geäußert: Grenzen schaffen Freiräume das ist so unpräzise ausgedrückt. Richtig ist: Grenzen schaffen Freiräume für den, der sie setzt. Sie schaffen sie auch für den, der sie gesetzt bekommt, ABER: Freiraum bezieht sich dann nur auf die Straffreiheit, die er erfährt, wenn er innerhalb der Grenzen bleibt. Es ist damit nicht unbedingt Freiraum in Beziehung auf die Bedürfnisbefriedigung erreicht. Diese ist aber enorm wichtig sie darf keinesfalls auf der Strecke bleiben.

Ich halte diese Aussage der Autorin für falsch! Wenn ich meinem Hund eine Grenze setze (z.b. keine Autos jagen), dann erweitert sich automatisch SEIN Freiraum (er kann ohne Leine laufen) und nicht meinen Freiraum. Die oben angemerkten Straffreiheit fällt weg UND der Hund kann sich freier bewegen (hat also mehr Freiraum). Viel einfacher für MICH wäre es ja, den Hund permanent anzuleinen.

Grenzen setzen so wie es viele Trainer verstehen ist hingegen allein eine andere Phrase für Verhaltenshemmung (=Bestrafung!).

Auch diesen Satz halte ich für falsch. "Grenzen setzen" KANN heißen, dass ich meinen Hund bestrafe (z.B. werfe ich die Leine). Meistens handelt es sich aber lediglich um körpersprachliche Zeichen, die weder mit Strafe noch mit Verhaltenshemmung zu tun haben. (Wird in Hunderudeln nicht anders praktiziert und niemand hält das für eine Strafe)

Wenn jemand allerdings ausschließlich über Bestrafung arbeitet, finde ich das auch nicht richtig.

Erziehung ist für mich mehr,als reine Konditionierung.

Setzt man Grenzen also falsch bzw. ungeschickt, kann es schnell passieren, dass sich die Verhaltensprobleme nicht bessern, sondern verstärken und man unversehens neue Baustellen hat.

Grenzen müssen also sehr geschickt gesetzt werden und es bedarf einer ausführlichen Analyse des aktuellen Standes der Hund-Mensch-Beziehung, bevor man überhaupt damit anfängt.

Gerade Einschränkungen der Bewegungsfreiheit werden oft als extrem frustrierend erfahren. Manches Problemverhalten (wie z.B. schnelle Aggressivität und häufiges Bellen) ist die Folge zu übermäßiger Einschränkung das macht das Zusammenleben also nicht einfacher, sondern schafft genau das Gegenteil. Gerade deshalb sollte der Hundehalter sich immer kritisch überprüfen: Sind die gesetzten Grenzen wirklich nötig?

Das sehe ich auch so! Wenn die Autorin darauf hinaus will, dass viele Menschen die Grenzen falsch setzen, dann gebe ich ihr Recht!

Deswegen sollte man auch hier den Stand der Dinge in der Mensch-Hund-Beziehung überprüfen: Wie ist das Verhältnis von Ja zu Nein?! Wie oft am Tag lobt man den Hund, bestätigt ihn; wie oft sagt man Nein oder verbietet etwas?

Das sehe ich auch so! Wenn das Zusammenleben mit dem Hund, nur noch darin besteht, dass man ihm 20x am Tag ein "Nein" entgegen schleudert, dann macht man in meinen Augen etwas falsch.

So wenig Grenzen wie möglich - so viele, wie nötig.

Stört das Verhalten manchmal, dann ist eine Verhaltensunterbrechung die beste Möglichkeit der Reaktion. Ute brachte das Beispiel von küssenden Hunden ;) beim Zubinden der Schuhe. In diesem Falle schickt sie die Hunde ins Platz. Grundsätzlich ist Küssen aber weiterhin erlaubt ;)

Und darum geht es. Solche kurzfristigen Grenzen dürfen niemals bedrohen, erschrecken, ängstigen oder gar schmerzen. Der Hund weiß dann nicht, woran er ist. Der Mensch wird in seiner Wahrnehmung unberechenbar.

- Ist das Verhalten prinzipiell störend, dann ist eine Verhaltenshemmung angezeigt. Diese muss aber nicht übermäßig sein, damit der Hund sie versteht. Gerade körpersprachlich kann hier viel kommuniziert werden (Distanzunterschreitung). Wichtig ist, dass man ein akustisches Signal gibt, das ankündigt, dass man gleich für den Hund unangehm reagieren wird, so dass er noch die Chance hat, entsprechend anders zu reagieren und ggf. das Verhalten selbst abzubrechen.

- Ist das Verhalten gefährlich für Hund oder Mensch, dann ist erst mal Management die beste Wahl sprich: Das gezeigte Verhalten sollte unmöglich gemacht werden (z.B. durch eine Leine).

Die klügste Art, Nein zu sagen, ist das Bilden von Gewohnheiten. Ute hat das Wort gemieden, aber: Rituale sind wichtig ;) Das setzt voraus, dass man vorausschauend denkt und in der entsprechenden Situation beharrlich reagiert. Beispiele hierfür sind das Warten an Türen oder das Betteln am Tisch wenn die Hunde hier immer wieder auf ihren Platz (oder was entsprechend der Situation erforderlich ist) geschickt werden, dann werden sie irgendwann das Verhalten von allein zeigen, sobald sie in die Situation kommen.

Auch in diesen Punkten gebe ich der Autorein Recht!

Fazit: Nichts, was wirklich neu ist, nur anders ausgdrückt.

Kritisch hinterfragte, nicht übertriebene und gut eingesetzte Grenzen fördern nicht nur Freiraum für das Tier, sondern bieten diesem auch Schutz und ermögichen es ihm, sich in unserer schnellen, lauten Welt besser zurechtzufinden.

Hier passt auch der Vergleich zu Menschenkindern: Kinder, denen keine Grenzen gesetzt werden, fühlen sich überfordert, ängstlich und sogar weniger geliebt.

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ich stelle fest, je älter ich werde, desto weniger kann und mag ich mit dem Streit um Begrifflichkeiten etwas anfangen. Ob nun Strafen oder Konsequenzen oder Rahmen oder Verbote oder Grenzen.

Fakt ist einfach: ohne Grenzen wird ein Hund in unserer Gesellschaft nicht geduldet. Hier sind sie enger, dort weiter. Aber einfach wahr.

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Die Überschrift ist schon Irreführend!

Es gibt kein Hundeleben ohne Grenzen, so wie es kein Menschenleben ohne Grenzen geben kann.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66898&goto=1404214

Die Überschrift ist sehr irreführend, da die Autorin ihren eigenen Hunden sehr wohl Grenzen setzt! Sie hinterfragt nur das "Wie" und "Warum" und regt dazu an, noch mal darüber nachzudenken. Diese ständige Maßregeln und "Nein"´sagen, also dieses ständige Management der Hunde, finde ich nämlich auch zum Gruseln!

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Ich habe den Link aus diesem besagten Forum und ich finde sehr interessant was dort unter "gewaltfreier Hundeerziehung" verstanden wird.

Gewalt fängt bei Bewegungseinschränkung an und hat bei HH nichts zu suchen, es wäre "keine faire" Haltung dem Hund gegenüber.

Belohnung steht allerdings ganz weit oben.

Ein TE hatte sein Problem geschildert- der Hund mag gewisse Menschen nicht und begegnet ihnen mit knurren etc.

Der Trainingsansatz, der geraten wurde: Kleidungsstücke der "Hassobjekte" werden mit Leckerchen "schöngeclickert".

Was sagt ihr dazu?

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Ein TE hatte sein Problem geschildert- der Hund mag gewisse Menschen nicht und begegnet ihnen mit knurren etc.

Der Trainingsansatz, der geraten wurde: Kleidungsstücke der "Hassobjekte" werden mit Leckerchen "schöngeclickert".

Was sagt ihr dazu?
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66898&goto=1404244

:D:D:D

Ehrlich: Da kann ich nur lachen! Diese Methoden, die nur auf diese positive Verstärkung (mit dem Clicker) aufbauen, finden alle irgendwann ihre Grenzen!

Und dann gehen diese Leute eben zu einem anderen Forum/Trainer...

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Sie WAREN vorher bei anderen Trainern und haben dann festgestellt, dass das zu gewalthaltig ist.

Beschrieben wurde ein "Antijagdtraining", bei dem der Hund jedes Mal angesprochen wurde, wenn er schnüffelte- reagierte er nicht, knallte die Leine vor seine Füße.

Das wurde sinngemäß fast als seelische Folter verteufelt.

Und weil sie das so schockiert hat, sind sie nun zur "gewaltfreien" Erziehung übergegangen. ;)

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