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(Riesen)Schnauzer besonders selbstbewusst?

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Ich habe in meinem Leben jetzt genau 2 Riesenschnauzer kennengelernt, die beide extrem souverän und selbstbewusst sind.

Der eine stolziert sehr stark und weist meinen schnell mal zurecht, Milo ist dann auch sofort ruhig, nach dem Motto "ohhhh ja du hast mich angeguckt. Ich geh schon. Du hast ja Recht"

Der andere stolziert genau so und trennt andere Hunde beim Spielen mit einem Wuff. Die Hunde sind dann wieder "ohh äh ja klar. wenn du das sagst... Ich bin doch gaaanz nett"

Kann man diese Eigenschaft verallgemeinern, oder war es Zufall, dass ich gerade solche Schnauzer kennengelernt habe?

Ich glaube beide würden niemals ohne Grund irgendeine Aggression zeigen, aber mit Grund dann richtig.

Wenn es zu verallgemeinern ist: Findet ihr dieses Selbstbewusstsein hilfreich, oder lässt es euch eher an Grenzen stoßen? Ich kann mir nämlich vorstellen, dass sie dann eine äußerst klare Führung brauchen, oder?

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Ich habe hier zur Zeit drei sehr verschiedene Exemplare:

Eine Grande Madame, die sich genauso verhält, wie Du es beschreibst. Sie hat über Jahre viele Welpen- und Junghundegruppen besser begleitet, als wir Menschen es ohne sie je könnten.

Sie braucht ein Leben lang eine sehr klare Führung und testet immer wieder die gesetzten Grenzen an.

Eine eher unsichere Kandidatin, die erst im Laufe des Lebens an der Seite der Ersten gelernt hat nach aussen Souveränität auszustrahlen und dies erst in den letzten Jahren ( so ca. seit sie 6 Jahre alt ist) so richtig vermitteln kann. Sie ist sehr führerabhängig und mit einem sicheren Führer ein sicherer Hund geworden. Unsicherheiten seitens des Führers bringen sie aber selbst auch sehr schnell in unsicheres Verhalten.

Eine Junge, sehr auf ihren Vorteil bedachte. Auch sie hat das Potential mal ein sicherer Hund zu werden, da sie ein sehr ausgeglichenes Grundwesen hat. Es fehlt ihr aber noch Selbstbewusstsein um dies immer und überall rüberzubringen. Jedoch bei normalen Hundebegegnungen wirkt sie schon sehr souverän, ist der andere aber auf Krawall aus, so geht sie noch dem Ärger aus dem Weg. Ich denke, dass sie mit zunehmender Sicherheit aber auch anders auf das Gegenüber wirkt. Sie ist aber auf alle Fälle sehr am Menschen orientiert, testet aber auch schon immer mal vorsichtig ihre Grenzen an.

Je sicherer und selbstbewusster ein Riese ist, umso mehr wird er die Führungsqualitäten austesten.

LG Heike

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Grundsätzlich "wirken" Riesenschnauzer durch ihre Größe und ihren Körperbau - auch auf andere Hunde und ohne, dass sie immer was dafür machen müssen. Und sie lieben körperbetonte, eher etwas rüpelige Spiele, weshalb etwas zart besaitetere Hunde da auch schnell mal sagen "ok, is gut - ich geh dann mal". Dennoch kenne ich auch einige Riesen, die ich trotz diesen Verhaltens nicht unbedingt als selbstbewusst und souverän, sondern eher als rempelig beschreiben würde. Auch die erste, die du beschrieben hast, gehört für mich nicht unbedingt in die Kategorie "souverän". Bin ich souverän, habe ich dieses ständige Zurechtweisen nämlich eigentlich gar nicht notwendig...

Bei meinem ist das Selbstbewusstsein absolut situationsabhängig:

Er ist absolut souverän und sicher, wenn es um Menschen geht. Hier fühlt er sich wohl, die kann er lesen, ich kann durch die dicksten Menschenmengen gehen, ohne bei ihm auch nur einen Hauch von Unwohlsein zu spüren. Ich kann ihn auch überall mit hinnehmen, ohne dass ich mir Sorgen um sein Gemüt machen muss, neue Situationen (oh, heute fahren wir mal Straßenbahn?) sind überhaupt kein Problem. Das war schon von Welpenalter an so, das steckt einfach in ihm drin.

Er wird eher unsicher, wenn es um andere Hunde, speziell Rüden in seiner Kampfklasse geht. Er kann nicht damit umgehen, dass ihn jemand auch mal blöd von der Seite anmacht. Rüdenmäßig will er das Gegenüber erstmal abchecken, kommt also schonmal recht prollig auf den anderen Hund zu. Das, was HTS als "Schnösel" bezeichnen würde. Aber sobald er dann da ist, lässt seine Courage urplötzlich nach und er weiß nicht mehr so genau, wie weiter vorgehen. Wenn ich merke, die Situation könnte kippen, kann ich ihn aus solchen Situationen oft sogar noch rausrufen (und ihm mit dem Gehen eine Handlungsalternative bieten). Problematisch wird es, wenn der andere auch schnöselig ist, über Staksen hinaus geht und z. B. anfängt zu knurren. Dann beginnt meiner zu raufen, kennt kein Ende, setzt nach. Und das ist mitnichten souverän...

LG

Mareike

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Mir ist aufgefallen, das ich immer weniger Riesenschnauzer sehe :???

Entschuldigung, ein wenig OT, aber warum ist die Entwicklung so, ist doch

eine tolle Rasse.

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Im entsprechenden Rassehundeforum hiess es erst vor kurzem:

Riesenschnauzer kauft man nicht, die verdient man sich.

Ich denke dies ist eine treffende Beschreibung, warum der Riesenschnauzer ein spezieller Hund für Leute ist, die eine Herausforderung wollen.

Wer einen einfachen Familienhund möchte, der ist mit einem Riesenschnauzer oftmals überfordert.

Wer einen leicht auszubildenden Gebrauchshund möchte, der sollte sich für eine andere Gebrauchshunderasse entscheiden.

Wer einen Riesenschnauzer so liebt wie er ist, ihn so zu erziehen versteht, wie er es versteht und dann noch das Herz des Riesen gewinnt, der möchte keinen anderen Hund mehr.

LG Heike

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Schön geschrieben Heike....daran erkennt man mal wieder das wahrlich nicht jede Rasse zu jeden Menschen passt...und es wäre toll wenn sich jeder Mensch bei der Auswahl nicht nur aufs Aussehen beschränkt sondern auf das was zu ihm passt...

Ich habe einmal einen Riesenschnauzer ohne jegliche Kontrolle gesehen...die Halter waren dermassen überfordert...GsD ist nie was passiert und nach 2 Jahren sass der Arme im TH ;o(

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Mir ist aufgefallen, das ich immer weniger Riesenschnauzer sehe :???

Entschuldigung, ein wenig OT, aber warum ist die Entwicklung so, ist doch

eine tolle Rasse.

In der VDH Welpenstatistik sind die Riesen immer noch auf Platz 14 (Stand 2009). Wenn man allerdings mal mit Platz 1 vergleicht, sind die Unterschiede schon phänomenal: 1.100 Riesenschnauzer-Welpen gegen fast 16.000 DSH-Welpen!! 1997 gab noch knapp 2.000 Riesen. Im Vergleich mit der Masse an DSH aber immer noch kaum der Rede wert, die lagen 1997 noch bei knapp 30.000...

Zeigt aber auch, dass die Welpenzahl der Gebrauchshunde insgesamt sich in den letzten 15 Jahren so gut wie halbiert hat... Und das kommt sicher daher, dass sich die Rahmenbedingungen ändern, die Anzahl der potentiellen Hundehalter aber nicht. Der Hund wird immer mehr Familienbegleiter, Wach- und Schutzhunde für Haus und Hof werden seltener angeschafft. Und in der Stadt wollen die meisten dann doch weniger einen Gebrauchshund, sondern eher nen dauerverträglichen, zu allem lieben Labbi oder Goldie. Wenn man sich deren Welpenstatistik anschaut, kann einem aber das dicke Grausen kommen - der VDH hat in beiden Fällen nicht mehr als 2.500 Welpen im Jahr 2009 gehabt. Da kann man sich jetzt an zehn Fingern ausrechnen, wo die Welpenkäufer sich ihre Hunde herholen...

LG

Mareike

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In Österreich dürfte es noch weniger RS geben als in Deutschland. Nachdem ich einen meiner Setter-Rüden mit 2 1/2 Jahren an Babesiose verloren hatte, kam mir die Überlegung - da mir die RS optisch sehr gefielen, und ich damals drei sehr souveräne, ruhige Pfeffer-Salz-farbene Rüden aus unserer näheren Nachbarschaft kannte, es mit einem RS zu "versuchen". In den zahlreichen Telefonaten und Gesprächen mit Haltern und Züchtern kam immer wieder der ziemlich ausgeprägte Beschützer-Instinkt, gerade Kindern gegenüber (und wir hatten damals gerade 3 Kids so um die 10 Jahre herum), zur Sprache, ebenso auch die Warnung vor dem etwas "scharfen" und prolligen Temperament dieser Bärtigen. Es hat mich abgeschreckt und ich bin heute sehr froh, das ich doch meinen Settern treu blieb;0)

Dann traf ich, nach lngerer Pause, die Grauen aus der Nachbarschaft waren schon länger über die Regenbogenbrücke gegangen, wieder, allerdings schwarze RS auf der Donauinsel ... ebenfalls ein sehr ruhiges, soveränes Pärchen. Kurze Zeit darauf verstarb einer der beiden und die Besitzerin holte sich einen jungen Rüden namens Kalle dazu. Der Bursche war/ist - ich hab ihn allerdings schon länger nicht mehr gesehen - total anders, völlig überzogen, überdreht, teilweise wirklich unsicher und aus dieser Unsicherheit heraus sehr unangenehm zu anderen Hunden, frech, äußerst provokant und auf Randale aus. DER hat mich endgültig verschreckt. Ich bin dann oft mit dem auch zu diesem Zeitpunkt jungen Rodin ausgewichen, denn sein Vorgänger wurde einmal von einem RS hinterrücks angefallen und niedergebissen, hatte 24 Lächer vom Rutenansatz über den Rücken verteilt. Und einen derartigen Vorfall wollte ich nicht noch einmal erleben.

Ich glaube auch, dass RS ein spezielles Publikum brauchen, Handler, die mit dem "urigen" und etwas rustikalen, deftigeren Charakter gut zurande kommen, genügend Souveränität ihrerseits haben. Mein Fall wären sie sicher nicht, ich wäre mit dem RS heillos überfordert!!

liebe Grüße

Gini und Rodin

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Hier in meinem Umfelder lebe ich 2 RS:

der eine bereits etwas älter, ich schätze 6-7 Jahre, gilt bei seinen Haltern mittlerweile as stur und schwierig.

Die haben eoien Zeitlang moderaten Schutzdienst mit ihm gemacht, bis man meinte, so, das war genug, brauchen wir nicht mehr.

Der Hund ist unausgelastet, kann kaum abgeleint werden und geht Radfahrer, Autos und dunkelhaarige Männer an (war als Welpe aber bereits in dieser Familie, keine südländische Vergangenheit), hat auch zugebissen.

Man geht mit ihm quasi nirgendwo mehr hin...

der andere, bei der letzten Begegnung ca. 7-9 Monate alt: voll der respektlose Schnösel. Frauchen (vom HuHa-Typ "nein Schnucki, du sollst das doch nicht") mit der Hand immer in der Leckerli-Tasche, läßt sich vom eigenen Hund umrennen, bzw. springt beim Gespräch im Wald wie angestochen hin und her, damit sie nicht umgerannt wird. Hm. Bäumen weicht der Kerl allerdings schon aus die rennt er nicht über den Haufen...

Mein Eindruck ist: Auslastung, souveräne Führung und die beiden Hunde wären toll.

Auf den Halter kommt es an.

Ist vielleicht gut, dass nicht viele Menschen so einen Hund haben...

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Wir haben einen RS-Mix (auch, wenn die Dame etwas klein ist) und mein Mann träumt irgendwann von einem Riesen.

Wir haben einige Riesen und Mixe (die nach Riesen kommen) kennengelernt und das war sehr unterschiedlich, wie die trauf waren. Je nachdem, wie der Besitzer mit dem Hund umging war die Rasse ein Traum oder Alptraum.

Die Traumhunde waren allerdings hinter den Kulissen harte Arbeit, vor allem am Halter. Das haben Riesenbesitzer (oder Schnauzerbesitzer) gemeinsam. Sie sind sehr ehrlich und beschönigen nichts.

Und so langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an, dass mal ein Riese einzieht (und das war ein langer Weg. Im Grunde würde mir ein Mittelschnauzer auch gefallen). Da ich jetzt schon weiss, wer später auf dem Platz steht, sollte ich mich auch damit anfreunden :D

Und kurz OT, ein "Erlebnis" auf unserem Gassigang mit den Berlinern. Wir waren gerade auf dem Rückweg, schnauzis hatte ihre drei an der Frau, da wollte ein älteres Päärchen unbedingt ein Foto machen von den drei Riesendamen. Weil sie so beeindruckt waren.

Ich weiss nicht warum, aber ich hab immer dieses Bild vor Augen, wie beeindruckend die drei Damen auf dieses Päärchen gewirkt haben.

Sorry fürs OT, dass gar nicht reinpasst.

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