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polar-chat.de  Der Hund
Fellbande2002

Spontane Hundeanschaffungen ohne Überlegung von A - Z?

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Seit 2 Jahren bin ich in Hundeforen unterwegs und mich erstaunte immer diese extremen Anforderungen und Erwartungen vor / bei der Anschaffung eines Hundes.

Erst mal zig Bücher wälzen, welche Rasse ist passend, Welpenschule, Hundeschule, sämtliche Sportarten, Futtermarathon von einer Sorte zur anderen, richtige Auslastungen etc.

Ich oute mich jetzt mal und sage, ich war schon immer ein spontaner, unbedarfter Hundeaufnehmer. Mein erster Hund kam aus dem TH (4 Monate alt) und ich ging mit ihm in eine Hundeschule. Das war das erste und letzte Mal.

Nein ich habe nie Hundebücher gewälzt und mir auch keinen Kopf um eine bestimmte Rasse gemacht. Meine Kinder sind nun schon länger aus dem Haus und mein Freund und ich brauchen nicht mehr arbeiten. Auch er hatte früher einen Hund und wir wissen auch welche Verantwortung damit zusammen hängt.

Nachdem wir im Wald nur unzählige Hunde gestreichelt hatten und die Leuten uns nahe legten, doch einen Hund aufzunehmen, da wir so gut mit Hunden können, schauten wir ab und an in Inserate der Wochenzeitung.

Dort sahen wir unseren Rowdy, 9 Wochen alt und wir wollten nur mal schauen.

Pah, nur schauen, klar haben wir uns sofort verliebt und nahmen den Fratz nach 3 Stunden Umweg, da er aus einem Tierheim stammte und am damaligen Standort nur zur Pflege war, mit nach Hause.

Als er vier Monate alt war trafen wir eine Frau mit vier Hunden am Hundebadestrand im Wald. Da stand sie, vollkommen verschüchtert und bildschön, meine Herzhündin Buffy.

Sie war auch vier Monate alt und kam aus Bulgarien und die Frau suchte händeringend ein Zuhause für sie. Ich schaute Männe an und er sah das er keine Chance gegen meine verzückten Blicke hatte. Wir holten Buffy 3 Stunden später ab, vollkommen verfloht, unsauber und voller Narben aber das war mir egal.

Drei lange Jahre brauchte sie um aus einer vollkommen verängstigten Kreatur zu einer souveränen Hündin heranzuwachsen. Das kostete sehr viel Geduld und konsequente Führung.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten wuchsen beide Hunde zu einem Traumteam heran und wir bereuten keine Minute.

Als beide fast 7 Jahre alt waren, las ich eine Internetannonce. Ein viel zu junger Welpe schaute mir auf den Bild entgegen. Die Familie mit Kinder war wohl überfordert und wollten ihn für billiges Geld abgeben. Wir fuhren spontan hin und nahmen den winzigen Kerl mit. Der erste Weg führte zum TA. Er hatte geschwollene Lymphknoten und bekam Antibiotikum.

Fussel war höchstens 4-5 Wochen alt und nach Recherchen, entlarvte ich die Familie als Vermehrer, die Welpen aus Polen hier verhökerten. Ich sammelte Beweise und übergab es der Polizei.

Wir nahmen uns vor Fussel aufzupäppeln und weiter zu vermitteln. Als er fast vier Monate alt war und wir keine vernünftigen Bewerber fanden, hing unser Herz schon so sehr an den Stinker das er natürlich bleiben durfte.

Er hatte stärkere Verhaltensauffälligkeiten an denen wir mit viel Geduld arbeiteten. Schon von Anfang an, als winziger Zwerg, knurrte und schnappte er wenn ihm etwas nicht passte.

Er hat sich toll gemausert in den zwei Jahren und sich gut intrigiert, obwohl er nie ganz in das andere Traumteam eindringen wird.

Nun sitzen hier drei gut erzogene Hunde, zwei die als Problemfälle zu uns kamen und ein unbedarfter, alles und jeden liebender Hund. Wir benötigten keine Bücher sonder nur unseren Hundeverstand und ein gutes, sensibles Bauchgefühl.

Wir gehen in keine Hundeschule und es gibt keinen Terminkalender mit Hundesport, aber täglich ausgedehnte Spaziergänge im Wald oder auf dem Feld und 2-3 mal mehrwöchigen Urlaub in Dänemark.

Wer war hier auch spontan und unbelesen und wer hat gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht?

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Wir gehen in keine Hundeschule und es gibt keinen Terminkalender mit Hundesport, aber täglich ausgedehnte Spaziergänge im Wald oder auf dem Feld und 2-3 mal mehrwöchigen Urlaub in Dänemark.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66984&goto=1405436

Da bist du aber echt eine Ausnahme und auch ein Naturtalent, ehrlich! :respekt:

Nicht jeder schafft das einfach so wie du!

Wer war hier auch spontan und unbelesen und wer hat gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht?


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=66984&goto=1405436

Ich habe auch spontan und unbelesen einen Hund geholt. Ich bin nur leider nicht so wie du und es war furchtbar! Ich war total verunsichert, überfordert, habe quasi alles falsch gemacht, was es so gibt und mein Bauchgefühl war mir irgendwie auch abhanden gekommen...

Aber den "Kick" zum Weitermachen hat mir weder eine Hundeschule noch Bücher geben können, dieser kam von "innen heraus", weil ich merkte, dass ich etwas ändern muss, damit sich der Hund verändern kann...

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Ich.

ich hab ein Pferd,

und neben dem Stall war ein Bauer mit einer Hündin.

Die hat zehn Welpen bekommen, hab ich auch mal angeschaut und gut wars.

Der Bauer hatte keine Zeit für welpen,

also hat er sie mit knapp (!) 7 Wochen vergeben bis auf einen.

und dann wurde ein welpe nach zwei Tagen zurückgegeben, weil

ein Welpe eben erstmal soooo süß ist, und dann halt Arbeit macht.

Das war Frida.

Der Bauer war genervt von der Rückgabe.

und bevor die arme irgendwo gelandet wäre oder noch schlimmer.....

hab ich sie spontan genommen.

Ich hatte kein Körbchen, kein Halsband, keine Leine, kein Futter, keinen Napf, kein Spielzeug....

Aber Erfahrung mit Hunden hatte ich schon.

und ich habe selten einen so tollen Hund wie Frida erlebt.

Sie ist super sozial, total veträglich mit jedem Hund (auch mit "bissig" angekündigten)

sie lernt im Vergleich rasant schnell,

sie kann mit ihrem gut einem Jahr schon ganz fein viel,

so daß ich nie Stress mit ihr habe,

sie hört und ist brav und so so lustig und verspielt dabei.

meine kleine Frida.

naja,

Piroschka und Turron sind auch nicht geplant gewesen.

Sie sind zu uns gekommen.

Aber ich finde,

es ist völlig egal,

ob da ein Hund ist , oder zwei oder eben drei.

Die Veränderung ist : EIN Hund oder KEIN Hund!

Es wird o viel von der Gesellschaft suggeriert,

was man soll oder nicht,

was gut ist oder nicht, tu dies tu das.

und wer sagt das?

Menschen, die man mit einem Argument schon komplett verunsichern kann.

und auf die soll ich hören?

Nein.

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Ich habe meinen Elmar damals auch spontan und zu dem denkbar ungünstigsten Zeitpunkt bekommen! Auch wenn ich mit Hunden aufgewachsen bin (mit typischen schlecht erzogenen Familienhunden),hatte ich nicht wirklich Ahnung,wollte trotzdem irgendwann einen Hund,möglichst gross und breit und schwarz.....Dann lief mir Elmar über den Weg: knapp kniehoch,langes,schwarz weisses Fell,8 Monate alt,schon beim vierten Halter,völlig verstört,ich zu dem Zeitpunkt erst 19,ohne Einkommen,ohne festen Wohnsitz. Elmar sollte ins Tierheim,na ja das Ende vom lied,natürlich nahm ich den Kleinen auf.

Was soll ich sagen,wir sind ein super Team geworden! Elmar war so gut wie nie an der Leine,hat sich viel von anderen Hunden abgeschaut,ich nahm ihn fast überall mit hin,er hat super gehört und war und ist einfach mein Seelenhund! 3 Monate,nachdem ich ihn aufgenommen hatte,hatte ich eine Wohnung und einen Job,sprich,wir haben uns wohl beide Glück gebracht und waren 16 Jahre lang ein tolles Team.

Jetzt mit Hugo habe ich nun meinen grossen Schwarzen ;) Ich muss aber sagen,dass ich mir bei ihm viel mehr Gedanken gemacht habe und mache und auch viel viel gelesen habe. Hundeschule ist nach wie vor nicht mein Ding,ich gehe lieber an den Hundestrand,beschäftige mich superviel mit ihm,bespasse ihn,mache Sport und auch Hugo nehme ich so viel wie möglich mit,ob zum Fussball gucken in der Kneipe als auch zum Hausrat im Jugendzentrum,in dem ich arbeite. Bisher ist alles super und ich hoffe,dass ich mit Hugo genau so zusammenwachse wie mit Elmar!

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Als ich Lindo auf der Seite der Orga sah, war es um mich geschehen.

Mir war egal, wie alt, wie gross, ob er jagd oder nicht usw, ich wusste einfach: Das ist mein Hund.

4 Wochen später war er da und es passte einfach alles, von der ersten Sekunde an.

Ja er jagd, er hatte Angst vor Männern und Kellern und Knallern.

Aber er ist mein Seelenhund. Ich ging nie in eine Hundeschule mit ihm, obwohl alle sagten, dass man mit einem Ex-Strassenhund aus einer Perrera unbedingt hinmuss.

Das ist nun 9 Monate her, er ist mittlerweile sogar abrufbar, wenn ihm ein Reh vor der Nase durchrennt, lässt sich auch von Männern streicheln, ohne zu Zittern und geht sogar mit mir in den Keller ;) Alles ohne Hundeschule, Bücher, Foren, Seminare usw..

Spontan ist kein Prob, wenn man bereit ist ein Risiko einzugehen, das der Hund halt Baustellen hat ;)

lg

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Ich bin damals ins Tierheim gefahren, hab Martha gesehen und sie einfach mitgenommen.

Ich hatte keinen Plan von Hunden und würde sowas echt keinem empfehlen. Ich habe anfangs nämlich viel falsch gemacht. Zum konnte Martha mir das verzeihen. ;)

Im Laufe der 3 Jahre habe ich nun viel gelernt. Mitlerweile fragen mich Menschen um Rat, die ich noch vor 3 Jahren um Hilfe bat. Ich finde, das ist ein gutes Zeichen.

Mitlerweile habe ich schon den 2. Hund und viele viele Besuchshunde auf die ich ab und an aufpasse.

So kanns gehen...

Trotzdem rate ich Leuten, die sich einen Hund anschaffen wollen lieber dazu, sich vorher damit zu beschäftigen und vielleicht auch mal einen Hund von Freunden zur Probe zu nehmen.

Ich hätte vorher echt wissen sollen, worauf ich mich einlasse... ;)

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Hallo Sabine,

nicht jeder hat so viel Herz und Verstand, unbedarft alles richtig zu machen.

Viele sehen Lassie oder Kommissar Rex oder was weiß ich im Fernsehen und glauben, dass jeder Hund von Natur aus so ist und gesprochene Sätze versteht. Bei der kleinsten Schwierigkeit wird laut aufgeschrieen und der Hund für nicht normal oder gar schwer erziehbar gehalten, womöglich muss er sofort weg, weil es zu stressig ist.

Wie oft ist hier im Forum zu lesen "Hilfe, mein Welpe beißt" - "Mein Welpe ist nicht stubenrein" - "Mein Welpe bleibt nicht allein" - "Mein Welpe macht alles kaputt" - "Mein Hund pöbelt an der Leine, wir haben schon alles versucht" und das immer wieder und wieder...

Ich bin mit Hunden aufgewachsen, wusste daher, was ein Hund ist :D , wie der Alltag mit Hund aussieht und brauchte das nicht in Büchern nachzulesen.

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So ähnlich ging es mir auch seinerzeit mit meinem Gonzo (Schäfer-/Doggemix). Wenig Ahnung, aber 3mal Unterstützung von Hundetrainer und gut war.

Und vor 1 1/2 Jahren wusste ich gerade so eben, was ein Kleinpudel ist - auch ohne jede Hundeerfahrung hätte ich den mitgenommen (von der Beisetzung meiner Schwiegermutter). Auch das geht - wobei mich der schwarze Sausack durchaus auch mal ratlos gemacht hat.... :D

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Ist wohl eine starke Typfrage, wie spontan man ist.

Ich KÖNNTE auch oft spontan sein, ich HABE schon öfters mal heimlich mal gedacht, den noch, den vielleicht und der würde auch ein gutes Zuhause brauchen.

Nur bin ich eben jemand, der gut plant und auch gut planen muss. Ständig improvisieren und kämpfen kostet Kraft. Die muss man haben. Die muss man investieren können und wollen.

Gehen tut viel, schaffen kann man auch viel, nur zu welchem Preis? Wie viele scheitern an einem spontanen, unbedachten Projekt? Wie viele überschätzen sich bzw. unterschätzen die Aufgabe, die sie sich blindlings verliebt oder helfen wollend ins Haus holen.

Ich habe Respekt vor Menschen, die so handeln wie Du, die es dann auch durchziehen, aber ich bin der Ansicht, dass man diesen Anspruch nicht auf jeden übertragen sollte.

LG Anja

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Ich glaube, es gibt Menschen, die können trotz Hundeschule, Bücher, DVDs und guten Ratschlägen keine wirklich gute Bindung zu ihrem Hund aufbauen, weil ihnen einfach ein gewisses Gefühl dazu fehlt.

Andere hingegen haben das gewisse Bauchgefühl und wissen intuitiv, was gut für den Hund und für die Beziehung mit dem Hund ist. Diese Menschen brauchen keine Hundeschule und auch keine Bücher (und wenn, dann einfach nur zum Anregen).

Du scheist so ein Mensch zu sein.

Neben all der Intuition und dem starken Gefühl zu einem Hund sollte man (möglichst VOR dem Kauf) aber trotzdem so viel Planung investieren, dass durch den Hund niemand zurück stehen muss. Für Alleinstehende wiederum einfacher, als für Familienmitglieder/Eltern.

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