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Dota

Hundekindergarten - Stress oder Segen?

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Ich werde in absehbarer Zukunft wieder voll ins Berufsleben einsteigen. Aus diesem Grund stellt sich die Frage nach einer Betreuung für meine Hündin (ehemals Straßenhund, Huskymix, zwischen 3-6 Jahre).

Da Dota gern mit anderen Hunden Kontakt hat und auch recht verspielt ist, dachte ich an einen sogenannten Hundekindergarten. Dies ist jedoch keine Notwendigkeit, da Dota gut alleine bleibt und so ein Gassigänger, der zwischendurch mit ihr spazieren geht, ebenso in Frage käme.

Letzte Woche brachte ich sie probeweise für ein paar Stunden in den Hundekindergarten. Mein erster Eindruck war recht positiv. Von außen ist das Gelände nicht einsehbar und nicht frei zugänglich. Um hineinzugelangen muss man laut klopfen. Spätestens nach der Klopfaktion hätte ich Gebell erwartet. Es blieb jedoch ruhig. Mir wurde geöffnet und nach anfänglichen Zögern betrat Dota mit mir einen zum eigentlich Hundekindergarten abgetrennten Bereich.

Dahin standen ca. 15 Hunde, die interessiert wirkten, ein oder zwei knurrten, doch sonst war es ruhig. Binnen weniger Minuten verloren die meisten Hunde das Interesse an uns "Eindringlingen". Meine Skepsis sank rapide aufgrund dieser Ruhe. Trotz relativ rarem Informationsaustausch mit den Betreuern (irgendwie fanden wir den Draht nicht zueinander) ließ ich Dota ruhigen Gewissens dort.

Nach ca. 2 1/2 Stunden holte ich sie wieder ab. Dota machte einen entspannten Eindruck (Schwanz hoch und wie ich sie kenne in entspannter Körperhaltung). Wieder entstand ein relativ rarer Informationsaustausch, Dota hätte sich zuerst unterwürfig gezeigt, wäre dann aber selbstbewusster geworden und hätte auch mit anderen Hunden gespielt. Soweit so gut.

Heute brachte ich Dota wieder dort hin und ließ sie auch länger da (zukunftsrealistische 8 Stunden). Diesmal gab es Gebell bei der Ankunft und es war insgesamt unruhiger (ein Hund mobbte einen anderen, aber nicht dramatisch). Dota zögerte nicht mit mir in den abgetrennten Bereich zu gehen, stemmte sich jedoch dagegen von einem Betreuer zu den anderen Hunde geführt zu werden, weshalb mir vermittelt wurde, dass diese Zusammenführung in meiner Abwesenheit behutsam durchgeführt wird, jedenfalls habe ich es so aufgefasst.

Als ich Dota abholte war sie leicht gestresst, aber keineswegs panisch (Schwanz unten, innerlich angespannt). Mir wurde berichtet, Dota hätte viel gelegen, aber auch zwischendurch gespielt. Zudem wäre sie den Menschen nach Ansprache unterwürfig gewesen (auf den Rücken schmeißen) und hätte ihnen zeitweilig an den Fersen geklebt. Dota ist ein recht selbstständiger, gelassener Typ und Klettendasein sowie demonstrierte Unterwürfigkeit (außer zu Streichelerheischzwecken "Ich-bin-ja-so-niedlich-streichle-mich!") ist für sie untypisch.

Während der Abholung konnte ich außerdem beobachten, wie zwei weitere Hunde abgeholt wurden. Dabei ging der Betreuer auf den jeweilige Hund frontal zu. Der erste zeigte sich sogleich unterwürfig (Schwanz einklemmen, Ohren anlegen, klein machen) und ließ sich das Geschirr anlegen bzw. mit der Leine rausführen. Auffällig war, dass auch nahestehende Hunde eher gestresst wirken und dem Betreuer auswichen. Der zweite Hund war mir schon vorher aufgefallen, weil der Dobermann auf einer Hundehütte saß. Dieser war jedoch selbstsicher und scheinbar frohen Mutes. Auch diesmal wichen umherstehende Hund aus und wirkten unsicher.

Während ich diese Zeile schrieb, habe ich mir meine Frage quasi selbst beantwortet. Ich denke diese Betreuungform in diesem Hundekindergarten wird es nicht werden. Oder sollte ich dem noch eine Chance geben? Urteile ich vorschnell, bin ich übersensibel? Bei einigen Hunde sah ich Unsicherheit aber keineswegs Panik. Was habt ihr für Erfahrungen diesbezüglich gemacht bzw. was haltet ihr von dieser Form der Hundebetreuung?

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Hm, eine wirklich schwierige Entscheidung. Vielleicht solltest Du es noch ein paar Tage

probieren und weiterhin so gut beobachten. Dann müsstest Du spätestens zum WE Bescheid wissen.

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wäre dann ein nicht ein Gassiservice das richtige???

einer der von Zuhause abholt und nach Hause bringt, seine Gruppen nicht wild wechselt und auch eine echte Bezugsperson werden kann ;)

google sagt zum Beispiel.... ich kenne die nicht!!!

Hier

oder

Hier

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Ich habe Abgestimmt mit "das muss man differenziert betrachten". Wenn eine Hundegruppe aufeinandertrifft, wird immer die Rangfolge geklärt, gemoppt um Resurcen gebuhlt und so weiter. Das ist Stress für den Hund. Deshalb braucht man eine gute Hundeschule die die Spielphasen kontrolliert ablaufen lassen. Und dann ist es durchaus gut wenn die Hunde viele kontrollierte Sozialkontakte haben. Das ist wichtig für die Entwicklung.

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Ich würde da nicht mehr hingehen, du hast das ganze gut beobachtet und beschrieben und wie du schon sagtest dir selber geantwortet.....ich finde solche zusammengewürfelte Rudel eh nicht sehr angenehm für die Hunde....dann lieber jemand der den Hund zuhause betreut und mit ihm Gassi geht...

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Du hast sehr gut beobachtet und höre auf deine spontane Entscheidung. Da brauchst Du keinerlei weitere Überlegungen und Ratschläge. Würde so ein geschildertes Umfeld keinem Hund antun.

Ich denke die Tiere werden unter strengem Kadavergehorsam dort gehalten. Damit kann man so etwas durchziehen, da man jede aufkommende Aggression sicherlich nicht zimperlich unterdrückt.

Aber da Du 5 Tage in der Woche 8 Stunden den Hund dort lassen müßtest, finde ich dies für Deinen Hund nicht positiv. Würde mir eine feste Bezugsperson suchen, ältere oder älterer Rentner - ehemaliger Hundehalter, der keinen eigenen Hund mehr halten möchte aber nach wie vor gerne mit Hunden spazierengeht. Der kann den Hund auch mit nach Hause nehmen, wenn die beiden sich gut aneinander gewöhnt haben, aber nicht gleich vom ersten Tag an.

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Ich hatte unser Bärchen auch mal stundenweise als Welpe (als er noch nicht allein bleiben mochte) in eine solche Einrichtung gebracht. Damals hatte ich noch überhaupt keine Ahnung, doch mein Bauch sagte nach 3 Besuchen klar N E I N.

Ich würde mich an Deiner Stelle fragen, ob Du beruhigt zur Arbeit gehen könntest, wenn Deine Dota dort untergebracht wäre ? Aber eigentlich hast Du Dir diese Frage schon beantwortet ;)

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Kage hat es schon geschrieben, so würde ich es auch halten und deinen Hund nicht in diesen "Hundekindergarten" (mir stößt ja schon das Wort ansich auf) geben, sondern dir einen guten Gassimenschen suchen.

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Erst mal würde ich sagen, man sollte es wirklich differenziert sehen. Was bei der einen Hundepension/Kindergarten klappt muss bei der nächsten nicht genau so super sein und umgekehrt. Aber wenn ich das Gefühl habe, mit den Leuten stimmt was nicht, ich habe nicht den Draht zu ihnen, also auch kein Vertrauen, dann lass ich es.

Meine persönliche Erfahrung ist die. Niemals gebe ich meinen Hund dort ab. Wir haben eine Hundpension bei uns in der Nähe. Die Leiterin ist auch gleichzeitig Hundetrainerin. Da ich anfangs Probleme mit mir hatte, was die Hundeerziehung angeht, völliges Neuland für mich, bin ich zu dieser Person. Dort war ein Bereich mit Maschendrahtzaun abgegrenzt. Darin hielten sich die zu betreuenden Hunde auf. Ein gekläffe und gejohle wo wir Neuen ankamen, Super. Aber erst mal egal.

Nun dann, ich sollte mein Problem erklären und mein Omo sollte eine Runde Fuss neben mir laufen, was natürlich nicht klappte. Und schon war es um Ihn geschehen. Mein Hund fand die anderen Hunde interessanter, als bei mir Fuss zu laufen. Das wiederum nahm die Trainerin zum Anlass, mir zu zeigen wie es geht. Wenn mein Hund auch nur 20cm vorgegangen ist, kam ein kräftiges "Nein". Bis hierhin ok.

Hat mein Hund nicht im selben Augenblick reagiert, floge er, mittels einen kräftigen Leinenruck, durch die Luft, wurde zur Trainerin rangezogen und fertig. Oje, ich hatte wirklich keine Ahnung von Hundeerziehung. Aber es hatte geklappt. Er lief bei Ihr an der Seite richtig gut mit. Ich war dann noch drei mal dort. Jedes mal, wenn ich mit dem Auto in die Strasse eingebogen bin, wo die Pension ist, hat mein Hund im Kofferraum Theater gemacht, das kannte ich vorher gar nicht. Wenn er die Trainerin gesehen hat, Schwanz eingeklemmt und richtig bedeppert geguckt, aber er hat gehört.

Nein so wollte ich meine Hund nicht erziehen. Und wenn ich mir vorstelle, dort meinen Hund abzugeben..... NEIN DANKE.

Aber das ist meine persönliche Meinung. Da wurde nicht gerade zimperlich mit Hunden umgegangen. Ich bezweifle nicht, das diese Person mit ihren eigenen Hunden super zu recht kommt. Aber mit fremden Hunden war sie mir schlicht weg zu Brutal.

LG

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Differenzieren.

Ich kannte eine "Tagesbetreuung" in der Tierpension, in der ich damals mit aushalf.

Dort wurden die Hunde mit den anderen Hunden in der Pension, oder eben im "großen Rudel" zusammen in den Freilauf gelassen.

Es wurde immer sehr darauf geachtet, dass es keine Streiter und Mobber dabei gab - die Hunde haben sich meist ihre Spielkameraden oder eben Rumliegepartner gesucht. Es war immer sehr entspannt.

Die Hunde, die schon als nicht-mit-allem-verträglich eingestuft wurden, oder die eben mit diesen Rudelhunden nicht klarkamen, wurden dann während des Freilaufs bespaßt. Sofern das möglich war - nicht jeder Hund wollte spielen.

Alle Hunde, die ich abgegeben oder in Empfang genommen habe waren froh zu gehen - aber auch sehr froh zu kommen. Keiner wirkte extrem gestresst, ich habe nur einmal eine Klopperei erlebt, die sich mit einem "EY" sofort trennen ließ.

Deswegen ist deine Entscheidung aber trotzdem richtig: wenn du nicht das Gefühl hast, dein Hund wäre dort gut aufgehoben, dann lass es bleiben.

Und: nicht alles was sich "Hundebetreuung" oder sonstwi nennt ist auch gut

In der aktuellen DOGS war gerade das Thema, Gassiservice und Hunde"Hort". Vielleicht findest du ja was passendes da, oder Tipps für dich.

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