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polar-chat.de  Der Hund
Juline

Späte Rache oder: Oh Mann, mir tut dieser Hund leid

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Hallo zusammen!

Ich bin wütend und auch traurig wegen einer Zwingerhündin.

Außerdem hatte Tschuli heute eine Beißerei, sie wurde von ihr angegriffen. Nein, nichts weiter passiert, nur ein paar Haare weniger am Hals. Egal, sie ist eh im Fellwechsel.

Ich erzähl mal.

Heute war ich bei einem Kunden, bin ja Gärtnerin, zum Bäume schneiden. Er hat eine riesige Rasenfläche, der Nachbar auch, dazwischen kein Zaun, nur so`n paar dünne Gagelsträucher.

Im Nachbargarten: Zwinger, Schäferhündin drin.

Vor etwa 1,5 Jahren war die DSH mal draußen an einem Baum angekettet, und meine größenwahnsinnige Zwerg-Jule raste hin und verkläffte sie. Ziemlich blöd, provokativ und unnötig.

Inzwischen habe ich Jule so weit, dass sie die Hündin drüben ignoriert hat, auch wenn die kläffte. War ja auch im Zwinger. Und heute lässt der Mann sie raus und die Hündin kommt mit Karacho zu uns getobt und schnappt sich meine rumliegende dösende Jule...Herz in die Hose gerutscht, dann bin ich reflexartig dazwischen...ähm wenn man es so nennen kann.

Habe sie angebrüllt, ich weiß, ungeschickt, stachelt an, hatte aber Wirkung. Es gab dann Abstand, ich konnte mich zwischen die am Boden kauernde Jule und die tobende Hündin stellen. Immer abwehrend im Halbkreis um Jule, gefühlte 2 Stunden lang. Dann kam der Besitzer, zusammen jagten wir die Hündin weg, anfassen hätte sich keiner getraut.

Jule war dann heute sehr kleinlaut. Hat sich dicht bei mir gehalten. Zwei gute Seiten hat das Ganze, ich hab sie erfolgreich beschützt und sie ist kaum dagegen gegangen, sie war ziemlich passiv und beschwichtigend bei dem Angriff.

Das war der Aufregerteil, nun der traurige.

Der Mann kam dann zu mir um sich zu entschuldigen, ich sagte ihm, dass Jule ja vor 1,5 Jahren den Zorn auf sich gezogen hatte und ich das Verhalten seiner Hündin halbwegs verstehen kann.

Ach, die sei halt aggressiv, so sein Kommentar. Ob er was mit ihr macht, fragte ich. Ja, er nimmt sie täglich einmal raus und dann nimmt er sie *unner mei Fuchtel*, ich glaube ihr könnt euch denken, was er damit meint. Im Schäferhundverein wollte er ihr das Beißen beibringen, da sei er weggeekelt worden.

Dieser Hund geht mir nicht aus dem Kopf. Ich weiß, machen kann man da nichts. Was ist das für ein Leben, was muss da in der Psyche abgehen. Tristes Zwingerdasein und einmal am Tag *unner der Fuchtel*.

Ich bin glücklich und erstaunt, dass Jule da so heil raus gekommen ist. Die Heidenangst hab ich jetzt so verspätet im Nachhinein.

Oh Mann die Viecher.

Liebe Grüße

Antonia

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einmal am Tag ist zuwenig Sozialkontakt laut Tierschutzgesetz.

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Paige soweit ich weiß heißt es da nur: ausreichend Umgang mit der betreuenden Person (Sollwert 1 Stunde).

Ausreichend ist arg dehnbar und auch kaum zu überprüfen.

LG

Antonia

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Ich glaube, solche Haltungsbedingungen gibt es tatsächlich häufiger noch....

Ich kenne auch so eine Hündin, die als "Wachhund" auf ihrem Bauernhof lebt. Ihre Vorgängerin durfte frei auf dem Hof laufen, sie verließ ihn nicht.

Die jetzige Hündin erweiterte jedoch ihr Territorium und landete auch bei den Nachbarn, wo sie deren Hunde bedrohte.

Nach einigen Streitigkeiten wurde die Hündin nun also in die Scheune verbannt. Dort lebt sie jetzt und wird dreimal täglich die Hofzufahrt auf- und abgeführt. Das war es an Kontakt.....

Kann man etwas dagegen unternehmen?

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So einer lebt in unserer Nachbarschaft auch,4 Häuser weiter.

Das ist auch so gewollt von den Besitzern.

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Kann man etwas dagegen unternehmen?

Wenig. Bei Scheunenhaltung kann noch geltend gemacht werden, dass ich glaube ein Achtel der Grundfläche an Fenstern da sein muss. Guck mal im Tierschutzgesetz, Verordnung über das Halten von Hunden im Freien.

Und das mit dem Sozialkontakt...schwierig. Wer will das prüfen. Und es gibt ja nicht mal verbindliche Vorschriften über die Dauer des Kontaktes.

Es ist zum Kotzen.

Sorry.

LG

Antonia

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Ja, man kann etwas machen, wenn die Auflagen nicht erfüllt sind, dann sollte bitte sofort das Veterinäramt eingeschaltet werden und das nicht anonym, sondern die Aussage sollte schriftlich mit Unterschrift gemacht werden.

Hier die Anforderungen:

§ 2 Allgemeine Anforderungen an das Halten

(1) Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer

Anbindehaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält, betreut oder

zu betreuen hat (Betreuungsperson), zu gewähren. Auslauf und Sozialkontakte sind der

Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen.

(3) Einem einzeln gehaltenen Hund ist täglich mehrmals die Möglichkeit zum länger

dauernden Umgang mit Betreuungspersonen zu gewähren, um das Gemeinschaftsbedürfnis des

Hundes zu befriedigen.

§ 5 Anforderungen an das Halten in Räumen

(1) Ein Hund darf nur in Räumen gehalten werden, bei denen der Einfall von natürlichem

Tageslicht sichergestellt ist. Die Fläche der Öffnungen für das Tageslicht muss bei der

Haltung in Räumen, die nach ihrer Zweckbestimmung nicht dem Aufenthalt von Menschen

dienen, grundsätzlich mindestens ein Achtel der Bodenfläche betragen. Satz 2 gilt

nicht, wenn dem Hund ständig ein Auslauf ins Freie zur Verfügung steht. Bei geringem

Tageslichteinfall sind die Räume entsprechend dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus

zusätzlich zu beleuchten. In den Räumen muss eine ausreichende Frischluftversorgung

sichergestellt sein.

(3) Ein Hund darf in nicht beheizbaren Räumen nur gehalten werden, wenn

1. diese mit einer Schutzhütte nach § 4 Abs. 2 oder einem trockenen Liegeplatz, der

ausreichend Schutz vor Luftzug und Kälte bietet, ausgestattet sind und

2. außerhalb der Schutzhütte nach Nummer 1 ein wärmegedämmter Liegebereich zur

Verfügung steht.

§ 6 Anforderungen an die Zwingerhaltung

(2) In einem Zwinger muss

1. dem Hund entsprechend seiner Widerristhöhe folgende uneingeschränkt benutzbare

Bodenfläche zur Verfügung stehen, wobei die Länge jeder Seite mindestens der

doppelten Körperlänge des Hundes entsprechen muss und keine Seite kürzer als zwei

Meter sein darf:

Widerristhöhe cm Bodenfläche mindestens qm

bis 50 6

über 50 bis 65 8

über 65 10

(3) Die Einfriedung des Zwingers muss aus gesundheitsunschädlichem Material bestehen

und so beschaffen sein, dass der Hund sie nicht überwinden und sich nicht daran

verletzen kann. Der Boden muss trittsicher und so beschaffen sein, dass er keine

Verletzungen oder Schmerzen verursacht und leicht sauber und trocken zu halten ist.

Trennvorrichtungen müssen so beschaffen sein, dass sich die Hunde nicht gegenseitig

beißen können. Mindestens eine Seite des Zwingers muss dem Hund freie Sicht nach außen

ermöglichen. Befindet sich der Zwinger in einem Gebäude, muss für den Hund der freie

Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.

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