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Hundeforum Der Hund
melle2885

Ich bin stolz auf Diego - und auch wieder nicht / Antijagdtraining - Reizangel

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Ich habe bei Diego die Erfahrung gemacht, dass er Dinge besser lernt, wenn man nicht straft sondern alles positiv aufbaut. Beim Rückruf haben wir also eine Schleppleine drangehängt und ihn gelobt, wenn er dann zurückkam - auch wenn ein kleines Ziehen an der Schleppleine voranging. Das hat gewirkt. Auch das "Nein" habe ich ihm positiv beigebracht, indem ich ihn immer gelobt habe, wenn er auf das Kommando richtig reagiert hat. Und die Übungen waren so aufgebaut, dass er anfangs immer nur richtig reagieren konnte. Ich will ihn also, wenn möglich, beim Jagen nicht strafen müssen, sondern ich will ihn loben können, wenn er auf ein Abbruchsignal reagiert. ;)

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass Diego nie einen Rüffel bekommt. Manchmal ist das eben notwendig - wie bspw. beim Mobben. Aber es gibt eben auch Möglichkeiten, den Hund beim Jagen kontrollierbar zu machen - und das mit positiven Verstärkern.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=68154&goto=1432099

Ich denke, dass es eine Mischung aus Beziehung (sprich Respekt) und Konditionierung sein sollte. Denn das eine funktioniert schlecht ohne das andere.

Ein respektloser Hund wird auch für die schönste pos. Verstärkung nichts tun, ein respektvoller Hund, zu dem eine gute Beziehung besteht, wird auch ohne Leckerchen mit Freude mitarbeiten und sein unerwünschtes Verhalten abbrechen.

Natürlich lernt dein Hund besser, wenn du ihm ein Alternativverhalten für sein Nicht-Jagen anbietest.

Aber manchmal kommt man auch nicht drum herum, dem Hund mal wirklich klar zu machen, dass Jagen nicht erwünscht ist und dann sollte auch kein Lob erfolgen. Er hat sich daran zu halten - Punkt.

Ich spreche da aus eigener Erfahrung: Sam hat leidenschaftlich gern gejagt. Ich habe dies erst gut mit Alternativverhalten in den Griff bekommen. Aber ihn wirklich vom Jagen abhalten, hat so nicht 100%ig funktioniert. Nach einer wirklich klaren Ansage war das Thema "Jagen" dann gegessen, hat aber lange gedauert, da ich mir auch gleichzeitig erstmal seinen Respekt verdienen musste.

Wenn du mit den pos. Verstärkern nicht weiterkommen solltest, dann musst du noch mal umdenken...

Und bitte weiter berichten ;)

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Das klingt ja schon heroisch ;)

Was meinst du?

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Sorry, Kathi, das Wort war ungünstig gewählt.

Es bezog sich auf diese Worte von dir:

Mit Sicherheit laesst ein gut angepasster Hund alles sein, wenn sein Besitzer ihm 'nein' sagt. Auch voellig ohne Training.

Du meinst, dass ein gut angepasster Hund in Sekunden lernt, dass etwas nicht erwünscht und das ohne Training.

Das ist zwar nach meiner Meinung in einer Situation möglich, aber ein Lerneffekt (nämlich, dass dieses bestimmte Verhalten IMMER und überall untersagt ist) tritt meiner Meinung nach nicht ein. Das bedarf dann schon einiger Wiederholungen/Training und ein "Nein" muss ein Hund auch erstmal lernen (also den Sinn des Wortes)

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Melle aus deiner Antwort kann ich lesen, das du nicht verstanden hast worum es mir geht. Respekt sollte immer da sein und nicht hin und wieder mal eingefordert werden muessen. Die Einstellung eines Hundes zu aendern, hat nichts mit Strafe oder Angst vor Konsequenzen zutun.

Es gibt Konsequenzen, aber davor muss der Hund keine Angst haben. Die sind nur Verstaendnishilfen und haben mit der Problemsituation wenig zutun.

Nein Steffi das meine ich nicht. Ich schrieb 'Mit Sicherheit laesst ein gut angepasster Hund alles sein, wenn sein Besitzer ihm 'nein' sagt. Auch voellig ohne Training.' Von einem dauerhaftem Effekt sprach ich nicht. Warum das heroisch klingen soll versteh ich nicht.

Und das funktioniert bei allem Respekt nicht ohne Konditionierungsabläufe, auch wenn du dir dieser nicht bewusst bist. ;)
Ja das versteht der Hund und du musst es nicht konditionieren, trotzdem konditionierst aber das Verhalten des Hundes. Irgendwann zeigt er das Verhalten gar nicht mehr und du hast erfolgreich konditioniert.

okay nimm den Hund aus der Gleichung. Trotzdem bleibt Reiz Reiz. Du siehst ihn zuerst, das loest eine Reaktion von dir aus, sprich du setzt eine Korrektur, welche das Verhalten von deinem Hund beeinflusst.

Eine Konditionierung ist doch nichts anderes als eine Beeinflussung von Verhalten. Genau das tust du oder nicht?

aus einem aelteren Beitrag von mir.

Ich hatte vorausgesetzt das es bekannt ist und fand eine Wiederholung unnoetig. Konditionierung ist ueberall. Auch wir reagieren taeglich auf Reize und werden auf Verhalten konditioniert, ob klassisch, instrumental oder operant.

Es macht einen grossen Unterschied ob ich ein Verhalten konditioniere (wie einen Superpfiff) oder nicht an dem Verhalten arbeite, sondern die Ausgangssituation veraendere (die Einstellung mit der ein Hund auf einen Spaziergang geht). Dann hab ich erstmal gar nichts konditioniert. Sollte ich etwas abbrechen muessen, reicht eine normale Ansprache. Die ist so noch keine Konditionierung. Sie wird erst eine, wenn sich ein Muster bildet.

Der Ausgang und der Aufwand sind voellig anders.

Ich finde es unnoetig ein Abbruchkommando vorher besonders zu konditionieren, das versteht ein Hund aus dem Kontext und es konditioniert sich ueber die Zeit alleine, setze ich es wiederholt ein.

Natuerlich setzt das voraus das der Hund noch hoeren kann oder will.

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Es macht einen grossen Unterschied ob ich ein Verhalten konditioniere (wie einen Superpfiff) oder nicht an dem Verhalten arbeite, sondern die Ausgangssituation veraendere (die Einstellung mit der ein Hund auf einen Spaziergang geht).

Ich habe dich falsch verstanden! Denn das was du oben schreibst, meinte ich!

Ich hatte ja schonmal irgendwo hier geschrieben, dass ich momentan viel darüber nachdenke und darauf achte, wann ich wirklich konditioniere oder unbewusst konditioniere oder einfach mal gar nicht konditioniere.

Das mit der Einstellung ist wirklich hochinteressant! Ich habe damals auch eine Superpfiff konditioniert und gedacht, dass das das Allheilmittel ist. War es natürlich nicht und ich musste umdenken.

Ich kann aber so schlecht erklären, wie ich den Rückruf stattdessen aufgebaut habe: Ich habe eben nicht bewusst konditioniert (so wie beim Superpfiff), sondern irgendwie was verändert und auf einmal klappte es wie von selbst. Aber was genau habe ich geändert, damit diese Beziehung entstand und ich Dinge wie Leckerlie und Superpfiff nicht mehr brauchte?

Kannst du es mal in Worte fassen (Die Einstellung, mit der ein Hund auf einen Spaziergang geht)?

Sorry, für OT und dass ich so nachbohre, aber genau das ist das Thema, was mich wirklich fesselt und wobei ich mich leider nicht so gut ausdrücken kann.

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Die Einstellung sollte sein, das ein Hund dazu gehoeren will und seine eigene Wichtigkeit innerhalb der Familie realistisch einschaetzen kann.

Unseren Hunden das zu vermitteln, liegt bei uns. Leider vermitteln wir oft das Hund der Nabel der Welt ist und in manchen Faellen, das wir zu ihnen gehoeren wollen, woraus dann Probleme und Missverstaendnisse entstehen.

Aus meiner Familie kann ich dir sagen das Pai jetzt im Grossen und Ganzen seine relative Wichtigkeit versteht. Einen besseren Begleiter kann ich mir nicht vorstellen.

Lucy versteht das noch nicht. Sie sieht sich als wichtigster Hund der ganzen Welt :) Was nicht falsch ist, genau das mach ich mir zunutze wenn ich neue Hunde bekomme. Aber momentan empfinde ich sie als extrem egoistisch. Das kann auch gar nicht anders sein, weil ich ihr vor dem Unfall nichts anderes vermittelt habe und wir seit dem Unfall so ein unnormales Leben gelebt haben. Ihre Einstellung gefaellt mir momentan nicht, was sie etwas anstrengender macht, aber nicht heisst das sie nicht weniger toll oder wertvoll ist als Pai. Der Zwergruede ist kein Erzieher, ihr liegt das im Naturell. Das ist mir sehr wichtig.

Wir haben eine lange, schief und krumme Geschichte zusammen, was uns die Verstaendigung moeglicher Weise erschweren wird. Wer weiss. Aber im Leben ist nichts wertvoller, als die Lektionen die man sich selber erarbeitet hat :D Das wird schon.

Ob es bei euch so war oder ist, weiss ich nicht. So ungefaehr ist mein Verstaendnis von dem was ich von meinen Hunden und Gasthunden erwarte. Erfahrungsgemaess sind beide Parteien am gluecklichsten, wenn sie verstehen, was sie von einander erwarten und zusammen sein wollen.

Liebe Gruesse =)

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Wir haben eine lange, schief und krumme Geschichte zusammen, was uns die Verstaendigung moeglicher Weise erschweren wird. Wer weiss. Aber im Leben ist nichts wertvoller, als die Lektionen die man sich selber erarbeitet hat
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=68154&goto=1433829

Kommt mir bekannt vor :) Aus eigener Erfahrung... ja dann ist die Verständigung manchmal schwierig, aber solange dein Hund dir überhaupt noch zuhört geht es doch.

Und in dem Moment, wo der wichtigste Hund von Welt einmal ganz entspannt neben dir bleibt.. da weißt du, das war es wert :)

Gruß Iris

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:) ja. Ich glaube viele von uns haben den wichtigsten Hund der Welt ;) wie kann das sein?

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@ Kathi: Doch, ich habe dich schon verstanden. Und ich bin absolut einer Meinung mit dir. Natürlich funktioniert jegliche Konditionierung nicht richtig ohne Respekt. Respekt ist natürlich immer die Basis. Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. :Oo Ich zeige Diego auch schonmal "wo der Frosch die Locken hat". Er muss mich respektieren und sich innerhalb der ihm gesetzten Grenzen bewegen - immer. Allerdings möchte ich eben einige Dinge, die für Hunde eben untypisch sind und die ich wirklich konditionieren will/muss, positiv bestärken anstatt mit Strafen zu arbeiten. Mir ging es nur darum, nochmal zu verdeutlichen, dass ich eben nicht nur mit Strafen und Grenzen arbeiten möchte. Ich wollte dir nicht widersprechen. ;)

Natürlich mache ich Diego klar, wenn er Mist gebaut hat. Ich möchte aber einfach, dass er auch unter solch extremer Ablenkung (also auch im Rausch einer Hetzjagd) auf meine Kommandos reagiert. Das möchte ich durch Konditionierung trainieren - genau so wie man eben trainiert, dass ein Hund nicht nur in absoluter Ruhe auf ein Sitz reagiert, sondern auch unter Ablenkung. Für die meisten Hunde ist so eine Hetzjagd eben ein absolut extremer Reiz, dem sie nicht widerstehen können - Respekt hin oder her. Ist zumindest meine Meinung und auch die vieler anderer Hundefachleute.

Respekt und "einfache" Konditionierung sind für mich zwei unterschiedliche Dinge, die parallel laufen und sich gegenseitig unterstützen. Ohne Respekt funktioniert die Konditionierung nicht, aber ohne Konditionierung funktionieren manche Dinge eben auch nicht, auch wenn mein Hund absoluten Respekt hat. ;)

Und hinsichtlich meines Jagdproblems sehe ich das so: Natürlich muss als Basis der Respekt vorhanden sein. Ich möchte ihm aber auch klar machen, was ich gerne als Alternativhandlung von ihm sehen würde - ihm also eine Möglichkeit geben, die richtige Entscheidung zu treffen. Habe ich die Möglichkeit, ihn vom Jagen abzuhalten - bspw. wenn er direkt neben mir steht und ich ihn mir noch greifen kann, was aber eigentlich nie der Fall ist, weil er nur jagd, wenn das Zielobjekt direkt im Feld neben ihm hochsteigt und losrennt - dann werde ich das auch tun und ihm klar machen, dass er das nicht zu tun hat.

Tut er es aber in einer Situation, wo ich ihn nicht davon abhalten kann - was meistens der Fall ist, sofern ich keine Schleppleine dran habe -, dann brauche ich ein verlässliches Abbruchkommando. Und das möchte ich über positive Konditionierung machen - Ablegen auf das Kommando "Platz" beim Jagen.

Einfach einen Rüffel verteilen, wenn er den Fehler (also Jagen gehen) begeht, finde ich persönlich schwierig, wenn ich in dieser Situationen keinen direkt Einfluss auf ihn habe, weil er gerade frei übers Feld dem Hasen hinterherjagd. Und ihn danach einfach anzuleinen, ist für mich keine angemessene Strafe - denn aus der Erfahrung heraus behaupte ich auch, dass Diego dieses Anleinen nicht als Strafe für das Jagen ansieht. Und einen Rüffel in Sekundenbruchteilen kann ich eben nicht verteilen. Ich habe leider keine Superman-Kräfte - so schnell kann ich nicht rennen. :D

Wir üben deshalb zunächst nochmal das verlässliche Platz in allen möglichen Situationen bis wir dann dazu übergehen, es auch bei der Jagd zu benutzen - sofern ich dann ruhig genug bin und ich nicht wieder in Panik irgendeinen Mist übers Feld brülle à la "Diego, da ist eine Straße. Komm zurück!" :Oo Bisher hat es immer direkt auf Anhieb funktioniert - auch aus dem Spurt zu einem Hundekumpel heraus. :klatsch:

Ich hatte als Absicherung gestern auch die Schleppleine dran. Aber Diego scheint nicht zu verstehen, dass die Schleppleine länger ist und er damit weiter weglaufen kann. Sobald er die Schleppleine dran hatte, ist er in einem Radius von 2m um mich herum gelaufen. Habe ich die Leine abgemacht, lief er auch ein wenig weiter weg. :( Aber zumindest war er nicht jagen. Die Vögel und Hasen auf dem Feld haben ihn nicht interessiert. :) Ich warte noch auf eine Situation, in der wieder ein Hase direkt vor seiner Nase hochhüpft und losspurtet. Dann teste ich unser Platz. :)

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Ich will dir auch nicht wiedersprechen ;)

Bevor ich angefangen habe meine Einstellung und Denkweise zu ueberdenken, haette diese Gedanken so auch nicht verstanden. Das ist eine Entwicklung, die man geht oder nicht, in dem Falle geht man einen anderen Weg.

Nichts ist voellig falsch oder voellig richtig. Keiner macht etwas richtiger, als der andere. Mir sind manche Dinge logisch oder unlogisch und einfach oder schwer :)

Sicherlich druecke ich mich nicht immer deutlich genug aus. Es ist ja auch nur ein Teil meiner wirren Gedanken und daher versteht jemand anders vielleicht nicht immer was mir wichtig ist oder was ich meine.

Ich arbeite nicht mit Strafen. Ich moechte auch nicht das meine Hunde mich respektieren muessen, sondern das sie es moechten. Sicherlich mit neuen Hunden fordere ich das sie mich achten und so ist es am Anfang ein Zwang. Aber ueber die Zeit aendert sich das und es wird freiwillig.

Vielleicht hast du auch kein Jagdproblem, sondern es war ein einmaliger Ausrutscher. Allerdings wuerde ich mich darauf auch nicht ausruhen. Lieber einmal zu viel etwas gemacht, als zu wenig.

Und letzten Endes ist es egal was du tust. Hauptsache ist, du tust etwas. Ihr werdet euch weiter entwickeln und du wirst weiter lernen. In paar Jahren kuckst du hierauf zurueck und wunderst dich ueber deine Gedanken :D :D :D

Sie ganz lieb gegruesst.

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