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Hundeforum Der Hund
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Die Gefahr der Vermenschlichung

Empfohlene Beiträge

(Gehört Internet - Forum in die Kategorie wertvoll?)


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=68171&goto=1447921

Sehr eingeschränkt :D .... aber mein Beitrag war keine Antwort auf irgendeinen Deiner Beiträge, sondern nur meine Meinung.

Ps.: Ich habe über das www auch alles kennen lernen dürfen, wie in der "ww" (wirklichen Welt) ;)

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Vermenschlichung erleben wir vorallem von nicht Hundehalter Freunden, Nachbarn oder Zufallsbekanntschaften.

Sie wollen Shyla Kuesschen geben zur Begruessung; ins Gespraech miteinbeziehen; (und erfinden alles moegliche an komplizierten Gedankengaengen, die Shyla leider selber nicht aussprechen kann); wollen ihr Essen zustecken, damit sie sich nicht ausgeschlossen fuehlt und bemitleiden sie sehr, wenn sie so weg vom sozialem Geschehen auf ihrem Kissen ruht.

Meine Vermutung ist, sie hoeren ueberall, dass Hunde Familienmitglieder sind und ueber alles geliebt werden. Also will man als Freund der Familie niemand vor den Kopf stossen und den Hund als vollwertiges Mitglied annehmen?

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Ich erzähle den Hunden auch jeden Tag irgendwelchen Quatsch von dem sie nichts verstehen. Na und?

Ich habe auch nie akzeptiert nur über "eindeutige" Kommandos zu kommunizieren.

Mich persönlich ärgert es gewaltig wie wenig Raum Menschen anderen Lebewesen lassen.

Deswegen sehe ich auch leider nichts von Vermenschlichung.

Ich denke es ist wichtig dass die Hundehalter selbst begreifen dass sie zu den Eigenheiten ihrer Tiere stehen müssen und sich nicht gleich entschuldigen wenn der Hund mal bellt oder knurrt.

Je mehr sich die Hundehalter schuldig bekennen umso angreifbarer werden sie, und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis wir Hunde mit Psychopharmaka vollstopfen damit sie besser funktionieren und sich nicht mehr als Wesen zu erkennen geben die eben keine Menschen sind.

Die Kastration als Allheilmittel ist bereits ein Weg in diese Richtung.

"Wie, ihr Hund bellt? Ich würde den kastrieren lassen. Der wird dann viel ruhiger."

Was soll man da antworten außer: "Wie wäre es wenn Sie kastriert würden? Sie würden dann viel ruhiger und würden sich auch nicht mehr so leicht aufregen!" :-)

Gruß

Lars

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Also ich bin kein Mensch großer Worte im privaten Bereich.

Ich bin auch kein super geselliger Mensch im privaten Bereich. :Oo

Das habe ich alles in meinem Job zu genüge und deshalb bin ich privat so wie ich bin. :D

Das ist ein Vorteil...ich texte meine Hündin nicht zu (und meine Pflegis auch nicht...) :)

Und weil ich schon seit ewigen Zeiten u.a.ein ausgebildeter Kinästhetik-Mensch bin weiß ich auch, dass kleinste Bewegungen (Signale) ausreichen um etwas zu bewegen (in welchem Sinne auch immer). =)

Und ich denke auch dass es deshalb nicht zu einem Desaster kommt bzw. dass mein Hund nicht total gestört ist, wenn ich ungerecht, gereizt, müde oder verunsichert bin....oder einfach mal oder mehrfach mal, untypisch reagiere ;)

Aber natürlich musste ich erst lernen das der Hund kaum verbale Sprache benötigt. ;)

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ich habe nen Pudel, den muss ich nicht vermenschlichen , der ist von sich aus nen halber Mensch :klatsch:

Aber mal im ernst, ich hab mich früher auch schon bei der Redewendung ertappt "komm Süßer bleib da"

Vermenschlichung setzt da ein wo der Hund als Hund nicht mehr respektiert wird und seine Bedürfnisse zugunsten des Menschen zurückstehen müssen. Und das finde ich nicht gut. Hund sollte auch immer Hund sein dürfen. Ein Hund in meinem Rudel, also meine Hunde, haben sich aber grundsätzlich an meine Regeln zu halten. Das heißt auch dass sie sich nicht immer hündischem Verhalten hingeben müssen und ihre Trieb manchmal kontrollieren müssen. Aber das wäre in einem reinen Hunderudel ja auch genauso.

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Ich erzähle meinen Hunden dauernd was. Mir gefällt die Illusion der Kommunikation. Wenn es bei Kommunikation tatsächlich um verstehen ginge würden auch Menschen untereinander nicht so kommunizieren wie sie es glauben zu tun. :-)

Wie ich schon Mal schrieb: früher wurde mit Hunden geredet als seien sie Menschen. Meine Oma schälte Kartoffeln - die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Maul vom Hund - und der Cocker Spaniel saß neben ihr und hörte sich den Tratsch des Tages an.

Hunde konnten damals weniger Kommandos, aber ganz sicher haben sie mehr verstanden.

Sie konnten sehr sensibel auf den Tonfall reagieren. Sie kannten jeden Nachbarn mit Namen. Sie fraßen wenn man ihnen erzählte dass der "Benno" ihr Futter holt und sie rannten zur Tür wenn man den Bobby ankündigte.

Bei meinem letzten Hund, der leider nicht mehr lebt, habe ich gelernt zu welchem Sprachverständnis Hunde fähig sind. Ohne es jemals geübt zu haben verstand er jedes buchstabierte Wort dass er kannte. er konnte Aussagen verknüpfen. Er konnte nicht nur "lauf" oder "hoch" oder "Stofftier".

Er konnte: "Lauf hoch und hol ein Stofftier". Bei "Lauf und hol ein Stofftier" suchte er nur auf der Etage wo er war. Bei "geh hoch" ging er hoch, brachte aber kein Stofftier.

Gerade erst fängt die Forschung an zu begreifen dass Hunde viel mehr können als man lange meinte. Stimmt nicht ganz: früher wusste man das.

Es erinnert mich an die Papageien von denen man früher glaubte sie seien blöd und würden unreflektiert nachplappern. Bis dann Untersuchungen zeigten: hoppla, Papageien können schlussfolgern - und das nicht nur auf eine primitive Art. Sie können derart gut schlussfolgern dass sich die Tatsache es nicht längst bemerkt zu haben nur mit menschlicher Arroganz erklären lässt.

Wäre doch komisch wenn Hunde über zehntausende von Generationen nicht gelernt hätten mehr zu verstehen als man ihnen heute zutraut.

Die Geschichten alter Leute über ihre Hunde tut man heute mit einem Schmunzeln ab und denkt nicht eine Sekunde lang daran dass sie stimmen könnten.

Heute ist man so viel klüger, da man gelernt hat dass Hunde nur eindeutige Kommandos verstehen können. Zum Glück ist man gerade dabei zu begreifen zu welchen Intelligenzleistungen Tiere fähig sind. Man suche unter youtube nach "bowerbird" und staune.

Man beachte die Fähigkeiten von Menschenaffen mittels eines Computers eine Sprache lernen zu können.

Ich glaube wir sind aktuell auf einem arroganten Irrweg der Hundeerziehung. Wir machen den Fehler den wir schon immer gemacht haben und unterschätzen alles was nicht Mensch ist auf peinlichste Weise.

Gruß

Lars

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Hi

also irgendwie galube ich nicht, dass früher mehr vermenschlicht wurde. Meine Mutter kommt zum Besipiel vom Land, der Hund hate da ´ne klare Aufgabe. Er gehörte nicht ins Haus, war er zu aggressiv kam er an die Kette, biß er seinen eigenen Besitzer wurde er um die Ecke gebracht. Geredet wurde da ganz bestimmt nicht viel mit den Tieren.

Meine Mutter hat erst durch meinen Vater und als hier in die Stadt zog ein anderes Verhältnis zu Tieren entwecklet, vorher waren sie halt: Grundnahrungsmittel, Wächter oder Mäusefallen.

Ich habe das Gefühl, dass sich die Erziehung in zwei Richtungen bewegt. Zum einen wird das Tier komplett vermeschlicht, er hat mehr Klamotten im Schrank als der Besitzer. Die Beine werden nur noch zur not eingesetzt, ansonsten folgt dieser Hund einem Trend und ist vor allem Deko. Jetzt mal ganz extrem zugespitzt.

Auf der anderen Seite sind da die "alles richtig macher". Der Hund als rein instinkt gesteuertes Wesen, läßt sich mittels strikten Vorgaben perfekt erziehen, individuallität des Hund ist ganz weit aus dem Sichtfeld gerückt und es gibt nur noch den Weg. Jeder der mit seinem Hund in ganzen Sätzen redet hat ja mal gar keine Ahnung und wenn dan auch nur von einem anderen Besitzer eine Anekdote erzählt wird, wie: mein Hund hatte ein schlechtes Gewissen, ist dieses Gespann ja eh absolut unfähig und der Hund wird unweigerlich zum Problemhund.

Irgendwie fehlt mir heutzutage der Mittelweg, der wo Hund Hund ist. Wo man darauf achtet wie Hunde untereinander umgehen, sich wie Hunde verhalten dürfen, aber man selber akzeptiert, dass man kein Hund ist. Man dem Hund auch mal das Ohr voll labern kann und trotzdem, individuell daruf eingeht was für das Tier am sinnvollsten ist. Trotzdem aber akzeptiert, dass es sinnvoll ist, dass auch der Hund menschliche Regeln befolgt.

Meine Hündin steht zB total drauf wenn ich sie zutexte, klar sie bekommt dann auch Aufmerksamkeit. Sie hat es gelernt aus ganzen Sätzen zu entnehmen was ich möchte, sie zieht sich da Schlüsselwürter raus. wenn ich sage: würdest du bitte sitz machen, macht sie das. Bei meinem Rüden würde das nie so funktionieren.

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Passiert zwangsläufig, wenn man sie in sein Herz schliesst ;) bei einem mehr , bei anderen weniger.

Wir sind alle Betriebsblind, wenn es um den eigenen Hund geht und , das was er tut oder auch nicht. Immer gern bereit eine "Erklärung/Entschuldigung" zu finden.

Aber hey, wir sind halt auch nur Menschen :)

Gruß Iris

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@Lars: deine Beiträge sprechen mir aus der Seele.

Auch ich texte meine Hunde gerne zu (damit können sie leben) und so manchesmal ertappe ich mich bei dem Gedanken: jetzt würde jeder Hundetrainer die Augen verdrehen. Warum eigentlich? Weil ich es mag, dass meine Hunde im Bett schlafen (ich liebe das Kuscheln)? Weil ich es akzeptiere, dass auch mit ihnen mal die Pferde durch gehen, oder sie nen blöden Tag haben? Weil ich nicht verlange, dass sie immer perfekt sind? Natürlich wird Blödsinn verboten, auch Kommandos sollten befolgt werden. Niemand wird angefallen, oder was auch immer. Vermenschlichen bedeutet für mich aber auch, mit menschlichen Maßstäben den Hund zu sehen, das geht so nicht. Hunde sind Raubtiere, sie jagen oder hüten oder bewachen, etc. je nach Rasse, warum muss jegliche Genetik abtrainiert werden? Hunde sind Individuen, keine Roboter oder Stereotypen, jeder ist anders, wie wir Menschen auch. Ich bin mit einem Schäfi-Mix, der aus schlechter Haltung kam, aufgewachsen. Schon lange her. Meine Eltern haben weder je ein Hundebuch gelesen, noch je eine Hundeschule besucht, war damals auch alles noch nicht so verbreitet. Trotzdem war unser Hund ein klasse Familienhund. Heute wird nach Leitfaden gehandelt, erzogen und beurteilt, alle sollen gleich und gleicher sein, der Mensch wie Hund. Diese Sichtweise bedeutet für mich Vermenschlichung, jedoch nicht Menschlichkeit.

Ich gestehe aber jedem Fehler zu, uns Menschen und auch unseren Hunden.

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Ja, so sehe ich es auch!

Gruß

Lars

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