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Hundeforum Der Hund
gast

Die Gefahr der Vermenschlichung

Empfohlene Beiträge

Mein Hund hat (mehr als die beschriebene) ne`Stärke...die lässt sich nicht durch meine Verunsicherungen, verunsichern!!!!!!!!!!!! :D

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Hallo,

um noch mal auf den Punkt zu kommen; für mich beginnt "Vermenschlichung", wenn ich meinem Hund etwas aufzwinge - das er nicht braucht - nicht kann - nicht will - und nur meinem persönlichen EGO dient . Das ist für mich der gezwungene "Modehund", der Ketten-Wachhund, der Dauer-nur Garten Hund und ähnliche schlimme Daseinsformen mehr. :kaffee:

Solange es bei mir Bewerberlisten gibt ... ich möchte bitte dein neuer Hund werden ....geht es uns gut und ich spreche auch für Gina.

Würde ihre Mama plötzlich nicht mehr so quatschen und agieren - Unsicherheit und Angst wären die Folge ... das kleine Luder versteht alles und das kann die Wissenschaft heute vielleicht noch nicht erklären ...aber die Geschichte zeigt doch ... unterschätzt unsere Hundis nicht.

Grüßele Nana

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Meine Einschätzung ist, dass wir Hunde nicht vermenschlichen sondern auf generalisierte Erwartungen hin instrumentalisieren.

Hunde wurden schon immer als Instrumete betrachtet, die man brauchte um bestimmte Ziele zu erreichen. Das heißt dass sie instrumentalisiert wurden.

Nur gab es eben diese konkreten Zielsetzungen.

Da gab es die Jagd. Klar wurden auch hier Hunde als Instrumente begriffen.

Da gab es das "Hüten". Auch hier wurden Hunde als Instruemte begriffen.

Ebenfalls gab es Schützen und auch hier haben wir uns der Hunde bedient.

Das waren spezielle Erartungen an Hunde, und Hunde waren spezielle Instrumete.

Nur hat sich das mittlerweile entkoppelt. Heute hat nicht mehr der Jäger konkrete Erwartungen an einen Hund (das ist eher die Ausnahme) oder der Otterjäger, oder der Fleischer. Heute hat eine nicht mehr begreifbare Gesellschaft Erwartungen an einen Hund. Dabei ist es völlig egal wie der Hund genetisch gestrickt ist. Die Gesellschaft erwartet eben!

Ob es ein Schnauzer ist, ein Pudel, ein Griffon, ein Catahoula - egal - an alle Hunde werden ähnlich konfuse Erwartungen gerichtet. Früher waren die Erwartungen speziell:

- der Jagdhund soll ein guter Anzeiger sein, oder ein guter Sucher...

- der Schäferhund soll ein guter Wächter sein...

- der Rottweiler soll ein kräftiger Hund sein der den Metzgerwagen zieht... etc.

Man erwartete von den Hunden dass sie spezielle Aufgaben übernahmen.

Keiner erwartete ernsthaft von einem Schäferhund dass er friedlich war und Pfötchen gab. Keiner erwartete ernsthaft von einem Griffon Nivernais dass er ein lahmarschiger "bei-Fuß-Geher" war. Ne, der sollte Wildschweine jagen. Und jeder erwartete von einem Rottweiler dass er andere Hunde (und Menschen) in den Hintern trat wenn sie sich am Metzgerkarren gütlich tun wollten.

Heute sind die Erwartungen generalisiert. Will heißen: man erwartet von jedem Hund das gleiche. Er soll "Fuß gehen", er soll keinen Jagdtrieb haben, er soll nicht bellen etc.

Dabei nimmt man keinerlei Rücksicht auf genetische Prägung. Neinnein, alle Hunde haben das gleiche zu können. Und ab geht`s in die hohe Schule der Unterordnung.

Ihre typischen Eigenschaften dürfen sie nicht mehr zeigen. Gleichwohl werden mit akribischem Ehrgeiz Rassen weiter gezüchtet, deren typische Merkmale in der heutigen Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Wenn die Hunde dann genau die Eigenschaften entwickeln wegen denen sie über Jahrhunderte oder länger gezüchtet wurden und diese auch zeigen, wird der Privattrainer bestellt. Wenn der nicht hilft geht immer noch kastrieren.

Mit Vermenschlichung hat das wenig zu tun.

Gruß

Lars

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http://www.polar-chat.de/topic.php?id=68171&goto=1452697

Du sprichst mir aus der Seele - genau das ist das Vatale an der ganzen Hundehaltung heute und aus den Anforderungen von außen ist es auch so schwierig, wenn man seiner Überzeugung nach den Hund anders hält.

Ich habe Gott sei Dank ein Haus gefunden, ohne Nachbarn. Nicht weil mein Hund so laut ist, sondern damit er vor den Anforderungen von Nachbarn geschützt ist.

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Mit Vermenschlichung hat das wenig zu tun.

Letztlich schon, wenn auch mit einer anderen Bedeutung.

Der Hund muss eben auch in ein vom Menschen erdachtes Funktionsschema passen. Wie auch der Mensch von Kleinkind an in ein solches Schema gedrückt wird. Sei es durch Kindergarten, Vorschule, Schulsystem etc.

In den wenigsten Schulen interessiert irgendjemanden, wer wo welche Stärken hat. In den meisten Schulen muss jeder möglichst überall gut sein, sonst hat er eh keine Aussicht auf einen vernünftigen Ausbildungs- oder Studienplatz.

Nutztiere werden seit Jahrzehnten "optimiert", Gemüse wird standardisiert, alles bekommt eine EU-Norm, warum glaubt Ihr, dass diese Einstellung zum Leben ausgerechnet vor dem stoppt, was so eng mit uns lebt wie der Hund?

Man kann es vielleicht anprangern, aber wie, Lars, möchtest Du es ändern?

Geh hin und verbiete den Menschen in der Innenstadt von Hamburg Viczlas, Ridgebacks, Weimaraner und andere "schicke" Hunde zu halten, die niemals ihren Veranlagungen gemäß leben können werden. Verbiete ihren Züchtern, sie an "solche" Menschen zu verkaufen.

Seit Don Quijote wissen wir, dass man gegen Windmühlen nicht kämpfen sollte.

Mein Weg ist, Menschen zu zeigen, wie sie nicht TROTZ sondern MIT der Gesellschaft und ihren Anforderungen mit ihrem entsprechend veranlagten Hund ein gutes Leben führen können. Nur ich erwarte eben von dem Menschen, WENN er sich schon einen entsprechend veranlagten Hund an seine Seite holt, dass er dann auch aus seiner persönlichen Komfortzone heraus kommt und sich um die Bedürfnisse des Hundes bemüht.

LG Anja

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Das unterschreib ich!

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Hallo,

um noch mal auf den Punkt zu kommen; für mich beginnt "Vermenschlichung", wenn ich meinem Hund etwas aufzwinge - das er nicht braucht - nicht kann - nicht will - und nur meinem persönlichen EGO dient .
Ich habe den Eindruck, dass nicht zwei Teilnehmer an diesem Faden die gleiche Definition von "Vermenschlichen" haben.

Funktionalisieren, wie Lars es beschreibt, nutzt die Existenz des anderen Lebewesens für die eigenen Zwecke. Dabei könnte das andere Lebewesen, der Hund, durchaus sehr artgerecht den eigenen Bedürfnissen entsprechend leben. Das schließt sich nicht zwingend aus.

Man kann auch vermenschlichen, indem man die Handlungsmotive des Hundes als Mensch für sich interpretiert und daraus dann Konsequenzen ableitet.

Man kann auch vermenschlichen, indem man dem Hund, seine Körpersprache deutend, bestimmte Gefühle zuschreibt, die man selber damit verbindet. Und natürlich kann er solche Gefühle haben, auch wenn er keinen Begriff dafür kennt. Ob unsere Deutung richtig ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ich habe ein wenig im Netz gesucht und folgenden Text gefunden.

Er enthält in meinen Augen einige wichtige Gesichtspunkte.

Als letzte Frage bleibt:

Ist es überhaupt möglich, Hunde oder andere Tiere nicht zu vermenschlichen?

Gerade bei Gesichtsausdrücken unterstellen wir fast zwanghaft entsprechende menschliche Emotionen.

Aber wenn wir schon vermenschlichen, wie viel Eigenleben gestatten wir dem Tier?

Paul

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Hallo!

Wie ich es ändern möchte, Bärenkind?

1. nicht jedem Heini gegenüber klein beigeben und mich für normales Verhalten entschuldigen,

2. indem ich vielen anderen Leuten erkläre wie Hunde so sind,

Ich kann jahrelang Verhaltenstraining machen. Der erste Jogger kommt bestimmt der die Klappe aufmacht.

Ich kann mich dazu entscheiden meinen Hund zu trainieren.

Ich kann mich dazu entscheiden es zu lassen und Menschen zu erklären wie Hunde so sind.

Ich kann aber auch beides in angemesenem Verhältnis versuchen.

Und erfahrungsgemäß erreicht man damit eine Menge.

Ich kann mich entschuldigen wenn ein Spaziergänger mit ausgestreckter Hund auf meinen Hund zukommt und dieser bellt. Ich kann ihm aber auch erklären warum man das nicht macht. Mache ich letzteres hat er was gelernt was er anderweitig nutzen kann. Mache ich ersteres habe ich irgendwann ein Problem, weil ich nur noch auf Leute treffe die nichts verstehen.

Also ist die Grundsatzfrage die: an was arbeite ich: an meinem Hund oder am Verständnis anderer Menschen?

Gruß

Lars

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Ja, aufklären ist toll. Mein Weg ist auch der Diaglog, wenn sich eine Konfrontation nicht vermeiden lässt. Nur... wie oft hört Dir tatsächlich jemand zu?

Und ich habe wirklich emotionale Kontrolle gelernt und bin nicht der Typ, der sofort zurück pöbelt...

LG Anja

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Wann hört jemand zu?

Wenn es die Situation hergibt. Zum Beispiel bei einem Bier unter Freunden, einem Vortrag vor Fremden (zumindest in meinem Fall), einem Beitrag in nem Forum etc. Man muss dann drüber reden wenn jemand zuhört und es sein lassen wenn niemand zuhört.

Das ist ne einfache Regel.

Emotionale Kontrolle ist ein Privileg. Das haben nur wenige. Und gerade diese erlaubt uns doch den Zeitpunkt zu wählen wann jemand zuhört und man was erklären kann, wann man klein beigeben muss und wann man schocken muss.

Gruß

Lars

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