Jump to content
Hundeforum Der Hund
gast

Die Gefahr der Vermenschlichung

Empfohlene Beiträge

Das Problem ist in diesem Fall, dass ja meist die Meinung fest gefahren ist. Also derjenige, der den Hundehalter anpöbelt, nur weil der Hund z.B. unangeleint 1 m an einem Fremden vorbei geht, der hat ja schon eine negative Grundeinstellung oder Vorerfahrung zum Thema Hund.

Derjenig ist vermutlich der Ansicht, alle Hunde gehören immer an die Leine, und die Welt ist rosarot.

Wie schaffe ich eine Bereitschaft, meine Sach-Argumente überhaupt zu wahrzunehmen, wenn das Gegenüber so fest auf seiner Meinung sitzt, dass Aggression (Pöbeln ist für mich eine Aggressionsform) in der Kommunikation sehr deutlich hervor kommt?

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Wie schaffe ich eine Bereitschaft, meine Sach-Argumente überhaupt zu wahrzunehmen, wenn das Gegenüber so fest auf seiner Meinung sitzt, dass Aggression (Pöbeln ist für mich eine Aggressionsform) in der Kommunikation sehr deutlich hervor kommt?

Das Pöbeln beim Gegenüber, als solches zu erkennen und wahrnehmen, dass es aus einem Negativ-Gefühl entsteht.

So einem Menschen kann ich nicht mit Argumenten entgegen treten. Er wird sie gar nicht hören wollen.

Der Mensch hat die Möglichkeit über seine Sinne (Ohren, Augen, Riechen, Fühlen...) etwas wahrzunehmen.Wenn die Ohren nicht aufnahmefähig sind, dann doch die Augen.

So einen menschlichen Pöbler kann ich bei Treffen regelmässig vor Augen führen (durch Sehen), dass seine Einstellung - sofern er das überhaupt will, zumindest hinterfragt werden sollte.

Ob er das dann tut, ist wieder eine andere Sache.

Gruß Christa

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ja, wenn ich jemanden regelmäßig treffe, dann sehe ich auch eine Chance, aber mit Menschen, die wir regelmäßig treffen, haben wir null Probleme. Im Gegenteil, da kommt nur positives Feedback, weil sie sehen, warum mein Hund frei läuft und wie gut er steuerbar ist, falls nötig.

Da kommen auch mal Kommentare wie: Hab Dich neulich gesehen, wie Dein Hund bei uns gegenüber auf das freie Grundstück gehäufelt hat (dort spielen immer die Kinder).

Ich dachte schon, oh Mist, da hab ich was übersehen, aber der Nachsatz war dann:

Und dann sah ich an Deiner Körpersprache, dass Du keine Tüten mehr in der Jacke hattest. Da bist Du nach 5 Minuten mit Tüte wieder zurück gekommen und hast den Haufen weg gemacht. DAS fand ich toll. Welcher Hundehalter macht denn sowas?

Huch, so steht man hier unter Beobachtung... Aber wie gut dass sie auch den zweiten Teil der Aktion gesehen haben, sonst wäre mein Ruf dahin gewesen. Zum Ruinieren reicht ja eine Fehlhandlung oft schon aus...

Trotzdem ist mein Hund keine Maschine und hat auch schon Menschen verbellt, die am Haus vorbei gehen wollten... da bleibt nur entschuldigen. Bisher ging das immer freundlich und gut aus.

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Bärenkind,

Wie schaffe ich eine Bereitschaft, meine Sach-Argumente überhaupt zu wahrzunehmen, wenn das Gegenüber so fest auf seiner Meinung sitzt, dass Aggression (Pöbeln ist für mich eine Aggressionsform) in der Kommunikation sehr deutlich hervor kommt?

LG Anja
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=68171&goto=1458370

Ich sehe das pragmatisch. Diskutiere nicht mit einem dessen Meinung festgefahren ist. Überzeuge lieber zwei andere die noch keine feste Meinung haben. :-)

Mir erklärte letztens einer, dass ein Durchschnittshund im Laufe seines Lebens mehr Ressourcen vernichtet als bei der Herstellung eines Geländewagens vernichtet würden, der Geländewagen somit eine günstigere Ökobilanz hätte als ein Hund.

Ich hab gesagt: "Wahnsinn! Wir könnten 20 Millionen Geländewagen mehr in Deutschland haben wenn wir keine Hunde hätten! Wir persönlich hätten sogar vier Geländewagen plus die Autos die wir eh schon haben. Das wären ja paradisische Zustände, wenn jeder vierte Haushalt einen Geländewagen zusätzlich hätte. Findest du nicht auch?"

:???

Gruß

Lars

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@ Lars 1970

Wenn Du mit Menschen nicht in die Kommunikation eintrittst, nicht mit ihnen diskutierst, wirst Du wahrscheinlich schwerlich feststellen, dass er eine festgefahrene Meinung hat.

In dieser Aussage widersprichst Du Dich!

Menschen können nicht, wenn sie es nicht ausdrücklich einsehen und wirklich wollen, zur Umkehr bewegt werden.

Ich kann immer nur vor Auge führen, dass es auch anders geht. Wenn es nicht wirklich wahrgenommen wird (optisch oder durch Hören), dann kann ich selbst nichts ändern. Da kann ich mich auf den Kopf stellen und mit den Füßen strampeln - es wird nichts bewirken. Außer, das mein

Gegenüber das zum Lachen findet.

Ich vergleiche das immer mit Sender und Empfänger. Der Sender kann noch so schön und ausführlich senden, wenn der Empfänger keinen oder nur minimalen Empfang hat. Verzerrungen sind auch ein Empfang, sagen jedoch nichts über den Sender aus.

Gruß Christa

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Christa,

ich schrieb ja nicht, dass ich mit Menschen, die eine fest gefahrene Meinung haben, nicht kommuniziere.

Ich schrieb, dass ich nicht versuche sie zu überzeugen.

Man kann Menschen nur dann überzeugen wenn sie

a) noch keine Meinung haben oder

B) unsicher sind.

Die anderen muss man halt blocken. Kooperation geht hier nicht.

Gruß

Lars

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Lars,

wenn mich jemand anpöbelt, weil mein Hund seiner Meinung nach irgendetwas tut, hat, darstellt, was nicht richtig ist, dann WEISS ich doch aber noch gar nicht, ob und wie fest gefahren die Meinung ist.

Außerdem finde ich, dass es noch c) gibt. Zu denen gehöre ich häufig. Nämlich Menschen, die eine Meinung haben, aber durchaus noch bereit sind, auch andere Meinungen anzuhören, darüber nachzudenken, und vielleicht im Laufe der Zeit sogar verstehen zu können, was der andere meint. Die Steigerung wäre dann noch, sogar mal die Meinung zu wechseln und anderen Recht zu geben.

Wunder geschehen immer wieder ;)

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Bärenkind,

ich gehöre auch in deine c Kategorie. Gerade heftige Diskussionen führen dazu dass ich meine Meinung ändere. Nur ist das eben nicht der Normalfall sondern die Ausnahme.

Studien zeigten dass Menschen eher zum Gegenteil neigen:

wenn sie eine Theorie von etwas haben, dann wird diese Theorie noch mehr gefestigt wenn sie andere Theorien kennen lernen die der ersten widersprechen.

Deswegen ist es wahrscheinlicher dass man eine feste Meinung noch mehr festigt wenn man dagegen argumentiert als dass man sie auflöst.

Wenn dich jemand für ein Verhalten anpöbelt, welches deiner Meinung nach nicht problematisch ist, dann kannst du ziemlich sicher sein dass er eine festgefahrene Meinung hat, weil er ansonsten solche Emotionen gar nicht entwickeln würde.

In unbekannten Situationen sind Menschen zunächst unsicher und ihnen fehlen die Worte.

Pöbeleien sind Belege für ein bereits gelerntes Verhalten welches artikuliert werden kann.

Auch die Technik des Pöbelns wird erlernt. :-) Und wer sie erlernt hat belegt damit dass er ein Programm abspult - Stereotype in aller Regel. Dem ist aber schon ein längerer Prozess voraus gegangen und du kannst mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen dass ein fest gefahrener Glaubenssatz zu Grunde liegt.

Gruß

Lars

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Da kann ich Lars Recht geben, wir merken das hier in Gilsbach ständig...

Die Leute die gleich pöpeln, da kannst Du denen hier nichts erklären,

die fahren Dir meist noch über den Mund und dann sagen die wie was zu laufen hat.

Und wenn Du es dann trotzdem mal versucht, werden sie schon fast aggressiv/handgreiflich, deswegen schenken wir uns das.

Man hat schon fast keine Lust/Kraft mehr den Leuten was zu erklären.... :(

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Sabine,

witzig dass du das schreibst, denn genau das habe ich letztens auch über die Gilsbacher gehört. :-)

Gruß

Lars

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×
×
  • Neu erstellen...