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Hundeforum Der Hund
melle2885

Der Labrador heute - distanzlose Energiebündel mit "rassistischer" Neigung? Her mit eurer Meinung! :-)

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen! :winken:

Also schonmal vorab: Es geht nicht um einen speziellen Labrador, sondern um die Labbis im Allgemeinen.

In unserer Hundeschule haben wir sehr viele Labbis und gestern kam in unserer Trainingsstunde das Thema "der Labbi heute" auf. Folgende Thesen wurden diskutiert:

- Der Labbi scheint heutzutage sehr distanzlos zu sein. Er schießt stürmisch auf andere Hunde und Menschen zu, hält nichts von ruhiger Begrüßung und ruhigem Spiel und rennt gerne alles und jeden über den Haufen. Ein "Ich will nicht" vom anderen Hund wird nicht akzeptiert, sondern es wird eher mit der Einstellung gekontert: "Ich bin ein Labbi. Glaub mir, du magst mich und du willst mit mir spielen. Ich werd dich davon schon noch überzeugen." Der Labbi ist also aufdringlicher geworden.

- Der Labbi ist viel energischer, hibbeliger und stürmischer geworden und er kann sich nicht mehr so gut unter Kontrolle halten (Stichwort "Impulskontrolle"). Viele Labbis würden deshalb häufig (wenn auch fälschlicherweise) für hyperaktiv erklärt.

- Der Labbi scheint sich mit anderen Labbis besser zu verstehen als mit anderen Hunden. Sie spielen viel "rüpeliger" miteinander und führen sich untereinander auf wie Rambos. Selbst Labbis, die nicht ganz so freundlich auf andere Hunde zu sprechen sind, reagieren bei anderen Labbis oft freundlicher als bei anderen Rassen. Sieht ein Labbi einen anderen Labbi ist es oft so, dass sie "nicht mehr zu halten sind vor Freude".

- Einige waren der Meinung, dass man einen Unterschied zwischen Standard- und Arbeitslinie erkennen kann. Die vorherigen zwei Punkte würden vorrangig auf die Standardlinie zutreffen. Hier wurde die These aufgestellt, dass man wohl bei der Zucht eher auf Freundlichkeit und Familientauglichkeit geachtet hätte und dann daraus ein "zu freundlicher" Hund geworden wäre. Eine Gegenmeinung war, dass es vielleicht auch an den vielen Labbis aus Massenzuchten (sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland) liegen könnte. Aufgrund des Trends und der erhöhten Nachfrage würden viele Labbis aus solchen unkontrollierten Zuchten stammen, wo man natürlich nicht auf die Entwicklung des Wesens geachtet hat.

All dies war nicht böse oder verächtlich gemeint. Die Labbis haben auch bei uns in der Hundeschule weiterhin sehr viele Fans und sorgen für viel Spaß. :klatsch: Es waren lediglich Erfahrungen, die wiedergegeben wurden. Und es gilt natürlich wie immer nur für den Großteil der Labbis, die die Personen, die sich an dieser Diskussion beteiligt haben, kennenlernen durften. Ausnahmen bestätigen ja gewöhnlich die Regel. Und vielleicht sind die Labbis bei uns in der Gegend einfach anders. ;)

Bei den teilnehmenden Personen handelte es sich sowohl um "einfache" aber Hunde-erfahrene Teilnehmer der Hundeschule als auch um verschiedene Trainer, die während der letzten zwei Jahrzehnte viele Labbis kennenlernen durften. Die Labbis fallen wohl in der Hundeschule immer häufiger durch oben genanntes Verhalten auf.

Jetzt würden mich eure Meinungen dazu interessieren. Welche Erfahrungen habt ihr mit euren oder mit anderen Labbis gemacht? Könnt ihr die oben genannten Erfahrungen bestätigen oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Mich würde es freuen, wenn wir hier viele Erfahrungen zusammentragen könnten. :)

Und noch eine Bitte: Es soll hier keine Diskussion entstehen, ob ein Labbi ohne Papiere schlechter ist als ein Labbi mit Papieren. Es geht lediglich um eure Erfahrungen was die Entwicklung der Verhaltensweisen der Charakterzüge von Labbis in den letzten Jahren angeht. Uns würden nämlich auch andere Blickwinkel als nur die aus unseren Hundeschule-Kreisen interessieren. :)

Dankeschön!

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(bearbeitet)

Eins vorweg: ich habe keinen Labrador

Meine Erfahrungen gehen dahin, dass ich festgestellt habe, dass der Labrador zum Modehund geworden ist, weil ihm Kinder- und Familienfreundlichkeit nachgesagt wird.

Alleine der Beliebtheitsgrad hat die Rasse ansteigen lassen, mit der Folge, dass viele Hunde zur Zucht gekommen sind, die eigentlich gar nicht Zuchttauglich sind. Es wurde weniger auf das Wesen geachtet und bei vielen Züchtungen blieb auch die Vorsorgeuntersuchung weg.

Das wiederum hat zur Folge, dass es heute sehr viele Labbis gibt, die mit dem umgänglichen Wesen aus früheren Zuchten nichts mehr oder kaum noch etwas gemein haben. Von den vielen Knochenproblemen ganz zu schweigen!

Auch die Hundehalter haben es sich zu einfach gemacht. Kinder- und Familienfreundlichkeit wurde gleichgesetzt mit "braucht keine Erziehung".

Dass die Labbis so auffällig geworden sind, liegt an der Tatsache, dass es so viele gibt.

Gruß Christa

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Ich habe auch keinen Labbi, aber auch die Erfahrung machen müssen, das die meisten wirklich total distanzlos sind und irgendwie den Eindruck erwecken, als wenn sie die Körpersprache des Gegenübers nicht verstehen wollen / können?

Allerdings beziehen sich diese Erfahrungen nur auf die schwarzen Labbis.

Mit den blonden habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht, die kommen aber auch nicht einfach ungefragt angestürmt, rempeln und rüpeln so wie die schwarzen.

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Auch die Hundehalter haben es sich zu einfach gemacht. Kinder- und Familienfreundlichkeit wurde gleichgesetzt mit "braucht keine Erziehung".

Genau das denke ich auch. In den meisten Rassebüchern steht beim Labbi, dass diese die reinsten Familienhunde und ganz leicht zu erziehen seien.

Das ist in meinen Augen ein Trugschluss!

So wird sich der Labbi angeschafft, weil das ja alles so einfach ist und er quasi nur mitläuft, und dann kommt das böse Erwachen, wenn die Halter merken, dass dem nicht so ist. (Meist dann, wenn der Hund pubertiert, fallen die ganzen Erziehungsfehler /nicht verrichtete Erziehungsarbeiten mächtig auf.)

Dass Labbis meist recht distanzlose Energiebündel sind, ist mir auch aufgefallen. Aber ich denke, dass dies eher an den Gründen liegt, die ich oben beschreibe und daran was Christa geschrieben hat. Ich kenne nämlich auch, distanzlose, energiereiche Labbis, die trotz allem gelernt haben, wie man sich Artgenossen und Menschen nähert!

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Ich habe zwar keinen Labbi, aber es gibt hier einige.

Mir ist auch aufgefallen, das sie sehr wild und stürmisch sind, allerdings mag Lindo die sehr gern, denn er ist auch so eine Dampfwalze und spielt teilweise ziemlich grob.

Da geht es auch mal ordentlich zur Sache, aber natürlich alles im Spiel.

Ich muss da viel weniger schauen, das Lindo den anderen Hund nicht unterbuttert.

Lindo darf das natürlich nicht und es liegt meiner Meinung nach schon auch an der Erziehung.

Man kann jedem Hund beibringen, das man sich weder alles anschauen muss, noch jeden begrüssen muss ;)

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Ich sehe das Problem auch eher an dem Voruteil den Labbis (und andere Retrievern) gegenüber.

Als "leicht erziehbar" und absolut familientauglich verschrien, wird sich schnell ein Welpi ins Haus geholt, der dann eben einfach "da ist".

Da ein Retriever im Allgemeinen ja auch keiner Aggressionspotential besitzt und die Zähne eh nur Atrappen aus Moosgummi sind, muss man in der Regel auch nichts weiter beachten- erziehen tut der sich auch von alleine und generell möchte er wirklich nur spielen, wenn er angerüpelt kommt. Einen Knacks bekommt ein Labbi nur, wenn seine überbordernde Freude nicht erwidert wird und er auf einen ungemütlichen Zeitgenossen trifft, der es nicht so mit Distanzlosigkeit hat. Da müssten die Besitzer anderer Rassen auch wirklich mal schauen, dass sie ihre Hunde erzogen kriegen *Ironie aus*.

Desweiteren denke ich aber auch, dass es Unterschiede in den Linien gibt und viele sind vllt. auch entstandene Ups-Würfe.. aber das macht ja nix, weil "ist ja n Labbi, die sind eh immer nett". :Oo

Ich kenne ein paar (reinrassige) Labbis... davon ist einer wirklich toll und hat ein einwandtfreies Sozialverhalten.

Er ist so, wie ich die Labbis früher als Kind kannte.

Ein gemütlicher Zeitgenosse, der trotzdem angenehm fröhlich spielt, wenn wir ihn treffen.

Dennoch nähert er sich höflich und kündigt sich nicht mit einem Sprung in die Nieren an.

Die anderen haben alle auf ihre Art einen Sprung in der Schüssel.

Dementsprechend die HH auch.

Der eine ist in der Tat extrem artgenossenunverträglich und auch mit Menschen hat er es jetzt nicht so richtig (der Mann aber auch nicht).

Die anderen sind genauso, wie eingangs von der TE beschrieben.

Mit zweien davon hatte ich mal das Vergnügen in einem Hundeschule Kurs.

Die sind meinem Rüden wortwörtlich so auf die Eier gegangen, dass ich vorzeitig den Kurs verließ, weil es uns alle stresste. Vorherige missmutige Anzeichen meines Hundes wurden völlig übergangen.

Dennoch denke ich, dass es sich mit den Labbis genauso verhält wie mit allen (Mode)rassen.

Nicht jeder möchte für einen gesunden und gut sozialisierten Züchterwelpen 800-1000 Euro hinblättern- vor allem nicht, wenn es auch anders geht.

Ganz klar, dass da schon die Probleme anfangen.

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Hallo,

ich denke, dass dass Labbihalter häufig Menschen sind, die sich schrecklich freuen, wenn ihr Hund jeden mag und mit ihm spielen will und es auch toll finden, wenn der Hund sich beim Spielen ordentlich auspowert, so dass sie nicht lange mit ihm laufen oder ihn sonstwie beschäftigen müssen. Alles weitere ergibt sich daraus. :D

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Ich würde grundsätzlich diese Thesen unterschreiben - aber dann dachte ich mal nach über die Labradore (und Mixe mit eindeutigem Hang zum Labbi) die ich kenne.

Und ich kenne eine blonde Goldie-Labbie-Dame, die zwar sehr freundlich ist, aber niemanden belästigt, weder Hund noch Mensch (hört zwar nicht sehr gut, aber nun denn), eine schwarze Labradorin, die einfach ein Traum ist und die der einzige reinrassige Lab ist, der mich zum Liebhaber bekehren könnte, so eine Wucht ist die. Dann gibt es noch einen großen Lab-Rüden, schwarz, der ist sehr reserviert und absolut nicht distanzlos.

Aus der Hundeschule hier kannte ich eine braune, die war super im Sozialverhalten, eine andere Braune die war ein Trampel und eine tolle Schwarze.

Ziehe ich Bilanz, dann kenn ich eigentlich unterm Strich mehr "normale" Labbis als diese Trampeltiere :D

Allerdings muss ich auch sagen, dass abgesehen von dem großen Rüden und der einen braunen Hündin alle anderen absolute Kindsköpfe sind. Im Umgang mit Hunden ok, aber doch sehr kindlich und albern.

Meinen Mix nehme ich mal komplett raus aus der Gleichung :D Der ist zu anders um vergleichbar zu sein.

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Na dann will ich mal als "Labbihalter" melden ;) Ich habe einen braunen Labbi .... und 3 Doggen.

Es ist ein extremer Unterschied zwischen diesen beiden Rassen. Wahrscheinlich hat daher aber auch unser Labbi sich eine gewisse Ruhe abgeschaut. Dazu muss ich sagen, der Hund ist vom Züchter, hat auch eine tolle Welpenprägung erhalten, aaaber die Welpen und Junghundetreffen habe ich nur einmal ganz am Anfang mitgemacht. Der Umgang der Welpen und nachher auch Junglabbis untereinander ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Sie rasen ohne jegliche Vorsicht aufeinander zu und fangen sofort wild zu balgen an. Da ich solches Verhalten von meinen Doggen nie kannte und auch nie geduldet hätte, habe ich kein weiteres Treffen mehr besucht und darauf geachtet, dass keine weiteren Labradore in den besuchten Spielgruppen waren und mein Hund so alles kennenlernen konnte ( na ja vieles :so ) was es an Hunderassen gibt.

Die Erziehung ist auf keinen Fall einfacher nur anders , als bei z.b. Doggen. Ein Labbi begreift sehr schnell, genauso schnell verwechselt er aber auch , speziell dann, wenn es um Futter geht und wird zum "Automaten" der alle gelernten Dinge abspult um zur Belohnung zu kommen.

Deshalb wurde mein Labbi auch total ohne Lecker erzogen und dank , der im Haus sehr ruhigen Doggen , auch zu einer gewissen Ruhe und Ausgeglichenheit.

Aufgefallen ist mir später, bei Begegnung mit anderen Labradoren, wirkte Ben wesentlich ruhiger und vor allem , er mag seine Artgenossen nicht übermässig, dafür aber alles was größer ist. Er hat allerdings gelernt sich allen Hunden vorsichtig zu nähern, was ich sehr begrüße!

Was bei ihm immer noch nur mit sehr viel Eingriff von meiner Seite verhindert werden muss, das total hibbelige Begrüßen von Menschen. Hier muss ich wirklich mit Platz arbeiten , da er alles und jeden Menschen toll findet.

Ich finde ihn , auch heute mit seinen 10 Jahren, immer noch sehr agil, aber wenn ich seine Geschwister sehe, fällt mir doch auf, dass er wesentlich ruhiger und gelassener reagiert als sie.

Bei wirklich konsequenter Erziehung , ohne fressbare Belohnung, anlernen einer gewissen Ruhe und Kennenlernen anderer Hunderassen , ist der Labrador sicher für sportliche Menschen mit genügend Hundeverstand , ein toller Begleiter.

Ein Haushalt mit Kindern und Labrador stelle ich persönlich mir "leicht" chaotisch vor, wenn nicht darauf geachtet wird, ihm wirklich Ruhezonen zu erhalten und ihn auch zur Ruhe zu "zwingen".

Ein großes Manko ist auch, dass viele Menschen sich nicht klar machen, dass ein Labrador wirklich erheblich mehr Beschäftigung und Auslastung braucht, als ihm gemeinhin geboten wird.

lg Hilde

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Ein großes Manko ist auch, dass viele Menschen sich nicht klar machen, dass ein Labrador wirklich erheblich mehr Beschäftigung und Auslastung braucht, als ihm gemeinhin geboten wird.

Danke, Asterix, Du sprichst mir aus der Seele...

Auch ich kenne viele Retriver (Labrador, Goldie und Flat) und mußte feststellen, daß das nie im Leben mein Hund wird. Viel zu infantil.

Meine Hütehündin "hasst" aus Prinzip erstmal jeden fremden Labi, denn gerade die beschriebene Distanzlosigkeit paßt nicht in ihr Weltbild und ich habe immer Angst um meine Kniescheiben!

Nur Nachbars schwarzer, großer, ruhiger Rüde ist unser bester Freund. DER kann nämlich vernünftig "Hund" sprechen und würde meine Hündin nie im Leben ungefragt rempeln...

Jeder, wirklich jeder Hund KANN lernen, vorsichtiger mit seinem Gegenüber umzugehen.

Wenn der Labrador weltweit als Blinden-und Behindertenbegleithund genutzt wird, muß es wohl an den Haltern liegen und nicht an Zuchtlinie oder Rasse.

"Marley" war ein gutes Beispiel:

Das Familienhundimage wurde ja schon erwähnt.

Wenn also ein unbedachter Ersthundhalter dem Charme seines 10 Wochen alten Labiwelpen erlegen ist, wird er "betriebsblind".

Er sieht auch in dem 11 Monate alten Schnösel noch "sein Baby"

Wer einmal gesehen hat, wo das hinführt, wird Vorsorge treffen.

Ein Retrieverjunghund ist mit 9 Monaten schon 'ne echte Wuchtbrumme und es ist nicht mehr lustig, wenn der einen ach so freundlich begrüßt. Für Oma kann das den Oberschenkelhalsbruch bedeuten...

Im Allgemeinen mache ich lieber einen Bogen um Retrieverleute, denn weder ihre Einstellung noch ihre Hunde bereiten mir Freude. Ich habe einen "anderen" Hund und der harmoniert nicht mit dem ihren.

Leider ist es so, daß sie aber immer erwarten, auch mein Hund wäre "lieb".

Der Irrglaube entsteht, weil meine Hündin "besser hört", als der Durchschnittsretriever...

(ANWESENDE WIE IMMER AUSGENOMMEN!)

Aber das alles muß auch anders gehen, denn die Retriver gehören zu den Jagdhunden, gell?

Ein Jäger wird auf "Steadiness" bestehen, sonst kann er nämlich gar keine Enten schiessen.

Fazit:

"Hausgemachte Leiden"

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