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Hundeforum Der Hund
Angela2807

Aggression clickern?

Empfohlene Beiträge

Huhu Angela,

ich hab mal drüber nachgedacht.

Also, clicken, wenn er nach vorne geht, wäre für mich eine Notlösung, wenn das Verhalten eh grad abgespult wird. Tendenziell würde ich aber eher ein Sitz verlangen oder den Geschirrgriff anwenden, um ihn zu stoppen. Wenn der Geschirrgriff gut trainiert ist, geht das auch, wenn der Hund an der Leine nen Stück weiter weg ist und sogar ohne Leine.

Wichtig wäre auch zu überlegen, wie man ihn belohnt und die Belohnungen möglichst zu varieren. Außerdem solltest du überlegen, was sein Verhaltensziel ist. Das muss ihm ermöglicht werden ohne dass Nigel aggressives Verhalten zeigt. Also als Belohnung nach dem Click.

Clickerfeuerwerk wende ich übrigens nicht an. Nach jedem Marker gibts zumindest ein verbales Lob.

LG Theresa

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Hmm, ich habe jetzt hier gespannt alles zum Thema gelesen. Also mein HT arbeitet auch mit der CumCane-Methode (wusste bis jetzt nicht wie es heisst) und nennt das klassische Konditionierung (google das mal, da gibt es echt gute infos). Wir haben zwar gerade erst damit angefangen (nicht mit Clicker, aber dem "Markern" über die Stimme z.B. tick,tack,ping,usw) und ich war auch erst richtig skeptisch. Bei meiner Freundin, die das schon länger macht, klappt das aber so super, dass ich es doch ausprobiert habe.... Ich war und bin immer noch total begeistert!!! Es funktioniert wunderbar... und was man nicht alles "wegclicken" kann, hätte ich nie gedacht....

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Das is jetzt zwar ein altes Thema, aber beim Lesen hatte ich doch große Fragezeichen im Kopf als es um das Wörtchen Aggression ging.

Hier wird immer wieder gesagt Aggression sei eine Emotion. Ist es NICHT, meiner Ansicht nach. Aggression ist eine M o t i v a t i o n.

Man sollte Wut und Aggression nicht synonym verwenden, gibt nur schiefe Schuhe ;)

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Sorry, das wird jetzt etwas länger...

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, genau dieses Thema mit ner Profitrainerin aus den USA zu besprechen. Ich war Anfang November auf einem Clickersemnar bei München mit Kathy Sdao.

Da kam auch die Frage von Aggressionen auf und Kathy - die neben Karen Pryor, Ken Ramirez u.a. Mitglied der Clicker Expo Faculty ist und seit Jahrzehnten neben Hunden in den USA alles mögliche mit Füßen und Flossen in Zoos trainiert - ist sehr ausführlich darauf eingegangen.

Ich geb zu ich bin anfangs auch zusammengezuckt bei der Vorstellung Aggression auch noch zu bestärken.

Aber: Sie hat uns das sehr anschaulich an einem Beispiel mit Videomaterial erläutert, dabei ging es allerdings primär nicht um einen Hund sondern einen riesigen Walrossbullen. Hier ist ein Link zu Ihren Trainingserfahrungen mit ihm (englisch) Training E.T.

Zusammengefasst: Sie hat in nem Zoo neu angefangen und bekam ausgerechnet nen bekloppten risigen Walrossbullen zugeteilt.

E.T. war super aggressiv und ging mit einem "ich-töte-dich"Angiffsgeräusch (sie nennt das "Gonging", klingt auf Videos echt wie ne riesige Glocke) auf jeden los der das Gehege betrat.

Außerdem hatte er noch andere charmante Angewohnheiten, so z.B. nicht jugendfreies Verhalten vor dem Unterwasserfenster :D

Betreten des Geheges war seit Jahren lebensgefährlich, er griff sofort an.

Mangels anderer Möglichkeiten sich vor dem Vieh zu retten haben die ihm dann Anfangs einfach den ganzen Eimer Fisch hingekippt um ihn abzulenken wenn er auf sie zudonnerte. Also perfektes Bestärken des "Fehlverhaltens".

Man trainierte natürlich parallel noch alles mögliche an Übungen um ihn zu beschäftigen (siehe Artikel oben) aber nach einiger Zeit war das "Gong" Geräusch während dem bestärkt wurde und das in der Natur ausschließlich bei Aggressiven Männchen gezeigt wird total vom Aggressionsverhalten abgekoppelt.

ET war am Ende sehr verträglich und machte das Geräusch als Kunststück auf Kommando, völlig aggressionsfrei. Man hatte im Grunde durch die massive Bestärkung einfach einen anderen Kontext für das Verhalten geschaffen, weg von der Aggression.

Ob man dabei Aggression als Gefühl oder Verhaltensrichtung bezeichnen will lasse ich da jetzt mal dahinstehen.

Kathy war sehr klar darin das sie bei Aggression zunächst niemals operant konditioniert sondern erstmal klassisch konditionierend den "Kontext" des Verhaltens ändert.

Also nicht Klick und ein Leckerli sondern sobald er ins Aggressionsverhalten einsteigt nen ganzen Berg super Leckerlis hinkippen damit ein "Oooops, wie cool ist das denn" Effekt entsteht. Die Stimmungslage muss durch den Input kippen. So lange bis der Auslöser (z.B. "Ich sehe einen anderen Hund" nicht mehr verknüpft ist mit "boa, der muss weg" sondern mit "KEKSE!!!")

Ich denke nicht, dass man das mit einem Leckerli nach dem anderen hinkriegt, das schucken die Hunde ohne wirklich was davon mitzubekommen.

Ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen Leinenzupfen wenn er wegen etwas spinnt oder nen Eimer kaltes Wasser drüberkippen. Das holt den Hund auch aus der momentanen Stimmungslage raus. Wir wollen ja aber die positive Variante haben, also lieber nen Eimer Wurststückchen. ;)

Das Verhalten selber (knurren oder was auch immer) muss sich nicht unbedingt ändern, das kann man dann später problemlos verändern wenn er nichtmehr in der Aggressionsstimmung ist.

Ach ja, Kathy meinte auch noch, dass das natürlich nur geht wenn der Hund nicht so tief im Verhalten steckt das nichtmal der Eimer Leckerlis durchdringt. Sie nennt das "The deep End of the pool". Dann erstmal mit weniger Stress, also mehr Abstand anfangen.

Geklickert wird dann erst wieder, wenn der Hund (oder das Walross :D ) in unmittelbarer Nähe zum Auslöser in positiver Grundstimmung ist, also der Pool durchgehend flach bleibt.

Hmmm, ich hoffe das kann man einigermaßen nachvollziehen, auf dem Seminar haben wir fast ne Stunde darüber geredet.

Ich denke auch, es gibt etwas praktische Probleme bei der Trainingsumsetzung mit Hunden, da man sich halt nicht in nem Zoogehege ohne weitere Einflüsse befindet und man muss wirklich sehr massiv bestärken, ohne dass der Stressfaktor (anderer Hund) dann ggf. noch näher kommt. Man muss also während des ganzen Trainingszeitraums die Hundebegegnungen kontrollieren können.

Aber wenn man das schafft und wenn man wirklich mindestens 2 Handvoll Wurst jedesmal hinschmeißen kann denke ich es klappt. Aber wie gesagt OHNE operanten Ansatz und Clicker, der kommt erst wieder ins Spiel wenn in wirklich erwünschtes Verhalten gezeigt wird.

Falls es jemand interessiert kann ich mal suchen ob sie nen Artikel explizit zu diesem Problem mit E.T. veröffentlicht hat. Ich glaube au der "Cujo meets Pavlov" DVD ist auch was dazu drauf.

Also ich bin bei sowas nicht leicht zu überzeugen aber nach dem Semnar glaube ich, dass der Ansatz funktionieren kann, vor allem bei nem guten Trainer mit gutem Timing. Obs immer sinnvoll ist oder ob es einfachere Wege gibt ist dann ne Einzelfallentscheidung.

Ich werde den Tread gespannt weiterlesen wie eure Erfahrungen sind.

Steffi mit Wasco (der gerne mittrainiert wenn Frauchen sowas ausprobiert wo Wurst Händeweise verteilt wird)

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Sehr interessant Steffi, danke für den Bericht =)

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Danke für den Bericht, ich wäre saugerne dabei gewesen :) .

Die Methode funktioniert wunderbar, ich arbeite sein 3 Jahren damit (allerdings ohne Clicker).

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