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polar-chat.de  Der Hund
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Was ist Sozialisierung?

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Hm,

ich brauche einen Titeltexter. Ich kann das einfach nicht egal. Dennoch: Was ist eigentlich Sozialisierung und was sind Ihre Grenzen?

Immer wieder werde ich hier im Forum aber auch draußen mit dem Thema gut sozialisierte Hunde konfrontiert. Sehr häufig, wie zuletzt im Fred Rücksichtslose Hundehalter http://www.polar-chat.de/topic.php?id=69932&page=11#1480604 wird Sozialisierung im Kontext von Verträglichkeit mit anderen Hunden etcpp gebraucht. Manchmal entsteht der Eindruck ein sogenannter "gut sozialisierter hund" wäre eine Garantie für ein reibungsloses Miteinander zwischen Hund / Hund und Hund / Mensch etc.

Besonders im Kontext mit Verträglichkeit / Aggression halte ich das für einen übertriebenen Ansatz aber auch teilweise übertriebenen Anspruch. Sozialisierung bedeutet für mich ganz grob gesagt, dass ein Hund seine Lebenswelt kennenlernt. Dazu gehören natürlich nicht nur alle möglichen Gerüche, Geräusche, Eindrücke sondern auch und vor allem das Erlernen einer Beziehung zu Mensch und Hund sowie anderen Tieren einzugehen. In diesem Zusammenhang natürlich das Erlernen und Üben der "hündischen" Kommunikation mit all Ihren Facetten sowie auch das Vertrautmachen mit der fehlerhaften Kommunikation des Menschen. Grob gesagt.

Wie geschrieben halte ich im Bezug auf Verträglichkeit / Aggression sowohl den Anspruch als auch das erwartete Ergebnis für übertrieben. Aggression des Hundes ist eine vollkommen normale, wichtige und gute Eigenschaft eines Hundes - wie bei allen Lebewesen (den Menschen eingeschlossen). Sie ist überlebenswichtig und wichtig bei Ressourcenverteidigung. Natürlich müssen sich unsere Hunde anpassen und natürlich will weder ich noch (hoffentlich) sonstwer einen tendenziell aggressiven Hund. Natürlich ist jeder (sozialisierte Hund) stets darum bemüht ernste Konflikte durch eine intensive und filigrane Kommunikation zu vermeiden. Besonders im eigenen Rudel. Schließlich wären ernste Kämpfe eine Schwächung des Rudels und damit eine Gefahr für den Fortbestand des Selbigen. (Jagen und so).

Das ist auch der Grund warum gut sozialisierte Hunde eigentlich immer konfliktvermeidend tätig sind und es meistens der Mensch ist, der die Hunde in schwierige Situationen bringt.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass bei aller Sozialisierung und Konfliktvermeidendem Verhalten Aggression und Ressourcenverteidigung ein vollkommen normaler Mechanismus ist, der in der Natur des Raubtieres Hund liegt. Und das ist auch gut so.

Ich hoffe ich konnte meinen Gedankengang ausdrücken. Wie denkt ihr drüber?

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Zur Sozialisierung gehört für mich:

Das mein Hund im Welpenalter gelernt hat unter Hunden zu kommunizieren, dass er gelernt hat, dass unerwünschtes Verhalten, dass er anderen Hunden gegenüber an den Tag legt geahndet wird.

Das er gelernt hat Warnungen anderer Hunde zu verstehen, nimmt er diese nicht ernst gibts aufn Deckel.

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Für mich ist es so, das dieses viel strapazierte "gut sozialisiert" einen Freibrief für alle darstellt, die ihren Hund zu allem und jedem hinlaufen lassen. Kracht es mal, ist entweder der andere gesört, oder "sie müssen das unter sich ausmachen" unter dem engen Deckmäntelchen der "artgerechten Haltung".

Erwachsene Hunde spielen eigentlich nicht mit Rudelfremden Hunden. Oft ist das so nett aussehende Spiel ein Ritualisierte Kampf und Streß für die Hunde, aner erholsam für den Halter, denn der Hund ist vom "Spielen" danach, so ganz ohne eigenes Zutun, müde, äh ich meine ausgeglichen.

Hunde werden heute (krampfhaft) auf alles mögliche sozialisiert: Menschenmassen -Ansammlungen (Kirmes, Baumarkt im Frühlahr....) kleine Kinder, kleinste Kinder, gute Menschen, böse Menschen....... Alles so verkrampft! Warum nicht einfach am Leben teilhaben lassen?

Ich wäre (auch als ich nur einen Hund hatte) nie auf den Gedanken gekommen, ihn z.B. in einen Baumarkt mitzuschleifen. Und jedes Jahr sehe ich auf der Kieler Woche immer wieder Leute, die ihre Hunde durchs dichteste Gewühl hinter sich herschleifen und jeden, der den Hund in der Enge mit dem Fuß touchiert anfahren, dass sie den armen Hund doch in Ruhe lassen sollen :Oo

Für mich ist ein gut sozialisierter Hund, dem andere (fremde Hunde einfach schnurtzpiepegal sind. Da muß nicht "zum Begrüßen geschuppert" werden und auch kein Kontakt aufgenommen werden. Einen gut sozialisierten Hund interessiert ein anderer (fremder) Hund so wenig wie ein weiterer Baum im Wald.

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Mir ist gerade das Wort "Vertrautheit" auf deine Frage im Titel eingefallen.

Vertraut mit anderen Lebewesen, mit der Auseinandersetzung mit denselben, also Kommunikation, vertraut mit dem eigenen Körper und dessen Bedürfnissen und Fähigkeiten, vertraut mit Emotionen.

Was der Hund dann individuell daraus macht, hängt von noch ganz anderen Dingen ab.

Eine gute Sozialisierung mit "Verträglichkeit" gleichzusetzen empfinde ich als etwas plump.

LG

Antonia

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Ich denke dass zur Sozialisierung schon gehören sollte dass Hunde sich deeskalierend verhalten können. Hunde, die einfach auf andere drauf gehen sind nicht normal aggressiv, sondern einfach fehl- oder gar nicht sozialisiert. Kein Hund muss mit allen anderen spielen wollen. Aber genau so wenig darf ein Hund einfach auf andere Hunde einkloppen ohne großartig kommuniziert zu haben oder ohne überhaupt abrufbar zu sein. Und ja, solche Situationen hab ich schon oft genug erlebt.

Meine Hunde sind nicht perfekt sozialisiert, aber sie sind friedlich und ich kann sie überall hin mitnehmen ohne Gefahr für meine Umwelt befürchten zu müssen. Auf den Weihnachtsmarkt und Co. schleife ich sie trotzdem nicht mit, aber das Schäfertier war am Samstag z.B. auf einem kleinen Osterfeuer. Freilaufend zwischen Kindern, Erwachsenen und anderen Hunden. Hat niemanden gestört (im Gegenteil, alle waren begeistert) und war total entspannt nach der ersten Aufregung (beim großen Feuer blieb ihm dann doch kurz mal die Schnute offen stehen).

Zur Sozialisierung gehört für mich also den Hund umweltsicher zu bekommen. Umwelttauglich.

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Ein sozialisierter Hund ist :

1) Ein Tier dass erwachsen werden durfte

2) Ein Tier dass von Welpe an Kommunikation und die dazugehörenden Rituale erlernt hat

3) Ein Tier dass nie spielt.

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3) Ein Tier dass nie spielt.

Warum das?

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Alles was ein Hund im Lernprozess von Kindheit an erlernt muss für ihn lebensnotwendigen Sinn und Verstand haben, damit er richtig Erwachsen werden kann. Nur so ist der Hund in der Lage aus seiner Veranlagung und Rudelstellung heraus Souveränität zu erlangen und damit Aggression von sich aus abzubauen.

Ansonsten wird er altersmäßig Erwachsen, bleibt aber in der Entwicklung stecken.

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Äh...Hunde lernen unwahrscheinlich viel über "spielen"...(und ich meine jetzt nicht das rumtollen und "spielen" auf überfüllten Hundewiesen)

Ich weiß ja nicht, was du unter spielen verstehst, Kage?

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Innerhalb des Rudels (incl. mit mir) spielen meine Hunde mit Begeisterung!

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