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Hundeforum Der Hund
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(bearbeitet)

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Eigenanreise

Reisecode: PAT148P1 Kennziffer : 1221046

Mai -Oktober 2011

LG :winken:

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    • Die ersten Tage mit Lilli

      Hallo! Wie vielleicht schon der ein oder andere im Tierschutz-Bereich gelesen hat, haben wir eine 1-jährige Hündin aus dem Tierheim adoptiert. Ich habe vorher viel gelesen, mich gut vorbereitet und mir über sehr viele Fragen im Vorfeld Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt war ich überrascht, wie viele Situationen schon nach kurzer Zeit auf mich zukommen, bei denen ich trotz aller Vorbereitung keinen Schimmer habe, wie ich richtig reagiere oder was zutun ist. Ich wurde so nett und kompetent bei der Adoption beraten, dass ich meine offenen Fragen gerne hier stellen möchte.    1. Die Nähe: Lilli hat sich recht schnell auf mich fixiert. Das ist bestimmt gut, aber sie ist sehr unruhig, wenn ich den Raum verlasse. Sie kann sich nur ausruhen und entspannen, wenn ich in der Nähe bleibe und keine Anstalten mache, mich evtl. wegzubewegen. Sie wacht auch aus dem "Tiefschlaf" auf, wenn ich aufstehe. Wenn ich das Stockwerk wechsle um z.B. etwas zu holen, stellt sie sich unten an die Treppe und wartet auf mich. Sie ist ja erst wenige Tage hier und ich vermute, dass das ganz normal ist. Ich frage mich jedoch, wie ich sie in ihrer Sicherheit unterstützen kann, denn ich stelle es mir für sie auch sehr stressig vor, nicht zur Ruhe kommen zu können, wenn ich mich bewege. Mein Ansatz ist derzeit, regelmäßig und oft die Räume zu wechseln und mal hoch oder runter zu gehen, damit sie merkt, dass nichts dabei ist und auch kein Aufhebens darum gemacht wird.   Haltet ihr das für den richtigen Weg?   2. Die Treppe: Und wir so während der Planung: "Ja und dann kommt der Hund abends immer mit nach oben ins Schlafzimmer!" Tja, wir haben eine offene Treppe und haben offenbar maßlos unterschätzt, wie einschüchternd so eine wirken kann. Lilli kommt nicht mal in die Nähe der Treppe, obwohl sie ja noch keine schlechten Erfahrungen mit ihr gemacht hat (und vermutlich auch in Rumänien keine gekannt hat). Wenn ich auf der 1. Stufe der Treppe sitze (!) kommt sie nicht zu mir, obwohl sie es sehr will - so interpretiere ich es zumindest, weil sie mich fixiert, fiept, springt, hinsetzt, etc. aber näher kommen ist nicht. Es ist, als wollte sie sagen "Komm schnell runter da! Das ist gefährlich!" Ich trage sie abends hoch. Im Schlafzimmer ist sie auch wieder total locker und macht es sich sofort auf ihrem Platz gemütlich. Ich habe jetzt Stufenmatten bestellt und werde in einer größeren Bastelaktion die Zwischenräume mit Pappe zukleben. Dann würde ich sie einfach so lange hoch tragen, bis sie sich irgendwann von allein traut. Ich habe allerdings mal eine Folge "Hundeprofi" gesehen, wo ein Hund sich so sehr daran gewöhnt hat, die Treppen hochgetragen zu werden, dass es ihm nur noch mit sehr viel Mühe abtrainiert werden konnte. Können wir das irgendwie verhindern? Ich will sie auch nicht zu früh damit malträtieren, Dinge lernen zu müssen, die ihr nicht geheuer sind. Es sind so schon genug Sachen, an das sie sich gewöhnen muss (wie unsere lauten Kinder!).   3. Das Spiel: Ich habe schon jetzt das Gefühl, dass Lilli sich gerne etwas mehr auspowern würde. Manchmal springt sie wild im Garten herum und rennt einfach mal von links nach rechts, halber Radschlag, zurück, Purzelbaum, auf mich zu. Ich denke, sie will Action, aber ich bin offenbar nicht in der Lage, ihr die zu geben. Ich kann ihr sämtliches Spielzeug anbieten, sie schnüffelt nur daran und wirkt eher eingeschüchtert, wenn ich anfange, damit rumzuwedeln. Wir haben halt natürlich noch keine super-enge Bindung und ich bin ratlos, was ich ihr da zu diesem Zeitpunkt bieten kann, um sie ordentlich zu beschäftigen. Ich habe (aus einer irgendwas-muss-ich-doch-machen-Situation heraus) einen Futterbeutel mit Putenwurst gefüllt und ihn geworfen. Das findet sie super, rennt hin, trägt ihn auch, aber versteckt sich damit dann im Gebüsch, in der Hoffnung, sie kriegt ihn auch selber auf.   Macht es Sinn, das weiter zu verfolgen und zu üben, oder ist das noch zu früh?   4. Die Leckerlies: In meiner naiven Planung hatte ich fest vor, die Trockenfutterrationen (Wolfsblut) zum Spielen, Lernen und Konditionieren zu verwenden. Pustekuchen. Lilli findet Trockenfutter total blöd und es interessiert sie nicht die Bohne, wie viel das gekostet hat. Ich habe immerhin eine hochwertige Nassfuttersorte gefunden, die sie gut findet, so dass ich ihr nicht die Cäsar-Pampe geben muss, die sie aus dem Tierheim gewohnt ist. Aber als Leckerli ist das natürlich eher ungeeignet. Ich habe also im Zoofachgeschäft so ziemlich alle Leckerlies eingepackt, die irgendwie hochwertig und lecker aussahen (verdammt, hab ich viel Geld ausgegeben). Aber abgesehen von der oben angesprochenen Putenwurst zieht einfach gar nix das Interesse auf sich. Zuhause nascht sie aus Höflichkeit mal 1-2 von den gekauften Teilen, aber es ist nicht interessant genug, um mich im Blick zu behalten. Draußen würdigt sie die "Lecker"lies nicht mal eines Blickes. So kann man natürlich gar kein Verhalten ordentlich belohnen. Ich sag immer "Tooooll, Lilli, hier" und halte ihr das Leckerli unter die Nase, und sie: "Äh, nein, danke, lass mal stecken und streichle mich lieber."   Irgendwelche Tipps für wählerische Hunde?    5. Das Spazieren: Lilli ist ein Naturtalent an der Leine. Wir waren viel draußen (besonders viel, weil sie ja noch nicht stubenrein ist), so hat sie sich schnell an die nahen Wege gewöhnt und fühlt sich beim spazieren sichtlich wohl. Ich gebe ihr Zeit, stehen zu bleiben und zu erschnüffeln was gerade interessant ist. Aber schon, wenn sie anfängt Gras, Blätter oder Nüsse zu knabbern, stelle ich fest, dass ich nicht weiß, ob das in Ordnung geht. Ich habe das bisher laufen lassen, aber was ist mit giftigen Pflanzen? Und Nüsse.. ist das ungefährlich? Tja, da merkt man eben direkt mal hautnah, dass man keine Ahnung hat. Und dann sind da die anderen Hunde. Anfangs dachte ich, sie hätte Angst vor ihnen, weil sie aufgeregt reagiert und auch mal bellt. Ich bin den Begegnungen dann aus dem Weg gegangen. Mittlerweile frage ich mich, ob das gut ist.. vielleicht will sie ja gerne mit denen interagieren? Wie erkenne ich den Unterschied und wann und wie kann ich dazwischen gehen, wenn Lilli sich bedrängt fühlt?   4. Das Bellen: Wir haben viele Hunde in der Nachbarschaft. Abends reagiert Lilli darauf offenbar ganz besonders sensibel (auch im TV). Es hatte sich vorgestern schon verhalten angekündigt, gestern Abend ist sie dann richtig abgegangen und hat aufgeregt und laut Richtung Küchenfenster gebellt (in dieser Richtung ist der naheste große Nachbarshund). Ich war gestern richtig ratlos und verzweifelt, weil ich noch gar nicht weiß, wie ich diese Situation auflösen kann. Normalerweise bekomme ich Lillis Aufmerksamkeit, wenn ich mich vor sie stelle - aber keine Chance. Sie ist total fixiert auf das Küchenfenster und will sich auch nicht den Weg abschneiden lassen. Ich weiß dann nicht weiter, denn ich will sie nicht körperlich maßregeln und sie auch nicht einschüchtern. Sie ignoriert mich dann aber und steigert sich immer weiter hinein. Die Gardinen zuziehen hat auch nichts gebracht. Ich habe sie dann durch meine.. ich sag mal.. "körperliche Präsenz" in ihr Körbchen gedrängt. Also mich vor sie gestellt, damit sie mich nicht ignorieren kann und ihr immer wieder den Weg abgeschnitten, wenn sie an mir vorbei zum (bodentiefen) Küchenfenster wollte. Sie wusste letztlich auch ziemlich sicher, dass ich wollte, dass sie ins Körbchen geht, und hat sich dann daneben (!) gesetzt. Ich habe ihr die Decke unter dem Po weg gezogen, dann ging sie erst ins Körbchen. Dort kam sie dann auch langsam zur Ruhe! Ich bin aber soooo unsicher, ob das die richtige Vorgehensweise ist. Ich hoffe auf ein bisschen Feedback zu der Situation, denn ich befürchte, wir bekommen heute Abend die Fortsetzung.   7. Der Kindergarten: Bitte bitte fragt mich nicht, warum wir das nicht bis zum Ende durchdacht haben - keine Ahnung - vielleicht haben wir diesen Part bei der Planung weggelassen, weil uns unterbewusst klar war, dass es schwierig ist. Ich weiß es nicht, jedenfalls haben wir nun folgendes (völlig unvorhersehbares, hust) Problem: Die Kinder müssen jeden Tag zu Kindergarten und Schule gebracht werden und nachmittags wieder abgeholt. Ein paar Tage lang wird mein Mann das nun übernehmen, aber auf Dauer würde er einfach zu wenig arbeiten, um die Bring- und Abholzeiten einzuhalten. Ich muss es also früher oder später (und hier gilt, je früher desto besser) selber machen. Der Kindergarten liegt an einer vielbefahrenen Straße. Bis in die Nähe habe ich es mit Lilli schon geschafft, aber die ganze Straße entlang ist für sie noch zu viel. Sie ist noch sehr auf Dinge fixiert, die ihr unheimlich sind und ich kann ihre Aufmerksamkeit nicht wieder einfangen (und ein interessantes Leckerli hab ich ja auch nicht...). Zu Fuß hingehen wird also noch eine Weile dauern, denke ich.  Wir haben außerdem ein heißbeliebtes Lastenfahrrad, in das vorn 4 Kinder hineinpassen. Das langfristige Ziel ist, Lilli mit zwei Kindern darin fahren zu lassen, und der dritte fährt mit seinem eigenen Rad daneben. Das ist aber auch ganz schön viel verlangt. In dem Lastend ruckelt und rubbelt es und die Eindrücke an der vielbefahrenen Straße sind vermutlich auch nicht weniger einschüchternd. Ich habe damit begonnen, sie jeden Tag mal hinein zu setzen und ihr darin Leckerlies zu geben (ha ha ha), damit sie sich dran gewöhnt. Mein Eindruck ist, dass das noch länger dauern wird, als zu Fuß hinzugehen. Ein Auto haben wir auch. Ich fahre total ungern damit, weil Schule und Kita nicht weit sind und ich die Kinder gern an der frischen Luft hab. Morgen kommt der bestellte Anschnallgurt für Lilli an und wir können mit ihr Autofahren. Eine Option wäre also auch, mit dem Auto zur Kita zu fahren. Dann müsste Lilli jedoch im Auto warten, wenn ich die Kinder rein bringe - aber möglicher Weise ist das gar angenehmer als draußen vor der Tür zu warten.  Hach, ich bin ratlos, merke aber auch, dass es meinen Mann arg belastet, den Goodwill seines Arbeitgebers so auf die Probe zu stellen.    Was würdet ihr vorschlagen?   Ich freue mich wirklich sehr über Tipps zu dem einen oder anderen aufgeführten Punkt. Ich versuche, alles richtig zu machen und ich spüre, dass ich mir mit meinem Perfektionismus eine große Last auferlegt habe. Im Umgang mit meinen Kindern wusste ich immer sicher, wie ich reagiere und was ich ihnen vermitteln will - irgendwie dachte ich, das wäre mit Hund auch so. Ich hoffe sehr, ihr könnt mir helfen, Souveränität zu gewinnen.   Danke!

      in Der erste Hund

    • Seltsame Tage

      Hey Leute,    Ich hab da mal eine Frage an euch. Haben eure Hunde auch so Tage an denen einfach nichts geht? Kompletter Durchzug? Carlo ist jetzt 14 Monate (Labrador) und wir kommen echt super parat. Ich bin wirklich stolz auf ihn was er schon alles gelernt hat und finde das er echt super gut hört also klar sind manche dinge noch ausbaufähig aber da habe ich keine Bedenken. Bis auf heute. Also heute hat der sich wirklich benommen als hätte er noch nie was von dem gehört was ich ihm so beigebracht habe. Oder als würde er auf einmal eine andere Sprache sprechen. 🙄haben bzw. Hatten das Euro auch schonmal in dem Alter? Ganz liebe Grüße 

      in Junghunde

    • Drei Tage mit Apollo

      Eine Freundin von mir hat einen ziemlich großen Besitz in Rumänien an der Donau. Ich durfte dort wieder einmal einige Tage verbringen.   Das Haus und die Nebengebäude werden nur Frühjahr bis Herbst ab und zu genutzt, im Sommer arbeiten über mehrere Wochen Künstler dort. Ganzjährig gibt es ein Hausmeisterehepaar im Küchenhaus.   Vor zwei Jahren nun wechselte das Hausmeisterehepaar und es gab plötzlich keinen Hund mehr. Im Herbst dann kam ein Schäferhundwelpe - Apollo -  von einer guten Zucht auf das Grundstück in die Obhut der Hausmeister. Ich wurde gefragt, wie sie ihn behandeln sollten, es sollte kein Kettenhund werden. Ich bestand auf: viel frei laufen lassen, möglichst immer dabei haben, nachts als Welpen nicht wegsperren, sondern im Haus halten.   Meine Hoffnung war, dass das Ehepaar eine gute Beziehung zu ihm entwickelt. Jetzt haben die Menschen in Rumänien natürlich eine andere Einstellung zu Hunden - aber es hat vieles funktioniert in der ersten Zeit: er schlief im Haus (er bekam einen mit Bauzaun abgetrennten Käfig in einem der Räume), er lief überall mit.   Das änderte sich im letzten Sommer - er blieb nicht mehr auf dem Grund, biss sich mit streunenden Hunden, klaute ein Lamm, welches später einging. Er begann, Autos zu jagen. Er prügelte sich mit Besucherhunden.   Also bekam er seinen Käfig auf dem Grund zwischen zwei Gebäuden: ein mit Bauzaun eingezäuntes Grundstück - 15 x 35 m = 525m2 - immerhin - mit Zugang zu einem kleinen Raum mit Holzboden und einer kleinen "Terasse" davor. Aber - dort kam er nicht mehr raus. Hatte keinen Kontakt zu den Leuten außer bei der Fütterung. Entwich, wann immer es ihm möglich war.   Jetzt passieren Hirten mit sehr großen Herden und mehreren Hunden zweimal täglich den Grund dort, weiden, lagern, u.a. eine Naturschutzmaßnahme. Wenn Apollo nun hier die Tiere jagd und es verenden welche, ist er schneller erschlagen, als man denken kann und niemand würde es je erfahren. Autos jagen ist nun auch keine gesunde Tätigkeit.   Ich wurde um Rat gefragt. Er sollte noch andere Optionen haben als nur in seinem Käfig zu sitzen. Es stellte sich aber auch heraus, dass er noch niemals an einer Leine geführt worden war, er besaß noch nicht einmal ein funktionierendes Halsband.     Nun: Ich stellte erstmal klar: In drei Tagen werde ich nichts ändern können am Schafe und Autos jagen, sich mit wilden Hunden prügeln, weglaufen. Vielleicht bring ich ihn dazu, an einer Leine zu laufen, dass man ihn wieder mitnehmen kann auf dem Grund. Und dass man mit ihm spazieren gehen kann. Es war fraglich, ob er das zulassen würde.   Ich war bewaffnet mit einer Ballschleuder - mit der wollte ich bei ihm in seinem Käfig erstmal Energien abbauen, dass er überhaupt zugänglich wäre für meine Versuche, ihn auszuführen. Dann einem Zergel, hier wollte ich ungutes Verhalten mit ablenken, umlenken. Vielleicht auch mit zergeln belohnen. Und zwei Dosen Tubenleberwurst und einer Tüte voll Leckerlies.   Energien abbauen war nun wirklich nicht nötig - in seinem Riesenkäfig raste er wie ein Verrückter hin und her. Die Bälle verschwanden auch sofort im hohen Gras und waren nicht mehr auffindbar. Leckerlies interessierten ihn nicht. Den einzigen Moment, in dem ich den Zergel hätte gebrauchen können, hatte ich dafür keine Energie mehr.   Am ersten Abend - es war spät und bereits dunkel, ging ich zu ihm und versuchte vorsichtig, ihn durch das Gitter zu streicheln. Immer auf der Hut, er könnte mich beißen. Er genoss die Streicheleinheiten.   Der erste Tag: Am Morgen nun bei Licht weitere Streicheleinheiten, ich wurde da immer mutiger und kraulte, er mochte es. Dann der erste Besuch im Käfig, man musste über eine Balustrade klettern, mehrere Drähte aufbiegen, den Hund am Entweichen hindern. Aber er wollte gekrault werden und ich begann, ihn durchzukneten. Beim Versuch, ihm das Halsband anzulegen stellte sich heraus, dass es zu groß war, ich musste etwas improvisieren. Beim zweiten Besuch kurz darauf im Käfig, um ihm das Halsband anzuziehen, schloss ich zwar die Gittertüre, aber brachte von innen die Drähte nicht wieder an. Er hatte das sofort bemerkt, war sofort an dem Gitter, quetschte sich drunter, die Tür flog auf, das Halsband irgendwohin ins hohe Gras und der Hund war weg. Ich schnappte mir meine 3m Leine und rannte hinterher. Er rannte sofort ohne zu zögern zum Haupttor (hier gibt es an zwei Seiten einen Zaun, der Rest des Grundes ist offen), eine Strecke von ca. 200 m, prompt kam natürlich ein Auto und er raste hinterher, zum Glück innerhalb des Zaunes, sodass ich das Tor schließen konnte. Es war mir klar, dass ich ihn niemals einfangen konnte und er hatte in diesem Moment keinerlei Interesse an mir. Nun, ich hörte auf zu rufen, stellte mich an das Tor und dachte, dass ich hier nun erstmal wachen würde, dass niemand das Tor offen stehen lässt und er hier auf die Strasse entwischt. Irgendwann kam er zurück zu mir in die Nähe, ich drehte mich um und schaute immer in die andere Richtung (wie ich es mit meinen pubertierenden Hunden immer gemacht habe) und beschäftigte mich an den Bäumen, im Gras, sammelte Früchte auf, etc.. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie er sich doch einmal näherte. ich guckte weiterhin weg- und siehe da, plötzlich lehnte er sich an mein Bein!!! Ich hab dann ihn erstmal wieder durchgeknuddelt, gekrault etc und dabei langsam meine Leine um seinen Hals und seinen Brustkorb geschlungen. Immer in der Angst, dass er mich auch beißen könnte. Er wollte geknuddelt werden. Irgendwann musste ich mich ja aber auch wieder mit ihm zurück bewegen. Er wollte nicht. Da habe ich ihn vorsichtig geschleppt, fast getragen! Und er hat es sich ohne Proteste gefallen lassen!!! Alle zwei Meter absetzen, heftiges Knuddeln, enormes Loben. Weiter. Unglaublich - ich glaube, jeder andere Hund hätte mich gebissen. Zurück bei seinem Käfig hatten wir ja nun noch immer kein Halsband, draußen konnte ich nichts machen, also habe ich ihn auf die Balustrade gehoben und einfach reingeschubst und das Gitter geschlossen und dann von außen meine verknotete Leine wieder gelöst, während er sich kneten ließ.   Als nächstes habe ich das Halsbandproblem gelöst, ein zweites vom Besucherhund mit verwendet, zwei Leinen angebracht und auf gings. Türe auf....... Hund will nicht raus. Lässt sich nicht überreden. Bis ich, draußen stehend, wieder in die entgegengesetzte Richtung geschaut habe, da springt er plötzlich ohne zu zögern über die Mauer. Und so blieb das auch - wenn man ihn direkt anschaute, tat er nie, was jetzt der nächste Schritt gewesen wäre, erst, wenn man sich abwendete.   Wir gingen dann spazieren. Jetzt weiß ich, was kreiseln ist. Es macht einen verrückt. So schnell kann man die Leinen gar nicht wieder entdrehen, wie er sich damit fast stranguliert, ich hatte schon selbst einen Drehschwindel, weil ich mich so oft mitdrehen musste. Puh! Ich ging langsam in eine Richtung, er wollte nicht, ich gab dem nach bis er wieder nicht mehr in eine Richtung wollte, irgendwie kamen wir aber vorwärts. Irgendwann war auch er so kaputt, dass er freiwillig in seinen Käfig sprang.   Zweiter Spaziergang. Er kam ohne Probleme mit mir mit. Weniger kreiseln. Keinerlei Interesse an Leckerlies. Nur am Knuddeln.   Der zweite Tag: Erster Spaziergang weniger Kreiseln, wir kamen dahin, wo ich hin wollte. Kamen Autos, drehte er enorm auf. Ebenso bei den Herden, wenn sie sich näherten. Der zweite Spaziergang noch besser. Auf dem Rückweg begegneten wir Jaques,einem Tervueren, dem Besucherhund, mit dem er sich schon im Jahr davor mehrfach geprügelt hatte. Alle dachten damals noch, wie schön es wäre, wenn die beiden Sommerfreunde sein könnten..... Es hatte geheißen, Jaques macht gar nichts. Ich blieb also stehen, Apollo fest im Griff. Was macht Jaques? Läuft direkt zu uns hin und steht 20 cm vor uns. Apollo geht ihn geifernd an und Jaques steigt ein. Er wurde dann von seinem Halter eingesammelt und wir hatten zwei zum Glück unversehrte, nur vollgesabberte und ein wenig gerupfte Hunde. Da hatte ich dann auch eine andere Seite von Apollo kennengelernt.   Der dritte Tag: Spaziergänge wurden immer leichter. Es war den Künstlern dort klar geworden, dass die Konstruktion der Türe zum Zwinger keine dauerhafte Lösung bleiben konnte und es wurde eine neue gebaut an anderer Stelle, ohne hinderliche Mauer. So hatte ich Apollo 4 Stunden an der Leine, da sein Käfig offen war. Am Anfang gingen wir einen langen Spaziergang, dann setzte ich mich auch einmal auf einen Stuhl im Park. Er war anstrengend, drehte sich immer wieder um meinen Stuhl. Schließlich setzte er sich doch - o Wunder - und irgendwann lag er ruhig neben mir. Es hielt nicht sehr lange, aber immerhin. Irgendwann hatte er keine Lust mehr und sprang mir mit einem Satz auf den Schoss. Das war das einzige Mal, dass ich ungehalten war, auch weil ich mich erschrocken hatte und ihn einfach wieder runterschmiss. Er kroch dann halb auf meinen Schoß und fing an, mit einer enorm Zartheit mich anzukauen, die Hände, die Arme. Ich hatte noch nicht mal einen Schrammen. Das war eine Situation, für die ich den Zergel mitgenommen hatte, ich hatte aber zu dem Zeitpunkt keine Energie mehr, nun zu zergeln. Also ging ich wieder langsam mit ihm über das Grundstück, in den Park. Bis wir die neue Türe einweihen konnten.   Damit war meine Zeit mit Apollo zu Ende. Dieser Hund hat mich enorm berührt. Ich vermisse ihn.   Was bleibt nun für ihn?   Er hat die Türe. Man muss nun nicht mehr drei Drähte entwirren und über eine Mauer klettern. Und es besteht wirklich die Hoffnung, dass man mit ihm - wenn auch nur mit Leine - spazierengeht. Das Hausmeisterehepaar wird dies ganz sicher nicht tun. Es wird aber eine Laufleine vor dem Haus installiert, an die er tagsüber kommen soll, dass er so zumindest Kontakt halten kann zu den Menschen, die dort leben. Und zu Besuchern. Denn wenn eines allen dort deutlich geworden ist: Er braucht und vermisst den Kontakt zu Menschen, er will angefasst werden, gekrault werde. Und ist dem Menschen gegenüber in keiner Weise agressiv.   Was für ein wunderbarer Hund!    

      in Hundeerziehung & Probleme

    • 16 Jahre = 5.820 Tage = 140.000 Stunden...

      ... vermutlich so lange stand Miss Sophie angekettet an einer Stelle in einem dunklen Stall. Die letzten zwei Jahre war sie dort ganz alleine. Nun hat das Veterinäramt sie beschlagnahmt. Es wäre für sie ein Leichtes gewesen, sie einfach zum Schlachter zu geben. Aber sie baten uns um Hilfe. Wir haben uns daher dazu entschlossen, alles dafür zu tun, dass Muss Sophie die Welt außerhalb ihres Stalls kennen lernt. Sie soll frische Luft atmen, die Sonne spüren und Gras schmecken können. Miss Sophie ist in einem schlechten Pflegezustand. Sie hat Milben und sich daher wund und blutig gekratzt. Durch das Schubert hat sie kahle Stelle. Im Nacken hat sie eine wulstige Narbe durch eine früher eingewachsene Kette. Ihr noch vorhandenes Fell ist dick mit Kot und Urin verklebt. Wir hoffen sehr, dass wir ihr nochmal ein schönes Leben bieten können und genügend Paten finden.   Ich berichte euch weiter von ihr.  

      in Andere Tiere

    • Die ersten Tage/Wochen Fragen, Anregungen, Tipps

      Hallo ihr lieben,   ich bekomme in einigen Wochen einen kleinen Conti-Bulldog zu mir. Ich habe natürlich vor ab viele Bücher gelesen, viel mit der Züchterin und Bekannten gesprochen. Trotzdem habe ich etwas 'Angst' gerade in den ersten Tagen etwas falsch zu machen. Wie ich die ersten Kommandos beibringe und auch wie das mit dem Stubenrein geht, ich denke das habe ich verstanden, da gibt es ja wirklich genug Material zu   Aber wie handhabe ich zum Beispiel, das raus gehen, die ersten Schritte der Sozialisierung etc ? Geht man da so ein bisschen nach dem Gefühl wie sich der Welpe an mich und sein neues Zuhause gewöhnt, wie sein Bewegungsdrang ist etc ? Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Tipps oder Erfahrungen die Ihr mit mitgeben könnt, ich würde mich sehr freuen   LG

      in Hundewelpen


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