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Hundeforum Der Hund
Missyble

Jagdtrieb usw.

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Hi ihr lieben,

manchmal ist es echt zum verzweifeln. :(

Ich bin heute mit einer Bekannten zum spazierengehen verabredet gewesen. Wir sind also um halb 9 Uhr losgezogen. Die Strecke laufe ich mit Hades fast täglich. Auf einem Feld lief auf einmal ein Hase lang. Ich habe es leider erst bemerkt als Hades bereits die Jagd auf diesen aufgenommen hatte. Ich rief: "Nein, Hades komm!" aber mein Hund hat nicht einmal gestutzt. Er ist dem Hasen in den Wald nachgejagt und ich stand da, konnte nichts tun.... und mit jeder Minute wurde ich wütender. Wir sind stehen geblieben und haben gewartet. Ich weiß nicht genau wie lang es dauerte bis Hades wiederkam. Warscheinlich waren es 10 min.

Als er dann da war, habe ich ihn angerempelt und ignoriert. Er lief dann hinter mir her mit einem Abstand von ca. 20 cm und das ganze 20 min lang.

Er kennt das Komando "NEIN", es funktioniert solange es nicht ums jagen geht. Sobald eine Katze o. ä. zum jagen vorhanden ist, hört er nichts mehr.

Ich habe das Buch "Auf und davon" gelesen, und die Übungen funktionieren einwandfrei. Auch das Reizangeltraining.

Ich habe noch ein Buch, "Antijagdtraining", das werde ich demnächst lesen.

Natürlich kommt jetzt die Schleppleine auf Spaziergängen dran, damit ich nicht wieder so hilflos da stehe, wenn soetwas nocheinmal vorkommt.

Ich ärgere mich so, das er diesen Jagd"erfolg" hatte! Ich war so wütend. Auf mich, auf den Hund, auf den Hasen und alles einfach!!!!

Was hätte ich tun sollen? Ich meine in dieser Situation? Hat jemand noch Trainingsvorschläge?

Ich weiß das alle jetzt sagen werden wenn er in diesen Situationen nicht abrufbar ist, Schleppleine! Wie gesagt, er kommt auch wieder dran.

Das heißt, mein Hund kommt an die Leine sobald wir aus der Türe raus sind, auch im Garten da dieser nicht eingezäunt ist.

Wir leben sehr ländlich, und haben ein riesiges Grundstück.

Und jetzt meine 2. Frage: Kann ich meinem Hund irgendwie begreiflich machen wo die Grundstücksgrenze ist? Wie bringe ich ihm das zuverlässig bei? Oder kann man einem Hund das überhaupt beibringen? Ohne Zaun?

Noch etwas zu meinem Hund: Er ist ein Jack Russel Mix, warscheinlich mit glatthaar Foxterrier drin (genau weiß man es nicht). Er ist 11 Monate alt und hört (außer was das Jagen betrifft) zuverlässig in allen anderen Situationen. Unsere Bindung ist gut. Ich glaube schon das er mich als Chef sieht (heute war ich mir da dann nicht mehr so sicher).

Zu mir: Hades ist mein 1. Hund. Ich gehe mit ihm in die Hundeschule, lese viel über Hundeerziehung und Komunikation. Ich lese hier auch immer fleisig mit, um mir Tipps zu holen. Ich gehe mit einer Hundegruppe spazieren, in der wir uns austauschen können.

Wenn jemand noch etwas wissen will.... Fragen ;) Ich beiße nicht und hoffe nicht gebissen zu werden ;)

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Auf den Hund und vor allem auf den Hasen brauchst Du nicht wütend sein Du hast es dazu kommen lassen, weil Du Deinen Hund im Freilauf hattest, obwohl Du weißt, dass er jagt. Wie Du ja selbst schon bemerkt hast: Schleppleine dran! Aber warum rempelst Du ihn, wenn er wieder kommt? Wie, glaubst Du, soll er das verknüpfen?

Jagderfolg hatte er in jedem Fall, so eine Jagd ist DER Adrenalin-Kick für Hunde, die mit Leidenschaft jagen. Also: Jagd war toll, zurückkommen ist scheiße. Klar soll man für ein derart verspätetes Befolgen des Abrufs (oder einfach auch nur Zurückkommen) keine Party feiern oder Belohnen, aber ich hätte ich für den Rest des Spazierganges an die Leine genommen und ihn deutlich in seiner Freiheit eingeschränkt.

Ansonsten: Rückruf üben unter steigender Ablenkung.

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Hallo Missyble,

das ist ein blödes Gefühl, die Kontrolle nicht mehr zu haben, und ich kann verstehen, wie wütend Du warst.

Aber: Dein Hund (die Rassen Deines Hundes) wurden auch zum Jagen gezüchtet, und wenn er erst einmal durchgestartet ist, hört er Dich wirklich nicht mehr, Du bist ausgeblendet.

Es gibt hier ganz wertvolle Tipps, wie man übt, die Kontrolle zu behalten, ich jedoch habe bei meinem Jagdhundmischling schon lange aufgegeben. Ich habe eine sehr sehr lange Schleppleine, ohne die gehe ich nicht. Ich möchte es ihm gönnen, sich frei zu fühlen und in seinem Tempo die Wildspuren auf der Wiese zu verfolgen. Mir macht es Spaß, ihn so leidenschaftlich zu sehen und hinterher so glücklich. Dass er wirklich durchstartet und jagt an der Schleppe, kommt gar nicht vor, außer Mäuse, die kriegt er schon manchmal durch Zufall.

Dass er die Grundstücksgrenze erkennen kann, halte ich nicht für möglich. Ohne Markierung oder Hecke oder Zaun kannst Du es doch wahrscheinlich auch nicht, oder doch? Wenn Ihr so viel Platz habt, wäre es eine gute Möglicheit, nur ca. 2000 qm mit einem Wildzaun einzuzäunen, das ist nicht zu teuer und er kann dort seine Freiheit genießen, kannst ihm einen Sandberg zum Buddeln und einen Hundeteich bauen. Ich beneide Dich!!

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Hallo

Ich würde dir so gerne sagen, dass das mit ein wenig Training alles ganz easy wird, aber das kann ich leider nicht :(

Es kommt sehr auf den Hund an, und auf den Grund für seine Jagerei. Gelangweilte Hunde kann man recht gut und erfolgreich therapieren - oder besser, die Besitzer kann man therapieren :D - und bei einigen Hunden ist es ausreichend, den Rückruf bis zum Erbrechen zu üben, oder einen Superpfiff einzusetzen.

Dann gibt es aber leider auch die Vollblutjäger, die einfach nichts besser finden als Jagen. Da kannst du dann wirklich nie die Leine abmachen, ohne ein hohes Risiko einzugehen.

Z welcher Kategorie dein Hund gehört, weiß ich nicht. Bei der Rasse-Mischung könnte es die letzte sein, muss aber nicht!

Unter Umständen ist es "nur" jugendlicher Quatsch, der sich mit der Zeit (und Leinenzwang) auswächst, aber dafür kann ich nicht garantieren.

Eine Menge Leute sagt, sie können den Hund nach intensivem Anti-Jagd-Training frei laufen lassen - ich allerdings würde das Risiko nicht eingehen bei meinem Hund.

Denn was, wenn er nicht hört? Dann ist er weg, eventuell schädigt er ein Tier oder verletzt sich oder kommt nicht wieder, und selbst wenn alles gut geht, so ist es doch ein herber Rückschlag für alles, was man bis dahin erreicht hat.

Du hast mein volles Mitgefühl, glaub mir, und ich habe auch meine ohrfeig-wertigen Fehler gemacht mit Lemmy. ;)

Alles was man im Nachhinein noch dagegen tun kann, ist es nicht nochmal dazu kommen zu lassen.

Ich kann dir daher leider nicht pauschal sagen, dass dein Hund jemals von der Schleppleine kommen kann. Möglich ist das, ich würde aber ehrlich gesagt nicht darauf bauen.

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Dann gibt es aber leider auch die Vollblutjäger, die einfach nichts besser finden als Jagen. Da kannst du dann wirklich nie die Leine abmachen, ohne ein hohes Risiko einzugehen.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=70922&goto=1500911

Ha, das ist bestimmt mein Toni! So wie Du das schreibst, fühle ich mich nun bestätigt und bin mir sicher, dass ich richtig handele. ..Und irgendwie tröstet es mich auch und befreit mich von einer Schuld, die ich manchmal fühle, aber wahrscheinlich gar nicht habe.

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Ich weiß das er ein super tolles Erlebniss hatte!!!!! Ich ärgere mich ja auch hauptsächlich über mich! Ich weiß dass das Jagen für den Hund selbstbelohnend ist, und es seinem naturell entspricht. Trotzdem werde ich ärgerlich, auch auf meinen Hund.

Das mit dem anrempeln wenn er wiederkommt...... ich habe gelesen das Hunde es auch so machen wenn sich ein Hund vom Rudel trennt und wiederkommt. Außerdem habe ich mich hilflos gefühlt und auch nicht genau gewusst wie reagieren. Ignorieren? Ich denke schon das er wissen darf das etwas nicht in Ordnung ist. Es ist mir wohl bewusst das diese Reaktion auch mit dem zurückkommen verknüpft werden kann (oder wird?), wenn ich davon aber ausgehe, brauche ich ihn gar nicht korregieren, da er keine Handlung von mir mit der Jagd verknüpf.

Das letzte Jagderlebniss konnte ich im Ansatzt stoppen. Ich dachte wir hätten den Durchbruch erziehlt. Ja falsch gedacht und vielleicht auch naiv. Jetzt weiß ich es besser.

Deshalb war er offline. Außerdem interessiert er sich nur für Fritz wenn wir gemeinsam gassi gehen. Auch falsch gedacht und naiv.

Gelangweilt ist er denke ich nicht. Er bekommt ausreichend Bewegung, wir machen Nasenarbeit, Reizangeltraining, lernen Tricks, machen Denkspiele, Ballspiele, apportieren (versuchen wir), gehen mit anderen Hunden, in die Hundeschule usw.

Der Rückruf funktioniert immer, außer beim Jagen. Unter allen anderen Ablenkungen.

Das Jagen hat ja auch seine guten Seiten. Er hält unseren Hof Mäusefrei :):(

Auch mit Schlepp dran kann ich das nicht verhindern, außer ich stehe ständig neben ihm und glotze dahin wo er auch hinglotzt.

Da hat er natürlich auch einen Jagderfolg. Ich gehe mal davon aus, das man ihm nicht beibringen kann dass Mäusejagen ok ist, Hasen oder Rehe aber nicht?

Hm einen Teich haben wir schon und buddeln darf er im ganzen Garten. Wir haben keinen englischen Rasen ;)

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Ahhhh so ein "Garten" hätte ich auch gerne :klatsch:

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Da hat er natürlich auch einen Jagderfolg. Ich gehe mal davon aus, das man ihm nicht beibringen kann dass Mäusejagen ok ist, Hasen oder Rehe aber nicht?


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=70922&goto=1500945

Das wird vermutlich nicht funktionieren ;)

Ich habe auch ein 2 ha Grundstück, komplett mit Schafdraht eingezäunt, trotzdem überlasse ich sie da nicht sich selber. Es hat oft Hasen, Kaninchen (eines hat seinen Bau in meinem Knick jenseits des Zauns :) ) und Rehe auf den Koppeln, buddeln dürfen sie nicht wegen Gefahr für die Pferde. Also zuhause dürfen sie nichts, was irgendwie mit Jagd zu tun hat, genausowenig wie im Wald.

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Also mir wurde mal erklärt, dass Mäusejagen und anderes Wild jagen zwei sehr unterschiedliche Verhaltensmuster sind. Mäuse werden ja normalerweise nicht gehetzt, sondern aus dem Loch oder davor gefangen.

Viele erlauben ihren Hunden sozusagen als "Jagdausgleich", Mäuse zu fangen. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass der Hund da einen Unterschied lernen kann. Trotzdem muss der Hund auch lernen, dass er nicht einfach so von dir wegdüsen kann, um eine Maus zu erwischen, sondern nur, wenn du das OK gibst.

Ein aufspringender Hase ist wohl leider für die meisten Hunde einfach ein sehr großer Reiz. Bei einem so jungen Hund würde ich wirklich noch auf Abruftraining setzen (z.B. auch Impulskontrolle bei der Reizangelarbeit) und eben vorerst immer die Schlepp dranlassen, um weitere Chancen zu verhindern.

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Ich empfinde es als absolut nicht schlimm, dass unser Podenco nur sehr selten ableinbar ist. Er ist ein selbständig jagender Hund und ist es gewöhnt angeleint zu sein. Bei normalen Spaziergängen hat er einen Radius von 8m zur Verfügung. Weiter entfernen sich "normale" freilaufende Hunde in der Regel auch nicht von ihren Menschen. In "sicherem" übersichtlichen Gelände darf er schon mal rennen und er kommt auch "nach einer gewissen Zeit ;) " zuverlässig zurück. Ausserdem gibt es ja auch die Hundeausläufe, wo man Jagdhund rennen lassen kann. Allerdings gestalten wir unsere "Spaziergänge" häufig als sehr ausgiebige "Querwaldeingänge" ( bei uns darf man das) und lassen uns auch mal von Fernando führen.

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    • Jagdtrieb artet immer weiter aus

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      in Körpersprache & Kommunikation


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