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Hundeforum Der Hund
Bärenkind

Wie interpretiert Ihr dieses Konditionierungs-Zitat von McConnell?

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Also, ich denke, wenn jemand das so als Werbung verwendet, dann will er dadurch

Kunden anlocken. Das sind dann oft Leute die noch nicht viel mit Hundeerziehung und

-ausbildung zu tun hatten.

Für mich hört sich das nach antiautoritärer Hundeerziehung an, weiß nicht ob es das

jetzt wirklich trifft.

Mein erster Gedanke war "Wattebäuschchenwerfer-Fraktion".
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=70948&goto=1502496

Das sehe ich ebenso Sabine,

darum wird er wie gesagt auch Erfolg haben weil es leider in den Zeitgeist passt.

Dieses Wattbächen werfen, mache ich sehr stark dafür verantwortlich, das unsere Tierheime so voll sind mit Tieren, die als nicht erziehbar oder aber aggressiv gelten.

Hier hat es der Mensch einfach versäumt Grenzen zu zeigen (hat nix mit Gewalt zu tun).

Aber Hunde (Caniden) Kommunizieren nun mal so. as ist übrigens was das ich sehr oft feststelle, Menschen die Ihren Hund mit dem Wolf vergleichen zum Beispiel bei der Ernährung, versagen allerdings total in der Erziehung da werden typisch Wolf dem Hund die Leckerchen hinterher getragen usw.

Wenn Wolf dann richtig der Vergleich ist nicht falsch, dann muss man aber auch sehen wie diese Tiere Kommunizieren, nämlich wie in dem Link gezeigt sehr fein, eher leise, aber vor allem unmittelbar und sofort. Und daran hapert es dann.

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Zum Thema Komunikation mit Hunden habe ich hier einen recht guten Link.

Das gibt in 100 % wieder was ich denke und wie ich arbeite.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/videos/ndrtalkshow819.html

dauert zwar eine 1/4 Stunde lohnt aber. Wer Anne selbst erlebt hat, Ihre Hunde kennt, nimmt nie wieder ein Leckerchen in die Hand.
http://www.polar-chat.de/topic.php?id=70948&goto=1502480

Meine "Schwester im Geiste", und es tut gut zu hören wie grundsätzlich sanft eine Kommunikation ablaufen soll.

WIR Hundehalter schreien den Hunden die Ohren voll, und erzeugen gleichmal stressiges Meide-Verhalten und merken es nicht mal.

Dann wundern wir uns, warum es im täglichen Zusammenleben nicht funktionieren kann.

LG :winken:

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Nun möchte ich es mal auflösen.

Eines vorweg. Konkurrenz belebt das Geschäft, andere Hundeschulen hier im Umfeld finde ich gut und wichtig, da für jeden Topf ein passender Deckel gefunden werden muss.

Nicht jeder kann jedem Team helfen, nicht jeder ausreichend Vorahnung, Wissen, Bildung, Mut, was auch immer, um sich jedem Problemfall zu stellen.

Die Hundeschule, die hier mit dem o.g. Zitat wirbt, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass überdurchschnittlich viele Hunde, die dort "gelernt haben, sich im Angesicht von Futter beim Besitzer wohl zu fühlen", schlicht unerzogen und wenig bis gar nicht gesellschaftskompatibel sind.

Das erste, was die Hundehalter bekommen, sind Keksrezepte für besonders leckere Hundekekse. Die besten hat immer die Trainerin. Der Unterricht wird so gestaltet, dass sich der Mensch und der Hund immer im Futter-Einklang bzw. Sog befinden, also möglichst wenig Reize, möglichst viel Erfolg mit Ablenkung durch Futter. Wer das nicht schafft, bekommt ein Halti oder Gentle-Leader. Auch hier wird dann wieder mit Futter gearbeitet.

Grenzen, ein Abbruchsignal, nein, aus, lass das, lernen die Hunde ausschließlich über Futtertausch. Körpersprache findet nicht statt. Bewegungseinschränkung findet nicht statt. Stattdessen Kommando "schau" und das lustige Verknüpfen von noch lustigeren Verhaltensketten.

Ein Hund hat gelernt, der Knopf für Futter ist im Bauch des Menschen. Man muss dort hin springen, dann dreht sich der Mensch weg, sagt sitz, das tut man dann gerne und eiligst, denn dafür gibt es Futter. Super, oder? So würde ich mich auch wohl fühlen, wenn ich so tolle Knöpfe gezeigt bekomme.

Ein anderer Hund hat gelernt, dass es fürs Ankläffen von Artgenossen Futter gibt. Erst muss man kläffen, dann hört man, wenn man wieder ansprechbar ist, das Kommando "schau", und dafür gibt es dann Futter. Toll, nicht? Wenn man schon früh genug kläfft, kann man auch mehrmals für ein kurzes "Schau" Futter abstauben, bis man den Artgenossen passiert hat.

Der nächste Hund hat gelernt, dass es für Nase an Menschenessen auf der Arbeitsplatte in der Küche auch Futter gibt. Zwar leider nicht das Menschenessen, aber immerhin gibt es Futter. Man muss sich auch nur von der Arbeitsplatte abwenden. Toll, nicht?

Also ICH verstehe das Zitat von McConnell so, dass man Situationen im Zusammenleben mit dem Hund emotional positiv belegen kann, in dem man ihm Futter anbietet. Futter ist ein Sekundärverstärker, eine Lebensnotwendigkeit für den Hund, beim einen kommen dadurch mehr, beim anderen weniger Emotionen ins Spiel, die man als Förderer erwünschter Handlungsweisen einsetzen kann.

Als Beispiel für den Geruch von Futter, der den Hund dann freudig und creativ macht, nehme ich gerne das Clickertraining, in dem der Hund genau weiß, was ihn erwartet, wenn er nur das Richtige anbietet. Mein Bär läuft dadurch selbst mit fast 10 Jahren noch zur Hochform auf und lernt gerne und gut Dinge, auf die man so im Alltag niemals angewiesen wäre.

Das funktioniert wunderbar in einer entspannten Umgebung mit hochwichtigem Futter. Allein mit seinem Alltagsfutter könnte ich hier keinen Blumentopf gewinnen. Unter der guten Hundewurst vom Schlachter, Fleischwurst oder Käse würde nicht viel passieren.

Für eine Umkonditionierung im Alltag z.B. bei Leinenpöblern, bei Hunden, die Menschen anspringen, bei Hunden, die jagen etc. sehe ich keine Erfolgsaussichten, wenn ich kein Instrumentarium habe, um auch mal etwas zu verbieten.

Wenn ich nur die ganz einfachen Grundkommandos sitz und platz nehme. ALLE Hunde, die ich bisher aus dieser Hundeschule übernommen habe, stehen trotz gefühlten 1000 Bleibs grundsätzlich aus der gewünschten Position auf. Warum? Vollkommen logisch: Sie werden nach dem Aufstehen freundlich gebeten, sich wieder in die entsprechende Position zu begeben und bekommen auch dafür wieder einen Keks. Ganz ehrlich. Der Hund, der DANN noch sitzen oder liegen bleibt, ist schlicht und ergreifend blöd, denn diese Handlungskette ist genau so einfach zu verknüpfen wie die mit dem Knopf im Bauch und dem Anpöbeln anderer Hunde.

Wie soll denn ein Hundeanfänger, der sich freut, dass er in einer Hundeschule nur nett sein darf zu seinem Hund, dem erzählt wird, dass bereits ein deutliches NEIN den Hund traumatisieren würde, lernen, auch mal Grenzen zu setzen, wenn eine Grenze immer nur bedeutet, dass irgendwo ein Schnitzel wedelt?

Es ist so unfair den Hunden gegenüber, die schon als Welpe lernen, dass der Mensch keinerlei Initiative ergreift, keine Sicherheit verheißt, dass er nur ein Grundbedürfnis permanent im Übermaß erfüllt, und das ist Futter zu spenden. Diese Hunde werden irgendwann in ihren Weltbild erschüttert, wenn dann mal der erste kommt und ihnen zeigt, dass es durchaus auch mal Verbote gibt. Das sind dann Hunde, die ihre Besitzer durch schnappen maßregeln, weil sie es nicht verstehen, dass diese plötzlich etwas von ihnen FORDERN wollen, dass sie mal endlich eine Grenze setzen. Ja unverschämt auch, oder? Wo sie doch nun seit Monaten nur bitte und danke zu hören bekamen.

Ich will nicht wieder die Fronten "gar kein Futter" gegen "warum nicht auch mit Futter belohnen" gegeneinander hetzen. Auch ich zeige meinen Kunden, erwünschtes Verhalten mit Futtermotivation zu fördern, aber ich zeigen ihnen eben auch die Schwachstellen dieses Systems auf, wo die Fehlerquellen sitzen, ab wann Handlungsketten falsch verknüpft werden und in welchen Situationen Futter einfach nur unangebracht und "gefährlich" ist.

Das vermisse ich inzwischen bei vielen Hundeschulen. Die Kunden werden dort in den Traininssituationen in eine heile Welt geschickt. Sie gehen mit einem satten Hund vom Platz und sind glücklich, weil alles gut klappt. Und dann kommt der Alltag, der Hund auf der anderen Straßenseite, der Hase, das Reh, und dann? Dann steigern wir uns im Hilfsmittelbedarf. Das Ende der Fahnenstange ist dann oft die Futtertube mit den pürierten Hühnerherzen, kein Aufwand ist dem liebenden Hundehalter zu groß, um im Angesicht des Feindes eine Futterpipeline zu legen, da einzelne Gaben von Keksen schon lange versagen.

Aber um GOTTES Willen niemals ein Verbot aussprechen, den Hund körperlich einschränken oder womöglich mal anfassen. Er könnte traumatisiert werden und einen Schaden fürs Leben kriegen...

Ich könnte mir ja die Hände reiben und mich freuen, dass die Opfer dieser Trainingsmethoden über kurz oder lang sehr häufig bei mir landen, aber ich freue mich nicht, denn ich habe einen mords Brass auf solche Trainer. Wir sollten alle antreten, um Menschen zu HELFEN, Hunde zu angenehmen Sozialpartnern unserer Gesellschaft zu erziehen. Und dafür braucht es aus meiner Sicht etwas mehr als das beste Keksrezept der Welt und den Duft von Futter.

Grummelnde Grüße

Anja

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Wenn ich sowas über eine Hundeschule lese macht es mich unglaublich traurig.

Die Menschen rennen dort Hin ähnlich wie bei AL, und verehren diese Trainer als etwas fast Gott ähnliches, sind doch die Trainer in diesen Schulen die ersten die sagen das Sie einen Ganz tollen Job bisher gemacht hätten.

Anja, leider ist es so, dass Menschen wie du oder Ewald ich oder auch andere leider am Ende der Kette stehen, man darf dann an den Hund ran wenn er versaut ist oder bereits im Heim hockt.

Das macht mich so traurig :( .

Die Hunde werden in solchen Schulen positiv zu Monstern und Tyrannen erzogen, die obendrein auch noch einen riesen Stress dabei haben.

Allerdings macht es mich auch hart so das ich nicht mehr wie noch vor einem Jahr meine jedem helfen zu müssen. Wenn mir was nicht passt kann ich heute auch mal nein sagen.

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.

Das erste, was die Hundehalter bekommen, sind Keksrezepte für besonders leckere Hundekekse. Die besten hat immer die Trainerin. Der Unterricht wird so gestaltet, dass sich der Mensch und der Hund immer im Futter-Einklang bzw. Sog befinden, also möglichst wenig Reize, möglichst viel Erfolg mit Ablenkung durch Futter. Wer das nicht schafft, bekommt ein Halti oder Gentle-Leader. Auch hier wird dann wieder mit Futter gearbeitet.

c035.gif

Oh Gott, eigentlich dürfte man nicht lachen. Aber deine Beschreibung ist wirklich zum Kiechern.

Das hatte ich befürchtet, aber genau das ist ja nicht das, was das Zitat sagen will. Nicht in meinen Augen, denn man sieht doch, dass es irgendwo aus dem Zusammenhang gerissen wurde :think:

Schade, dass die Person das Buch, aus dem es stammt, wohl nur zur Hälfte gelesen hat, bzw gar nicht, und schade, dass so viele Menschen nicht verstehen, dass man weder das eine, noch das andere Extrem der Hunde"erziehung" braucht, um mit dem Tier wunderbar zu leben.

Unser erster Hund war ein Traum inn absolut JEDER Hinsicht, und wir hatten niemals Futter dabei. Ich will nicht sagen dass wir durch das Futter unsere Hunde versaut haben :D das nun doch nicht. Aber bei zB Higgins merkt man schon, dass er eigentlich den Keks nicht will, womit bitte soll ich ihm denn dann klar machen, dass ich ihn JETZT bei mir haben will?

Ah, ich weiß! Das tolle Keksrezept, denn meine Kekse sind eindeutig nicht motivierend genug!! k010.gif

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Wir waren zwar nicht in der Hundeschule die Anja gerade beschrieben hat.. aber doch in einer sehr ähnlichen.

Und als unsere Leckerlis nicht mehr toll genug waren, legte man uns auch eine Futtertube nahe ;)

Da haben wir dann aber das Handtuch geschmissen und erstmal resigniert.

Bis ich vor kurzem noch einen Versuch gestartet und mich mit Anja getroffen habe.

Und siehe da.. es taten sich ganz neue Perspektiven auf. So wie Anja es auch oben geschrieben hat, kannte Terry z.B. keine Bewegungseinschränkungen oder klare Grenzen.

Seitdem wir nicht mehr permanent Leckerlies werfen ist unsere Beziehung schon anders geworden. Terry ist aufmerksamer geworden und er zieht uns auch nicht mehr wie ein Schlittenhund an der Leine durch die Botanik.

Und wir sind eben auch kein Einzelfall.. ich kenne mittlerweile mehrere Hundehalter, die in der selben Hundeschule wie wir waren und in einem Fall heute z.B. nur mit Gentleleader und einem großen Sack Leckerlies vor die Tür mit ihrem Hund gehen.

Es ist die teuerste Hundeschule hier in der Gegend, ist sehr professionell vermarktet, es klingt alles toll, wenn man es liest.. aber ein Vormittag mit einem wirklich passenden Hundetrainer (in unserem Falle Anja) hat uns 1000 Mal weitergebracht als 2 Kurse in 2 verschiedenen Hundeschulen.

Wobei mir deutlich klar geworden ist, dass es eigentlich mehr ein trainieren des Menschen ist als des Hundes in unserem Falle ist. Vielleicht hätte Anja ja mir ein Leckerli vorwerfen sollen? ;)

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Den Hunden aus dieser Hundeschule möchte ich nicht wirklich über den Weg laufen...

Wenn das alles nicht zum Weinen wäre, könnte ich laut loslachen bei der Vorstellung ein Schweinegeld für das Füttern meiner Hunde zu bezahlen - zuhause ist das billiger... :(

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Am allerwenigsten möchtest Du dem Hund der Trainerin von dieser Hundeschule über den Weg laufen... der ist nämlich leider überhaupt nicht Gesellschaftskompatibel, das liegt aber nicht daran, dass ihre eigenen Keksrezepte nicht gut genug sind, sondern daran, dass sich bei dem Straßenhund als Welpe die Synapsen nicht so ausbilden konnten, weswegen er eben so ist, wie er ist.

Ja nee... is klar. Aber die Kunden glauben das und erstarren in Ehrfurcht vor dieser "Tierschützerin", die trotz allen Widrigkeiten einen solchen Hund vor dem sicheren Tod gerettet hat und nun eben ein einsames Leben mit Leinenzwang führt, weil der Hund leider ein Reh gerissen hat und niemand Fremdes die Wohnung betreten darf.

Die bösen, bösen Synapsen...

LG Anja

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Der 1. April ist aber schon vorbei, oder...?

So einen Sch*** gibt die HT von sich? OmG... :wall:

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Hm,

@Bärenkind:

Hast du der Dame , unter dem Hinweis auf deine Beobachtungen , schon deine Hilfe angeboten..?

LG Jörg

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