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Rehe in Sicht ...

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Seit 4 Tagen sehe ich wieder Rehe, das war jetzt wochenlang nicht der Fall....ich würde sogar sagen monatelang....

O.K., ich hab zwar zwischendurch mal hier und da tief im Wald 2-3 rehe gesehen, die waren aber mit ihrem gräulichen Winterfell so gut getarnt, dass man sie wirklich nur erkennen konnte, wenn man gaaaaaaaaaanz genau hinguckte und sie sich etwas bewegten.

Also, es fing vor 4 Tagen damit an, dass Jule und Olli die Ohren spitzten und mega-aufmerksam/erregt in den Wald horchten. Wir waren auf einem Pfad unterwegs, wo ich die o.g. Winterfellrehe schon ein paar mal gesehen hatte. Daher waren beide Hunde angeleint. Ich ging ein Stück weiter auf dem Pfad, der um eine umgekippte Tanne rumführte, als die Hunde dann völlig am Rad drehten und ich auch den Wildwechsel quer über meinem Pfad erkennen konnte. Beide Hunde kreisten aufgeregt mit tiefer Nase umher. Jule mit Propellerschwanz und Olli mit hochaufgestellter Rute. Oh Mann, dachte ich so, jetzt gehts wieder los mit dem Wild.....aber gut, wir hatten lange Zeit Ruhe gehabt, also muß ich zusehen, dass meine Hunde wieder zur Ruhe finden auch wenn Wild zu riechen oder zu sehen ist.

Als erstes rief ich sie ran und ließ beide direkt auf dem Wildwechsel abliegen. Dann hieß es warten und Langeweile verbreiten......Olli war total ruhig im Abliegen, nur Jule hatte alle Antennen ausgefahren und war in Hab-Acht-Stellung. Es dauerte eine Weile, bis die Langeweile bei Julchen ankam und sie relaxed zur Seite kippte und deutlich entspannt lag. Von diesem Moment an hab ich dann noch langsam still bis 10 gezählt, dann hieß es "Sitz" und mit "Weiter" konnte ich mit ruhigen Hunden den Weg fortsetzen, den ich eigentlich gehen wollte. 5 Meter weiter sahen wir sie dann, unsere 3er-Reh-Gang, ein Bock mit zwei Damen, standen auf einer Wiese 20 meter neben dem Weg und ästen. Olli sah sie zeitgleich mit mir, nur Julchen hatte es noch nicht bemerkt. Olli war jetzt in Hab-Acht-Stimmung, die Rehe liefen weg, nur der Bock blieb zurück und guckte zu uns rüber. Jetzt hatte auch Jule die bewegung der rennenden rehe bemerkt und wurde aufmerksam......wieder hieß es "Platz". Jule setzte sich und ich mußte etwas ernergischer mein Platz umsetzen, stellte mich zur Sicherheit noch auf die Leine und wir haben uns den Bock angeschaut, bis Jule wieder entspannt zur Seite kippte. Durch mein enrgisches "Platz-Umsetzen" bei Jule lag Olli schon längst auf der Seite....

Wieder zählte ich langsam, diesmal etwas länger und mit einem "weiter" ging ich zügig los, während beide Hunde mich anschauten.

Naja, etwas angesäuert war ich schon, als Jule nicht direkt ins Platz ging, aber ich hatte mir direkt vorgenommen, jetzt wieder täglich abends mit ihr die Rehe zu suchen.

Gestern war unsere Suche dann erfolgreich. Wir kamen gerade in den Wald, ich hatte Jule abgeleint, Olli war mit Daniel unterwegs, da sah ich 15 meter vor uns den Bock quer über unseren Weg laufen. Ich rif Jule, die ihn noch nicht gesehen hatte, leinte sie an und hielt sie im Fuß, da mir klar war, dass sie sicherlich total aufdrehen würde, wenn wir an die Stelle kommen, wo der Bock grad hergelaufen war.

Genauso kam es dann auch. Jule drehte auf, die Nase ging runter, der Ppropeller drehte und bevor sie die Fußposition verlassen hatte kam von mir ein "Sitz". Ich guckte dann erstmal, wo der Bock nun stand und entdeckte ihn rechts auf der Wiese neben dem Weg. Ich ärgerte mich, dass ich keine Camera mit hatte, weil das so klasse aussah, mein Weg lag tiefer als die Wiese und der Bock malte sich vor dem bunten Abendhimmel ab....das wäre ein tolles Foto geworden. So, ich ging weiter und ließ Jule immer wieder sitzen, ich wollte eine Stelle finden, wo sie den Bock gut sehen konnte. Jule war völlig aufgeregt, normales gehen war schwierig...2 Schritte, dann "Sitz"...und wieder 2-3 Schritte usw., bis ich endlich die geeignete Stelle fand. Jule mußte abliegen und lag eigentlich schon nach knapp einer Minute in entspannter Stellung.....da hatte ich aber nicht mit gerechnet, nach dem Theater vorher.

Na gut, dachte ich, dann gehen wir eben mal um den Bock drumrum....Wir also auf die Wiese und immer schön am Rand in ca. 25 Meter Entfernung in Zeitlupe um den Bock rum. Jule mußte sitzen und liegen und mich anschauen. es hat schon eine Zeit gedauert, aber es ging wirklich gut, der Bock ließ sich nicht stören und mit dieser aufregenden Übung war unser Lernpensum für den Tag dann abgeschlossen.

Ich war mit Jule sehr zufrieden und freu mich schon auf unsere heutigen Rehbegegnungen....

Für mich ist es unheimlich wichtig, dass die Hunde lernen ruhig zu bleiben und es langweilig ist Wild zu sehen oder zu riechen. In den letzten Monaten hatten wir keinerlei Wildbegegnungen und konnten somit dies auch nicht trainieren, jetzt geht die Saison anscheinend wieder los und wir müssen die alte Form wiederfinden....ist vermutlich bei Sporthunden ähnlich nach einer längeren Trainingspause.

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Hallo Sabine,

machst du das immer so? Also Hunde ablegen bei Wildbegegnung?

Wir haben in unserem Trainingswald nämlich auch sehr viel Wild und das auch in den vergangenen Monaten.

Besonders in der Dämmerung, neuerdigs sind sie dann wieder vermehrt bei Tageslicht sichtbar.

Einmal ist Aias, der das früher nie gemacht hat, mir durch die Lappen gegangen und hinter dem Wild her.

Es wäre sehr interessant, ob das so auch bei ihm funktioniert. Erklär mal, wie du das aufgebaut hast.

LG Manuela

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Hört sich nach viel Geduld und Konsequenz an aber auf das Ergebniss kannst du total stolz sein auch wenn Jule länger braucht um runter zu kommen.

Was machst du denn wenn sie das Wild vor dir sehen oder wittern weil du sie ja frei laufen hast, oder ??

Lg Birgit

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Was machst du denn wenn sie das Wild vor dir sehen oder wittern weil du sie ja frei laufen hast, oder ??

Lg Birgit

Dann pfeif ich sie ab und sie kommt zu mir, in unserem jetztigem Trainingsstand würde ich sie mit Leine sichern und abliegen lassen, bis sie entspannt ist.

Ich hab also immer ein Auge auf den Hunden und beobachte deren Körpersprache in Hinblick auf Wild und ein Auge auf den Wald. Das hört sich jetzt anstrengender an, las es ist, wenn der Pfiff sitzt, ist es egal bei Jule ob sie das Wild früher riecht oder sieht als ich, insofern mache ich mir bei ihr keine Sorgen.

bei Olli würde ich keine Hand ins feuer legen, den muß ich beim ersten Anzeichen (Nase im Wind, Nase unten und aufgeregtes Schüffeln am Boden mit hoher Rute und Hektik) direkt zu mir rufen, ansonsten hab ich verkackt.....und das kann und will ich mir mit Jagdhunden nicht leisten. Wenn Olli rennt, dann ist der nicht zu stoppen.

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Ich hab mir meinem Pfiff versaut als Kyra vor zwei Wochen mit einem anderen Hund hinter einem Reh her ist und muß ihn jetzt erst wieder aufbauen.Ärgert mich total aber so ist das leben :(

Du bist meistens alleine unterwegs, oder ?? Wenn du mit anderen unterwegs bist läßt du sie doch bestimmt an der Leine oder kannst du dich dann auch voll und ganz auf die beiden konzentrieren ??

Lg Birgit

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Hallo Sabine,

habe deinen Bericht auch sehr interessiert gelesen, meinem *Jäger* geht es im Moment genauso.

Habe letzte Woche mit Kenay auch eine plötzliche Begegnung mit Rehen gehabt, 5 Rehe kamen plötzlich aus dem Unterholz und sprangen 15 Meter vor uns über den Weg.......Gott sei Dank war mein Hund neben mir, wir beide waren so baff....hab ihn schnell ans Halsband gefasst, nachdem ich mir sicher war das sie weg sind hab ich ihn wieder losgelassen, und wir konnten ruhig weitergehen.

Kenay hat aber dabei keinerlei Theater gemacht, er stand vollkommen ruhig neben mir.

Gestern ist er zB. auf einer Wiese über einen Hasen *gestolpert*, da der Hase natürlich im Galopp wegrannnte musste mein Killer hinterher :( , ich war stinksauer wie er wiederkam...hab aber anschließend mit meinen Augen alles *abgescannt* und war auf Hab-Acht Stellung.

Ich finde/glaube/denke mir das er genau weiß das er Mist gebaut hat wenn er wegrennt und anschließend wiederkommt, der Blick von ihm spricht Bände....

Manchmal könnte ich ihm aber auch die Gurgel umdrehen.... :Oo

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Hallo Sabine,

machst du das immer so? Also Hunde ablegen bei Wildbegegnung?

Es wäre sehr interessant, ob das so auch bei ihm funktioniert. Erklär mal, wie du das aufgebaut hast.

LG Manuela

Da ist kein großartiger Aufbau, das Ganze läuft so ab:

Wild ist in Sicht, Hunde werden direkt rangerufen und abgelegt, ich stell mich auf die Leine (recht kurz) und achte aus den Augenwinkeln darauf, dass sie liegen bleiben, ansonsten ignoriere ich die Hunde und bestaune den Himmel oder sonstwas......einfach um die Unwichtigkeit des Wildes zu unterstreichen...alles läuft in Ruhe ab, keine Hektik meinerseits,

kann ja nix passieren, weil nach dem Ranrufen die Hunde anfangs mit leine gesichert werden.

Aufgeregte Hunde liegen meist in der Sphinx-Stellung, wenn dann irgendwann (und das kann anfangs dauern) der Hundehintern zur Seite kippt und beide Hinterläufe auf einer Seite liegen, dann ist das für mich das Zeichen, dass Jule entspannt ist. ich warte dann aber noch einen kleinen Moment, damit sie nicht lernt (Seite-liegen heißt weitergehen), dann lasse ich beide sitzen und gehe mit einem spannenden Spiel oder einer Flüstergeschichte weiter. Damit habe ich ihre Aufmerksamkeit und nicht das Wild.

Anfangs war es nicht möglich Jule abliegen zu lassen, da habe ich mich mit einem ruhigem Sitz zufrieden gegeben und sie nach einer Weile ins Platz gebracht.

Wichtig dabei ist mir, dass die Leine dabei locker ist und nicht angespannt.

Wenn dein Hund nicht wirklich am Wild abrufbar ist, würde ich ihn in der Morgen- und Abenddämmerung auf keinen Fall dort laufen lassen, da dann das Wild sehr aktiv ist.....muß ja dann nicht sein und du machst dir damit mehr kaputt als das es zu irgendwas dienlich ist.

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Du bist meistens alleine unterwegs, oder ?? Wenn du mit anderen unterwegs bist läßt du sie doch bestimmt an der Leine oder kannst du dich dann auch voll und ganz auf die beiden konzentrieren ??

Lg Birgit

Ich bin am liebsten alleine unterwegs, lasse Jule aber auch in Begleitung laufen, weil sie abrufbar ist, egal wer mit ist oder was da kommt. Das habe ich aber langsam gesteigert mit der Begleitung.

Olli lasse ich momentan nur in einem bestimmten Waldbereich laufen und auch nur, wenn ich alleine mit beiden unterwegs bin, denn ich will das in kleinsten Schritten aufbauen.

Aber auch, wenn ich in Begleitung bin, gehe ich viel 3 Meter vorne weg oder gebe meinen Hunden Kommandos (falls nötig) auch wenn mir einer grad was erzählt, ich höre dem zwar zu, bin aber auch bei meinen Hunden. Im Freilauf will und muß ich die immer sehen, weil ich wissen will, was mir ihre Körpersprache über die Gegend sagt. ;)

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Bei Candy muss ich auch immer und ständig aufpassen, dass sie keine Spur findet, denn dann ist sie sofort weg. Da ist auch im Moment kein Abrufen möglich. Ich arbeite daran.

Wenn ich sie beobachten kann, ist es nicht so schwer, dann sehe ich ziemlich schnell, wann es wieder mal soweit sein könnte. Aber wenn ich mit anderen Leuten laufe, merke ich schon, dass sie mir öfter mal "entgleitet", weil ich mich nicht richtig konzentrieren kann. :Oo

Ich finde das mit dem Abliegenlassen und Langeweile verbreiten eine gute Idee. Und es scheint ja zu funktionieren.

Wenn ich das Wild vor Candy sehe, ist es auch kein Problem, sie abliegen zu lassen, auch wenn es wegrennt, das ist ok. Das ist auf Dauer ziemlich anstrengend, seine Hunde so genau zu beobachten und unter Kontrolle zu halten, besonders, wenn es zwei sind, deshalb :respekt: Sabine vor Deiner Leistung!

LG!

Anja und Hundis

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Danke für deine Ausführung, ich werde es dann auch so versuchen.

Die Leine bleibt dann dran, bis wir die Spur überquert haben, sonst folgt Aias ihr nämlich auch, nur da ist er (noch) abrufbar.

Damit sich das nicht ändert, üben wir das mal so.

LG Manuela

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