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Hundeforum Der Hund
schwarze Kiwi

Alleine bleiben - das war unser Weg zum Ziel

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Hallöle,

da ich es eh mal aufschreiben wollte und nun in nem anderen Thread darum gebeten worden bin mach ich es nun mal jetzt gleich ;)

Ich habe meine Kiwi seit Februar 2009 - sie blieb von vornerein nach wirklich nur sehr wenig Training Problemlos alleine.

Im März 2010 ist Black dazugekommen, der absolut gar nicht alleine bleiben mag (mochte).

Bei uns ging es ums Bellen, Black machte nie etwas kaputt oder pinkelte mir in die Wohnung, das nur als Anfang weil ich es als wichtig erachte und nicht unerwähnt lassen will.

Noch in der alten Wohnung (in der ich bis Ende Dezember 2010 gewohnt habe) habe ich immer mal wieder trainiert - aber lange nicht DIE "Methode" für uns beide gefunden.

Bis ich dann hier von der "Methode" las die Hunde hinter der Tür zu lassen (hier ist es unerheblich - oder war es zumindest für mich welche Tür das ist - also ob Wohnungs- oder Zimmertür) und sobald der Hund anfängt zu bellen in den Raum herein zu stürmen wie eine wildgewordene Furie.

Mir leuchtete dies ein und ich habe angefangen.

Schritt eins

Ich habe beide im Wohnzimmer gelassen, Tür zu.

Bin dann zur Wohnungstür und habe sie (recht geräuschvoll) aufgemacht, am Anfang war verlass darauf das Black sofort anfing zu bellen.

Also wie erwähnt bin ich losgetrampelt und bin mit Radau und RemmiDemmi ins Wohnzimmer rein.

Was man dabei für Geräusche macht, muss man testen.

Anfangs habe ich Black direkt angesprochen, bin davon aber recht schnell abgekommen und hab jeweils einen Gegenstand fixiert und dem ordentlich die Leviten gelesen.

Ne, ich will gar nicht wissen was meine Hunde über mich gedacht haben.

Anfangs musste ich das ganze oft auch über 10 mal wiederholen bis ich nur die Wohnungstür einmal (geräuschvoll) öffnen und schließen konnte.

Hat dies geklappt war das mein Erfolgserlebnis und das Training war für den Tag beendet.

Nun kommt der Punkt der positiven Bestärkung des Hundes.

Ich bin der Meinung das es hier kein Patentrezept gibt,

man wird also auch hier ums Experimentieren nicht herum kommen.

Einige sind der Meinung das es am besten ist den Hund komplett zu ignorieren wenn man wieder in den Raum kommt damit das alleine bleiben eine Art Selbstverständlichkeit bekommt.

Mir erscheint das zwar vom Kopf her logisch, aber mein Bauchgefühl war immer furchtbar wenn ich wieder ins Zimmer bin und Black ignoriert habe.

Da ich davon überzeugt bin das man etwas nur wirklich zu 100% vermitteln kann wenn man komplett dahinter steht musste ich mir also was anderes ausdenken.

Da Black schnell hochfährt wäre ein überschwengliches Lob total fehl am Platz gewesen.

Ich für mich habe es immer so gemacht das ich wieder in den Raum rein bitte und mich hingekniet habe und ihn wortlos (!) gestreichelt habe.

Ab und an gab es auch mal ein kleines Lecker, aber nicht immer weil ich nicht wollte das er das als Vorausetzung ansieht.

So, das war der kurze Exkurs zum Lob und wie ICH es handhabe.

Das bloße zur Tür gehen und diese öffnen und schließen habe ich immer nur einmal am Tag trainiert.

Sicherlich könnte man es auch öfters machen, aber für mich war es so okay.

Den Schritt eins habe ich solange wiederholt bis er schon beim ersten mal nicht mehr ausgelöst hat.

Das ganze habe ich dann noch ein paar gefestigt, bevor es an den zweiten Schritt ging.

Der war für mich das ich die Wohnungstür öffne, rausgehe und wieder schließe.

Ich bin vor der Tür stehen geblieben und hab gelauscht.

Sobald er angefangen hat zu bellen das übliche Prozedere,

reinstürmen wie eine Furie.

Als auch dies geklappt hat, kam der für mich dritte Schritt

Tür auf, Tür zu, raus auf die Straße, dort eine Rauchen (alternativ einfach 5 Minuten warten ;) ) und wieder rein.

Wieder sobald er angeschlagen hat - rein in die Bude.

Vierter Schritt

Bis hierhin war ich immer in "Hausklamotte" - hatte also nur Hausschuhe an.

Nun wollte ich aber auch mal kurz einkaufen gehen (Einkaufsladen direkt um die Ecke, falls dies nicht der Fall ist - Zeitraum des Wegbleibens ca. 15 Minuten).

Ich musste also SCHUHE anziehen.

Schuhe bedeutet für Black => Gassi!

Klar, hätte ich auch meine Schuhe einfach still und leise im Flur anziehen können, ich WOLLTE aber das er mitbekommt,

also habe ich dann meine Schuhe angezogen, Hund ist wie üblich total abgedreht (ja, das ist momentan unser Übungspunkt vorm Gassi nicht mehr durchzudrehen).

Ich hab mich dann einfach nochmal hingesetzt und gewartet bis er wieder runter gefahren ist.

Das weggehen war aber trotzdem teilweise schwieriger,

ich musste einige mal wieder schon beim öffnen der Tür zurück ins Wohnzimmer stürmen.

Aber auch das klappte mit der Zeit.

Sofern Black ruhig war als ich nach Hause kam (das Bellen sobald der Schlüssel ins Schloss gesteckt wurde zähl ich persönlich nicht mit ;) ) hab ich wie immer gelobt.

Hier an dieser Stelle kam es aber auch mal vor das Black eben NICHT ruhig war als ich nach Hause kam, klar - es war ja erstmals nicht möglich ihn SOFORT zu korrigieren weil ich eben nicht da war.

In diesem Fall habe ich ihn dann ignoriert.

Ob man hier ignoriert oder korrigiert ist denke ich wieder eine Frage des eigenen Bauchgefühls und ist zudem noch vom einzelnen Hund abhängig zu machen.

Wie gesagt, für mich war das Ignorieren das Mittel der Wahl.

Fünfter Schritt

Das Alleine bleiben immer ein bisschen mehr steigern, bloß nicht zuviel auf einmal, ich habe es um 10 Minuten Schritte gesteigert, wieviel man pro Trainingseinheit steigert muss man denke ich wieder individuell entscheiden.

Sechster Schritt oder auch "Feintuning"

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich bei ca. 45-60 Minuten alleine bleiben. Hier und da gab es mal einen Rückfall, aber im großen und ganzen klappte es ganz gut.

Auch bis zu diesem Punkt habe ich immer den Fernseher angelassen, immer die Fenster geschlossen, immer erst meine Sachen die ich zum weggehen brauchte (GEldbörse, Handy, etc.) erst in Flur gebracht, dann Schuhe angezogen und dann erstmal nochmal hingesetzt.

Nun wollte ich einen Schritt weiter.

Als erstes habe ich den Fernseher ausgelassen.

Als das klappte ließ ich ein Fenster auf.

Dann habe ich das "Rausschleichen" weg gelassen, habe also direkt meine Sachen aus dem Wohnzimmer genommen, Tür zu - Schuhe an und weg.

Parallel zum Weglassen dieser Dinge habe ich auch weiterhin kontinuierlich die Zeit des Alleine bleibens gesteigert.

Zu diesem Zeitpunkt waren zwei Stunden meist (Ein paar Rückfälle gab es immer) kein Problem mehr.

Der krönende Abschluss

Das Ziel was ich mir von Anfang an gesetzt hatte war das ich vor den Augen von Black die Wohnung verlassen kann ohne das er etwas sagt.

Also nun der nächste Punkt.

Die beiden sollten ab sofort also nicht mehr nur das Wohnzimmer sondern auch den Flur zur Verfügung haben (das Schlafzimmer habe ich persönlich erst später mit dazu genommen, hat aber nur den Grund das ich neben einer Werkstatt wohne, mein Schlafzimmer direkt zur Straße rausgeht und da unmittelbar - da Erdgeschoss - immer wieder Leute vorbei laufen.

Trotz "Selffullfilling Prophecy" - ich hatte echt damit gerechnet das dieser für mich letzte Schritt erhebliche Probleme mit sich bringen könnte hat es astrein funktioniert.

Ich kann nun die Wohnung vor den Augen meiner Hunde verlassen ohne das sie einen Ton von sich geben.

Mittlerweile ist auch das Schlafzimemr dazu gekommen und meine Hunde hören dann sogar wie ich mit meinem Auto weg fahre (das Auto steht meist direkt vor meinem Schlafzimmerfenster.

Ich kann meine Hunde bis zu 8 Stunden alleine lassen (gehen würde sicherlich auch länger, aber das würde ich persönlich nicht wollen) wobei das bisher nur einmal vorgekommen ist.

In der Regel sind beide fast täglich 1-3 Stunden alleine und klappt bis auf seeeeehr seltene Rückfälle völlig problemlos.

Inzwischen hab ich sogar noch ein "Sahnehäubchen" drauf gesetzt und kann sogar vor den Augen von Black mit Kiwi zusammen die Wohnung verlassen, er bleibt also auch komplett ohne "seine Frau" alleine.

Ja, das ganze macht mich ein wenig Stolz ;)

Stolz auf mich - weil ich nicht aufgegeben habe obowohl es fast ein Jahr gedauert hat und am meisten Stolz auf meinen Black der seine Ängste ablegen konnte und nun WEIß das "Mutti" wieder kommt.

Sooo, vielleicht hilft es dem ein oder anderen ja ;)

Ich möchte nur noch sagen das es nur mein Weg war - es gibt mit Sicherheit noch viele andere Möglichkeiten die ganz bestimmt nicht falsch sind - denn bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom ;)

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ich finde das richtig klasse dass du genau den richtigen Weg für Deine Hunde gefunden hast. Der Erfolg gibt Dir auf jeden Fall recht :D Ich denke da kann man mal wirklich gratulieren dass das nun so toll klappt und Du die Idealform erreicht hast =) ich drück die Daumen dass es so bleibt und Black entspannt die Zeit weiterhin abwartet. :)

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Interessant - in einer extrem abgespeckten Variante habe ich das mit Alma so ähnlich gemacht: Ich bin vor die Tür gegangen, und wenn sie gebellt hat, bin ich wieder rein und habe ihr gesagt, dass sie bitteschön die Klappe halten soll.

Hat bei ihr gereicht, zur Furie musste ich Gott sei Dank nicht werden, da wäre Alma zusammengebrochen. :)

Ist also in meinem Fall auch nicht besonders erwähnenswert. Aber ich finde es schon interessant, weil oft gesagt wird, dass man gerade nicht reingehen soll, so lange der Hund bellt. Funktioniert aber bei manchen Hunden.

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Schön so eine Erfolgsgeschichte zu lesen :)

Kannst du sagen was bei Black der Auslöser für sein Bellen war?

Waren es ernsthafte Verlustängste/Frust/erlerntes Verhalten?

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Danke Bianca - ich bin auch ein bissle Stolz auf uns beide :)

Kerstin,

wie gesagt, bei einigen Hunde ist bestimmt auch das bellen lassen bis sie aufhören das mittel der Wahl.

Ich hatte das bei Black mal getestet - ich musste nach ner halben Stunde vor der tür aufhören weil sich meine Nacharn beschwert haben :D - war also einfach nicht mittel der Wahl bei uns.

Das mit dem "Zusammenbrechen" kenne ich auch.

Kiwi wäre auch "gestorben".

Genau daran hatte ich auch echt zu knabbern nichtmal an Kiwi zu denken, geschweige denn sie anzugucken - weil sie in dem Moment wo ich rein bin immer beschwichtigt hat wie eine große.

DAS ist bei ihr momentan der Knackpunkt das Prinzessin eeeendlich mal lernt das sie NICHT gemeint ist wenn ich laut werde sie aber dabei nicht beachte ...

mialour,

ich kann nur Vermuten ;)

Sicher bin ich mir nicht aber ich würde behaupten es sind Verlustängste (gewesen)

Ich habe sogar das Gefühl das ich den Schritt das er sieht das ich gehe viel viel ehre hätte machen können weil ich denke (keine Ahnung ob das so menschlich ist) das er dann ja weiß das ich weg bin und mich evtl. nicht "suchen muss".

Ich denke es war aber (zumindest teilweise) ganz bestimmt auch erlernter Verhalten, seine alte Familie hätte sich garantiert nicht die Mühe gemacht das zu trainieren und so wurde er halt mitgenommen weil er sonst gebellt hat.

Mir gibt das ganze einfach auch ein Stückle Freiheit zurück das ich sehr genieße :)

Meine Hunde haben ja bei meinem besten Freund Hausverbot (laaaange Geschichte :D ) und so konnte ich immer nur zu ihm wenn ich entweder jemanden zum Sitten hatte (da war aber immer das Problem das wenn wir uns mal bei ihm getroffen hatten mein Sitter auch dabei war weil es wenn immer nur war wenn wir Großveranstaltung Wrestling geguckt haben) oder aber ich die Hunde dann mal 2-3 Stunden im Auto gelassen habe (da ist er komischerweise ruhig sobald ich aus dem Sichtfeld bin) - das wiederrum war natürlich nur sehr eingeschränkt möglich wenn die Temperaturen gepasst haben.

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Kerstin,

wie gesagt, bei einigen Hunde ist bestimmt auch das bellen lassen bis sie aufhören das mittel der Wahl.

Ich hatte das bei Black mal getestet - ich musste nach ner halben Stunde vor der tür aufhören weil sich meine Nacharn beschwert haben :D - war also einfach nicht mittel der Wahl bei uns.

Das mit dem "Zusammenbrechen" kenne ich auch.

Kiwi wäre auch "gestorben".

Was ist eigentlich der Grund, so ein riesen Remmidemmi zu machen? Hätte das nicht vielleicht auch funktioniert, indem du einfach reinkommst und ihn kurz zurechtweist? Oder falls du das versuchst hast: Wie hat er denn da reagiert?

Bellen lassen bis der Arzt kommt - nee, das hätte bei Alma auch nichts gebracht. Unsere Tierchen können ja nun wirklich bellen ohne Ende... da kennen die nix!

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Toll gemacht, Claudi.

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Puh Kerstin .....der Grund .... gute Frage nächste Frage :D

Das wurde in dem Thread wo ich das her habe (ich meine es war einer von Ruby2) meine ich erklärt - ich geh gleich mal auf die Suche ;)

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Je nach Hund wirkt so eine klare Ansage manchmal wirklich Wunder. :D

Da ists dann halt einfach mal wichtig den eigenen Weg zu finden und den durchzuziehen. Auch, wenn es lang dauert. So lang man dahinter steht und wirklich konsequent ist stellen sich Erfolge ein.

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Claudia, mein allergrößtes Kompliment für deine Energie und natürlich Glückwunsch zum Erfolg. :klatsch::D:respekt:

Saskia, du sagst es... :D Bei Dasty war ich dahingehend nicht konsequent, also blieb der Lümmel nicht alleine, bei Jacki habe ich volle Power dort reingesteckt und siehe da - es funzt.

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