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Hundeforum Der Hund
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Diskussionen und Fragen zu Erfahrungsbericht Experiment vererbte Rudelstellung bei Caniden

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Nun stellt sich aber die Frage, inwiefern die Zusammenstellung eines Rudels nach bestimmten Kriterien Auswirkungen auf die innerstrukturelle Harmonie, Ruhe und Funktion haben kann bzw. inwiefern dann sogar die Hunde automatisch Positionen einnehmen, die sie nicht "erkämpfen" müssen.

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Ich denke schon, dass man verschiedenste Hunde harmonisch zusammen bringen kann, wenn die einzelnen Hunde klar analysiert worden sind und vom Temperament und Charakter zusammen passen. So ein gewolltes Rudel lässt sich erstellen!

Das geht meiner Meinung nur bei erwachsenen Hunden, deren charakterlichen Wesenszüge bereits durchschaubar sind. Zwar lassen sich beim Welpen schon Wesenszüge erkennen, jedoch sind sie von den Erfahrungswerten noch beeinflussbar.

Allerdings bin ich aber auch wieder der festen Behauptung, dass diese Harmonie durch äußere dauerhafte Veränderungen durchaus auch kippen kann.

Gruß Christa

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Christa, sicherlich kannst du verschiedene Hunde zusammen halten.

Nur dann bist du als Mensch gefragt und wirst sicherlich reglementieren müssen, eben damit nicht äußere Umstände zu Disharmonien führen können.

Hier stellt sich dann die Frage wie entspannt das für alle Beteiligten (wirklich) ist.

Gibt es dazu Langzeitstudien?

Nur wenn ich (nach welchen Kriterien Gerhard das durchgeführt hat weiß ich nicht) 20 Hunde, die ganz offensichtlich Disharmonien zeigen, zusammensperre und nicht eingreife, dann endet es mitunter eben unschön. Das schrieb Gerhard ja selbst.

Wäre interessant zu wissen, wie sich ein vom Menschen (ausschließlich nach Charakter) zusammengestelltes Rudel ohne menschliches Einwirken auf Dauer zeigt.

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So wie ich das gelesen habe wurden die Hunde die an dem Experiment teilgenommen haben von den Teilnehmenden Menschen zusammengestellt.

Wie kann man also wissen das sich diese Hund wenn sie die Wahl gehabt hätten sich wirklich frei zu entscheiden ebenso zusammen gefunden hätten.

Also sind es doch genau solch zusammengestellte Gruppen/Rudel wie Gerhard es beschrieben hat und nichts anderes. Außer das das Rudel im Experiment nach kurzer Zeit wieder getrennt und dann wieder zusammengeführt wurde die Hunde also nicht ständig, wie in Gerhards Rudel, über einem längeren Zeitraum zusammen waren.

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Nein Tazi, das ist nicht dasselbe.

Gerhard hat sein Rudel nach anderen Kriterien zusammengestellt.

Der Unterschied ist offensichtlich.

In seinem Rudel gab es Auseinandersetzungen, in den anderen nicht.

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Nein, zwischen Freiland- und Gehege"rudeln" gibt es riesige Unterschiede.

Nicht nur bei Hunden, sondern auch und besonders bei Wölfen.

Allein die künstliche Gehege-/Haltungssituation, macht ein -echtes- Rudel, mit allen Interaktionen, Sozialstrukturen und Verhaltensweisen fast unmöglich.

Die Tiere leben zusammen, arrangieren sich mit der Zeit, lernen sich kennen, werden mehr oder weniger zu einer funktionierenden, rudelähnlichen Gruppe, aber man kann da nicht von einem wirklichen Rudel sprechen, egal wie vertraut die Tiere evtl auch irgendwann miteinander umgehen.

Auch die wenigsten privaten Hunde in einem Haushalt bilden ein Rudel im eigentlichen Sinn, es sind (meist) gut funktionierende Sozialgemeinschaften mit Gruppenstruktur.

Ich halte hier sieben Hunde (5 Rüden/2 Hündinnen) bis auf einen älteren Rüden kamen alle als Welpen dazu, Sie kennen sich in- und auswendig, haben bevorzugte Sozialpartner und sind im großen und ganzen ein gut funktionierender Verband, mit leichten Reibereien ab und an.

Der älteste ist 10 Jahre, die jüngste 11 Monate, aber sie sind dennoch kein Rudel, sondern eine künstlich zusammengewürfelte "Lebensgemeinschaft" mit funktionierender Sozialstruktur innerhalb der Gruppe.

An die vererbte Rudelposition bei Caniden mag ich nicht so richtig glauben.. halte es aber auch nicht für ausgeschlossen, da ich von vererbten Positionen bei anderen Tierarten, speziell bei höheren Primaten, weiß.

Allerdings wäre die Position dann auf den jeweiligen Verband beschränkt, in einem neuen Sozialverband müsste auch ein "geborener" Chef, ersteinmal klein anfangen um überhaupt in die bestehende Gemeinschaft zu kommen und nicht direkt von eben dieser überrollt zu werden, und ob er es dann überhaupt an die Spitze schaffen würde (und es auch will, denn im Endeffekt will doch jeder Organismus die größtemögliche Sicherheit für sich und seine Gene) liegt an den jeweilige führenden, adulten Individuen und ihrer Eignung zum "Anführer".

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Ich muss ehrlich sagen, dass ich das alles nicht verfolgt habe, weil es für mich keine rein ererbte Rudelhierarchie gibt.

In der Psychologie gibt es ähnliche Diskussionen, die sich mit der Anlage-Umwelt-Problematik beschäftigen. Einige meinen, dass alleine die genetischen also ererbten Bedingungen die Grundlage menschlichen Erlebens und Verhaltens sind. Jedoch wurde das in Studien mit eineiigen Zwillingen widerlegt (mal so in Kurzform gesprochen). Das bedeutet, dass es sehr wohl eine Rolle spielt, in welcher Umwelt man groß wird und wie die Entwicklung mit der Umwelt zusammenhängt.

Ähnliches ist auch in der Verhaltesbiologie zu finden. Daher ist mir kages Sichtweise der rein vererbten Rudelstruktur einfach zu einseitig und zu eng. Zumal ein "echtes" Rudel nicht nur die gleiche Spezies (Säugetier, Reptil, Fisch, ....), sondern auch aus der gleichen Art (Hund, Katze, Maus) und oft genug auch aus der gleichen Rasse (bei Islandpferden z.B. sehr auffällig) besteht.

Und wer mir dann wirklich weiß machen will, dass eine gemischte, von Menschen zusammengesetzte Hundegruppe innerhalb kürzester zeit ein "Rudel" bildet, das wage ich dann mal sehr zu bezweifeln, einfach auch aus meiner Erfahrung und meinem wissenschaftlichen Hintergrund her gesehen.

Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich mir nicht die Mühe machen werde, hier alles nachzulesen - dazu habe ich einfach auch keine Zeit.

Wenn mir jemand allerdings ein wissenschaftliches Abstract zuschicken möchte, kann er/sie das gerne tun.

:winken:

Rosi

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Rosi, es wurde auch oft geschrieben und berichtet, dass sie die Hunde aus ihren Stellungen heraus verhalten- eben bedingt durch bspw. das Einwirken des Menschen durch Erziehung.

Sogesehen spielen äußere Einflüsse natürlich eine große Rolle.

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Hallo!

Natürlich beeinflusst der Beobachter die Beobachtung.

Das ist allerdings auch bei jeder Art streng wissenschaftlicher Arbeit der Fall. Nichts, was nur uns betreffen würde.

Was mich wundert ist, dass als wir in der Arbeit mit Rollenverteilungen ankamen (Graue Eminenz, informeller Führer, Teamplayer etc.) es nicht so einen Aufschrei gegeben hat.

Nun passiert hier im Prinzip dasselbe, mit dem Unterschied das Barbara das Ganze differenzierter betrachtet, die Aussage trifft, es sei vererbt und ziemlich klar ist ist den Konsequenzen.

Und nun wird an alten Strukturen im Kopf festgehalten, was das Zeug hält.

Was wäre so schlimm daran, wenn es einfach stimmen würde, was sie schreibt?

Das man vieles neu überdenken müsste? Sich nicht mehr einfach nach Optik und persönlichen Vorlieben neue Hunde dazu holen könnte?

Ich verstehe es nicht.

Ich kenne alle Hunde, die an den Experimenten beteiligt haben. Ich weiss, dass sie auf dem selben Gelände schon in zusammengewürfelten Gruppen im Gehege waren. Ich weiss, dass dort nie Ruhe geherrscht hat. Ich weiss, wer mit wem Auseinandersetzungen hatte und ich weiss, dass bei den von uns zusammengestellten Rudel all das nicht der Fall war.

Muss Zufall gewesen sein, oder wir haben durch unseren Wunsch das Experiment derart beeinflusst. Wäre auch cool.. Ruhe im Rudel per Gedankenübertragung... Hui...

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Dann kann ich doch aber nicht von ererbter Rudelstruktur sprechen. Das beißt sich in meinen Augen ziemlich.

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Wenn bestimmte Verhaltensmuster aber nur durch die äußeren Rahmenbedingungen konsequent und sicher ausgeführt werden können, dann beißt sich das nicht.

Die Position ist ja dennoch inne, sie ist nur nicht in sich gefestigt, weil andere Umstände zu Handlungen zwingen, die normalerweise nicht angebracht wären.

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