Jump to content
Hundeforum Der Hund
Kugeltroll

3 Jahre mit kleine feine Fortschritte... jetzt ist alles vorbei...

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr Lieben,

ich habe mal wieder ein riesen Drama mit Herrn Luke... ich bin völlig am verzweifeln, hoffentlich könnt ihr mir ein paar gute Tips geben. Am besten ich fange mal ganz von vorne an zu erzählen (könnte etwas länger werden)...

Wie ja einige von euch wissen, habe ich Luke jetzt seid 3 Jahren. Er war anfangs super ängstlich, Männer dicht gefolgt von Baustellen und Baufahrzeugen waren das aller schlimmste für ihn. Gut das mit den Männern haben wir jetzt ganz gut im Griff (dank Papa)... von den Baustellen dachte ich das eigentlich auch, aber da hab ich mich wohl geirrt.

Als ich Luke zu mir geholt habe hatte ich keine Chance mit ihm an einer Baustelle, oder an einem Baugerüst vorbeizugehen. Wenn er eine Baustelle geshen hat ist er stehen geblieben und hat sich krampfartig versucht aus seinem Halsband zu winden, um dann panikartig die Flucht zu ergreifen. Ich habe lange lange Zeit gebraucht ihn so weit zu kriegen, dass er mir auch in dieser Situation vertrauen konnte. In zwischen waren Baustellen auf denen nicht gearbeitet wurde gar kein Problem mehr auch Baufahrzeuge wurden nicht mehr angeguckt. Wurde auf einer Baustelle gearbeitet (was ja meisten recht laut ist) war ihm das zwar nicht so ganz geheuer, er schaute mich an, ich schaute ihn freundlich an wir gingen ganz normal vorbei er bekam einen Keks. Eigentlich war alles gut! Das einzige was ihm immer noch Angst machte waren Kräne, aber wir konnten immerhin daran vorbei gehen ohne dass er versuchte zu fliehen. Ich dachte das sich seine Angst davor mit der Zeit vielleicht weiter legen würde... er hat doch bereits so gewaltige Fortschritte gemacht.

Aber jetzt geht das ganze Drama offenbar von vorne los. Und warum? Tja so genau weiß ich das auch nicht... ich bin am Wochenende und/oder Abend oft bei meinen Eltern, gerade jetzt wo das Wetter so toll ist sitzen wir oft alles zusammen in deren Garten und die beiden Hunde (Luke und Susi - Hund meiner Eltern) lieben das und tollen zusammen durch den Garten. Jetzt ist unglücklicherweise auf dem Nachbargrundstück eine Baustelle, die auch kein Problem für Luke darstellte. Allerdings haben die an der Baustelle am Samstag einen Kran aufgebaut, Luke hat ihn gesehen und geht jetzt nicht mehr raus :( Auch an anderen Baustellen (wo nicht gearbeitet wird) bekomme ich ihn nicht mehr vorbei :(

Als ich gestern bei meinen Eltern war, waren wir wieder die ganze Zeit draußen, Luke war die ganze Zeit nicht dazu zu motivieren auch nur bis zu Tür zu kommen. Wahrscheinlich habe ich mich wie der letzte Vollidiot benommen und es irgendwie verpasst ihm eine gewisse Sicherheit zu vermitteln... Ich wollte nicht dass meine Eltern ständig versuchen ihn zu holen, zu locken, oder ständig Hundekekse in den Hals zu schieben... ich dachte er würde von alleine kommen... irgendwann, was er nicht getan hat. Und wie gesagt auf unserer Runde heute morgen mussten wir an einer kleinen Baustelle vorbei (ohne Kran... es wird offenbar nur eine Fasade gestrichen), es war nicht möglich mit ihm daran vorbei zu gehen :( Diese Bausetelle ist dort seit zwei Wochen und nie hat er sie eines Blickes gewürdigt... schnüffelte sogar am Bauzaun und hat munter markiert.

Wenn ich nur wüsste was ich so falsch gemacht habe oder wüsste wie ich ihm mit seiner Angst helfen könnte... Was würdet ihr tun? Wenn ich ihn mit in besagten Garten nehmen wollen würde, ginge das nicht ohne ihn quasie zu zwingen und wie irre an ihm zu zerren... was ich ja eigentlich nicht will. Ich habe auch Angst davor ihn in seiner Angst zu bestärken, wenn ich es mit gut zureden versuche. Was soll ich bloß machen, kann ich überhaupt irgendwas machen?

Ich bin für jeden Tip mehr als dankbar!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Huhu.

Ernst Festl sagte mal: Man muss oft neu anfangen, aber selten von vorn.

Bei Ängsten.... das ist sehr, sehr schwer, vor allem, wenn man den Auslöser solch tief sitzender Ängste nicht kennt.

Kann sein, dein Hund wird von Kranen an irgendetwas sehr, sehr schlimmes erinnert.

Bei unserem Gero ist es der Geruch von gegrilltem oder gebratenem Schaf-Fleisch oder Lamm.

Wenn er das riecht, ist für einige Tage alles vorbei... in dem Moment erlebt unser Hund Todesängste und man kann ihm nicht helfen.

Dennoch kriegt er sich wieder ein irgendwann.

Ich drücke dir feste die Daumen, dass du die Ruhe bewahren kannst, ihm das Vertrauen langsam wieder zurück zu geben!

Krane würd ich allerdings wenn möglich mal ne Weile meiden...

Liebe Grüße und *Daumen drück*

Antje

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo Antje,

danke für deine Antwort.

Ich kann mir ca. vorstellen voher seine Ängste kommen... er ist ja gebürtiger Spanier und ist als halbtoter Junghund in Spanien ins TH gekommen. Laute dem deutschen Tierhaim, aus welchen ich ihn habe, wurde damals sein halbes Rudel (er ist wohl wild aufgewachsen) abgeschlachtet und nur wenige konnten von Tierschützern gerettet und in ein Heim verfrachtet werden. Genaueres weiß man leider... oder zum Glück nicht. Auf Grund seiner Ängste gehe ich davon aus, dass das zum einem Männer waren, vielleicht von einer Baustelle... oder es war einfach nur ein Baustelle in der Nähe.

Ich würde liebend gerne diesen blöden Kran meiden... aber leider geht das ja nicht. Er steht ja direkt hinter dem Garten :( Abends und an den Wochenenden viel mit beiden Hunden mache (meine Eltern wären sonst völlig überfordert), kann ich mit Luke nicht einfach wegbleiben. Und ihn solange im Auto lassen ist bei den derzeitigen Temperaturen auch nicht.

Also du meinst auch, dass wenn er sich im Haus verkriechen will, dass es am Besten ist ihn dort in Ruhe zu lassen? Der Arme tut mir so leid...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Also du meinst auch, dass wenn er sich im Haus verkriechen will, dass es am Besten ist ihn dort in Ruhe zu lassen? Der Arme tut mir so leid...

An Ängsten zu Arbeiten ist nicht so ganz einfach.

Stell dir einen Menschen vor, der panische Angst vor großen, haarigen Spinnen hat.

Den kann man vielleicht davon überzeugen, in einer Ecke einer großen Dreifachturnhalle zu sitzen, mit einer Spinne in einem Käfig in der entgegengesetzten Ecke...

Mal so als Beispiel... und dann den Abstand z.B. immer weiter verringern (wobei dieses Experiment zu jeder Zeit abzubrechen sein muss, sei es durch Flucht des Menschen oder Entfernen des Angstauslösers)... und wenn man so eine *Desensibilisierung* sehr sorgfältig und in sehr kleinen Schritten macht, ist es gut möglich, diese Riesenpanik vor den Viechern zu minimieren oder auszulöschen.

Wenn du jetzt aber dieser Person mit ihrer Panik jeden Tag mal eben so ein Viech auf die Füße setzt... was meinst du.. gewöhnt sie sich mit der Zeit daran?

Eher nicht.

Von daher.. sollte er meiner Ansicht nach diesen Panikauslöser meiden dürfen.

Du musst natürlich dafür sorgen, dass er woanders entspannen kann.

Todesangst und Panik sind die schlimmsten Emotionen, die ein Lebenwesen haben kann.

Ich finde es nur fair, wenn ich dem Hund dabei helfe, diese Emotionen nicht haben zu müssen.. egal wie.

Ich hoffe, der Kran ist bald wieder weg.

Dass deine Eltern überfordert wären, tut mir leid.

Aber dein Hund ist echt ne arme Socke, wenn er gar nicht zur Ruhe kommen kann...

Ich drücke die Daumen, dass du es hinbekommst!

Liebe Grüße

Antje

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo,

es ist ja so das viele Tiere in Spanien auf Baustellen

oder Schrottplätzen leben oder gelebt haben.

Ich kann mir vorstellen das da der Wurm liegt..

Drücke die Daumen.

LG

jasmin

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

So Ängste sind echt heftig und es tut mir echt Leid das er das durchmachen muß.Ich hoffe das der Kran bald wieder weg ist und ansonsten würde ich versuchen die Baustellen mit großem Abstand zu umgehen wenn es möglich ist.

Ich drück dir die Daumen.

Lg Birgit

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo,

ich danke dir wirklich sehr für deine Hilfe!

Das mit der Spinne könnte übrigends ich sein ;)

Gestern habe ich ihn auch im Haus gelassen... die Tür war auf und er konnte uns sehen... hat sich allerdings keinen Millimeter näher getraut. Im Haus ist er ab und zu etwas weiter rein gegangen... er hat sich recht entspannt hingelegt und zwischendurch tief und fest geschlafen... dann kam er wieder näher zur Tür und hat uns beobachtet.

Ergo denke ich, dass er sich im Haus sicher fühlt.

Meinst du dass es gut wäre, ihn mit Leckereien ein Stückchen näher an die Tür zu locken und sich danach wieder zurückzuziehen? Ganz langsam und nur soweit wie er selber will. Ich habe halt Angst davor ihn so eventuell darin zu bestärken dass Angst richtig ist.

Auf Hunde-Welten.de habe ich eben einen Beitrag über Angstvermeidung... oder besser Bekämpfung gelesen, in dem der Autor sagte, dass es gut wäre Hunde die Angst vor bestimmten Dingen haben ruhig immer wieder damit zu konfrontrieren und so lange verharren zu lassen bis sich der Hund wieder entspannt. Das kommt mir allerdings sehr grausam vor, wenn man vor irgendwas Angst hat und nicht weg kann... ich bin mir da nicht so sicher ob, in dem Fall Luke dann nicht noch mehr Angst bekommt.

Dieser doofe Kran wird uns bestimmt noch länger erhalten bleiben... sie haben ja gerade erst angefangen ein Haus zu bauen :(

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo,

eine Bekannt von mir hatte einen ähnlichen Fall mit einem Hund. Sie hat ihm dann das Angstobjekt (in deinem Fall einen Kran, in ihrem Fall einen Clown) als Spielzeug aus Metall gekauft. Diesen hat sie im Wohnzimmer hingestellt (Garten ist leider nicht vorhanden). So hatte der Hund Zeit sich dem Angstobjekt von selbst Stück für Stück zu nähern oder sich davon zu entfernen. Nach ca. 14 Tagen hat der Hund zum ersten Mal angefangen mit dem Clown zu spielen. 3 Wochen später hat sie ihn wieder in die Nähe eines Clowns gebracht. Anfangs blieb er zwar stocksteif stehen, aber mit der Zeit wurde er sicherer und "verlor" die Angst, zwar nicht für immer, aber jedoch so weit, das er nicht mehr einen halben Herzinfarkt bekam, wenn bei Ihnen ein Clown auftauchte.

Probieren kannst Du es ja mal - ist nur ein Vorschlag.

Gruß Marlies

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Über Hunde-Welten sag ich mal nix... *schweig*.

Ich würde ihn nicht locken.

Liebe Grüße

Antje

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Dieser doofe Kran wird uns bestimmt noch länger erhalten bleiben... sie haben ja gerade erst angefangen ein Haus zu bauen :(

Ach so.. vergessen hab.

Also.. möglicherweise ist das ja auch ne Chance für euch.

Wenn der Kran lange genug stehen bleibt und ihr Luke alle Zeit der Welt lasst, sich an den Anblick zu gewöhnen und daran, dass dieser Kran nunmal einfach da ist und nix passiert... kann es schon sein, dass das für euch ein guter Schritt in die richtige Richtung sein kann.

Wobei... ich ihn, wie gesagt, nicht locken oder absichtlich konfrontieren würde.

Auch wenn es ein Hund ist... geh mal in dich und überleg dir mal, wie es dir gehen würde, wenn man dich auf diese Art wie dort beschrieben, therapieren wollen würde.

Ich tät schnell wegrennen.. ehrlich gesagt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ganz einfach ein Benutzerkonto

Du musst ein Benutzerkonto haben, um Beiträge verfassen zu können

Registrieren

Deine Hunde Community

Benutzerkonto erstellen

Du hast ein Benutzerkonto?

Melde Dich an

Anmelden

×
×
  • Neu erstellen...