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pyjimaus

Hochfahren und rüpelhaftes Verhalten

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Hallo,

nun lebt Mörtl bereits seit ca. 2 Jahren bei uns, er kam im August 2009 als Welpe zu uns, und ich bin eigentlich sehr glücklich mit unserer Fellnase. Er hat sich bei uns gut eingelebt, ist gelehrig und hat Spaß an den von mir an ihn gestellten Aufgaben, er hört gut und zuverlässig (meistens).

Eine Sache stört mich jedoch ungemein, und dafür kann in meinen Augen unser Hund nicht allzu viel. Mörtl dreht unheimlich schnell hoch, wird hippelig und nervös. Dieses Verhalten zeigt er aber fast ausschließlich bei meinem Mann, der dies auch noch fördert!!! :wall: Mein Mann findet es toll, dass der Hund ihn anspringt (bei mir ein absolutes NO GO), ihn versucht zu bedrängen - z. B. auf dem Sofa wird mal eben der ganze Hundekörper auf meinen Mann gelegt, die Pfoten auf seinen Brustkorb gestellt oder der Hund versucht, sich *komplett* ! unter meinen Mann zu schieben - Bälle und anderes Spielzeug wird draußen aus der Hand meines Mannes geklaut oder es wird erst nach mehreren Aufforderungen und Zerren wieder meinem Mann ausgehändigt. Ich könnte die Liste bestimmt endlos fortsetzen.....

Aber diese Verhalten zeigt Mörtl nur bei meinem Mann, bei mir nicht! Mörtl ist mit mir sehr vorsichtig, bedrängen lasse ich mich schon gar nicht - wird auch nicht von ihm versucht - hochspringen gibt es nicht und Spielzeug ist grundsätzlich meins und er darf es nur bekommen, wenn ich das erlaube. Ich bekomme es auch sofort ausgehändigt, ich muss noch nicht mal was sagen - Körperhaltung genügt. Mörtl erhält nur meine Aufmerksamkeit, wenn er ruhig ist, es wird nur gespielt, wenn er sich "angemessen" verhält etc. Ich kann auch mit ihm in Ruhe schmusen, mich an ihn rankuscheln und einfach nur sein Hundeherz pochen hören etc. - bei meinem Mann geht das gerade mal 2 Minuten gut und dann ist schon wieder Aktion angesagt und Mörtl möchte aus dieser Situation raus. Mein Mann findet das alles toll, liebt es, wenn der Hund so hochgefahren ist und ihn anspringt - Mann sitzt noch auf dem Sofa - wenn er endlich Gassi gehen möchte. Ich kann da auch nicht mit meinem Mann reden, er meint dann immer, dass ich viel zu streng bin und Mörtl ist schon voll okay so wie er ist.

Allerdings ist es nun so, dass Mörtl draußen, wenn mein Mann und ich gemeinsam mit ihm spazierengehen, nur meinen Mann sieht und ich ziemlich außen vor bin. Mein Mann tobt mit ihm - mache ich auch, aber nicht so rüpelhaft und eben mit Regeln - und findet es auch okay, wenn Mörtl mal eben 100 m vor uns läuft.... ich nicht, aber ich kann mich dann dort nicht durchsetzen ohne einen Streit mit meinem Mann anzufangen. Ich habe langsam einfach das Gefühl, ich bin das böse Frauchen, dass immer nur Befehle erteilt und den Spaß verdirbt. Wenn ich mit Mörtl allein unterwegs bin, läuft es super, wir verstehen uns klasse, er hört ganz toll, wir spielen zusammen (Apportier- und Suchspiele), machen Gehorsamsübungen oder üben ein paar Tricks. Aber im Vergleich zu meinem Mann alles sehr viel ruhiger - ich bin auch überhaupt nicht der Typ für dieses Hochdrehen. Ist mein Mann dabei, bin ich relativ uninteressant, nur noch in Gefahrsituationen (wie z. B. ein unfreundlicher anderer Hund) wird auf mich zurückgegriffen seitens Mörtl.

Sehe ich das jetzt zu sehr aus menschlicher Sicht und fühle mich deswegen manchmal so ins "Abseits gestellt"? Ist mein Mann eher ein Spielkamerad - obwohl Mörtl sehr gut auf ihn hört?

Liebe und grüblerische Grüße

Mini

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Hallo Mini,

meiner Meinung nach machst du alles richtig mit Mörtl, du solltest dir also keinerlei Vorwürfe machen von wegen "Spaßbremse" oder so...

Stattdessen sollte dein Mann mal ganz dringend sein Verhalten Mörtl gegenüber überdenken. Für den Hund ist es nämlich jedesmal Stress pur, wenn er so hochfährt - und ganz und gar kein "Spaß", auch wenn dein Mann das vielleicht anders sieht. Stell dir mal vor, wenn du zig-mal am Tag den Puls auf 130 hast - das ist kein Spaß und ist auch der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich.

In einem Hunderudel geht es für gewöhlich sehr leise und ruhig zu. Leittier ist weder der aufgeregteste, noch der lauteste Hund - ganz im Gegenteil; das Leittier ist immer ein sehr ruhiger, souveränder Hund, der klare Ansagen gibt. Und er wird stets bestrebt sein, möglichst schnell die Ruhe im Rudel wieder herzustellen, wenn's mal Bohei gibt.

Selbst "Spiel" läuft unter Hunden stets sehr strukturiert und stark ritualisiert ab; wer als Hund seinen Rudelkameraden so respektlos begegnet wie Mörtl deinem Mann (anspringen, Sachen wegnehmen etc.) wird von den anderen aber ganz, ganz schnell und sehr deutlich in den Senkel gestellt. Das geht unter Hunden gar nicht!

Wenn dein Mann Mörtl etwas Gutes tun will, dann sollte er sich meiner Meinung nach mal an dir und deinem Umgang mit eurer Fellnase orientieren - die tut nämlich eurem Hund wesentlich besser. Ein Hund ist weder "Anarcho" noch Demokrat - um sich wohl und sicher zu fühlen, braucht er Struktur und klare Regeln. Dass sich Mörtl bei dir sicher zu fühlen scheint (ein Ergebnis deiner klaren, ruhigen Ansagen), erkennst du u.a. daran, dass er z.B. bei Gefahrsituationen wie unfreundlichen anderen Hunden an dich hält statt an deinen Mann.

Es muss nicht zwangsweise zu Problemen kommen - doch wenn dein Mann seinen Umgang mit Mörtl nicht ein wenig in ruhigere Bahnen führt, könnten durchaus Probleme auftreten, die weder ihr beide, noch Mörtl wollt... Das sollte er bedenken, auch wenn Mörtl auch auf ihn (noch) gut hören mag.

Liebe Grüße,

Silke

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... auch wenn es schwer fällt; Dein Hund ist top aber an der Erziehung dewines Mannes mußt du wirklich arbeiten. Er muß lernen, das deine Regeln auch für ihn gelten ... denn du machst es in meinen Augen richtig. Nana

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Also das Problem kenne ich auch. Mein Bruder und mein Vater drehen meine Aussiehündin dermaßen hoch, dass sie nur noch hektisch rumrennt, lassen sich beim Spazierengehen z. B. Birnen, die sie selber essen, aus der Hand klauen, füttern sie mit allem möglichen vom Tisch usw.

Lass Dich einfach nicht als "böses Frauchen" hinstellen, schließlich ist es ihm bestimmt auch lieber, dass euer Hund folgt, als dass er durchgeknallt rumrennt und vielleicht sich und andere gefährdet.

Allerdings haben wir neuestens eine Vereinbarung: Wenn sie beim Spazierengehen mitgehen, haben sie absolute Sendepause und lassen den Hund in Ruhe. Hat heute jetzt eigentlich ganz gut geklappt, wobei mein Vater das Ganze schneller eingesehen hat.

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Erstmal vielen Dank für Eure Antworten und Eure Sicht der Dinge. Tja, meinen Mann erziehen.....das ist ein Thema für sich und eigentlich grundsätzlich nicht von mir gewollt - außer bei seinem Umgang mit unserem Hund. Ich versuche ja schon bereits, mit ihm zu reden und ihm klar zu machen, dass sein Verhalten nicht gut für Mörtl ist. Er ist leider in diesem Punkt überhaupt nicht einsichtig. Ich werde mir wohl weiterhin den Mund "fusselig" reden müssen *seufz*. Zum Glück bin ich ab Mittwoch mind. 2 Wochen tagsüber daheim allein mit Mörtl, dann habe ich viel Zeit, mit der Gumminase Ruhe noch mehr zu üben und mir etwas ausdenken, wie ich ihn am besten und effektivsten aus diesen "Tobeanfällen" rausholen kann.

Einen schönen Abend wünscht

Mini

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