Jump to content
Hundeforum Der Hund
Bärenkind

"Ich bin mit Hunden aufgewachsen und hab IMMER Hunde gehabt..."

Empfohlene Beiträge

@ anni: Da hast Du sehr viel Wahres geschrieben, finde ich. Man muss hinsehen und hinhören wollen und können...

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich glaube, es gibt genauso viele Ersthundehalter, die verbohrt auf: "Ich habe Bücher gelesen, ich haben mich damit beschäftigt, ich bin/ war in einer Hundeschule" gibt wie die beschriebenen "Immer schon gehabt-Hundhalter"

Und bei einer Menge "Ersthundehalter" klappt es irgendwie, ganz ohne Hundeschule, Trainer, Vorerfahrung, Bücher....." genauso wie es bei einer ganzen Menge "alter" Hundehalter irgendwie funktioniert, obwohl nie ein Trainer rangezogen wurde, nie sich über Rudel - und Nichtrudelverhalten groß Gedanken gemacht wurde.

Es gibt überall solche und solche.....

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Oft braucht es einfach Zeit.

Ich bin zwar selbst kein Wattebauschwerfer aber besonders in der Ausbildung im sport will ich das mein Hund versteht was er tut und das geht nicht mit Rupp & Reiss. Tja ich wurde als ich dann mit Pü auftauchte ja schon arg belächelt und als ich den Buben dann auch noch klickerte und meinen Weg ging war die Skepsis groß. Sie ließen mich machen, schließlich kannte man sich ewig und ich bin nunmal auch der Ausbildungswart bei uns im Verein. Schon vor dem Pü habe ich immer versucht auf Probleme aufmerksam zu machen und Alternativen aufgezeigt aber so richtig bin ich nie durchgedrungen. Dann stellte sich mit Andiamo der Erfolg ein, dass sahen die Anderen schon vor der BH und den folgenden Prüfungen und so kam nach und nach immer öfters die Frage ob ich mal gucken könnte oder Anfangs nur ein kommste mal mit auf den Platz.

Da war ich natürlich auch immer vorsichtig, aber inzwischen darf ich sagen was ich will und wenn sie auch nicht gleich Hurra schreien aber sie denken drüber nach und probieren auch aus. anfangs heimlich und zuhause und dann standen sie da und sagten guck mal was wir geübt haben... Freu! und nochmal freu weil das Resultat dann meist auch noch sehenswert war. Inzwischen ist es so dass wir wirklich gut miteinander arbeiten. VPGler und ich als Oppedänzer profitieren voneinander.

Und noch was ist witzig. Meine Bücher über Lernverhalten stehen einfach so im Vereinsheim. Clickertraining, Karen Pryor, ... naja was soll ich sagen sie lesen und reden sogar drüber!!!!

Aber wir sind eine winzige aktive Truppe 6 Mann die sich inzwischen total vertrauen wenn es ums Training geht, die sich miteinander freuen wenn was klappt und gemeinsam grübeln wenn was nicht läuft. Und wenn es Erfolg bei Prüfungen gibt feiern wir eigentlich uns alle auch wenn nur ein Team gestartet ist, weil gefühlstechnisch haben wir alle zusammen an diesem Erfolg gearbeitet. Und das ist ein unglaublich tolles Gefühl! Leider scheint das so ziemlich einmalig zu sein, zumindest wenn ich mir die Vereine ringsum so betrachte. Da gibt es Neid und da wird oft gegeneinander gearbeitet und vorne rum wird schön Wetter geheuchelt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich glaube, wie bei allem im Leben geht es auch hier darum den "goldenen Mittelweg" zu finden.

Ich kenne Ersthundehalter die versuchen nach 6 Monaten mit Hund alle zu missionieren - weil Ihre Hundeschule die beste und einzig richtige ist. Ich kenne (leider) auch Hundehalter "schon seit Jahren" mit denen ich immer wieder rede, ob es nicht besser wäre, den Hund abzugeben.

Bei uns ist es so, dass wir seit über 20 Jahren mit Hunden leben - so sehen wir es. Unsere Hunde sind unsere Partner. Mit unserem ersten Hund hatten wir zugegebenermaßen enormes Glück. Er wurde fast ohne Erziehung ein idealer Begleithund. Als er sieben Jahre war, kam unsere erste Hündin dazu. Bei Ihr hatte ich einige Bücher mehr gelesen und mehr Erfahrung. Mit Ihr übte ich vieles von Welpenbeinen an - aber ich akzeptierte auch viele Ihrer Eigenheiten.

Unsere beiden jetzigen Hunde könnten nicht unterschiedlicher sein: Damon - ein kleiner Terrier-Mix, viel Spaß am Lernen, sehr konzentriert und quirlig.

Laika - ein HSH-Mix, kein Interesse an lernen oder spielen, sehr ruhig und fast schon faul.

Für diese beiden Hunde gibt es keine "allgemeingültige" Erziehungsmethode. Ich versuche meine Art der Erziehung und meine "Ausdrucksweise" an die Hunde anzupassen. Bei Damon reicht ein Fingerzeig um Ihn von A nach B zu lenken. Bei Laika muss eine deutliche körperliche Ansprache erfolgen.

Für mich sind die 20 Jahre mit Hund eine Erfahrungsfundus. Trotzdem lerne ich immer etwas Neues - meistens allerdings von meinen Hunden und seltener aus Büchern ;)

Gruß, Isabella

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Nur zu anni ergänzend:

Die Arbeit mit Pferden schult ungemein im Umgang allgemein mit Tieren.

Wo man beim Hund noch irgendwie durch wurschtele an das vermeintliche Ziel kommt,

Ist das pferd längst über alle Berge weggerannt.

Man hat nur die Möglichkeit, sich auf das pferd einzustellen,

Snst klappt es über kurz oder lang überhaupt nicht.

Das ist beim Hund anders, und deswegen kann mannso leicht dem Hund die "schuld" zuschieben,

Wenn etwas nicht funktioniert; sich selber reflektieren muss man ja nicht, wenn man den Hund mit sich mitzerren kann...

Ich kenne Menschen, die ihr leben lang Hunde hatten und die noch nie ein Buch über Hunde gelesen haben, die einfach phantastisch mit ihren Tieren umgehen.

Und genauso kenne ich, glaube ich, solche, wie Anja sie beschreibt.

So ist das mit den Menschen. Nicht nur in Bezug auf Hunde. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo zusammen,

Mir ist aufgefallen, dass mein kleiner Sohn einen absolut natürlichen Umgang mit unserem Hund hat. Das ist sehr toll zu beobachten. Er hat ein total feines Gespür für das Tier und sie reagiert auch entsprechend auf ihn. In Augenblicken, in denen ich wieder mal zu lange nachdenke, hat er schon ganz spontan gehandelt. Und es geht:-)

Der ist nicht so zaghaft und grüblerisch. Die beiden verstehen sich bestens:-)

Vieles was ich lese und höre, verwirrt und verunsichert mich. Ich bin dankbar für Tipps. Aber ich muss auch meinen eigenen Weg finden mit genau unserem Hund umzugehen.

Verallgemeinern kann man nicht denke ich. Es kommt immer auf das Individuum an (sowohl Mensch als auch Tier).

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@ KleineBürste: Es ist genial, was Du schreibst. Einfach genial.

Dein kleines Kind wurde noch nicht versaut durch das ganze Pseudorücksichtnehmen, dieses ich darf nicht sagen, was ich will, ich darf nicht egoistisch sein, sondern "ich möchte eigentlich, vielleicht, wenn es Dir nichts ausmacht, möglicherweise..." bla bla bla.

Kinder wollen, oder sie wollen nicht. Hunde wollen oder sie wollen nicht.

Die Motivation ihres Tuns kommt von innen heraus. Nicht, weil irgendjemand gesagt hat, meint, möchte...

Wir lernen als Menschen spätestens mit der Einschulung zu möchten, wir werden durch die ganzen "Eigentlichs" in unserer Sprache weichgespült in unserer Position, in unserer Meinung.

Das sieht man ja schon hier im Forum. Viele trauen sich angeblich nicht mehr, ihre Meinung zu schreiben, weil sie gar nicht mehr drauf haben, sie zu verteidigen und dazu zu stehen.

Viele drehen ihre Meinung mit dem Wind, je nach dem, wer was schreibt, schreibt eine Anzahl X plötzlich in dieselbe Richtung. Wer hat denn noch wirklich den Stand im Leben, sich und seine Persönlichkeit zu behaupten, seine Meinung zu Gehör zu bringen, seinen Willen zu kommunizieren, ohne jeden gleich unterzubuttern, oder beleidigend zu werden, sondern durch souveräne, klare Argumente?

Ich komme oft zu Menschen, die sich gegenüber ihren Hunden NULL durchsetzen können. Jede ihrer Ansagen ist eine pure Bitte, nachgerade ein Flehen. Wenn ich sie beobachte, wie sie mit mir, mit ihren Partnern, mit ihren Kindern, oder innerhalb einer Gruppe umgehen, dann sehe ich dasselbe. Pure Unsicherheit, null Durchsetzungsfähigkeit, die eigene Meinung bis zur Unkenntlichkeit getarnt...

Oftmals ist es so, wenn sie beginnen, ihren Hund zu führen, weil man das wirklich lernen kann, treten sie plötzlich auch im Leben anders auf. Ich habe schon wundersame Wandlungen von Menschen erlebt, die eigentlich "nur" Probleme mit ihrem Hund hatten.

Und falls jetzt jemand meint, ich schriebe hier vom hohen Ross des Hundetrainers herunter, der immer alles richtig macht, so kann ich diesen Wind sehr schnell wieder aus den Segeln streichen, denn MEIN Hund hat mich emotionale Kontrolle gelehrt. Ich war früher ein Pulverfass vor dem Herrn mit einer sehr, sehr kurzen Lunte. Mein Hund hat mich ein Leben lang stumpf auflaufen lassen, sobald er merkte, dass sich die Temperatur im "Kessel" erhöht. Keiner kann so gut ignorieren wie mein Hund. Trotzdem habe ich sehr lange gebraucht, um Ruhe zu lernen, um Schritte klein genug zu machen, so dass sie passen, um Fragezeichen über dem Hundekopf zu sehen, um Ansprüche anzupassen etc.

Es lebe die Entwicklung und das Lernen...

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Originalbeitrag

Die Arbeit mit Pferden schult ungemein im Umgang allgemein mit Tieren.

Wo man beim Hund noch irgendwie durch wurschtele an das vermeintliche Ziel kommt,

Ist das pferd längst über alle Berge weggerannt.

Komischerweise fande ich vergleichend den Umgang mit dem Pferd viel einfacher zu erlernen als mit dem Hund. Vielleicht weil man automatisch gleich viel intuitiver rangeht? Und ein Pferd muss ja in dem Sinne nicht gesellschaftsfähig erzogen werden wie ein Hund. Da hat man vielleicht nicht soviel Druck dahinter.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@ Bärenkind:

Ich finde den Thread einfach toll! In deinem Beitrag gerade erkenne ich auch vieles von mir wieder. Es ist einfach so krass, wie Tiere einen spiegeln und sie einem die Chance bieten Dinge zu erlenen und aufzuarbeiten.

Ich bin vor ein paar Monaten auch noch ständig an die Decke gegangen, finde ich ja sehr sympathisch, dass es Hundetrainern auch mal so ging! ;-)

Diese innere Gelassenheit, die man (durch einen triebigen Hund ;-) ) gewinnt ist echt mehr Lebensqualität!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hundetrainer sind auch nur Menschen ;) . Und sie haben auch nur Hunde und keine Roboter...

:) Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

  • Das könnte Dich auch interessieren

    • Sie sind zusammen aufgewachsen, lebten und liebten zusammen, starben zusammen :')

      Hallo, Bei uns im Park hat mir eine Frau, die ich sehr gut kenne, (hier im Park kennt jeder HH so gut wie jeden andren HH) heute traurig berichtet, dass ihre beiden Tibet-terrier Candy und Bethofen, am 19.07 gestorben sind.. Die beiden waren 17 und 18 Jahre alt, Candy wäre am 20.07, 18 Jahre alt geworden und Bethofen am 21.07, 19 Jahre. Sie weinte und mir kamenauch fast die Tränen, weil die beiden zwei wundervolle Tiere waren, Leila kannte sie schon als sie ein Welpe war... Warum die beiden

      in Regenbogenbrücke

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.