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Hundeforum Der Hund
Bärenkind

"Ich bin mit Hunden aufgewachsen und hab IMMER Hunde gehabt..."

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Originalbeitrag

Hundetrainer sind auch nur Menschen ;) . Und sie haben auch nur Hunde und keine Roboter...

:) Anja

Na das möchte ich von anderen Hundetrainern mal hören. In den Hundeschules, in denen ich bis jetzt war, hab' ich nur gehört, dass der Hund "funktionieren" muss. ):

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Ich habe lange gebraucht, um darüber lachen zu können, wenn mein Bär mich mal vor versammelter Mannschaft auflaufen lässt und mich so richtig gründlich auszählt.

Erst habe ich gelernt, darüber zu lachen, dann habe ich gelernt, es einfach zu tolerieren, dass er auch Bedürfnisse hat und nicht immer Lust auf "Vorführhund", und inzwischen kann ich schon vorher sehen, ob er sich vorführen lassen will, oder eben gerade nicht. Er hat es vermutlich immer schon gezeigt, aber ich habe es nicht sehen wollen oder können.

Ja, auch ich war der Meinung, dass ein Trainerhund zu funktionieren hat... Man wird letztlich auch daran gemessen, wie der eigene Hund drauf ist. Er ist meine Visitenkarte. Inzwischen weiß ich, dass die meisten meiner Kunden froh sind, wenn er eben auch mal die Mittelkralle zeigt und grinsend den Dienst verweigert. Und ich habe mehrfach gehört, dass man es zu schätzen weiß, wenn ich meinen Senioren eben nicht immer dazu "zwinge", mitzumachen, sondern auf sein Ruhebedürfnis eingehe und ihn schlafen lasse.

Manchmal hängt man die eigene Latte einfach zu hoch, oder lässt sie sich durch die Ideale und Glaubenssätze eigener Vorbilder oder Lehrmeister zu hoch hängen.

Perfektionismus ist eine Krankheit...

LG Anja

LG Anja

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Originalbeitrag

@ KleineBürste: Es ist genial, was Du schreibst. Einfach genial.

Dein kleines Kind wurde noch nicht versaut durch das ganze Pseudorücksichtnehmen, dieses ich darf nicht sagen, was ich will, ich darf nicht egoistisch sein, sondern "ich möchte eigentlich, vielleicht, wenn es Dir nichts ausmacht, möglicherweise..." bla bla bla.

Kinder wollen, oder sie wollen nicht. Hunde wollen oder sie wollen nicht.

Die Motivation ihres Tuns kommt von innen heraus. Nicht, weil irgendjemand gesagt hat, meint, möchte...

Wir lernen als Menschen spätestens mit der Einschulung zu möchten, wir werden durch die ganzen "Eigentlichs" in unserer Sprache weichgespült in unserer Position, in unserer Meinung.

Das sieht man ja schon hier im Forum. Viele trauen sich angeblich nicht mehr, ihre Meinung zu schreiben, weil sie gar nicht mehr drauf haben, sie zu verteidigen und dazu zu stehen.

Viele drehen ihre Meinung mit dem Wind, je nach dem, wer was schreibt, schreibt eine Anzahl X plötzlich in dieselbe Richtung. Wer hat denn noch wirklich den Stand im Leben, sich und seine Persönlichkeit zu behaupten, seine Meinung zu Gehör zu bringen, seinen Willen zu kommunizieren, ohne jeden gleich unterzubuttern, oder beleidigend zu werden, sondern durch souveräne, klare Argumente?

Ich komme oft zu Menschen, die sich gegenüber ihren Hunden NULL durchsetzen können. Jede ihrer Ansagen ist eine pure Bitte, nachgerade ein Flehen. Wenn ich sie beobachte, wie sie mit mir, mit ihren Partnern, mit ihren Kindern, oder innerhalb einer Gruppe umgehen, dann sehe ich dasselbe. Pure Unsicherheit, null Durchsetzungsfähigkeit, die eigene Meinung bis zur Unkenntlichkeit getarnt...

Oftmals ist es so, wenn sie beginnen, ihren Hund zu führen, weil man das wirklich lernen kann, treten sie plötzlich auch im Leben anders auf. Ich habe schon wundersame Wandlungen von Menschen erlebt, die eigentlich "nur" Probleme mit ihrem Hund hatten.

Und falls jetzt jemand meint, ich schriebe hier vom hohen Ross des Hundetrainers herunter, der immer alles richtig macht, so kann ich diesen Wind sehr schnell wieder aus den Segeln streichen, denn MEIN Hund hat mich emotionale Kontrolle gelehrt. Ich war früher ein Pulverfass vor dem Herrn mit einer sehr, sehr kurzen Lunte. Mein Hund hat mich ein Leben lang stumpf auflaufen lassen, sobald er merkte, dass sich die Temperatur im "Kessel" erhöht. Keiner kann so gut ignorieren wie mein Hund. Trotzdem habe ich sehr lange gebraucht, um Ruhe zu lernen, um Schritte klein genug zu machen, so dass sie passen, um Fragezeichen über dem Hundekopf zu sehen, um Ansprüche anzupassen etc.

Es lebe die Entwicklung und das Lernen...

LG Anja

Super Beitrag, Anja!

Ich kann nur von mir berichten und mir geht es da nicht anders.

Es wird stetig besser und ist stark tagesform,- und situationsabhängig, dennoch bleibt da eine Restunsicherheit, die gerade durch diverse Hundebücher/DVDs/verschiedene Trainermeinungen und auch das Forum gewachsen ist.

Ich kann mich nicht erinnern, mir zuvor so einen Kopf gemacht zu haben.

Der erste Hund, mit dem ich täglich Gassi ging, war der Hund von Freunden (Mali), die nie Zeit hatten. Ich hatte keine Ahnung von Malis und von der Hundehalter-Etikette, sodass für mich nur eines klar war. Ein Hund muss sich (viel) bewegen und das ohne Leine.

Heute ein absolutes NoGo.

Wie du hast keine Ahnung von Malis?

(Früher hätte ich geantwortet:Doch, es ist ein Hund).

Und du kannst den doch nicht ohne Leine laufen lassen, du kannst den doch gar nicht richtig einschätzen (konnte ich anscheinend ganz gut).

Lange Rede kurzer Sinn.

Eine ganz elementare Sache war für mich klar: Für den Hund ist es das absolut Größte bei seinem Menschen zu sein- wieso sollte der denn abhauen?!

Von einer Schleppleine hatte ich noch nie gehört.

Und der Hund haute auch nie ab.

Und er fraß keine Hunde.

Belästigte keine Menschen und keine anderen Hunde.

Blieb aufmerksam in meiner Nähe.

Jagte nicht.

Und es war ein 1jähriger Mali aus dem polnischen Tierheim.

Heute gibt es noch viele Tage, an denen ich meine Hunde viel lascher korrigiere, als ich es müsste (und auch wollte), wenn fremde Menschen zugegen sind.

Das stört mich aber es ist Teil genau dieser blockierenden Unsicherheit.

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Hundetrainer sind auch nur Menschen ;) . Und sie haben auch nur Hunde und keine Roboter...

:) Anja

Na das möchte ich von anderen Hundetrainern mal hören. In den Hundeschules, in denen ich bis jetzt war, hab' ich nur gehört, dass der Hund "funktionieren" muss. ):

Vielleicht muss man bei sich selbst die realen Verhältnisse anschauen

und Erziehungs-Ziele definieren oder jeweils neuerlich definieren.

Wenn ich einen Hund im Garten herumwusseln lasse

und sonst nur an der Leine/ständig abgesichert halte

und in den üblichen täglichen Situationen angeleint mitführe

kann ich auf ein "funktionieren muss er der Hund " ganz großzügig verzichten.

Soll der Hund aber "eine freiere Bewegungsmöglichkeit haben",

und mit Seinem HH sich WENN MÖGLICH überall ohne Leine bewegen können,

und dann auch sollen + dürfen, (und das ist ja KEIN ungeheuerlicher Wunsch)

muss der Hund dann schon so mit seinem HH mitgehen/umgehen/

zuverlässig die Aufforderungen erfüllend gleich umsetzen,

und "SOOO FUNKTIONIEREN das er die FREIHEITEN auch überleben wird"und nicht eigenständige Entscheidungen in der Art trifft , dass er über Straßen rennt , auf andere Hunde ohne Freigabe hinrennt, und ...und .....usw. !

NORMAL ist, würde ich meinen,

das der Hund "nicht dazu geboren ist"

um ca. 365 Tage und dann auch ca. 24 Stunden

nur angeleint/gesichert/eingesperrt =un-artgerecht bei seinem Menschen leben muss !!!

Je nach Lebensumfeld muss/kann der HH die Art und Größe der Freiheiten

auswählen und im Sinne einer möglichst artgerechten Haltung diese aktiv gestalten.

Hat dann auch was mit Planung und Organisation zu tun,

wenn man nicht am Stadtrand oder im Ländlichen lebt

sondern im Hochhaus und auf zubetonierten Wegen,

ersatzweise den Bedürfnissen des Hundes nachkommt

(nicht nur auf Teppichboden und Laminat zu laufen)

und versucht so ca. einmal am Tag/Woche

den Hund auch Rasen unter seinen Pfoten verspüren zu lassen.

Scheint mir als wenn der Begriff "FUNKTIONIEREN muss der Hund"

diesbezüglich sehr negativ belegt ist,

und vielleich sollte man dann von "der Hund muss sich tatsächlich zuverlässig Verhalten"

klar und deutlich sprechen !!!

"15 x JA-WENN er den nicht ..........würde = 15 Ausnahmen"

bedeutet eben dann noch NIX-FREI-Laufen können,

und an der Beziehung und dem Grundgehorsam

konsequent NOCH eine Verhaltens-Umlenkung herbeiführen müssen.

Finde ich gut wenn HH und HT die Köpfe zusammen stecken

und für den jeweiligen Hund die optimale Lösungsmöglichkeit ausdenken,

die dann auch zum Erfolg gleich beginnend führt.

Dabei kommt es nicht darauf an

wie der Hund des HT sich gerade zeigt,

weil für diesen ja gerade keine Lösung gesucht wird.

Sicherlich macht es eine "SUPER-GUTEN-EINDRUCK"

wenn der Hund vom HT sich auf Kommando

auch in die Dreckpfütze schmeißen würde ..... oder

wäre er bei dem HH dann gleich "in Ungnade gefallen

bei dem gerade soooo rüden gezeigten Umgang".

Manchmal hier beim lesen "der Befindlichkeiten von hilfesuchenden HH"

kommt es mir so vor als wenn man ja Hilfe haben möchte,

aber den zielgerichteten nötigen anderen Umgang

kann man leider mit seinem Gewissen nicht vereinbaren,

ODER will man am Ende nur darüber labern ????

LG :winken:

PS.

Wasch mir den Pelz aber mach mich bitte nicht nass,

funktioniert in der H-E garantiert nicht.

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Heute gibt es noch viele Tage, an denen ich meine Hunde viel lascher korrigiere, als ich es müsste (und auch wollte), wenn fremde Menschen zugegen sind.

Das stört mich aber es ist Teil genau dieser blockierenden Unsicherheit.

Ohja kenne ich... die Hunde merken das und dann könnte man die Korrektur auch gleich ganz sein lassen.

Also lautet die Lektion, dass es einem scheißegal ist was andere denken könnten... schwierig

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Hundetrainer sind auch nur Menschen ;) . Und sie haben auch nur Hunde und keine Roboter...

:) Anja

Na das möchte ich von anderen Hundetrainern mal hören. In den Hundeschules, in denen ich bis jetzt war, hab' ich nur gehört, dass der Hund "funktionieren" muss. ):

Vielleicht muss man bei sich selbst die realen Verhältnisse anschauen

und Erziehungs-Ziele definieren oder jeweils neuerlich definieren.

Wenn ich einen Hund im Garten herumwusseln lasse

und sonst nur an der Leine/ständig abgesichert halte

und in den üblichen täglichen Situationen angeleint mitführe

kann ich auf ein "funktionieren muss er der Hund " ganz großzügig verzichten.

Soll der Hund aber "eine freiere Bewegungsmöglichkeit haben",

und mit Seinem HH sich WENN MÖGLICH überall ohne Leine bewegen können,

und dann auch sollen + dürfen, (und das ist ja KEIN ungeheuerlicher Wunsch)

muss der Hund dann schon so mit seinem HH mitgehen/umgehen/

zuverlässig die Aufforderungen erfüllend gleich umsetzen,

und "SOOO FUNKTIONIEREN das er die FREIHEITEN auch überleben wird"und nicht eigenständige Entscheidungen in der Art trifft , dass er über Straßen rennt , auf andere Hunde ohne Freigabe hinrennt, und ...und .....usw. !

NORMAL ist, würde ich meinen,

das der Hund "nicht dazu geboren ist"

um ca. 365 Tage und dann auch ca. 24 Stunden

nur angeleint/gesichert/eingesperrt =un-artgerecht bei seinem Menschen leben muss !!!

Je nach Lebensumfeld muss/kann der HH die Art und Größe der Freiheiten

auswählen und im Sinne einer möglichst artgerechten Haltung diese aktiv gestalten.

Hat dann auch was mit Planung und Organisation zu tun,

wenn man nicht am Stadtrand oder im Ländlichen lebt

sondern im Hochhaus und auf zubetonierten Wegen,

ersatzweise den Bedürfnissen des Hundes nachkommt

(nicht nur auf Teppichboden und Laminat zu laufen)

und versucht so ca. einmal am Tag/Woche

den Hund auch Rasen unter seinen Pfoten verspüren zu lassen.

Scheint mir als wenn der Begriff "FUNKTIONIEREN muss der Hund"

diesbezüglich sehr negativ belegt ist,

und vielleich sollte man dann von "der Hund muss sich tatsächlich zuverlässig Verhalten"

klar und deutlich sprechen !!!

"15 x JA-WENN er den nicht ..........würde = 15 Ausnahmen"

bedeutet eben dann noch NIX-FREI-Laufen können,

und an der Beziehung und dem Grundgehorsam

konsequent NOCH eine Verhaltens-Umlenkung herbeiführen müssen.

Finde ich gut wenn HH und HT die Köpfe zusammen stecken

und für den jeweiligen Hund die optimale Lösungsmöglichkeit ausdenken,

die dann auch zum Erfolg gleich beginnend führt.

Dabei kommt es nicht darauf an

wie der Hund des HT sich gerade zeigt,

weil für diesen ja gerade keine Lösung gesucht wird.

Sicherlich macht es eine "SUPER-GUTEN-EINDRUCK"

wenn der Hund vom HT sich auf Kommando

auch in die Dreckpfütze schmeißen würde ..... oder

wäre er bei dem HH dann gleich "in Ungnade gefallen

bei dem gerade soooo rüden gezeigten Umgang".

Manchmal hier beim lesen "der Befindlichkeiten von hilfesuchenden HH"

kommt es mir so vor als wenn man ja Hilfe haben möchte,

aber den zielgerichteten nötigen anderen Umgang

kann man leider mit seinem Gewissen nicht vereinbaren,

ODER will man am Ende nur darüber labern ????

LG :winken:

PS.

Wasch mir den Pelz aber mach mich bitte nicht nass,

funktioniert in der H-E garantiert nicht.

Ich bin niemand, der andere wegen seinen Erziehungsmethoden schief anschaut. Wenn mir aber die eine Hundeschule sagt, dass mein Hund nicht erziehbar ist, weil er sich nicht für Leckerchen interessiert, die andere mit Ungeduld und Brutalität arbeitet (daher auch, der Hund muss funktionieren & das beim zweiten Versuch), dann kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

Funktionieren müssen Geräte, keine Lebewesen! Ja Verlässlichkeit, das finde ich einen guten Punkt. Ich kann mich aber in gewissen Situationen nicht auf meinen 10-Monate alten, pubertierenden Hund verlassen, deswegen kommt er da an die Leine.

Jackson ist mein erster Hund, ich bin wahnsinnig stolz, dass er mittlerweile ohne Leine Fuß läuft, dass er sich zwar leicht ablenken lässt, aber mittlerweile abwartet, wie ich die Situation beurteile, sprich "die Katze dort drüben interessiert uns jetzt nicht".

Mein Erziehungsziel ist es, dass mein Hund irgendwann bedingungslos in jeder Situation kommt, aber diese 100%-ige Aufmerksamkeit kann man in diesem Alter und ohne Hundeschule noch nicht erwarten.

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Hey Bärenkind

@ KleineBürste: Es ist genial' was Du schreibst. Einfach genial.

Dein kleines Kind wurde noch nicht versaut durch das ganze Pseudorücksichtnehmen, dieses ich darf nicht sagen, was ich will, ich darf nicht egoistisch sein, sondern "ich möchte eigentlich, vielleicht, wenn es Dir nichts ausmacht, möglicherweise..." bla bla bla.

Kinder wollen, oder sie wollen nicht. Hunde wollen oder sie wollen nicht.

Die Motivation ihres Tuns kommt von innen heraus. Nicht, weil irgendjemand gesagt hat, meint, möchte...

Wir lernen als Menschen spätestens mit der Einschulung zu möchten, wir werden durch die ganzen "Eigentlichs" in unserer Sprache weichgespült in unserer Position, in unserer Meinung.

Das sieht man ja schon hier im Forum. Viele trauen sich angeblich nicht mehr, ihre Meinung zu schreiben, weil sie gar nicht mehr drauf haben, sie zu verteidigen und dazu zu stehen. [/Quote']

Nein, nein und noch mal nein!

Diese Verallgemeinerungen sind immer eines nicht zutreffend und die Begründung dazu noch mal genauso.

Kinder sind (a) keine unbeschriebenen Blätter und (B) sehr unterschiedlich.

Dasselbe gilt aber auch für Erwachsene, denn sie waren auch mal Kinder.

Es ist nun mal so, dass die ersten Jahre vieles (das Meiste) unbewusst gelernt wird, wäre es allgemein so, wie du es beschreibst, müssten alle Kinder mit Hunden (Tieren) gut können.

Das ist aber nicht der Fall, und dreimal darfst du raten warum???

Man kann nicht mehr wissen, als man weiß (K. Popper).

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Hey Bärenkind

Das sieht man ja schon hier im Forum. Viele trauen sich angeblich nicht mehr' ihre Meinung zu schreiben, weil sie gar nicht mehr drauf haben, sie zu verteidigen und dazu zu stehen. [/Quote']

Das, was du hier schreibst, hat leider den Geschmack von „Kaffeesatz-Psychologie“.

Solche Pauschalierungen sind einfach flach und nicht allgemein zutreffend.

Viele drehen ihre Meinung mit dem Wind' je nach dem, wer was schreibt, schreibt eine Anzahl X plötzlich in dieselbe Richtung. Wer hat denn noch wirklich den Stand im Leben, sich und seine Persönlichkeit zu behaupten, seine Meinung zu Gehör zu bringen, seinen Willen zu kommunizieren, ohne jeden gleich unterzubuttern, oder beleidigend zu werden, sondern durch souveräne, klare Argumente? [/Quote']

Das ist keine Analyse, sondern genau das, was du behauptest nicht zu schreiben, eine selbst Erhöhung um andere kleiner zu machen, als sie tatsächlich sind und wieder eine Verallgemeinerung vom Feinsten.

Ich komme oft zu Menschen' die sich gegenüber ihren Hunden NULL durchsetzen können. Jede ihrer Ansagen ist eine pure Bitte, nachgerade ein Flehen. Wenn ich sie beobachte, wie sie mit mir, mit ihren Partnern, mit ihren Kindern, oder innerhalb einer Gruppe umgehen, dann sehe ich dasselbe. Pure Unsicherheit, null Durchsetzungsfähigkeit, die eigene Meinung bis zur Unkenntlichkeit getarnt... [/Quote']

Auch eine eigene Meinung zu haben, und sie zu argumentieren, heißt noch lange nicht, das sie richtig ist. Das Durchsetzungsvermögen, das manche haben (oder glauben zu haben), macht nur die Anderen, je nachdem wie sie kommuniziert wird, unselbstständig, das kann auch für die betroffenen Hunde zutreffen.

Oftmals ist es so' wenn sie beginnen, ihren Hund zu führen, weil man das wirklich lernen kann, treten sie plötzlich auch im Leben anders auf. Ich habe schon wundersame Wandlungen von Menschen erlebt, die eigentlich "nur" Probleme mit ihrem Hund hatten. [/Quote']

Ja diese wundersame Wandlung, das mag für manche zutreffend sein, aber so einfach ist es meist nicht, denn oftmals, das muss man im Einzelfall nun mal differenziert sehen, wird Führung mit den betroffenen Hund, in die Unselbstständigkeit führen.

Und falls jetzt jemand meint' ich schriebe hier vom hohen Ross des Hundetrainers herunter, der immer alles richtig macht, so kann ich diesen Wind sehr schnell wieder aus den Segeln streichen, denn MEIN Hund hat mich emotionale Kontrolle gelehrt. Ich war früher ein Pulverfass vor dem Herrn mit einer sehr, sehr kurzen Lunte. Mein Hund hat mich ein Leben lang stumpf auflaufen lassen, sobald er merkte, dass sich die Temperatur im "Kessel" erhöht. Keiner kann so gut ignorieren wie mein Hund. Trotzdem habe ich sehr lange gebraucht, um Ruhe zu lernen, um Schritte klein genug zu machen, so dass sie passen, um Fragezeichen über dem Hundekopf zu sehen, um Ansprüche anzupassen etc. [/Quote']

Nein es ist noch subtiler, denn was du von deinem Hund glaubst gelernt zu haben, kann sein oder auch nicht, zum Teil sein oder auch nicht.

Denn erlernte Hilflosigkeit bedingt durch Krankheit usw.

Es zeigt aber eines, wenn man ein Ziel erreichen will, und kommt nicht weiter mit seiner Art und Weise, gibt es auch immer und/oder öfter Menschen (Hundehalter/Hundetrainer), die einem die Augen öffnen können.

Daraus wird dann gerne „Hunde sind unsere besten Lehrmeister“, was so pauschal auch wieder nicht stimmt.

Es lebe die Entwicklung und das Lernen...

LG Anja[/Quote]

Auch hier gilt, man kann nicht verallgemeinern, denn entscheidend ist doch, wohin man sich entwickelt und was man lernt, und da gibt es dann oftmals auch wieder ganz unterschiedliche Bewertungen für.

Um zu entscheiden, urteile; um zu urteilen, denke nach; um nachzudenken, entscheide (worüber du nachdenken willst). Ph. J.-Laird.

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Ja, auch ich war der Meinung, dass ein Trainerhund zu funktionieren hat... Man wird letztlich auch daran gemessen, wie der eigene Hund drauf ist. Er ist meine Visitenkarte.

Trainerhunde sind auch die Visitenkarte eines Trainers. Der Hund muss sicherlich nicht funktionieren, aber die Beziehung muss es.

Ich kucke mir genau die Hunde und die Beziehung zwischen Hund und Mensch an, bevor ich irgendwo trainieren gehe. Ich weiss, das meine Kunden genauso meine Hunde und unsere Beziehung unter die Lupe nehmen.

Dabei finde ich unwichtig ob mein Hund nun sofort sitzt, wenn ich sitz sage oder er mir auch mal die Mittelkralle zeigt, damit kann es dann immer noch umgehen. Mich interessiert wie selbstsicher Hunde mit Situationen umgehen, welche Aufgaben gegeben werden, wie sie ausgefuehrt werden. Wie erwachsen ein Hund sein darf und ist. Ich kucke wie die Verbindung zwischen beiden ist und was, warum, von wem gefordert wird.

Das hat nichts mit funktionieren zutun ;)

Lucy hat am Samstag ein Problem erkannt und es beseitigt. Sie hat einen Boxer zurecht gewiesen, der seinen Agilitylauf abgebrochen hatte und einen Konflikt mit einen anderen, arbeitenden Hund wollte. Es haette ihr egal sein koennen, sie lag geschuetzt am Rand und doch war es ihr nicht egal. Schneller und deutlicher haette keiner von uns diese Situation beenden koennen. Die landlaeufige Meinung hier - Hunde duerfen keine Aggressionen zeigen. Im Prinzip hat der Trainerhund also nicht funktioniert. Ich fand sie genial :)

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Ja, auch ich war der Meinung, dass ein Trainerhund zu funktionieren hat... Man wird letztlich auch daran gemessen, wie der eigene Hund drauf ist. Er ist meine Visitenkarte!

Ich stelle mir gerade vor, dass wäre in meinem Beruf so. Und dann bekommst du ein Kind mit einem stärkeren Willen als deinem. Oder mit einer Lernschwäche.

Wegen mir bräuchte ein Hundetrainer nicht mal Hunde, nur Erfahrung mit ihnen.

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