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Hundeforum Der Hund
tigra1976

Bayerischer Gebirgsschweißhund

Empfohlene Beiträge

Die Welpenvergabe bei den Jagdhunden ist unterschiedlich geregelt.

Bei den Hannoverschen, den BGS, den Bracken und den anderen Spezialrassen wird Bedarfzüchtung betrieben. Das heißt, der Zuchtwart und ich sammeln Interessenten. Wenn ich 10 bis 15 zusammen habe und persönlich kennen gelernt habe, wird die Hündin in der nächsten Hitze belegt. Wer nicht ein Jahr auf einen Welpen aus meiner Zucht warten kann, soll in den Zoo gehen, der hat sowieso keine Chance, einen zu bekommen. Meine Züchterkollegen sehen das genauso.

Bei den übrigen Rassen geht es ähnlich, ausser bei den sowieso für Jäger rel uninteressanten wie Pointer, Setter, Spaniel usw. Bei denen kümmern sich die Züchter alleine um die Welpenkäufer.

Insgesamt kann ich aber nicht sagen, daß die im JGHV zusammengefassten Züchter Überschuß züchten.

Den Überschuß züchten die Dissidenten, die Jagdhunde mit irgendwelchen fragwürdigen Ahnentafeln vermehren.

Merke: Auf der Ahnentafel eines echten Jagdhundes ist der Sperlingskopf auf der Frontseite.

Zur zweiten Frage:

Wir können den hohen Standard in der Jagdgebrauchshundezucht nur halten, wenn ausschließlich die Besten in die Zucht gehen. Das bedeutet, daß die Hunde in mehreren Prüfungen sowie in der Praxis beweisen müssen, wie gut sie sind. Das tun sie bei Nichtjäger nicht, deshalb ist da das gen. Material dauerhaft und unwiderruflich verloren.

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Die Welpenvergabe bei den Jagdhunden ist unterschiedlich geregelt.

Bei den Hannoverschen, den BGS, den Bracken und den anderen Spezialrassen wird Bedarfzüchtung betrieben. Das heißt, der Zuchtwart und ich sammeln Interessenten. Wenn ich 10 bis 15 zusammen habe und persönlich kennen gelernt habe, wird die Hündin in der nächsten Hitze belegt. Wer nicht ein Jahr auf einen Welpen aus meiner Zucht warten kann, soll in den Zoo gehen, der hat sowieso keine Chance, einen zu bekommen. Meine Züchterkollegen sehen das genauso

Da muss ich Pudlich recht geben!

So war es mit den Züchtern von unserem Hannoverschen nicht anders. So mussten wir fast über ein Jahr auf den Wurf warten. Und alle Welpen gingen in Jägerhände und stehen so wie unser Arno im regelmäßigen Jagdeinsatzt. Einge der Hunde aus dem Wurf leben nicht mehr,da sie bei schweren Nachsuchen ums Leben gekommen sind.

LG Julia

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Mir ist zB. aufgefallen, das bei uns in den letzten 2-3 Jahren vermehrt Jagdhunde auftauchen. Da sind kl. und gr. Münsterländer, Deutsch Drahthaar, Pointer, 2 Bay. Gebirgsschweisshunde und sogar mittlerer Weile 3!!! Weimeraner.

Diese Tiere werden alle nicht jagdlich geführt. Dann müssten das doch alles Tiere aus Zuchten sein, wo es den Züchter nicht interessiert, wie die Tiere untergebracht sind.

Und noch ne Frage: Wie kann der Züchter bei einem 3-4 Monate alten Welpen feststellen ob dieser für die Jagd geeignet ist oder nicht??

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Ich habe auch eine Mischlingshündin Tiroler Bracke/BGS, zweijährig -nicht jagdlich geführt-

und kann mich über die Beiträge mancher sogenannter Experten in der Jägerschaft nur wundern.

Nach eínem Irish Setter und einem Hovawart ist dies mein dritter Hund und was Anpassung an die Familie, Führigkeit und Sozialverhalten betrifft, der mit Abstand Beste von meinen bisherigen Hunden.

Auch ich hatte anfangs Zweifel ob ich diesem Hund bieten kann was er braucht.

Einige seriöse Jäger ( nicht solche, die anstatt Golfspielen die Jagd als Möglichkeit zur besseren

gesellschaftlichen Positionierung endeckt haben) denen ich meine starke Besorgnis mitteilte haben mich aber ermutigt an diesem Hund festzuhalten.

Hier einige der Argumente für den Hund:

1. Er dient zur Nachsuche, was ja eigendlich keine Jagd im klassischen Sinne darstellt.

Im gegenteil, es ist eine Arbeit, die Ihre Ursache im Versagen des Jägers findet, einen präzisen Schuß anzubringen um das Wild waidgerecht und ohne Qualen zur Strecke zu bringen.

Denn es gilt: Ist das Wild nicht absolut sicher anzusprechen, ist die Sicht eingeschränkt oder Die Entfernung zu groß, hat der Schuß zu unterbleiben,

Da ich mich öfters im "Revier" aufhalte wie manchem Jäger lieb sein kann, wurde ich schon öfters Zeuge eben dieses Versagens.

Übrigens ist eine der am meisten geschätzten Eigenschaften eines Nachsuchegespanns sicherlich nicht ohne Grund deren Verschwiegenheit.

2. Dieser Hund ist zu 60% ein domestizierter Wolf, zu 30% ein Begleithund und zu 10% ein "Spezialist". Und genau diese 10 % unterscheiden Ihn von dem meisten Hunden.

Aber diese 10% werden von einem Durchschnittsjäger nur zu 20% abgerufen.

Oder wieviel Hirsche erlegt ein solcher Jäger im Jahr, die eine Nachsuche erforderlich machen?

3. Man kann das "spezialistentum" in diesem Hund auch ohne Jagdausübung fördern und fordern.

Zum Beispiel mit dem "Fährtenschuh" oder anderen einfachen Suchübungen.

Fazit: Dieser Hund gehört in die Hand eines richtigen Jägers. Ist es jedoch einmal nicht der Fall ist dies kein Grund zu verzweifeln oder sich mit Schuldgefühlen zu befrachten. Denn 90% dieses Hundes wollen einfach nur geliebt und beschäftig werden. Und das wollen alle Hunde.

Hallo Walli,

ich möchte mich auch mal zu Wort melden.

Ich bin seit ca. 25 Jahren Schweisshundeführer und beobachte seit vielen Jahren, dass immer mehr Jagdhunderassen in Nichtjägerhaushalten landen.

Unsere Jagdhunde werden zum Teil seit Jahrhunderten für einen Zweck gezüchtet, nämlich zur Jagd.

Einige Rassen sind heute zum Teil nich mehr jagdlich einsetzbar (ausgenommen von Züchtern, die die Hunde wirklich nur an Jäger abgeben und bei ihren Züchtungen auf Wesensfestigkeit und Leistung achten). Dies sind zum Beispiel fast alle Setter oder Spaniel, die bei "normaler" Zucht keine Prüfungen ablegen brauchen (oder nur auf Schönheit geprüft werden). Wir haben heute bei den Settern zu 80% unsichere, schußscheue und nicht wesensfeste Hunde. Sie sind schreckhaft und nicht belastbar.

Ich führe seit 25 Jahren Bayerische Gebirgsschweisshunde und habe etwa 250-300 Nachsuchen im Jahr. Ich bin Berufsjäger und werde deshalb von vielen Jägern und der Polizei aus meiner Umgebung zur Nachsuche gerufen.

Zu deinem Punkt 1. möchte ich folgendes sagen:

Die Nachsuche ist die höchste Form von Jagd, nämlich dem Tierschutz. 70% !!!! meiner Nachsuchen im Jahr bestehen aus Suchen nach Unfallwild, was auf der Strasse angefahren wurde. Die Erfolgsquote liegt bei 70-80 %. Auch noch nach Tagen, bei Schnee und Regen, ist der Hund in der Lage, die verletzten Tiere zu finden und zu stellen, damit sie Tierschutzkonform getötet werden können.

Dies geht nur, wenn über Jahrhunderte diese Hunde nach scharfen Zuchtkriterien ausgesucht werden und von Hundeführern jahrelang ausgebildet werden. ,

Ich möchte hier nicht eine Grundsatzdiskussion über die Tötung von Wildtieren lostreten.

Aber jeder, der schon einmal vor einem schwer verletzten Wildtier gestanden hat, weiss von von ich spreche. Ich habe erlebt, dass Leute ein Reh mit zertrümmertem Becken aus falscher Tierliebe zum Tierarzt transportiert haben. Das Reh hatte eine solche Panik und versuchte natürlich zu flüchten. Der Tierarzt schläferte das Reh sofort ein. Diese unvorstellbaren Schmerzen hätten dem Tier erspart bleiben können durch eine schnelle Tötung vor Ort.

Jagd ist und bleibt ein Handwerk. Und bei einem Handwerk passiert auch etwas. Dafür gibt es Nachsuchengespanne, um dem Tier unnötige Qualen zu ersparen.

Zu deinem Punkt 2.:

Ich glaube nicht, dass deine prozentuale Aufzählung stimmt. Wie oben schon erwähnt, werden die Schweisshunde seit Jahrhunderten für eine ganz spezielle Aufgabe gezüchtet. Diese Hunde sind zu 90 % Spezialisten.

Unsere Schweisshunde aus der Leistungszucht werden nicht an den "normalen Jäger" abgegeben, sondern nur an Jäger, die dem Hund ein großes Spektrum an Nachsuchen bieten können und müssen.

Dieses wird von den einzigen offiziellen Zuchtverbänden Verein Hirschmann (Hannoversche Schweisshunde) und Klub für Bayerische Gebirgsschweisshunde überprüft.

Selbstverständlich gibt es auch leider immer mehr Schwarzzuchten, die mit seltsamen "Papieren" verkauft werden.

Zu deinem Punkt 3.:

Dieses Spezialistentum kann man nicht mit einem Fährtenschuh oder anderen Suchübungen fördern. Die von dir genannten "Suchübungen" sind nur der allererste Schritt, um den Hund für ein Spezialistendasein vorzubereiten.

Wie bei einem anderen Spezialisten bedarf es jahrelanger Praxis, um den Ausbildungsstand immer weiter zu erhöhen. Das gilt im übrigen nicht nur für den Hund sondern auch für seinen Führer.

Wir müssen uns klar werden, dass nur einwandfrei ausgebildete, vom Wesen starke und körperlich abgehärtete Hunde diese Aufgabe bei Eis und Schnee, Sturm und Regen, sengender Hitze und Trockenheit über viele Kilometer und Stunden in der Lage sind, Wildtiere zu suchen, zu hetzen und zu stellen, um sie dann schnell von Ihrem Leid zu erlösen.

Denn wir Menschen sind fast immer Schuld, wenn ein Tier leidet.

Ich bin froh um jeden Hund, der von der Monotonie eines Tierheims erlöst wird und in eine Familie aufgenommen wird, aber bitte suchen Sie nicht aktiv nach einem Schweisshund von einem Züchter, wenn Sie nicht in der Lage sind, diesen Hund seiner Bestimmung nach zu halten.

Viele Grüße

Hirschjager

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Anbei noch ein paar Bilder von meinem Hund

Hirschjager

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Da hast Du ja einen wirklich WUNDERSCHÖNEN Hund, hirschjager! :)

Und das hier:

Ich bin froh um jeden Hund, der von der Monotonie eines Tierheims erlöst wird und in eine Familie aufgenommen wird, aber bitte suchen Sie nicht aktiv nach einem Schweisshund von einem Züchter, wenn Sie nicht in der Lage sind, diesen Hund seiner Bestimmung nach zu halten.

kann ich nur unterschreiben! =)

(ich hab' meine "Jägerin" auch aus dem Tierschutz.. und sie wird "immerhin" zum Mantrailer ausgebildet .. aber auch ich würde mir niemals gezielt einen Jagdhund vom Züchter kaufen!)

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@ JuMe

Vielen Dank, du hast aber auch zwei wunderschöne Hunde.

Aber auch das Mantrailing ist für die Hunde ein äußerst anstrengendes Aufgabengebiet.

Wenn du ernsthaft zu einer Suche gerufen wirst und es hängt davon ab, ob eine Person gefunden wird oder nicht, und du mit deinem Hund über Leben oder Tod entscheidest, dann kannst du nur froh über einen gut ausgebildeten Hund sein.

Denn das ist eine Verantwortung, die hier nicht jeder übernehmen möchte.

Viele Grüße

Hirschjager

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Hier ist mein Hannoveraner ;)

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Wunder- wunderschöner Hund!

wo bleiben die restlichen Bilder? :so

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Hier nochmal mit 10 Wochen

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