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Hundeforum Der Hund
Darkangel89

Psychisch kranke Menschen und Tierhaltung

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Ich finde dies ein sehr intressantes Thema. Wie schon von den Vorrednern erwähnt gibt es sicher keine generelle Aussage darüber ob ein psychisch Kranker ein Tier halten sollte oder nicht. Die einzelnen Krankheitsbilder mit Ihren mehr oder weniger schweren Symtomatiken sind zu weit gefächert. Genau genommen dürfte jeder einzelne Mensch auch der "Gesunde" unter einer psychischen Störung leiden. Jede Forbie ist z.B eine Solche. Darf niemand mehr einen Hund halten der Angst vor Spinnen hat?

Richtig ist jedoch das es Krankheitsbilder gibt die eine Tierhaltung verbieten bzw. nur unter Aufsicht zulassen sollten.

Richtig ist auch das für jeden Menschen ob Gesund oder Krank ein Tier in der Regel ein Gewinn darstellt. Insbesondere psychischen Erkrankungen kann ein Tier maßgeblich zur Genesung bzw. Verbesserung beitragen.

Hunde können aus der Isulation führen, sie können einen geregelten Tagesablauf fördern, Sie können das Selbstwertgefühl steigern.

Katzen, Hasen etc die nur im Haus gehalten werden bringen sicher niemand aus der Isolation heraus. Insbesondere Katzen können jedoch auf Menschen eine Beruhigende Wirkung haben. Doch ob dies unbedingt für einen Depressiven Menschen der sich nicht mehr vo Bett erheben will das Richtige ist?

Wie gesagt die Tiere können wertvolle Hilfe zum Leben bieten aber sie können unter Umständen auch zu einer Verschlechterung führen. Bsp.: Jemand mit geringem Selbstwergefühl führt einen schwer händelbaren Hund. Jede Auffälligkeit des Tieres, jeder Zusammenstoß mit einem Artgenossen, jede unnötige Bemerkung von Passanten werden von diesem psychisch Kranken auf sich übertragen und das Selbstwergefühl würde herabgesetzt werden.

Eine generelle Aussage ob eine Tierhaltung erlaubt werden sollte kann man nicht treffen. Sie ist immer von dem einzelnem Krankheitsbild und der Schwere abhängig.

Um die Tiere vor einem möglichen Schaden durch Vernachlässigung zu bewahren wäre wünschenswert das unsere Kranken besser versorgt würden. Zu lange sind die Wartefristen bei Ärtzten und vor allem den Therapeuten (bis zu 2 Jahre). Oftmals wird von den ersten Auffälligkeiten eines Menschen ( z.B. Suizidversuch) bis zur wirklichen Behandlung wertvolle Zeit durch diese Wartelisten verschwendet. Nicht selten kommt es während der Wartezeiten zu erneuten Zwischenfällen. Die Patienten werden zu häufig einfach mit Medikamenten versorgt.

Auch sollte es mehr Kliniken und Einrichtungen geben die eine Tierhaltung ihrer Patienten berücksichtigen. Alleinstehende die nur ihr Tier im Leben haben verweigern oft aufgrund einer bevorstehenden Trennung zu dem Tier oftmals diese Behandlungswege.

Fälle in denen Tiere unter den kranken Besitzern leiden sind immer Fälle wo unsere Gesellschaft versagt hat. Menschen nicht die Versorgung bekommen haben die sie benötigen. Die Gesellschaft weggesehen hat.

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@COMpanion : Stimmt, die Wartezeit... Noch schlimmer ist es von Ärzten gesagt zu kriegen : Wir nehmen nur Privatpatienten! Kassenpatienten sind wir voll!

Aber das ist OT...

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Es wurde ja schon vieles gesagt, ich unterschreibe vor allem raudis Beiträge. Was aber die Hunde selbst und Therapiehunde im Speziellen angeht, muss man auch berücksichtigen, dass es Hunde gibt, die sehr viel auf ihre Schultern nehmen und darunter auch leiden.

Hunde halten viel aus, sollten aber nicht unbedingt immer so viel aushalten müssen. Das gilt natürlich für alle Bereiche, nicht nur die Hundehaltung bei psychisch Kranken.

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Ich denke, die Grenze ist sehr fließend und deshalb eine Definition schwierig.

Sehr richtig finde ich deinen Satz, Kerstin, Hunde müssen teilweise viel aushalten und das nicht nur von Menschen mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung.

(Wobei auch diese Diagnose nicht immer eine verlässliche ist- somit verschwimmen auch dahingehend Grenzen- aber das würde zu weit führen).

Ich denke da z.B. an Menschen, deren Hund als Kinderersatz angeschafft und gesehen oder auf andere Art und Weise instrumentalisiert wird.

Neulich traf ich eine Welpenbesitzerin, die den Hund ausschließlich für ihre Tochter hat, die als Mobbingopfer in der Schule nicht mehr gern das Haus verlässt und sich einigelt.

Im Beisein eines Hundes verliert sie Hemmungen und kann Freude empfinden, die ihr sonst so fehlt. Der Hund nimmt sie (zwangsläufig, denn er ist ein Hund) so an, wie sie ist und das ist für viele Menschen ein elementarer Punkt.

Ein Hund wertet nicht, er liebt ohne Vorurteile, er ist immer da usw.

Dabei sollte nur nicht vergessen werden (so hart es klingt), dass er nun mal auch keine andere Möglichkeit hat.

Natürlich ist er immer da- aber er hat sich sein Zuhause nicht ausgesucht.

Natürlich strahlt er bedingungslose Loyalität aus, er kann seinen Unmut schwer für Menschen verständlich äußern und Missstände fallen mitunter einfach nicht auf.

In diesem Fall mit dem Welpen und dem Mädchen sehe ich nichts Problematisches.

Es wird sich gut gekümmert, der Hund darf sein Hundeleben leben, wie seine vielen Artgenossen auch- nur dass er vielleicht noch zusätzlich eine besondere Stellung einnimmt- als Vermittler.

Wenn dadurch ein Einstieg in das soziale Leben und Umfeld wieder gelingt und der Hund im Miteinander auch eine Brücke darstellen kann, finde ich das sehr positiv.

Anders wäre es, würde das Mädchen den Hund mit ihrer Liebe auf der einen und mit den Problemen auf der anderen Seite, erdrücken und wie ein lebendiges Kuscheltier halten,welches ihr über den Alltag Stabilität gibt.

Ein Tier sollte niemals einziehen, um Probleme zu beseitigen, einfach weil es aus mehreren Gründen nicht funktioniert und für das Tier ebenfalls nicht schön ist.

Es kann aber durchaus zeitweise eine Brücke sein- so wie ein guter Freund auch.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Freundschaft ein Geben und Nehmen ist.

Es sind also nicht nur die schweren psychischen Erkrankungen, die bezüglich des Für und Wider der Hundehaltung diskutiert werden müssten.

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[ALIGN=justify]Ich find es gut das ihr auch von einer Pauschalisierung abseht und meint das man den Einzelfall beleuchten sollte. Verallgemeinerungen auf diesem Gebiet kann man meiner Meineung nach gar nicht treffen, aber immer wieder höre ich von Leuten das Menschen mit psychischen Krankheit eben von vornherein ein Tier verboten werden sollte ohne zu hinterfragen was der Mensch genau hat oder wie die Umstände sind. Ich meine, wenn alle anderen Umstände passen, wieso sollte ich einem Menschen dann aufgrund seiner "Krankheit" ein Tier verbieten wollen?

Das es auf diesem Gebiet maßig Symptome und Krankheitsbilder gibt ist mir durch Erfahrungen aus dem eigenen Umfeld durchaus bewusst. Da das aber die Leute, die meinen psychisch Kranke dürfen nicht, nicht interessiert, habe ich das hier auch mal allgemein aufgegriffen. Und das hier das mit der Wartezeit angesprochen wurde finde ich ebenfalls gut. Leider ist man auch heute auf diesem Gebiet von einer "guten" Behandlungsmöglichkeit weit entfernt.[/ALIGN]

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Ich sehe das so: Es wird ein Tier angeschafft (ob das jetzt ein Hund, eine Katze, ein Pferd, ein Kaninchen ist, bleibt mal außen vor). Wichtig ist doch eigentlich nur: Kann diese Person dem Tier langfristig und immer gerecht werden, wendet sie keine Gewalt an, holt sie sich im Zweifelsfall Hilfe (bei Erziehung oder Problemen). Wenn das bejaht werden kann, was macht es dann für einen Unterschied, ob es sich beim Tierhalter um eine ,,psychisch kranke'' Person handelt?

Das ist eben die Theorie. In der Praxis sieht es natürlich auch anders aus. Viele Menschen beginnen dann mit ,,Animal Hording'' und/oder lassen die Tiere verwahrlosen. Bei einigen Krankheiten verlieren die Personen auch zwangsläufig mal die Kontrolle über sich selbst und können noch nicht einmal sich selbst sauber und gut genährt halten. Oder was ist mit einem ,,Quartalsalkoholiker'' (z.B.). Diese Personen trinken Phasenweise extrem viel, fehlen dann auf der Arbeit, essen nicht, putzen nicht, sind aber den Rest der Zeit total diszipliniert. Es kommt ganz auf das Individuum an, pauschalisieren kann man doch nichts im Leben.

Ganz ehrlich: Ich bin jetzt gesund, fest im Leben. Plötzlich werde ich schwer krank, manisch depressiv etwa. Dann kann ich meinen Tieren auch nicht mehr gerecht werden und sie sollten mir weg genommen werden.

Mit Kindern ist es doch ähnlich. Es gibt da einfach keine pauschale Antwort drauf.

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Grundsätzlich sind Tiere in einer Therapie eine sinnvolle Begleitung und von daher befürworte ich den Umgang mit Tieren.

Die Betonung liegt auf "Begleitung".

Wer selbst nicht für sich sorgen kann, soll sich auch kein Tier halten dürfen/können.

Auch für ein Tier können die Stimmungsschwankungen einer psychisch kranken Person eine Belastung sein und nicht jedes Tier kann es entsprechend einordnen bzw. verkraften.

Das Tier kann nicht einfach aus dem Haushalt flüchten. Es ist 24 Stunden mit jemand erkranktem zusammen. Es sollte zumindest dauerhaft eine Begleitperson da sein, der das Zusammenleben regeln kann, das Tier unter Umständen schützt.

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@PfotenHoch: Nur weil jemand psychisch krank ist, heisst das noch lange nicht das dieser Mensch nicht für sich selber sorgen kann.

Klar gibts diese Fälle, aber es gibt auch genug Leute mit solchen Problemen, die sehr wohl für sich selber sorgen können, aber einfach sonstwo ein Problem haben.

Es ist klar, dass wenn jemand sich wirklich total gehen lässt und sich selber verwahrlosen lässt, dann sollte dieser jemand kein Tier haben.

Aber das ist ja nicht immer der Fall.

Ja ein Tier bekommt Stimmungsschwankungen mit, die hat aber jeder Mensch.

Genauso wie Streit, gibts bei jedem Mal, nicht schön, aber unvermeidlich.

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Erlebe mal richtige Psychos! Da wirst Du ganz schnell merken, dass im Umgang nicht nur der Mensch es als belastend empfindet und das Tier - es kann nicht mal ausweichen, muss es ertragen.

Da sind Stimmungsschwankungen, irrationale Handlungen, die von jetzt auf gleich sich ändern. Wie soll ein Hund damit 24 Stunden täglich mit klarkommen?

Das geht ohne Kontrolle gar nicht!

Wer nur unter einer "Vereinsamung" leidet und deshalb leicht depressiv geworden ist, für den kann durchaus ein eigenes Tier eine großartige Hilfe sein.

Jedoch - egal in welchem Grad der Erkrankung. Ein Tier braucht in diesem Fall einen Beschützer, der sich kontinuierlich kümmert, es überwacht und auch beschützt.

Es wäre fatal ein Tier anzuschaffen, es dem Kranken zu überlassen und darauf zu vertrauen, dass sich alles von selbst richtet.

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Meine Feststellung zu dem Thema psychisch kranke Menschen und Hunde.

ich erlebe es oft in der Praxis das die, die zu mir kommen ihren Hund nicht führen können. So fallen diese Hunde die geführt werden wollen immer wieder mit "Fehlverhalten" auf.

Da sich diese Menschen ja nicht bei mir Vorstellen und sagen ich bin psychisch angeschlagen und nehme Medikament xy erfahre ich dies erst sehr spät vom Kunden oder von guten Bekannten dann die Wahrheit.

Das sind Punkte wo ich nicht wirklich helfen kann. Das sind aber auch Punkte wo ich an mir zweifle, weil dieser in meinen Augen sehr einfache Hund vom Kunden nicht geführt werden kann.

Ich zweifle dann weil ich nicht in der Lage bin zu helfen, denn als erstes wenn sich kein Erfolg einstellt hinterfrage ich mich ob ich das auch richtig angegangen bin.

Und diese Menschen nehmen zu. Ich bin echt erschrocken wieviele Menschen, bisweilen auch sehr junge Menschen, Psychopharmaka einnehmen.

Bei manchen Mensch-Hunde-Konstellationen bin ich schon der Meinung das die Menschen keine Hunde eigenverantortlich halten sollten.

Aber das ist ein sehr schwieriges Thema. Aber eins welches uns in nächster Zeit immer mehr zu schaffen machen wird.

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