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Anerzogene Distanzlosigkeit?

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Ich brauche nicht immer auf den nächsten Althund warten der meinem eigenen eine einschenkt - da darf ich auch ruhig selber mal aktiv werden

Wie willst du als Mensch einem distanzlosen Schnösel beibringen, anderen Hunden nicht auf den Kopp zu hüpfen? Indem du ihn bei dir behälst? Oder wie machst du das?

Was also meinst du mit "aktiv werden"?

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@ calua

Denke ich weiß, was du meinst.

Sehe das aber nicht unbedingt so. Zumindest kann man es pauschal nicht so sagen.

Ich kenne genug Hunde die sind sonst unerzogene "Kackbratzen" ;) zu allen Hunden - nur bei DEM einen nicht, der ihnen mal eine einschenkte.

Genauso wie Hunde manchmal zu allen Menschen rotzfrech sind - bis mal einer kommt bei dem man sich anständig benimmt. Der braucht dann gar nix machen, der steht nur da und Hunde wagen es nicht ihn anzuspringen etc.

Ich sehe es aber in einem Punkt auch so wie du: es ist als mensch immer schwieriger einem Hund Sozialverhalten beizubringen. Man wird das nie so gut können, wie ein anderer Hund! Das ist klar.

Aber ich muss als Mensch doch nicht passiv danebenstehen und sagen "Tja, finde halt keinen Althund der ihm Manieren beibringt!". Darauf bezog sich meine Aussage. Wenn Hund es nicht hinbekommt mit den Sozialkontakten bin ich als Mensch gefragt einzugreifen.

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Ich finde, da geht es nicht mal um "Kloppe", Paige.

Es sind oft viel feinere Signale, die zwischen Hunden ablaufen und wenn man mal öfters in Gruppen läuft, kann man gut sehen, wie schon ein kurzes Grollen, ein Kopf wegdrehen usw. reicht, wenn der Hund sozialisiert ist und gelernt hat, diese Signale zu verstehen.

Bei uns gibt es nicht so viele Labbis. Dieses Reinrennen erlebe ich daher relativ wenig. Ich sehe aber oft, wie sich Hunde unterschiedlicher Rassen und Mixe ganz schnell verständigen, wenn sie es gerlernt haben, von klein auf mit anderen Hunden kommunizieren zu dürfen.

Kleines Beispiel von gestern.

2 fremde Hunde, davon eine Schweizer Sennenhündin, 2 Jahre alt, ein Podenco-Mix, 1,5 Jahre alt, Mein Rüde, 2 Jahre alt und meine Hündin mit 6 Jahren treffen aufeinander.

Pocenco-Mix versucht bei meiner Hündin aufzureiten, wird weggeschnappt. Fand er lustig, versucht es noch mal, wird heftiger weggeschnappt. Versucht es dann bei meinem Rüden, dem das egal war, da er gerade versuchte bei der Sennenhündin Eindruck zu schinden. Die fängt aber an mit dem Podenco zu rennen, dann regelrecht vor sich herzujagen. (Sie hat ihn im Lauf mit ihrer Schnauze noch nach vorne gedrückt. Mein Rüde rennt mit, sieht das und bremst die Hündin aus, weil er gemerkt hat, dass sie mobbt.

Danach sind wir mit allen 4 Hunden weiter spazieren gegangen und alles war gut. Man muss schon sehen, WAS genau da passiert und sicherlich als Mensch auch immer aufpassen, dass die Situationen nicht kippen, aber es ist nicht immer alles "schlimm", was sich hündisch abspielt, wenn man sozialisierte Hunde hat.

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@ Juline

Ich sag ja immer "kommt auf den Fall an". So auch hier. ;)

Mein eigener Hund hatte eine Zeit lang die Angewohnheit frontal auf andere Hunde zuzugehen und den dabei auch noch anzuglotzen. Das fand ich bescheuert, weils natürlich Unmut provoziert und viele andere Dinge mit sich zieht, die mir nicht gefallen.

Also hab ich unterschiedliches ausprobiert, damit ich Anspannung rausnehmen kann - für ihn und den Fremdhund und es nicht zu einer Auseinandersetzung kommt (egal, wie die ausgeht).

Blickkontakt unterbrechen (der hat den anderen ja angeglotzt), ihn bei mir halten im Fuß und selber einen Bogen laufen. Dinge, die eben auf das Gegenüber wirken. Sind die Hunde durch mein Tun entspannter, habe ich was ich wollte.

Auch mein Hund merkt, dass die Begegnungen dann angenehmer verlaufen.

Aber bei anderen Hunden muss man vlt anders agieren. Je nach Motivation des Verhaltens.

Hätte ich einen Junghund der zu anderen hinbrettern will, würde ich das nicht zulassen. Zur Not eben anleinen.

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Lemmy.. ja das ist der Unterschied :)

Mit "distanzlos" meine ich hier wirklich nur diejenigen, die ohne Anstand in andere Hund reineumeln als gäbs kein Morgen.

Meiner war/ist nämlich auch so einer und ich habe es ihm bis heute nicht beibringen können.

Inzwischen gibt es ein Abbruchkommando- alles schön und gut- aber die Kontaktaufnahme ist in meinen Augen trotzdem unhöflich.

Allerdings hat ihm wirklich noch nie ein Hund (außer meiner Hündin) gezeigt, dass das eine doofe Idee ist.

Und da sind wir dann bei deinem Punkt, Yatzy, wie soll ich ihm das als Mensch beibringen.

Ich kann keine gefühlten 150kmh mit ihm da hinrennen, um die Erste zu sein, die ihn ausbremst ;)

Gut, bei ihm muss man sagen, dass er sich- ähnlich wie bei Nessie- dann beim Hund angekommen höflich benimmt.

Das allerdings ist bei vielen anderen ja anders und darauf bezog ich mich.

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Und da sind wir dann bei deinem Punkt, Yatzy, wie soll ich ihm das als Mensch beibringen.

Ich kann keine gefühlten 150kmh mit ihm da hinrennen, um die Erste zu sein, die ihn ausbremst ;)

Du kannst doch aber verhindern, dass er durchstartet und hinrennt?

Selbst wenn mein Hund nicht kapieren sollte, dass es hundesprachlich nicht nett ist zu anderen Hunden zu brettern, kann ich ihm doch schlicht verbieten sich so aufzuführen (also dieses auf andere zustürmen) - oder nicht?

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Originalbeitrag

Wenn Hund es nicht hinbekommt mit den Sozialkontakten bin ich als Mensch gefragt einzugreifen.

Das tut aber niemand, aus Angst, das Vertrauen seines Hundes zu verlieren. :Oo Lieber überlassen sie das anderen Hunden, egal, welchem.

Bei einer Begegnung mit einem ausgewachsenen aufdringlichen Golden Retriever-Rüden bat ich den Besitzer, den Hund wegzunehmen, da Gwenda (12 kg-Hund, angeleint) fremde Hunde beißt. Er meinte nur, das sei toll, sie dürfe ruhig richtig zubeißen, damit sein Hund endlich mal lernt, dass nicht alle Hunde nett sind. :Oo:Oo

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ich denke auch, dass viel von diesem Verhalten anerzogen ist!

Wir waren letzte Woche mal wieder in Freiburg spazieren und in dieser halben Stunde wurde mir mal wieder klar vor Augen gefuehrt, warum ich so gerne auf dem Land wohne :Oo Wir kamen an die Dreisam und sahen auf der anderen Flusseite einen Aussie-Border-irgendwasmix, der grade dabei war einen kleinen, angeleinten Hund zu belaestigen... Von Frauchen/Herrchen weit und breit nichts zu sehen... ich hab mir gedacht, bleibste mal noch auf dieser Dreisamseite und wartest, wo der hinwill... irgendwann kam dann auch das Frauchen... aber auf unserer Dreisamseite... die hat nicht mal im Entferntesten Interesse daran gezeigt, was ihr Hund ein paar Kilometer weiter so tut... wir sind dann an der Frau vorbeigelaufen... aber der Hund kam dann ueber den Fluss und hinter uns her... also habe ich Charlie laufen lassen, der dem Fremden sehr deutlich erklaert hat, dass wir ihn hier nicht haben wollen... 3x... dann wurde es mir zu bunt und ich habe Ronja laufen lassen... die spricht zwar nicht so deutlich Hund, aber als Rottweiler reagieren erfahrungsgemaess die Halter schneller auf sie... sie musste ihn dann auch noch 2 Mal blocken...

Fazit: der Hund war gaenzlich unbegabt ich Sachen innerartliche Kommunikation... ich war echt erstaunt! als naechstes haette ich Finn mal ran gelassen... der macht das mehr als deutlich, in Neonfarben und mit Ausrufezeichen...

normalerweise checken andere Hunde es, dass meine an der Leine keinen Kontakt wollen! die Halter nicht immer, aber die Hunde normal schon!

aber immer oefter treffe ich auf Hunde, die das einfach nicht kapieren!

Ich glaube, das Problem ist, dass es fuer viele Menschen nicht normal ist, wenn Hunde auch mal etwas ausdisktutieren (und damit meine ich nicht: die klaeren das schon unter sich...) solange die Hunde jung sind und mit jedem spielen ist alles gut... dann werden sie langsam erwachsen und wollen sich beweisen... und sobald es irgendwo knirscht wird der Kontakt gemieden und man geht nur noch mit Hunden spazieren die sich gut verstehen und sich toll finden... so erzieht man eben schmetterlingspupsende Nichtsblicker

Finn ist bei Caros Schaefern durch eine harte Schule gegangen, die aus dem kleinen Krawallgnom einen Hund gemacht hat, der kommunizieren kann... ich meine, er kann nicht verleugnen, dass er ein Cattle ist :kaffee: will heissen, seine Ansagen sind meist recht heftig und laut, aber er kann sich genauso auch unterordnen und die anderen machen lassen...

generell wuerde ich mir fuer meinenzukuenftigen Junghunde immer einen erwachsenen Hund suchen, der ihnen das 1x1 der Hundesprache beibringt! ich finde es enorm wichtig, dass sie andere Hunde lesen koennen und selber auch klar in ihrer Kommunkation sind!

Helena

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Yatzy, na sicher kann ich das.

Ändert doch aber am Grundproblem nix.

Deshalb schrieb ich ja: Abbruch.

Wenn dann aber doch eine Kontaktaufnahme erfolgt ist es oft so, dass er (wenn freigegeben) hin rennt und nicht hin geht.

Dennoch sollte das ja nicht Thema sein.

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Ich dachte genau das ist das Thema? Hunde die auf andere zubrettern und ob das anerzogen ist? Teilweise ja. Ein möglicher Weg (von sicherlich vielen) das zu unterbinden:

Ich halten den Hund bei mir und gehe mit ihm GEMEINSAM zum anderen Hund.

Sobald der rennt unterbinde ich (Leine wenn nötig).

Wenn der sich brav nähert, in dem von mir vorgegebenen Tempo, darf der Kontakt aufnehmen. Anders nicht.

Und ja: das liest sich furchtbar einfach, ist es aber im Einzelfall nicht unbedingt. Ist mir schon bewusst.

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