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Hundeforum Der Hund
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Anerzogene Distanzlosigkeit?

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So, also, jetzt schmuggele ich mich auch mal vorsichtig in diese Diskussion... :winken:

Ich habe nach diesem Thema gesucht, weil mein Welpe alles und jeden anspringt und ich Ihr das gerne von Anfang an abgewöhne möchte. Sie ist knapp 10 Wochen alt und ganz frisch bei uns, ich habe drei Kinder und wir leben auf einem Bauernhof im Außenbereich.

Sprich: Bei uns ist kindermäßig immer was los, bei uns gibt es viiiiiele Gassigeher, bei uns sind andere Tiere (Kühe, Pferde, Katzen...). Deshalb ist es mir so wichtig, dass ich diese Anspringerei sofort unterbinde.

Jetzt bin ich gespannt auf Eure Tipps und Tricks. Ich mache es bisher (also in den drei Tagen, die sie schon bei uns ist ;) ) so, dass ich sie sofort deutlich verwarne und wenn sie nicht reagiert dränge ich sie regelrecht ab, z.B. von meiner jüngsten Tochter. Ich gehe dazwischen und dann zeigt sie sich gleich unterwürfig. Ist das so von mir korrekt? Oder zu hart? Soll ich das immer so machen oder sollen die größeren Kinder ihr das selbst beibringen?

Bei meiner Jüngsten hat das Hundchen schon kapiert, dass beim Anspringen gerne auch mal ein Happen für sie abfällt, weil das Kind dann alles von sich schmeißt. Das haben beide schnell gelernt. Kind weiß: wenn ich meinen Apfel fallen lasse, lässt mich der Hund in Ruhe, Hund weiß: Wenn ich das Kind anspringe, gibts was zum Fressen :(

Blöde Situation. Aber es gibt ja Profis wie Euch, die mir da bestimmt weiterhelfen können.

Ach ja, zur Info: Das Hundchen ist ein Mischling BorderxGoldi

Bin gespannt auf Eure Ratschläge,

LG, Katrin

Ach, darf ich ein Bild von Ihr hier reinstellen? Oder fällt sie mit zehn Wochen noch unter das Baby-Bild-Verbot?

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Hallo Katrin,

damit dein Beitrag hier nicht untergeht, wäre es besser, ein eigenes Thema zu eröffnen! Da kannst du auch Bilder einstellen!

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Originalbeitrag

Es will aber auch niemand wahr haben, dass es zur Erziehung gehört auch mal Konflikte

auszutragen. Auch wenn man den eigenen Hund dabei mal blockt und abdrängt.

Da geht ein Aufschrei durch die HH-Gemeinde, da muß ungebührliches Verhalten

ignoriert werden, nicht abgestellt. Da werden die besten Leckerli vorgekramt um den

Hund zu besänftigen. Und wenn die nicht helfen noch was tolleres, irgendwann muß

der Hund es doch raffen und vor lauter Dankbarkeit das gewünschte tun.

Und der arme Hund ist der leidtragende. Er sehnt sich nach einer klaren, verläßlichen

Führung, nach jemanden er ihm Halt und Sicherheit vermittelt und weiß wo es lang

geht. So werden Hunde gezwungen diese Rolle zu übernehmen, die damit völlig

überfordert sind und diese Rolle auch gar nicht wollen.

Das Ergebnis sind dann Hunde ohne Rückhalt, die sich irgendwie alleine durchwurschteln.

Und dabei die Hunde-Knigge vergessen. Die eigentlich übliche Höflichkeit bleibt auf

der Strecke, auch dem Menschen gegenüber.

Das sehe ich ganz genauso und erst die Konflikte machen die Qualität einer Beziehung aus, nämlich wenn der eine weiß, woran er bei dem anderen ist.

Ohne WENN und ABER oder VIELLEICHT.

Mit unklaren Verhältnissen kann kein Hund der Welt etwas anfangen. Erst wenn die Beziehung von Grund auf geklärt ist, und das muss man von Welpe an einfach durchsetzen, kann man es sich erlauben, auch mal das ein oder andere Auge zuzudrücken.

Und wenn der Welpe das nicht von Anfang an lernt, wird es nachher schwer, die zuerst erlaubten Freiräume wieder abzugrenzen. WIE soll ein Hund das verstehen? Auf einmal ist verboten, was vorher erlaubt war?

Gerade heute finde ich es wichtig, dass ein Hund gesellschaftstauglich erzogen wird. Kleine Dressurkunststücke wie Sitz mit Leckerchen vor der Nase sind da überhaupt nicht wichtig, sondern eher grundsätzliches (wie verhalte ich mich angemessen in verschiedenen Situationen). Das ist echte Erziehung und auch mit jedem Hund möglich, wenn man von Anfang an auf bestimmte Dinge achtet.

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Nee, geht auch beim erwachsenen Hund, selbst wenn man da erst drauf kommt,

wenn die Leckerlibestechung nicht klappt:redface

Jedenfalls mein Hund war da recht flexibel

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Aus aktuellem Anlass schieb ich das Thema mal hoch.

 

Wie ist das bei euch? Nehmen die distanzlosen, unerzogenen Hunde zu?

 

Um mich nicht zu wiederholen, habe ich folgenden Beitrag ganz zitiert. Er beschreibt ganz gut, wie die HH und deren Hunde so ticken ;)

 

Es gibt bestimmt mehrere Verstärker für das beschriebene Verhalten von vielen Hunden, der irgendwie immer mehr werden (meine Eindruck) rüpeligen Hunden, die nicht gelernt haben, ihren Körper angepasst einzusetzen.
Sei es gegenüber anderen Hunden oder gegenüber Menschen.
Nähe wird immer zugelassen, auf Distanz geschickt werden Hunde eher selten.
Wenn ein Hund nicht lernt, die Individualdistanz des Menschen zu erkennen und sich angemessen zu verhalten, wenn er diesen betritt und andere Hunde das auch oft nicht einfordern - schon hat man keinen Lerneffekt.

Es fängt schon an bei den Elterntieren, die vielleicht nicht mehr in der Lage sind, ihren Kindern mal die Meinung zu sagen. Ab 8.Woche fehlt oft das Vatertier, der den Erziehungsjob weiter führen würde und auch oft ein bisschen strenger ist.

Zum anderen sind scheinbar immer mehr Hundehalter wenig informiert und fordern viel zu wenig von ihren Hunden ein.
Es gibt keinen klaren Plan, wie die Erziehung ablaufen soll, worauf man Wert legen möchte, feste Hausstandsregeln von Anfang an.
Man lässt erst mal machen und wartet viel zu lange ab, es gibt ganz viel Freiraum, der Hund bekommt alles sofort, Verbote werden bei einem kleinen Welpen nur halbherzig durchgesetzt.
Man geht artig hinterher, wenn er irgendwo hin zieht, er darf überall schnüffeln, Anspringen ist noch nicht so schlimm, er darf auch an der Leine allen Hunden und Menschen hallo sagen - und ab einem gewissen Alter merkt man dann erst, wie schwierig das alles im Alltag dann ist.
Viele sind anfangs zwar hoch motiviert, machen Hundeschule usw. und wenn es ab einem gewissen Alter, sagen wir mal um die 6 Monate, um die Nachhaltigkeit geht, nämlich das Gelernte auch mal einzufordern und zu festigen - da hören viele Hundehalter auf und werden nachlässig
Viele Übungen werden nicht vorbereitend für den späteren schwierigeren Fall geprobt, sondern es wird immer erst dann im Konflikt selbst gehandelt, wenn überhaupt.
Konflikte werden nicht vernünftig angenommen und für sich entschieden, es wird oft viel zu halbherzig eingegriffen.

Und zum anderen denke ich auch, dass viele schlecht geführte Welpen- und Junghundstunden auch einiges zum Verhalten beitragen. Spielen um jeden Preis, auf vielen Plätzen gelten keine Regeln - andererseits wird auch jedes Knurren oder jede Form der aggressiven Kommunikation (die meistens erst mal deeskalierend eingesetzt wird) im Ansatz unterbunden.
Und auf jeden Fall fehlen die alten und souveränen Hunde, die einfach durch pure Anwesenheit Ruhe in zu heftig agierende Gruppen bringen.

Alles in allem ist wohl auch vieles ein Spiegel unserer Spaßgesellschaft. Man will Spaß um jeden Preis, man muss alles sofort haben. So sieht es bei den Hunden dann auch aus.

Nicht jeder Hund muss mit jedem "spielen", man wird auf Spaziergängen teilweise schon aufgelauert, damit die Hunde den ach so wichtigen Kontakt haben können. Viele Hundehalter sind auch einfach faul und wollen nicht ne Stunde einfach mal durch die Landschaft laufen, sondern sehen zu, dass sie andere Hunde zum Spielen finden und sich selbst unterhalten können.

So ist das hier bei uns, wo alle Hundeleute spazieren gehen, was ja auch ganz nett ist, aber auch da muss man einfach etwas Rücksicht nehmen und nicht jeder Hund sollte einfach das machen können, was er will.

Da wird dann einfach der Kofferraum aufgemacht, der Hund springt ungebremst raus und lässt es sofort krachen. JEDER Hund muss begrüßt werden, auch wenn dieser 500 m entfernt ist.
JEDER Mensch muss begrüßt werden, auch wenn dieser das vielleicht nicht möchte.
Viele Hund springen Menschen an, belästigen andere Hund, springen in Kinderwägen rein (schon mehrfach gesehen) und all diese Aktionen werden nur müde belächelt und toleriert.
Da gibt es dann keine Entschuldigung, wenn überhaupt nur ne lahme Ausrede (der ist noch jung, der ist in der Pubertät usw.), aber die wenigsten fühlen sich für das Verhalten ihres eigenen Hundes irgendwie verantwortlich.

Wenn Menschen untereinander oft schon so rücksichtslos sind - dann darf man von den Hunden natürlich auch keine Rücksicht erwarten.

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Aus meiner Erfahrung ja, das nimmt von Jahr zu Jahr zu und angefangen hat es vor ca. 15 Jahren  als Welpenstunden und Klickern aufkam und jegliche Einschränkung des Hundes als Tabu erklärt wurde, kein strenges Wort mehr erlaubt ist, blocken oder Distanz einfordern wird als unakzeptable Gewalt ausgelegt bis hin ins Brechen des Hundes interpretiert, das erlernte Hilflosigkeit produzieren soll, kein Wunder, dass kaum noch einer sich traut mal ein Nein auszusprechen oder dem Hund ernsthaft zurückzuschicken. Es hat aber auch damit angefangen, dass Retriever in Mode kamen, weil die so familien/kinderfreundlich und leicht erziehbar sein sollen, was manch einer damit gleichgesetzt hat, dass man sie gar nicht erziehen muss. Diese Rassen haben meiner Meinung nach eine heruntergesetzte Individualdistanz im Vergleich zu anderen Rassen, das fand man ganz toll, hat darauf auch noch selektiert und in anderen Rassen scheint das auch übergeschwappt zu sein, ist also meiner Meinung eine Kombination aus genetischer Veranlagung und falscher oder fehlender Erziehung und beides resultiert aus dem Wunschdenken der Konsumenten.

 

Je nach Individuum braucht der eine mehr oder weniger Distanz, ein Hund, der diese Distanz einfordert, gilt als asozial, es ist ihm nicht mal erlaubt zu bellen, geschweige denn abzuwehren, wobei kaum ein anderer Hund, der angebellt wird, davon in irgendeiner Form traumatisiert wird,der der bellt hat immer angefangen, so die gängige Meinung. 

 

Wo man früher sicher zu viel Strenge hat walten lassen, wo manch einer seinen Frust am Hund abgelassen hat mit körperlicher Züchtigung, was völlig unakzeptabel ist, ist heute zu wenig Disziplin/Erziehung. Ein ausgewogenes angemessenes Maß an Respekt und Zuwendung von Anfang an würde solche durchgeknallten distanzlose Hunde verhindern. Wo die Erziehung durch Althunde nicht stattfindet, müsste zumindest der Mensch dann ausgleichen und das passiert eher selten, zumindest in Städten wie München nicht. Ich würde sagen, dass man in den gängigen Hundeauslaufgebieten hier auf ca. 80 % solcher Hunde und HH trifft.

 

viele meinen, wenn der Hund Sitz, Platz und Fuß kann, ist er erzogen und dass er zu anderen Hunden hinwill, ist nunmal nicht zu ändern, das muss so sein, so bekommt man es ja in der Welpenstunde auch gesagt, Hunde "müssen" mit anderen Hunden Kontakt aufnehmen. wie oft höre ich "aber die müssen sich doch beschnuppern", Nein, müssen sie nicht"! Jedenfalls nicht auf diese durchgeknallte unhöfliche respektlose Weise. Oder, der will da aber hin, "Frage, muss ein Hund immer überall hin dürfen, nur weil er es will? Auch wenn ich genau weiß, dass das Ärger mit dem anderen Hund gibt, auch wenn ich weiß, dass er die Bedienung gleich ins Bein beißen will? Oder das Kleinkind anspringt?

 

Wenn ein Hund nie erfährt, dass auch ich einen Willen habe, den ich bereit bin durchzusetzen und schlauerweise setze ich da so früh wie möglich an, bei Dingen, die ihm nicht gar so wichtig sind, um mich auch subtil durchzusetzen, und nicht erst, wenn der Obergau eingetreten ist, wo ich den Hund quasi totschlagen müsste, damit er noch runter kommt von seinem Tripp, wird er selbstverständlich nicht mehr reagieren, wenn ich dann auf einmal sage Halt stopp, das geht zu weit, es wird ihn einfach nihct interessieren, was ich will, ob ich was will. Ein Hund, der weiß, dass ich einen Willen habe, den ich bereit bin durchzusetzen, demi ch Entschlossenheit demonstriere, der wird sich immer absichern, ob mir dies oder das auch genehm ist, bevor er seinen Willen umsetzt, so wie es im Hunderudel eigentlich üblich ist . In dem Moment, wo ich sicher bin, dass Hund dies respektiert, kann ich ihm alle Freiheiten der Welt lassen, genau so läuft es im Hunderudel, im alter zwischen 3-12 Monate wird Respekt eingefordert, werden Tabus gesetzt, werden Prüfungen gestellt von den Althunden in gewissen Intervallen, sofern nötig.

 

Wir neigen dazu, die Zügel so lange locker zu lassen, weil ja alles nicht so schlimm ist in unseren Augen, der und wird immer respektloser, springt erst uns an, springt Fremde an, springt Hunde an, (nur mal ein Beispiel) bis der Obergau eintritt, selbst dann verleugnen wir noch das Problem und suchen die Schuld bei den anderen, die sich das respektlose Benehmen nicht gefallen lassen, deshalb greifen wir auch nur halbherzig ein und viel zu spät und dann kommt meistens die Ausrede, das nützt bei dem sowieso nichts, um gar nichts mehr zu machen oder aber man wird dann ungerecht, viel zu massiv etc.

 

Das gesunde ausgewogene Mittelmaß wäre die Lösung, so meine Sicht, die autoritative Erziehung. Ich weiß, das das viele unmöglich finden und der Ansicht sind, dass man alles rein positiv genauso oder sogar besser lösen kann, aber die Quittung auf der Straße zeigt, dass dieser Lösungsansatz von vielen eben nicht richtig umgesetzt wird. Ich bestreite nicht, dass es möglich ist, sicher aber nicht bei jedem Hund und sicher nicht für jeden Menschen. 

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Ich habe mit Luisa ja einen ausgeprägten Tutnix in Bezug auf Menschen adoptiert und mag noch einen kleinen Faktor anführen... Als Straßenhund und vor allem beim langen Aufenthalt im Tierheim muss man eben Strategien entwickeln, die zu Erfolg führen (Aufmerksamkeit, Streicheln und/oder Futter), und es ist für den immer verhungernden Hund ganz wundervoll, wenn Menschen zum Dank ihr Essen fallen lassen, weil man sie so nett anspringt :rolleyes: Im Grunde hätten wir das längst super im Griff, wenn es keine Tutnixe unter den Menschen gäbe, die jede kleinste Aufmerksamkeit durch Quietschen, Auffordern, Herumhampeln usw. dermaßen verstärken, dass Luisa einfach nur noch Stress hat, überfordert ist, und sich überhaupt nichtmehr kontrollieren kann - die folgende Attacke (anspringen, bespielen) fällt extrem aus, sicher auch da sie wohl nicht so ganz versteht, worum es jetzt geht, und bei anderen Menschen versucht mans nach diesem Erlebnis eben auch wieder, weil das ja vom Aufputscher irgendwie massiv belohnt wurde. Leider habe ich viele Bekannte, die so weitermachen, egal wie oft ich sie zusammenfalte :wall: und mit dem Hund darf ich quasi wöchentlich neu trainieren, wie man Menschen begegnet (mittlerweile reichen aber schon 2 Begegnungen nach einer Attacke). Ich bin auch die letzten Monate hauptsächlich im Dunkeln Gassi gegangen (und tagsüber sehr hektisch wie auf der Flucht), da ich aus gesundheitlichen Gründen in so einem Moment kaum die Kraft gehabt hätte, den Hund zu halten.

Ein Hundeneuling, der sich nicht so viele Gedanken macht, wird eher die Freude eines solchen Aufputschers in Erinnerung behalten als genervte oder ängstliche Reaktionen anderer Menschen, die emotional nicht so extrem spürbar sind und auch zeitlich viel kürzer ausfallen. Dadurch erscheint es ihnen richtig, dass der Hund so handelt und man sieht keinen Grund, irgendwie einzuwirken.

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Das ist richtig, es wird als Freude empfunden und man möchte dem Hund die Freude auch nicht verderben, oft wird es eben auch noch künstlich befördert, nur sind das eben die Anfänge, die ich dann in anderen auf einmal dann doch unerwünschten Handlungen fortführen und dann setzt man dort an, wo es einem selber unerwünscht ist, statt den Anfang zu bearbeiten.

 

Es spielt übrigens eine untergeordnete Rolle, ob der Hund bereits älter ist und Erziehung im Welpenalter versäumt wurde, es spielt auch keine Rolle, ob andere in der Familie alles durchgehen lassen, Hunde können 1. ihr Leben lang lernen, und 2. auch sehr gut unterscheiden, wie auch kleine Kinder, bei wem sie was dürfen, man hat es höchstens einen Ticken schwerere, muss einen Ticken mehr Geduld aufbringen und noch beharrlicher sein. 

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Danke Lorena,

das deckt sich mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen.

Schade eigentlich das die Hunde nicht mehr erzogen werden. Es würde vieles einfacher machen.

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Ich finde, die meisten Hundebesitzer haben sich längst dem vorauseilenden Gehorsam verschrieben und achten viel genauer auf das Treiben ihrer Vierbeiner als das früher üblich war. Zurecht. Ganz flott hat man heute eine Anzeige am Hals, wo früher kein Hahn gekräht hätte und kein Mensch auf die Idee gekommen wäre. 

 

Oggi geht auch gerne betteln. Hier fragen die Leute, ob sie ihm etwas geben dürfen und ich erlaube es gerne. Ich finde es schön, einen sehr freundlichen Hund zu haben, der von Menschen Gutes erwartet. Wenn er mal unangeleint zu Menschen ohne (unangeleinten) Hund geht, spreche ich ihn an und er kommt zu mir. 

 

Wir treffen hier bei trockenem Wetter wochentags mindestens 20, an schönen Wochenenden auch gerne mal 120 Hunde (heute z.B.). 

Die weit überwiegende Mehrzahl dieser Hunde kann sich sowohl Hunden als auch Menschen gegenüber einwandfrei benehmen. Natürlich gibt es gerade unter jungen Hunden auch mal sehr stürmische Exemplare, aber das finde ich in einem Auslaufgebiet auch völlig okay. Dazu sind Auslaufgebiete doch auch gut, damit junge Hunde, die bei uns ja meistens einzeln gehalten werden, von älteren Hunden gelegentlich mal eine wohltemperierte Ansage bekommen. Erfreulicherweise sehen das hier die meisten Hundehalter auch so. 

 

Ich erlebe auch, dass, wenn mich mal ein Welpe anspringt, sich die Besitzer eilig entschuldigen und leider mit ihrem Zwerg schimpfen und ihn wegzerren. Auch das finde ich aber wichtig für Welpen. Anspringen ist normal, wenn man klein ist. Je nachdem, wie intensiv dieses Anspringen ist, stelle ich ihn entweder sofort wieder auf alle 4 Füße und finde ihn erst dann nett (freuen kann und soll er sich unten) oder ich drehe mich wortlos um. Das finde ich angemessenes Verhalten in einem Auslaufgebiet. Wo, wenn nicht da, sollen junge Hunde solche Dinge lernen und auch mal einen "Fehler" machen können, ohne dass sie dauernd nur ferngehalten werden? Ich finde es auch nett, wenn sich die Leute entschuldigen, wichtig ist es mir aber nicht. 

Ich mag Hunde, auch fremde, und habe oft einen kleinen Dialog mit fremden Hunden. Das sind doch schließlich alles eigene kleine Persönlichkeiten, die mit anderen Menschen und Hunden einen individuellen Kontakt herstellen - oder auch nicht. Viele Menschen, mit denen ich heute befreundet bin, habe ich nur kennen gelernt, weil ihre Hunde und ich davor schon "Freundschaft" geschlossen hatten. Mir würde was fehlen, würden mir alle Hunde vom Hals gehalten werden. Ich geh' doch nicht ins Hundeauslaufgebiet, wenn ich mit Hunden nichts zu tun haben möchte. 

 

Als wirklich grobmotorisch und distanzlos erlebe ich vereinzelt tatsächlich nur Retriever aller Couleur und manche Vizslas und Weimaraner, die letzten beiden Rassen eher Hunden gegenüber.

Das liegt bei den Retrievern bestimmt daran, dass da Unmengen an Nachschub produziert wird, dessen Sozialisation schlicht keinen Menschen interessiert, dass die falschen "Vorzüge" selektiert werden und diese Hunde eben als leicht erziehbare Anfängerhunde gelten, sprich: geeignet auch für überlastete Familienmütter...= Beschäftigung und Erziehung Fehlanzeige!

Und auch die mangelnde Kenntnis in Hundesprache bei den Vizslas und Weimis wundert mich nicht, denn die gehören (hier) sehr oft sehr chiquen Leuten, denen sie eher als Accessoire dienen und die sich garantiert nicht die Mühe gemacht haben, mit ihren Welpen in die Welpenschule zu latschen oder ihnen zeitig pädagogisch wertvollen Kontakt zu erwachsenen Hunden zu ermöglichen. Und wenn doch, dann vermutlich in Leinenknast. 

 

Aber vielleicht ist in der "Weltstadt mit Herz" (meine Geburtsstadt) tatsächlich der Egozentrismus verbreiteter als in Berlin, das sich ja nicht umsonst ein "Herz mit Schnauze" leistet. 

Da ist ja der Hund schon irgendwie mit drin.  ;)

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