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Hundeforum Der Hund
LunaPino

Wie viel Fleischgehalt i.d Tr. soll ein Fertigfutter haben?

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Ich hab noch ganz viele Fragen zu Fertigfutter (möchte mich da einfach besser auskennen) und hoffe, dass es keinen stört, wenn ich jeweils einen neuen Thread auf mache.

Habe zum Thema Fleischgehalt im Fertigfutter rege Diskussionen im Internet gefunden.

Wir hatten ja in unserer Fertigfutterzeit gefühlt so gut wie jedes Trockenfutter ausprobiert.

Wie viel Fleischgehalt sollte ein Fertigfutter eurer Meinung nach enthalten? Manche sagen 50%, andere mehr, einige sagen weniger...

Beim Barfen sind es ja meist 70%.

Im Nassfutter ist wohl mehr Fleisch als im Trockenfutter? Wie siehts da aus?

Wiederum hört man, dass zu viel Protein (Fleischgehalt) Nierenschäden auftreten können.

Jetzt bin ich ganz verwirrt. Man soll kein Getreide füttern aber auch nicht zu viel Fleisch.

Wie seht ihr das?

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Hallo Luna,

schau dir mal die natürliche Beute eines Wolfes an - und der Hund hat sich noch nicht so dramatisch verändert, dass sein Verdauungssystem sich groß davon unterscheiden würde (auch wenn die großen Fertigfutter-Hersteller das gern behaupten, um ihren Müll verkaufen zu können).

Wölfe fressen alles vom Beutetier, also Muskelfleisch, Innereien (außer dem Magen), Knochen, Sehnen, einen Teil des Fells und Blut. Zusätzlich knabbern sie bei Bedarf Gräser, Kräuter, Wurzeln, Beeren, etc.

Also sollte generell ein recht hoher Fleischanteil im Futter sein, Getreide sollte nicht drin sein.

Ausnahmen : aufgeschlossene Hirse (enthält eine Vielzahl an Vitaminen, Mineral- und Vitalstoffen und wird gern bei Arhtrosen eingesetzt) oder aufgeschlossener Reis.

Aufgeschlossen bedeutet, dass das Korn aufgequollen, gekocht und dann nochmals Hitzebehandelt wurde, ansonsten können Hunde pflanzliche Nahrung gar nicht verwerten.

Dasselbe gilt für Gemüse - es sollte gekocht und pürriert werden, weil der kurze Magen-Darm-Trakt des Hundes sonst nicht in der Lage ist, pflanzliche Zellen aufzuspalten und zu verwerten.

Das ist der Grund, wieso bei vielen Hunden, die mit Trockenfutter ernährt werden, so viel "Output", also grooooße Kotmengen rauskommen. Das Futter wird ungenutzt wieder ausgeschieden.

Wenn man nur Fleisch füttert, also ohne Knochen, Innereien und pflanzliche Beikost, können Hunde übersäuern, weil einfach wichtige Bestandteile der Nahrung fehlen.

Ich behaupte einfach mal (aus Erfahrung und durch die Ernährungsseminare, die ich belegt habe), dass du im normalen Handel so gut wie kein hochwertiges Hundefutter bekommst. Teuer ja, aber drin ist nur Müll, der Hunde krank macht.

In erster Linie ist "Barf" die natürlichste Ernährungsform für Hunde und gar nicht so aufwändig, wie viele glauben. Wir barfen auch und unserem Hund tut das sehr gut.

Gutes Nassfutter ist eine Alternative (beispielsweise von Anifit oder Reico). Beides bekommt man nur über Fachberater, also im Direktvertrieb.

Trockenfutter sollte, wie erwähnt kein oder oder kaum Getreide enthalten (wie Wolfsblut oder Acana).

Du hast nach den Inhaltsstoffen gefragt.

Daten, Zahlen, Fakten (Beispiel Anifit Dose Lamm):

88,9% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, 4,8% Fisch, 3,8% Reis, 2,2% Gemüse, 0,3% Mineralstoffe

Rohprotein 9,6%, Rohöle & Fett 6,1%, Rohasche 1,6%

Daten, Zahlen, Fakten (Beispiel Wolfsblut Trockenfutter Wild Pacific (Fisch)):

Mehr als 50% Fisch in Trockenmasse (Lachs, Hering, Makrele, Forelle, Schellfisch etc.), Kräuter, Algen, Gemüse

Rohprotein 28%, Rohfett 17%, Rohasche 3%

Trockenfutter ist höher dosiert, weil es ja konzentrierte Nahrung ist, du fütterst mengenmäßig deutlich weniger als Nassfutter.

Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.

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Hunde sind keine Wölfe, und über Jahrtausende der Haustierhaltung war tierisches Protein für Menschen Mangelware, Hunde wurden damit schon gar nicht verwöhnt. Deshalb gibt es heutzutage viele Hunde, die mit übergroßen Proteinmengen nicht mehr gut klarkommen - bisher wurde eben auf Genügsamkeit selektiert, es war ein Selektionsvorteil, bescheiden in seinen Ansprüchen zu sein. Leber und Niere vieler Hunde sind oft auf dauernde Überversorgung nicht mehr ausgerichtet.

Deshalb halte ich für den normalen Haushund eine bedarfsdeckende Versorgung mit hochwertigem Protein tierischer Herkunft für optimal. Wieviel davon im Trockenfutter sein sollte, hängt erstens vom Bedarf des Hundes ab (Welpe oder erwachsen) und zweitens vom Kaloriengehalt des Futters. Je energiereiches es ist, desto weniger braucht der Hund, desto konzentrierter muß er die übrigen Nährstoffe, auch das Protein, darin finden. Grober Anhaltspunkt ist der Fettgehalt, das Rohprotein sollte etwa +10 % des Fettes betragen. Also ungefähr 15%/25%, oder 20%/30% oder 10%/20%.

Das Rohprotein sollte überwiegend aus Muskelfleisch stammen, es ist am leichtesten verdaulich und paßt in seiner Aminosäurestruktur am besten zum Bedarf des Hundes. Bindegewebige Quellen oder pflanzliches Protein liefern viele toxische Stoffwechselzwischenprodukte, die die Leber entgiften muß. Weizen wird gern als "getarnte" Proteinquelle eingesetzt, deshalb sollte er möglichst weit hinten in der Deklaration erscheinen. Ansonsten sind hochaufgeschlossene Kohlenhydratquellen (Kartoffel, Pseudogetreide und Getreide) für viele Hunde eine leicht verfügbare und gut verträgliche Energiequelle.

Für Naßfutter gilt das Gleiche, nur ist hier der Wassergehalt natürlich zu berücksichtigen. Da der variieren kann, ist ein direkter Vergleich der Inhaltsstoffe nicht möglich.

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@ Quarus

Genau der Aspekt fehlt mir immer wenn über Hundeernährung geschrieben wird! =)

In den letzten fast 40 Jahren haben mich 6 Hunde begleitet, bzw. begleiten mich immer noch. Keiner dieser Hunde ist mit einem Proteingehalt von über 25 % zurechtgekommen.

Keine wissenschaftlich belastbaren Daten, ich weiß. Nur meine Erfahrung, die allerdings von meinen Erfahrungen als Bauernkind gestützt werden.

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Originalbeitrag

Deshalb halte ich für den normalen Haushund eine bedarfsdeckende Versorgung mit hochwertigem Protein tierischer Herkunft für optimal. Wieviel davon im Trockenfutter sein sollte, hängt erstens vom Bedarf des Hundes ab (Welpe oder erwachsen) und zweitens vom Kaloriengehalt des Futters. Je energiereiches es ist, desto weniger braucht der Hund, desto konzentrierter muß er die übrigen Nährstoffe, auch das Protein, darin finden. Grober Anhaltspunkt ist der Fettgehalt, das Rohprotein sollte etwa +10 % des Fettes betragen. Also ungefähr 15%/25%, oder 20%/30% oder 10%/20%.

Das Rohprotein sollte überwiegend aus Muskelfleisch stammen, es ist am leichtesten verdaulich und paßt in seiner Aminosäurestruktur am besten zum Bedarf des Hundes. Bindegewebige Quellen oder pflanzliches Protein liefern viele toxische Stoffwechselzwischenprodukte, die die Leber entgiften muß. Weizen wird gern als "getarnte" Proteinquelle eingesetzt, deshalb sollte er möglichst weit hinten in der Deklaration erscheinen. Ansonsten sind hochaufgeschlossene Kohlenhydratquellen (Kartoffel, Pseudogetreide und Getreide) für viele Hunde eine leicht verfügbare und gut verträgliche Energiequelle.

Sehr interessant... vielen Dank.

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Über das Thema läßt sich trefflich streiten ;)

Es gibt keine Antwort, außer der: nimm ein Futter das dein Hund verträgt. Es ist schon richtig was Quarus schreibt: Hunde leben seit 10000 Jahren mit den Menschen zusammen und sind bestimmt nicht FLeich ernährt worden, vor allem in den Ackerbaugebieten.

Bei Trockenfutter wird es kaum zu mangelernährung kommen - bei selbst zusammengestellten Futter schon eher, selbst Barfer mit Mangelerscheinungen hatte unser Tierarzt schon in der Praxis, weil Hundehalter dachten Barfen ist modern, also kann ich das auch.

Noch was: brauchbares Futter hat wenig mit dem Verkaufspreis zu tun

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Hallo Signalhund

Deine Dose enthält mehr als 100% Inhalt, kann das möglich sein. Es sind über 117% Inhalt. :???

Hätt auch gern so eine Dose! =)

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Die erste Zeile sind die Inhaltsstoffe, die sollten 100% ergeben.

Die zweite Zeile die Analysenwerte, da kommen noch Rohfaser, Nichtfaser-Kohlenhydrate und Wasser dazu auf 100%.

Das sind zwei verschiedene Angaben, also nicht zu addieren.

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Originalbeitrag

Die erste Zeile sind die Inhaltsstoffe, die sollten 100% ergeben.

Die zweite Zeile die Analysenwerte, da kommen noch Rohfaser, Nichtfaser-Kohlenhydrate und Wasser dazu auf 100%.

Das sind zwei verschiedene Angaben, also nicht zu addieren.

Sorry habs wohl nicht richtig gelesen

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Wir füttern ein Futter mit 80 Fleischanteil und 20 Obst... also gar kein Getreide...

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