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Hundeforum Der Hund
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Guetesiegel fuer Auslandstierschuetzer?

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Hallo!

aus gegebenem Anlass wuerde ich gerne mit euch folgende Idee diskutieren: was haltet ihr von der Gruendung eines Verbandes fuer Auslandstierschuetzer, bei dem sich die Mitglieder selbst zur Einhaltung gewisser Guetekriterien verpflichten?

Der Auslandstierschutz hat leider keinen sehr guten Ruf (und das nicht unbedingt unbegruendet). Wenn man mal davon absieht, ob man den Import von Tieren prinzipiell gutheisst oder nicht, kann man doch immer wieder Anstoss an Tierschuetzern nehmen, die recht unverantwortlich Tiere aus dem Ausland vermitteln. Fuer den Laien ist es nicht unbedingt erkennbar, wie serioes eine Organisation arbeitet (wenn man z.B. nichts von Mittelmeerkrankheiten weiss kann man auch nicht darauf achten, dass die Tiere dagegen getestet wurden) und Tierschuetzer, die sich um einen verantwortungsvollen Tierschutz bemuehen, haben oft mit Vorurteilen und Misstrauen zu kaempfen. Die Richtlinien eines solchen Verbandes koennen fuer die Mitglieder als Guetesiegel dienen mit dem sie sich klar von unserioesen Organisationen abgrenzen koennen und Interessenten gibt es einen Anhaltspunkt, an wen man sich vertrauensvoll wenden kann. Zuechter haben ihre Zuchtverbaende, Tierheime koennen sich dem deutschen Tierschutzbund anschliesen, fuer Auslandstierschuetzer gibt es soetwas bisher soweit ich weiss noch nicht. Da kocht jeder sein eigenes Sueppchen.

Von den anwesenden Tierschuetzern wuerde ich jetzt gerne wissen, ob sie einem solchen Verband beitreten wuerden, alle anderen moechte ich bitten sich in die Rolle eines "Kunden" zu versetzen und zu sagen in wieweit sie sich an einem solchen Guetesiegel orientieren wuerden.

Wuerde mich ueber zahlreiche Beitraege freuen!

lg Ramona

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Hi!

Hoffentlich ohne jetzt eine neue Grundsatzdiskussion über den Auslandstierschutz an sich zu entfachen:

Wenn sicher gestellt ist, dass nur diejenigen Vereine, die die Auslandshunde verantwortungsvoll testen (kein Schnelltest), dieses Gütesiegel bekommen, dann finde ich das eine sehr gute Idee! Als "Kunde" würde ich auf jeden Fall auf sowas Wert legen!

LG!

Anja und Hundis

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Hallo,

ich schließe mich Anja an, wobei ich dazu sagen muß

und das kann man auch überall nachlesen, das gerade bei

sehr jungen Tieren die vermittelt werden, ein Test gar keinen Sinn

macht (Welpen z.B.), da sich der Titer ständig ändern kann

und somit auch keine wirkliche Aussagekraft vorhanden ist.

Was heute noch negativ ist, kann morgen schon positiv sein.

Generell geht es wohl um die Aufklärung der Tierschützer und

nicht um eine Schnellvermittlung, wo die neuen Besitzer gar nicht

über die Krankheiten etc. informiert sind. Also um die seriöse Vermittlung

mit ordentlichen Kontrollen und eine umfassende Aufklärung über

die möglichen gesundheitlichen Probleme etc.

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(...) das gerade bei

sehr jungen Tieren die vermittelt werden, ein Test gar keinen Sinn

macht (Welpen z.B.), da sich der Titer ständig ändern kann

und somit auch keine wirkliche Aussagekraft vorhanden ist.

Da hast Recht, kann auch bei erwachsenen Tieren der Fall sein, wenn sie sich z.B. grad erst infiziert haben, wird der Test auch noch negativ sein, obwohl das Tier infiziert ist.

Das ist aber ja häufig auch die Begründung, die Tests komplett wegzulassen, was m.E. trotzdem nicht in Ordnung ist!

Meine Cousine z.B. hat auch einen Hund aus dem Süden vom Tierschutz und wußte gar nichts von den Mittelmeerkrankheiten, hat ihr auch keiner gesagt (außer mir dann)!

Von daher: Test in Kombination mit seriöser Aufklärung über alle Risiken + nach Möglichkeit keine Einfuhr/Vermittlung nachweislich kranker Tiere wäre für mich schon viel wert!

LG!

Anja und Hundis

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(bearbeitet)

si, ich stimme Dir zu, so soll es sein.

Somit für unsere Poserin ein JA zum Gütesiegel.

Trin, Du hättest eine Abstimmung machen sollen,

Ja/Nein ist mir egal oder so...

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hm stimmt an die Moeglichkeit Abstimmung hab ich gar nicht gedacht, aber mir ist auch gerade diese Diskussion wichtig, denn bevor ich diesen Vorschlag an meine Tierschutzkollegen herantrage, will ich erstmal wissen was mich so erwartet. Ich denke das schwierigste wird sein sich auf irgendwelche gemeinsamen Guetekriterien zu einigen. Darum danke schonmal fuer eure Beitraege!

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Hallo Ramona,

also ich könnte mir das schon vorstellen - allein schon aus dem Grunde, weil viele Leute meinen, man würde sich mit den Hunden aus dem Ausland eine "goldene Nase" verdienen!

Wenn ein Hund z.B. aus Spanien nach Deutschland reisen soll, MUSS er vorher tierärztlich untersucht und auf MMK getestet, kastriert, geimpft und gechipt werden. Außerdem ist der EU-Pass Vorschrift. Er benötigt eine entsprechende Transportbox. Von den Transportkosten ganz zu schweigen. In vielen Fällen kommt der Hund dann erst in eine Pflegestelle, um ihn an das Leben hier zu gewöhnen, Ängste abzubauen, Krankheiten auszukurieren ... da entstehen weitere Kosten.

Wenn dann die Hunde hier in Deutschland für eine Schutzgebühr zwischen 180,00 und 300,00 Euro vermittelt werden, wird schnell gesagt: Viel zu teuer, die können doch froh sein, wenn so ein Hund ein Zuhause bekommt ... sprich eigentlich sollte so ein Hund verschenkt werden.

Das die Menschen, die diese Art Tierschutz betreiben, alles ehrenamtlich und nebenher in ihrer Freizeit machen und auch finanzieren, tritt dann schnell in den Hintergrund.

Da ich selbst zwei Hunde besitze weiß ich, wie schnell beim Tierarzt dreistellige Beträge zusammenkommen können, dabei muss der Hund noch nicht einmal ernsthaft erkrankt sein. Also ist die Schutzgebühr m.E. keinesfalls überzogen. Ich denke nicht, dass ich hier in Deutschland einen Hund untersuchen, testen, kastrieren, impfen und chippen lassen kann und dann mit einer Rechnung von nur 300,00 nach Hause gehe.

Außerdem darf auch nicht außeracht gelassen werden, dass die Schutzgebühr auch dem Wohle des Hundes dienen soll. Er hat genug schlechte Erfahrungen machen müssen und sollte dann auch hier in Deutschland auf einen verantwortungsvollen Platz, wo er auch den Rest seines Lebens bleiben darf. Die Anschaffung sollte auch bei einem "Auslands-Tier" wohlüberlegt sein und nicht so einfach aus einer Laune heraus, nur weil er evtl. "billiger" ist, als ein Tier von einem Züchter o.ä.!

Sollte es dann wirklich einmal passieren, dass ein Überschuss erwirtschaftet wird, fließt dieser zu 100 % wieder in den Tierschutz zurück. Oft genug müssen verletzte Tiere operiert werden, brauchen aufwendige Medikationen ...

Also wäre ich allein schon aus den vorstehenden Gründen dafür ... alles was mehr Transparenz schafft, kann dem Auslandstierschutz nur nützlich sein ... die "schwarzen Schafe" wollen auch wir nicht. Die bringen das was wir unter teilweise schwersten Bedingungen erreichen nur in Verruf.

Das ist meine Meinung dazu!

LG

Cindy

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Huhu,

muß auch nochmal senfen.

Als die Orga von der ich Monty habe, die machen es so.

Wir sind auch immer noch in Kontakt. Ich wurde umfaßend

aufgeklärt. Die Hunde dieser Orga sind in Spanien (oder auch

schon in Deutschland) bei Pflegefamilien untergebracht.

Das kostet in Spanien Geld (ca. 8 Euro pro Tag und Tier).

Der Erlös von den Tieren fließt 100% ig dem Tierschutz wieder zu.

Die Kosten können damit gar nicht gedeckt werden.

Die Orga sagt auch das durch die Welpen das meiste Geld

hereinkommt, nur somit können die älteren bis zur Vermittlung

überleben und versorgt werden, Kastrationen vor Ort von

Straßenhunden etc. vorgenommen werden.

Bei dieser Orga findest Du auch eine genaue Auflistung über

die Kosten die ein gesundes Tier ( für die Erstuntersuchung, Impfe,

chippen, Test auf MMK) verursacht, ohne Unterbringung,

Verpflegung und zusätzliche Tierarzt Kosten wenn es vermittelt wird.

Da ist der Flug von HH nach z.B. Malaga sehr niedrig (kostet nicht viel).

Alle weiteren Kosten wie Telefon, Fahrten ständig zu den Flughäfen

etc. werden ehrenamtlich auf eigene Kosten und Kappe genommen.

Aber so macht es wohl nicht jede Vermittlung. Deshalb ist dieses

Thema ganz interessant und hat in meinen Augen durchaus eine

Berechtigung.

Bei Parasitus Ex auf der HP ist übrigens eine Checkliste für

Auslandshunde hinterlegt. Kann nicht den direkten Link

einstellen da es ein PDF Dokument ist. Aber auf der Hauptseite gleich rechts.

Link zu Parasitus

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Hallo!

Ein "Gütesiegel" für den Auslandstierschutz wäre sicherlich eine tolle Idee. Planlos Tiere nach Deutschland zu importieren macht keinen Sinn und würde den Tieren auch nicht weiterhelfen. Im Vordergrund sollte außer der Aufklärung über eventueller Krankheiten, auch typische Verhaltensauffälligkeiten stehen, oftmals sind solche Hunde zwar sicherlich gut mit anderen Hunden sozialisiert, aber leider dem Menschen über sehr, sehr vorsichtig und ängstlich. Internationaler Tierschutz kann auf Dauer nur Sinn machen, wenn mit den "einheimischen" Tierschutzorganisationen zusammengearbeitet wird, vor Ort Kastrationen und "Aufklärungsarbeit" (mir fällt kein besserer Begriff ein :) ) geleistet wird.

Viele liebe Grüße aus Italien, Claudia mit Mora & Tommy

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Ich noch mal ...

also, dass Angst und Vorsicht dem Menschen gegenüber typisch für "Ausländer" sind, kann ich nicht unbedingt bestätigen. Es ist lediglich so, dass Tiere, die extrem vom Menschen gequält wurden, sich dementsprechend verhalten ... wen wundert's. Vielmehr könnte man auch hervorheben, dass diese Tiere TROTZ der vielen furchtbaren Dinge, die sie teilweise erdulden mussten, immer noch freundlich dem Menschen gegenüber sind ... Es gab da eine Hündin, die hat man erst hinter einem Auto hergeschliffen und dann die Schnautze zerschossen ... als sie endlich aufgesammelt wurde, wedelte sie mit ihrer letzten Kraft noch mit dem Schwanz ...

Ich selbst habe zwei Hunde aus dem Ausland. Dem einen hat man die Schnautze zertreten, als er gerade mal 10 Wochen alt war ... der ganze Oberkiefer war hin! Und trotzdem ist es ein überaus freundliches Tier geblieben ... man kann wirklich alles mit ihr machen.

Hunde aus dem Ausland sind weder besser noch schlechter als "deutsche" ... es sind einfach Hunde, die so sind, wie der Mensch sie gemacht hat!

Cindy

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