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Hundeforum Der Hund
Danie

Sticker Sarkom...ansteckender Genitaltumor bei Hunden / Chemo Therapie

Empfohlene Beiträge

Liebe User,

ich möchte sehr gern etwas über das " Sticker Sarkom" erzählen. Leider aus aktuellem Anlass. Und die Tatsache, dass es nur sehr sehr wenig Erfahrungsberichte darüber im Internet zu finden gab.

Wir haben am 20.12.2011 einen russischen TS-Hund wissend mit einer Blasenentzündung übernommen. Als jedoch nach einiger Zeit immer noch blutige Tropfen im gesamten Haus zu sehen waren; stellten wir Chip in einer umliegenden Tierklinik vor. Seine Blasenentzündung war ausgeheilt. Die TÄ nahm jedoch 2 Abklatschtropfen u. gab sie zur Diagnostik an die Uni Leipzig.

Eine Woche später Befundung: Sticker Sarkom. Und die Ansage von den TÄ - ihn umgehend euthanasieren zu lassen - man müsse einen Hund zum Wohle der anderen ofern u. ausserdem sei es ja nur ein Auslandshund!

Es ist ein " ansteckender" Tumor, der im Genitalbereich bei Rüden sowie auch Hündinnen zu finden ist. Ein blumenkohlartig wachsender Stieltumor. Übertragung durch den Deckakt ( Tumorzellen nisten sich in kleine Schleimhautverletzungen ein und wachsen dort) oder leider auch durch Maul zu Maulkontakt wie das Schlecken, Beißen i. Genitalbereich. Das bedeutet, wenn wie hier bei uns , Chip sich an seinem Penis leckt u. dann meiner Hündin mit der Zunge über das Gesicht fährt, kann sie im schlimmsten Fall, diesen Tumor auch im Gesichtsbereich bekommen. gefährdet durch den Maul zu Maulkontakt sind vor allem " immumschwache" Hunde. Es kann definitiv nicht auf Menschen übertragen werden!

Viele deutsche TÄ kennen diese Form des Tumores nicht. Er ist typisch f. streunende Hunde, Hunde aus Osteuropa, aus den Mittelmeerländern.

Deswegen kann es durch diese Unwissenheit auch dazu kommen, dass der behandelnde Tierarzt zu einer sofortigen " Euthanasierung" des Tieres rät.

Das muss aber nicht sein!!! Der Tumor hat gute Heilungschancen mit einer Chemo Therapie.

Die Ansteckung betreffend ist das vorrangig eine sehr gr. Verantwortung f.d. jeweiligen Hundebesitzer. Aber ehrlich, einen Deckakt kann ich vermeiden u. bis er geheilt ist, bleibt mein Hund an der Leine.

Aaaaber - eine Chemo Therapie f. d. Hund???? Darf ich ihm das zumuten???? :???

Das muss jeder mit sich allein aus machen u. entscheiden.Und egal, welche Entscheidung getroffen wird, Ihr seid niemanden ausser Euch selbst, Rechenschaft darüber schuldig! :respekt:

Innerhalb 1 Woche habe ich versucht, so viel Infos wie möglich über den Tumor u. seine Behandlungen zu sammen zu tragen. habe mit der Tierhochschule Hannover/ Onkologie, mit der Tierklinik Hofheim Onkolog. , mit einer Flensburger Chirurgin/ Onkologin telefoniert, gesprochen. Habe nach homöpath. Mitteln / Hilfen / Behandlungspraktiken .Erfolgen gesucht.

Bin über die Horvi Therapie im Internet gestoßen - jedoch kam von einer erfahrenen wissenschaftl. Beraterin diesbezügl. die sehr niederschmetternde Mitteilung; das es mit den Horvi - Enzymen in Bezug auf das Sticker Sarkom " keine Behandlungserfolge" gab u. sie deswegen auch diesbezügl. keine Therapiepläne mehr dafür erstellt.

Die Chemo blieb hier vor Ort, das 1. Mittel der Wahl. Bis zum 1. Chemo Termin, selbst noch 5 Minuten vorher war ich innerlich völlig zerrissen! Ich hatte sehr viel Angst, meinem Chip das zu zu muten.

Chip hat nun insgesamt 4 Chemo`s im wöchentl. Abstand mit dem Medikament Vincristin hinter sich.Paralell dazu begleite ich ihn mit einer erfahr. THP homöpathisch um die wichtigsten Organe zu stärken/ das Immunsystem zu stützen.

Sein Fell ist ein klein wenig stumpfer geworden - aber wer ihn sieht, erkennt nicht, dass dieser so lebensfrohe, lustige, verspielte und tobende sowie Mäuse jagende Hund, in einer anstrengenden Chemo Therapie steckt! Wir haben in den gesamten 4,5 Wochen nur 1,5 Tage gehabt, in denen er etwas mehr geschlafen hat u. nicht spazieren gehen wollte. Alle anderen Tage geht es ihm wirklich gut.

Der Tumor hat sich inzwischen so sehr verkleinert, dass nur noch 1/8 davon zu sehen ist.

Die behand. Onkologin sagt aber trotzdem , dass er mind. 6 Anwendungen haben muss.

Ablauf: Chip wird für ca 20 Min. an eine Infusionlösg. mit NaCl ( Kochsalz) gelegt. Danach injiziert die Onkolog. das Med. Vincristin über einen zusätzl. Zugang in seine Vene. Anschließend spült die Tä genau diese Vene mit einer zusätzl. Lösung, um Gewebeschäden zu vermeiden. Und dann bleibt Chip noch einmal für 20 - 30 Minuten an der NaCl Lösg. Geht es ihm gut, dürfen wir nach ca 1 Stunde wieder nach Hause.Vor jeder Chemo wird ein Blutbild erstellt, um sicher zu gehen, dass seine Leukos ( weiße Blutkörperchen) nicht zu sehr gesunken sind. Referenzbereich gesunder Hund: 6000 - 12.000 Leukos. Chips Leukos lagen um die 6000// 6450 und vor der 4. Chemo sind sie sogar auf 7200 gestiegen. Ich meine, das hat mit der homäpath. Unterstützung zu tun!

Ich weiß, jeder Hund / jedes Tier reagiert sehr individuell auf so eine Chemo. Aber es darf diese Art der Therapie nicht mit der menschl. Chemo verglichen werden. Die Dosierung ist wesentl. niedriger - und die Tä sind angehalten, die Nebenwirkungen ( evtl. mal Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Apetittlosigkeit ) definitiv so gering wie möglich zu halten.

Und es sollte auf jeden Fall abgewägt werden - welches Endziel kann o. will ich mit einer Chemo erreichen.

Eine lebensverlängernde Maßnahme? Dann bitte wirklich abwägen, Nutzen - Risiko. Oder eine Heilungschance???

Dani umd Chip

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Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!

Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Erfolg mit der Behandlung!

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Danke für den spannenden Bericht, Danie. Ich habe auch noch nie von dieser Erkrankung gehört und wünsche dir und Chip, dass alles wieder gut wird.

Mich würde noch die Kostenseite der Behandlung und Untersuchungen interessieren. Ist das etwas, was sich nahezu jeder Hundehalter leisten kann oder für viele doch auch schon aus finanziellen Gründen nicht machbar im Falle eines Falles?

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Für Chips mit kanpp 14 kg u. 45 cm SH werden nur rein pro Sitzung f.d. Chemo von unserer TÄ 120,- Euro veranschlagt. Das beinhaltet das Anlegen d. Infusion incl. Lösg., das Injizieren d. Medikamentes Vincristin sowie das anschl. Nachspülen der Vene, die wöchentl. Sichtkontrolle d. Tumores und das kl. Blutbild mit Leukozytenzählung.

Kurz: 6 - 8 mal je 120,- plus bei uns noch knapp 200 ,- für die homöpath. Schiene.

Unsere Finanzierung läuft 1/2 via Spenden und die andere Hälfte tragen wir.

Ich habe auch Bilder v. Tumor u. seiner Reduzierung gemacht, kann sie aber nicht ein stellen. Bin zu ... :???

Gruß Dani u Chip

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Danke für die Informationen.

Mich freut sehr, dass der Tumor so gut auf die Behandlung anspricht und Chip nicht unter der Chemotherapie zu leiden scheint. Wäre ja schön, wenn am Ende der Behandlung die Heilung steht und keine Infektionsgefahr für andere Tiere von Chip ausgehen.

Wenn man bedenkt, dass es gefährlich werden kann, wenn dein Hund einen anderen beißt, wird ja noch mal klar, wie wichtig es ist, seinen Hund ebenfalls anzuleinen und nicht auf angeleinte Hund losspringen zu lassen. Leider denken ja viele Leute nicht mit und ignorieren, wenn man seinen Hund anleint, weil von dem eigenen angeblich nie Gefahr ausgeht. Dass es nicht immer nur um Unverträglichkeiten, sondern auch um präventive Maßnehmen gehen kann, macht sich kaum jemand bewusst. Hast du in der Hinsicht keine Probleme?

Als ich deinen Thread gelesen habe, musste ich an die Turmorerkrankung denken, die den Tasmanischen Teufel vom Aussterben bedroht. Ich weiß zwar nicht, ob das eine verwandte Erkrankung ist, jedoch wird der Tumor bei den Beuteltieren auch durch Infektionen übertragen und zeigt sich meist an Gesichtstumoren, weshalb die meisten Tiere im Laufe der Erkrankung verhungern.

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Hallöchen, es war mal wieder ein Mittwoch u. damit leider schon Chemo nr. 5.

Erst einmal vorweg, nach Aussage der behand. TÄ ist Chip `s Tumor seit Beginn der Behandlung nicht mehr ansteckend. Da er nicht mehr blutig tropft und der Rest des Tumores leider ganz weit oben am Penisschaft versteckt sitzt, kann kein anderer Hund damit in Berührung kommen. Trotzdem lasse ich bis zur endgült. Entwarnung ( Tumor ist dann ganz entfernt ) keinen anderen Hund an seinen Schniepi!

Das mit dem "angeleinten" Hund ist auch bei uns immer wieder ein Thema. Gott sei Dank im Moment eher weniger, da ich in einem Ostsee Urlaubsgebiet wohne u. jetzt grad kaum Touris vor Ort sind. Und mit den Einheimischen habe ich mich schnell verständigt. Wäre es Sommer, hätte ich erhebl.mehr Probleme diesbezüglich.

Zum tasmanischen Teufel, daran hatte ich auch schon gedacht. Das ist es aber nicht. Ich weiß nicht, ob Du das verfolgt hast, dass das Sticker Sarkom ursprünglich von einem Wolf abstammt u. mysteriöser Weise seit Jahrzehnten schon innerhalb der Hundelinie weiter gegeben wird.

Das ist einer der Links dazu

http://erik-thor-hagenah.suite101.de/ansteckender-krebs-bei-hunden---das-sticker-sarkom-a93978

Zu Chip: Für mich sichtbar, geht es ihm gut. Das Blutbild zeigt jedoch inzwischen einen massiven Abfall der Leukos an. Teile d. Tumores sind noch immer vorhanden, leider! Für die nä Woche wird erst das BB angesehen, und dann abgewogen , ob wir eine Woche aussetzen müssen. Lt. TÄ / Onkologin ungern, da sie Sorge trägt, dass der Tumor wieder auflebt, solange er noch nicht beseitigt ist. Abwarten u. hoffen, dass er nun nicht krank wird.

Liebe Grüße von Dani u Chip

P.S: Ich habe noch etwas sehr wichtiges zu Hd. Ronja u. ihren epilept. Anfällen hin zu gefügt, in ihrem

Thread.

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Und nun noch einige Fotos von unserem Sticker Sarkom.

Foto 1 zeigt zwar den größten Teil des Tumores, leider aber noch lange nicht alles. Vieles davon liegt noch weiter oben unter seiner Vorhaut versteckt. Es betrifft aber immer nur die Vorhaut ( das Präputium ) nie den Penis selbst. Bei Chip.

Die Bilder danach zeigen Chip an der Infusion, Dauer zur Zeit bis zu 1,5 Stunden und den Tumor nach der 3. Chemo.

Von weiteren Fotos nach d. anderen Chemos habe ich abgesehen, da Chip zu sehr gestresst war.

Obwohl ich zu gern, den Verlauf weiter dokumentiert hätte.

Gruß Dani und Chip

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Ich drücke euch weiterhin die Daumen und hoffe wie du auf einen Heilungserfolg. Wenn du die Nerven dazu hast und die Zeit findest, halte uns doch bitte auf dem Laufenden.

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Ich habe eine Frage, warum führt man bei dieser Neoplasie keine Penisamputation durch?

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Ich frage mich eher warum von dem Spendengeld EIN krankes Tier mit tausenden Euros behandelt wird wo man mit dem Geld viel mehr retten könnte! Sorry, will niemanden angiften oder sowas, aber echt null verständnis dafür...

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