Jump to content
Hundeforum Der Hund
pesu

Hunde spielen nicht

Empfohlene Beiträge

Originalbeitrag

Ist halt auch die Frage (und das weiß ich wirklich nicht, wie das hirnmäßig bei den Hunden so ist), inwieweit man alte Verhaltensmuster nachhaltig verändern kann.

Also nicht recht simple Lernprozessen wie "Sitz" oder auch ein Abbruchsignal sondern wirklich innerartliche Kommunikation und soziales Interagieren.

Das wird dir mit wahrscheinlicher Sicherheit niemand verlässlich und somit seriös ad hoc sagen können.

Ob und welche irreversiblen Schäden entstanden sind, würde sich doch nur über aufwendige Untersuchungen MRT usw., wenn überhaupt feststellen lassen.

Wenn man sich mal anschaut, was die Neurobiologie dazu sagen kann, oder könnte.

Ein Gehirn, das immer und immer wieder durch falsche Sozialstation in Stress versetzt wird und davon kann man möglicherweise ausgehen, verändert sich mehr oder weniger, manch Mal massiv.

Die gute Nachricht ist, dass Gehirne gegen die früheren Annahmen, doch selbst bei Erwachsenen veränderbar noch formbar sind.

D. h., du hast durch den Umgang mit deinen Hunden/deiner Hündin eine gewisse/n Chance/n, sie positiv zu beeinflussen.

Das Problem dabei ist aber, dass weißt du selbst, du hast in deiner Umwelt nicht die vollständige Kontrolle, um die notwendigen Maßnahmen konsequent durchführen zu können.

Will heißen, die lieben anderen Hundehalter, die kaum oder keine Rücksicht auf euch nehmen.

Das macht es sehr schwer vom Grund her, das Gehirn so zu stimulieren, um störungsfrei zu arbeiten.

Man wird schnell wieder ein paar Schritte zurückgeworfen, wenn der Stress weiter anhält, dadurch sind auch alte Verhaltensmuster schnell wieder präsent.

Was ich sagen will, ist, man muss versuchen eine möglichst gangbare Lösung für sich und seine Hunde zu finden, denn auf die anderen Hundehalter kann man nicht wirklich zählen.

D. h., mit diesen oder ähnlichen Problemen bist du nicht allein, ist vielleicht kein Trost, aber kann möglicherweise etwas Mut machen.

Ich kenne solche Situationen auch und habe für mich die möglichst passenden, Konsequenzen gezogen.

Mein ACD-Sensibelchen wird halt keinem Fremdhunde-Stress ausgesetzt und fertig, sie wird sich nie „normal Verhalten“, sie ist, wie sie ist, dass sie trotzdem stressfrei leben kann, dafür bin ich und ist meine Frau da.

Der wahre Egoist kooperiert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ja ich dachte mir so etwas, wusste aber nicht genau, inwieweit "der erwachsende Hund" noch in der Lage ist, solch komplexe und wichtige Lernprozesse "nachzuholen" bzw. bestimmte sehr prägsame Lernerfahrung zu "überspielen".

Und da kommt es natürlich genau zu den Problemen, die du ansprichst.

Es ist schwer so einen Hund zu führen und zu halten.

Nicht, weil sie es mir schwer macht, sondern weil die Umstände es uns schwer machen bzw. es diesem Hund schwer machen, so zu sein, wie sie nun mal ist.

Und da ist dann Management gefragt.

Bedeutet, kein Kontakt zu anderen Hunden und nur sehr ausgewählten Kontakt zu bestimmten Hunden, der aber von mir begleitet und auch mitgestaltet wird.

Bei den meisten Hunden geht es absolut gar nicht und da probiere ich auch nichts mehr rum.

Sie will es nicht, sie hat Stress und im blödesten Fall noch eine negative Erfahrung zu verzeichnen.

Und ich denke in solchen Fällen kann ich sie eben nicht agieren und aus Konsequenzen lernen lassen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Und nun komme ich zum Wundenpunkt bei kamaliis Erziehungsform, die Hunde werden gar nicht zu selbstständigen Entscheidungen, Hund mit Hund, erzogen.

Das über nimmt sie ja selbst, wenn die Hunde es nicht eigenständig hinbekommen, unterstützt sie ihren wichtigsten Hund.

So lernt ihr Hund vielmehr, dass er sich auf sie verlassen kann, und die anderen lernen, das sie mit ihrem Hund eine Koalition bildet, die ihnen überlegen ist, mal salopp formuliert.

Danke fuer deine Gedanke Hans Georg.

Was du beschreibst war ungefaehr mein Startpunkt, aber so ist es schon lange nicht mehr noetig. Meine erwachsenen Hunde treffen eigene Entscheidungen fuer sich, aber sie duerfen auch Entscheidungen fuer die gesamte Gruppe treffen.

So oft wie moeglich, wann immer es Situationen zu lassen, geben ich den Hunden die Moeglichkeit zu entscheiden und unseren Kurs zu bestimmen. Im Falle meiner Huendin schliesse ich mich ihren Entscheidungen sogar an und stelle die Meine nicht oeffentlich gegen sie, auch nicht wenn ich denke, das sie eine unguenstige Entscheidung getroffen hat.

Die Entscheidungen bestimmter Hunde stelle ich ueber die einiger Anderer, natuerlich hat es etwas damit zutun, was mir nuetzt. Mir nuetzt es eine Ordnung in der Gruppe zu haben, die die Hunde verstehen und selber aufrecht erhalten, mir nuetzt es aber auch Hunde zu haben, die Probleme erkennen koennen und sich denen alleine stellen koennen und wollen, mir nuetzt Selbstbewusstsein, Intelligenz, Interesse an der Gemeinschaft, der Wille mich kennen lernen und verstehen zu wollen. Ich habe gelernt das man sowas nicht mit Unterdrueckung und Bevormundung erreicht. Respekt erreicht man mit Respekt. Meine Achtung fuer meine Hunde und die Dinge die sie koennen und tun, ist fast in Unermessliche gestiegen.

Und ich habe GsD die Zeit, mir genauer anzuschauen, was die Hunde anbieten oder gerne haetten und kann darauf eingehen. Genauso wie sie, hab ich die Wahl und mehrere Moeglichkeiten, vorausgesetzt ihre Wuensche sind berechtigt, dann schaffe ich ihnen die Moeglichkeit zu bekommen, was sie wollen. Je nach Hund und Situation, helfe ich oder nicht. Lieber ist es mir, wenn ich nicht mehr helfen muss.

Das Selbstvertrauen meiner Hunde basiert auch auf ihre Entscheidungsfreiheit und meine Unterstuetzung.

Darum bestaetige ich die Hunde weiterhin in Positionen und fuer Aktionen, die sie anbieten.

Ihre 'Freiheit' allerdings basiert darauf mich kennen zu lernen und ihre Handlungen daran anzupassen. Ich bin fuer sie verantwortlich und natuerlich gibt es Situation, wo ich meine Entscheidungen ueber die ihren stelle. Das Ziel waere, das ich das nicht muesste, aber weder ich noch die Hunde sind unfehlbar, daher finde ich mich in Situationen, wo ihre Freiheiten vielleicht nicht in unsere Gesellschaft passt oder ich einige Dinge einfach noch nicht richtig verstehe und Fehler mache. Fuer mich ist vieles neu. Die Veraenderung in beiden Hunden aber machen mich gluecklich. Manchmal wuensche ich mir, das ich schneller lernen wuerde

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hey

Deine Antwort lese ich gerne, (a) steht sie nicht im Widerspruch zu meinen Aussagen und (B) hast du es sehr schön beschrieben, wie du denkst und handelst.

Deshalb nehme ich mal den für mich entscheidenden Kernsatz, Zitat:

Originalbeitrag Ihre 'Freiheit' allerdings basiert darauf mich kennen zu lernen und ihre Handlungen daran anzupassen.

Der das, was ich geschrieben hatte (Fett), in Kurzform zusammenfasst und bestätigt .

Der wahre Egoist kooperiert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Kathi,

so ähnlich sehe ich das auch! Allerdfings treffen wir hier selten auf Menschen die Ahnung von Hunden haben! :D

Menschen die wir treffen hören nur die Geräusche und haben schon Angst um ihre armen kleinen Hutschis!

Kim hat sich Krümel am Anfang ja angenommen! Da hätte sie es niemals gewagt so zu toben!

Fritzi, kann ich mir Lemmy mal ausleihen?

Obwohl, vielleicht ist Chambao ja auch ein Hund der sich nicht darauf einlässt! :D

Kathi, ich meinte diesen Thread! http://www.polar-chat.de/topic.php?id=63174

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Also mein Hund spielt.

Gut sie wird im August erst 2, aber sie spielt definitiv.

Sie schnappt sich ein Stöckchen um die anderen Hunde zum Hinterherrennen zu bewegen, steckt manchmal den anderen Hunden sogar fast ins Maul, damit sie mit rennen.

Letzten Mittwoch war sie mit auf der Arbeit bei der Tiertafel, und wurde mit einem anderen Hund im hinteren Bereich abgelegt.

Beide bekamen ein Spielzeug, und was machen sie? Sie geben sich gegenseitig immer das jeweils andere Spielzeug, es wurde hin und her geworfen.

Das war kein Egoismus, ich will haben, sondern, hey, das macht Spaß.

Dabei war der Rüde 6 Jahre alt, also kein kaspernder Junghund, und die beiden kannten sich bis dato auch noch nicht.

Meine kaspert gerne mit anderen Hunden herum, und dabei gab es noch nie eine Beißerei. Im Gegenteil wenn sie mit Welpen spielt, ist sie sogar richtig vorsichtig. Sobald der andere Hund quietscht, hört sie auf.

Zerren liebt sie genauso.

Sie hat von einer Hündin mal eins auf die Nase bekommen, was unsere Schuld war, der Husky ist extrem futterneidisch. Da sie dachte, es gibt jetzt etwas hat sie meine verkloppt.

Trotzdem spielt meine mit ihr, immer noch. Und weil die das Jagen nicht mag, wird eben im Stand gespielt.

Es ist allerdings immer vom jeweiligen Hund abhängig, kenne einige, die gar kein Interesse an anderen Hunden haben und eine, die sogar richtig Angst vor anderen Hunden hat.

Für meine ist es aber wichtig, dass sie auch mal einfach mit anderen Hunden toben kann, denn sonst ist sie irgendwann gefrustet und will an der Leine zu allen anderen hin.

Das könnte irgendwann, wenn sie nie spielen darf darin enden, dass sie an der LEine herum pöbelt, denn sie will den Kontakt ja.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.