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Hundeforum Der Hund
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Meideverhalten versus positive Objektverknüpfung

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Originalbeitrag

Und wenn du sagst, die Hälfte des Hundes ist Kaukase, wundert das doch gar nicht. Diese Hunde haben meist eine angeborene Scheu allem Fremden gegenüber (manche Aussies ja auch), die sich dann eben, wenn sie in unsere enge, distanzlose Menschenwelt gezwungen werden, in Abwehrverhalten äußern kann.

Das denke ich auch, deshalb schrieb ich die Rassen dazu.

Er ist ja quasi ein Mix aus geballter "Distanzierung" Menschen gegenüber (positiv ausgedrückt). Das wäre ja insofern okay, wenn er sie dennoch ignorieren könnte aber das tut er ja nicht.

Vielleicht ist er dann also doch durch die Führungslosigkeit eher unsicher und verhält sich seinen Anlagen entsprechend (und dabei überzogen).

Regel Nummer 2) ist, dass der Hund bei Begegnungen nicht vor mir geht, sondern so geführt wird, dass ich mittels Oberkörperdrehung und/oder Bodyblock und/oder körperlichem Rückwärtschieben des Hundes einen geplanten Angriff sofort im Keime ersticken kann.

Wie sind denn deine Erfahrungen beim Training mit solchen Hunden; inwiefern ist der Hund später in der Lage auch selbstständig die richtige Entscheidung zu treffen?

(Natürlich ist das immer unterschiedlich von Hund zu Hund aber vielleicht kannst du Tendenzen erkennen)

Angenommen sie schiebt sich konsequent vor den Hund wenn ein Reiz kommt und er wird mit der Zeit gelassener. Nun gibt es eine Situation, in der er plötzlich einem Menschen gegenüber steht.

Wird es immer ein Hund bleiben, vor den man sich schieben muss oder wie lernt er, dass er sich selbstständig deeskalativ verhalten soll?

Versteht man was ich meine?

Grundsätzlich bin ich mit meinem Rüde auch so vorgegangen, als dieser Männer angepöbelt hat, die nach Alkohol rochen oder schwankten.

Mir war es aber auch wichtig, dass er sich im Zweifel (ohne mich) nicht für einen Angriff entscheidet, sondern z.B. einfach geht.

Heute haben wir diesen Zustand erreicht aber es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom, deshalb höre ich mir immer gerne Meinungen anderer HH und vor allem Trainer an.

Als ich das Vorgehen dieser Trainerin hörte, war ich mehr als skeptisch und mir kam sofort der Gedanke "Was, wenn dieser Hund sagt- du pöbelst mich also an?"

Ich habe mich mal vor einen Herdenschutzhund gestellt und ihn von meinem Hund abgedrängt. Der Herdi fand das überhaupt nicht witzig und für einen kurzen Moment war ich mir auch nicht sicher, ob das so eine gute Idee war.

Ich denke, gerade bei diesen Hunden sollte man sehr genau wissen, was man da tut.

Bin immer wieder erstaunt, welche Ideen meine "Kollegen" so haben...

Absolut.

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Originalbeitrag

Und würdest du die fremden Menschen keksen lassen oder den Hund selbst bei Sichtung des Menschen keksen?

Ich frage wirklich ohne eine Lösung parat zu haben einfach weil mich verschiedene Meinungen interessieren und vor allem die Begründung von diversen Vorgehen.

Weder noch. Ich finde die beiden Lösungswege (keksen oder meiden) ehrlich total bescheuert.

Wie wäre es mal mit sozialem Lernen? Dem Hund ein gutes "Leitbild" sein, damit er sich irgendwann an mir orientiert - dann wird so ein Hund keine Scheu mehr vor Menschen haben und auch nicht mehr in die Offensive gehen müssen.

Jeder Hund -egal welcher Rasse- braucht einen Menschen, auf den er sich zu 100% verlassen kann und ihm auch zu 100% vertrauen kann. Und dafür braucht man -meiner meinung nach- weder Kekse noch Rappeldosen, sondern einfach nur Ausstrahlung, Körpersprache und Präsenz.

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Regel Nummer 2) ist, dass der Hund bei Begegnungen nicht vor mir geht, sondern so geführt wird, dass ich mittels Oberkörperdrehung und/oder Bodyblock und/oder körperlichem Rückwärtschieben des Hundes einen geplanten Angriff sofort im Keime ersticken kann.

Wie sind denn deine Erfahrungen beim Training mit solchen Hunden; inwiefern ist der Hund später in der Lage auch selbstständig die richtige Entscheidung zu treffen?

(Natürlich ist das immer unterschiedlich von Hund zu Hund aber vielleicht kannst du Tendenzen erkennen)

Angenommen sie schiebt sich konsequent vor den Hund wenn ein Reiz kommt und er wird mit der Zeit gelassener. Nun gibt es eine Situation, in der er plötzlich einem Menschen gegenüber steht.

Wird es immer ein Hund bleiben, vor den man sich schieben muss oder wie lernt er, dass er sich selbstständig deeskalativ verhalten soll?

(...)

Ich denke, gerade bei diesen Hunden sollte man sehr genau wissen, was man da tut.

Im ersten Schritt geht es darum, dem Hund die Pflicht zu nehmen, sich selbst zu schützen, in dem ich durch meinen Körper signalisiere, ich übernehme das. In dem ich mich selbst von der "Gefahr" abwende und mit dem Oberkörper dem Hund zuwende, z.B. um ihn zu blocken, signalisiere ich ja, hey, dem kann ich den Rücken zudrehen, da ist nix los.

Beim Ausblocken gehe ich so vor, dass ich irgendwann Blickkontakt erreiche. Den kann ich bestätigen. Ich arbeite in diesen Punkten übrigens möglichst ohne Futter, sondern verbal.

Der Hund bekommt somit die Botschaft, pöbeln und sich schützen wollen ist verboten, Mensch sieht keinen Schutzbedarf, wende ich mich Mensch zu, ist das gut.

In den nächsten Arbeitsschritten wird die Aktion des Menschen immer weiter herunter gefahren, die Distanz zu Reizen immer mehr verringert, bis der Hund gelernt hat, dass von seinen bisherigen Schlüsselreizen keine Gefahr ausgeht.

Der Weg ist also zunächst über 100% "Schutz" geben durch den Menschen hin zu dem Lernergebnis, dass man sich gar nicht schützen muss. Also mein Ziel ist ebenfalls die Selbstständigkeit des Hundes. Kein Kommando-Roboter.

Wenn sich ein Hund wirklich erschreckt, würde ich je nach Hundetyp nicht unbedingt erlerntes Verhalten erwarten, sondern letztlich eine Reflexhandlung. Vermutlich entweder Flucht oder Angriff.

Bei den Hunden, mit denen ich gearbeitet habe, ist die Notwendigkeit zum Selbstschutz entweder komplett verschwunden, oder es blieben Restsituationen zurück, die man aber kannte und zu händeln weiß. Mein eigener Hund ist z.B. auf einen ganz bestimmten Männertypen mit Brille, Kappe und Rucksack "scharf" und im Dunkeln darf uns auch niemand zu nahe kommen. Ich weiss um die Ursachen und kann damit umgehen. Ansonsten schaut er Menschen mit dem Popo nicht an und geht einfach vorbei.

Was das Ausbremsen eines Hundes angeht, ob nun fremd oder der eigene, Bodyblocks wollen verdammt gut gelernt sein, man muss dabei authentisch sein, man muss seinen Körper koordinieren und kontrollieren können und ein gutes Timing haben.

Deshalb trainieren meine Kunden diese Bewegungsabläufe grundsätzlich an künstlichen Reizen, bevor sie damit in die "Echtzeit" gelassen werden.

LG Anja

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