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Hundeforum Der Hund
Mulle

"Erste Male" - ein Laborbeagletagebuch

Empfohlene Beiträge

Nun hibbel ich auch mit =) ......das ist ja spannend!!

Selma ist ein super Name für die Beaglemaus!!!!

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:winken: Uuuuuuund? Schon da? :D

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Wie schön, dass es endlich soweit ist.

Ich drücke die Daumen, dass sich die Maus schnell einlebt.

Für die nächsten Wochenwünsche ich Euch gute Nerven, viel Geduld und genügend Optimismus.

Respekt vor Eurer Bereitschaft, eine solche Fellnase aufzunehmen.

@blackjack vergleichen kann man das nicht, da gebe ich Dir recht.

Meine wurde von den Hundefängern schon eingefangen, da gab es die Alternative auf der Straße bleiben nicht. Entweder vermitteln oder töten. Daher denke ich, dass es ihr hier besser geht, denn sie lebt

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So, dann will ich mal von vielen ersten Malen berichten.

12.04.

Die beiden Mitarbeiter der Laborbeaglehilfe kommen pünktlich wie die Maurer mittags an ein Auto voller Hunde in Transportboxen, sie haben also noch einen weiten Weg vor sich, denn nach unserer Hündin wollen noch drei weitere Ex-Laborhunde in ihr neues Zuhause gebracht werden. Eine der Hündinnen blickt verhältnismäßig gut gelaunt und wedelnd aus der Box und auch der Rüde scheint ganz guter Dinge und kratzt am Törchen. Lass mich raus!. Unsere Kleine allerdings hockt zusammengerollt, pitschnass und stinkend in der hintersten Ecke. Sie kommt auch nicht hervor, als der Kennel im Wohnzimmer steht und das Türchen geöffnet wird und selbst den Deckel abzunehmen bringt nichts. Anny hockt in einer Lache aus Pipi, Sabber und Kotze, schaut uns vorwurfsvoll an und bewegt sich nicht. Oje.

Es muss etwas nachgeholfen und abfrottiert werden. Dann aber schleicht sie schon vorsichtig durchs Wohnzimmer und geht sofort ganz offen auf ihre neue, blasse Freundin Abby zu. Die stellt ich zwar ein wenig rüpelhaft an (und knurrt erst mal die Leute von der Beaglehilfe an *superschäm*), freundet sich aber schnell mit der Kleinen an. Hey - die hat Schlappohren zum Durchkauen - die muss man lieben!

Während der Hund sich umsieht, regeln wir die Formalitäten und wenig später bin ich allein mit einem unglücklichen kleinen Hund, der mich ansieht, als wäre ich persönlich Schuld an Hungersnöten, Kriegen und der Existenz von DSDS.

Alle Beschwichtigungszeichen, die ich extra nochmal auswendig gelernt habe, versagen. Der Hund findet mich doof, rennt dagegen sofort zu meinem Sohn, der in Sachen hündisch trotz Instruktionen (mit voller Absicht?) alles falsch macht, was man falsch machen kann. Aber er darf sie *sofort* streicheln, kuscheln und herzen. Sowas!

Wir öffnen die Tür zum Garten. Zur Sicherheit mache ich eine dünne Schleppleine ans Geschirr. Unser Garten ist zwar ausbruchssicher, aber bei Beagle weiß man nie Der Garten scheint ihr zu gefallen, sie läuft herum, schnuppert und ich kann ein paar Fotos schießen, die weit entspannter aussehen als ich die Situation gerade sehe.

Irgendwann setzt der Beagle sich in eine Ecke im Garten und bleibt dort. Es wird später, die Sonne wandert und ich hätte den Hund gerne wieder drinnen. Sie zittert. Vielleicht aus Angst, vielleicht ist ihr aber auch kalt.

Ich biete ihr Fleischwurstwürfelchen ab. Hey, das ist ein Beagle! Fleischwurst muss die Lösung sein. Sie guckt die Würfelchen nicht mal an! Abby hilft nach und zeigt ihr, wie es geht. Und siehe da: Auch Selma wie sie inzwischen heißt probiert es. Die ersten Stückchen fallen ihr wieder aus dem Maul; sie weiß nicht, wie man so etwas frisst. Ein paar Versuche später die Erkenntnis: Fleischwurst ist super! Mehr?

Wir machen ein paar kleine Selma, komm!-Übungen im Garten, sie folgt mir; über die Schwelle ins Haus muss ich sie aber tragen.

Im Haus entdeckt sie den Fernseher. Der ist super! Die nächste Viertelstunde schaut sie gebannt mit den Kindern Spongebob. Der Versuch, ihr ein Körbchen oder eine Decke anzubieten, scheitert. Der Versuch, ihr Wasser aus dem Napf zu geben, ebenso. Der Napf macht ihr Angst (ich dachte zuerst, es wäre das Wasser, aber nein, es ist der Napf. Jede Art von Napf macht ihr große Angst und sie flüchtet.)

Mein Mann kommt nach Hause und erste Eifersucht kommt ins Spiel: Selma mag ihn auf Anhieb! Frechheit.

Etwas später gehen wir mit den Hunden raus. Der Plan ist: Ich trage Selma bis zum Spazierweg, gehe ein paar Meter mit Oliver und Abby und drehe dann um. Doch Selma taut draußen komplett auf! Aufgeregt läuft sie herum und schnuppert. Oh, wie sie sich freut das Schwänzchen wird zum Propeller und sie rennt mit Abby (und mir schnaufend! - am hinteren Ende der langen Leine) über die Wiese. Klar, dass sie manchmal zusammenzuckt, wenn ein Vogel über sie hinweg fliegt oder die Gänse hinter dem Wald schreien. Wenn uns jemand entgegenkommt, wirft sie sich in die Leine und will einfach nur weg. Aber immer beruhigt sie sich sofort und hat kurz darauf wieder ihren Spaß.

Wermutstropfen: Die Leine stört sie sehr. Ich versuche, ihr ganz viel Raum zu lassen, trotzdem rennt sie immer wieder rein und reagiert dann sehr unleidlich bis ängstlich. Der Zug stört sie sehr, sie arbeitet extrem dagegen. Ich hatte nicht erwartet, dass ein so kleiner Beagle so viel Kraft hat! Ich fürchte auch, dass ihr Geschirr etwas ungünstig sitzt: Die Schieber drücken ihr vermutlich in die Achseln. Werde direkt mal schauen, dass ich etwas finde, was ihr besser passt. Und ab sofort den Shock-Absorber verwenden, den ich gekauft habe.

Wir sind letztlich eine Stunde unterwegs. Keine Angst! Ich habe sie zwischendurch viel getragen, um sie nicht zu überfordern. Für groben, steinigen Splitt sind ihre Pfötchen noch zu empfindlich. Da Abby vorgeht, traut Selma sich ins hohe Gras und macht dort sogar Pipi.

Unterwegs bekommt sie ein Leckerli nach dem anderen, weil sie alles so prima macht. Wir merken, dass unsere Kekse (Wolfsblut-Trockenfutter) wohl etwas zu groß für einen Beagle sind, denn zu Hause ist Selma natürlich satt.

Von ihrem Abendessen (Rinderhackfleisch) kostet sie eine walnussgroße Menge. Das reicht für den Anfang.

Später am Abend steht noch etwas Unangenehmes bevor: Sie stinkt auch nach dem Spaziergang noch erbärmlich. Da hilft alles nichts Selma muss baden.

Begeistert war sie nicht, aber auch nicht panisch und offenbar hat sie es mir auch nicht übelgenommen, denn nach dem baden kuscheln wir uns zusammen auf die Couch und sie schläft in meinen Arm gekuschelt ein.

Die Nacht verläuft ruhig. Sie schläft wenig wenn wir gucken, guckt sie meist auch. Aber sie bleibt auf der Hundeschlaflandschaft (Hundekissen und Decke) auf der Deckenseite liegen, dicht neben Abby. Nachts kommt Abby irgendwann ins Bett und am frühen Morgen folgt Selma, kuschelt sich in meine Armbeuge und fühlt sich offenbar nicht mehr ganz schlecht.

Nach ein bisschen Garten und einem Frühstück (komplette Beagle-Frühstücksportion!) Hackfleisch, Gemüse und Hüttenkäse aus der Hand liegt sie jetzt mit Abby zusammen im Beaglekörbchen. Das heißt: Abby liegt im Beaglekörbchen, Selma daneben, den Kopf auf Abbys Hüfte gebettet.

Im Großen und Ganzen bin ich fasziniert wie gut alles klappt. Vielleicht haben wir Glück und einen sehr mutigen, offenen Hund erwischt, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so wirkte. Vielleicht ist es unsere Einstellung, uns keine Sorgen zu machen und alles locker zu sehen dass es nicht klappt ist einfach überhaupt keine Option. Vielleicht liegt es an Abby, die souverän alles vormacht und sich von ihrer besten Seite zeigt.

Vermutlich ist es eine Mischung aus allem.

Zu Selmas Pflegezustand, der sicher einige interessiert: Ihre Krallen sehen scheußlich aus, sie wurden definitiv mal viel zu weit und vermutlich mit einer stumpfen Zange gekürzt. Sie lässt ihre Pfötchen berühren, wenn ich aber etwas dabei in der Hand halte, flüchtet sie. Sie hat massiven Zahnstein und, wenn ich das richtig erkannt habe, leider auch üblen Karies an den Backenzähnen. Und das mit gerade mal einem Jahr! Ihr Fell ist rau, stumpf und etwas fettig-schuppig, aber das kann vom Reisestress kommen und wird in einer Woche erledigt sein.

Auffällig ist ihre Angst vor meinen Hausschuhen (Crocs) und vor Futternäpfen. Sie zuckt bloß zusammen, wenn eine PET-Flasche vom Tisch fällt aber sie flüchtet in die letzte Ecke, wenn man einen Futternapf in ihre Nähe bringt. Ein Wischer stört sie nicht, der (ausgeschaltete) Staubsauger auch nicht ein Besen allerdings macht sie panisch bis kopflos.

Aber alles hinzukriegen; grundsätzlich bin ich erstaunt, wie entspannt sie schon ist. Noch nicht glücklich, aber auf einem guten Weg.

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Danke für den tollen Bericht *Pipi in den Augen hab*

Alles in allem, hört sich das doch nach einem sehr guten 1. Tag an!

Ja sie ist noch ein wenig ängstlich, aber das sie sogar kuscheln kommt, ist doch schon mal super!

Ich kannte Laborbeagle aus Italien, an die ist man nicht auf nen Meter rangekommen, ohne das sie völlig panisch uriniert und wild um sich gebissen haben :(

Freue mich auf weitere Berichte und bitte Fotos!!!

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na, das klingt doch verheißungsvoll! :winken:

Schön, das sie sich an Abby orientiert!

Hunde können das noch viel besser als wir ... :klatsch:

Ich wünsche Euch ein gutes Zusammenleben

und viel Freude mit der kleinen Meute!!

LG,

Schnüffelmaus

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Das hast du richtig klasse aufgeschrieben, warte schon gierig auf die nächste Episode :klatsch:

Und ich freue mich für euch, dass bisher alles so gut gelaufen ist und ich drücke die Daumen, dass das in den nächsten Tagen so weitergeht :)

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:)

Das hört sich doch wirklich gut an bis jetzt!

Macht mal alle zusammen weiter so!

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Schön, das sie sich an Abby orientiert!

Hunde können das noch viel besser als wir ... :klatsch:

Ja, das ist wohl so. Ich möchte aber nicht unterschlagen, dass wir damit ein ziemliches Risiko eingegangen sind; bzw. noch eingehen.

Abby ist zwar sehr viel größer aber viel jünger und mit etwas Pech und Nachlässigkeit von uns orientiert sie sich an Selma und wir haben zwei ängstliche Hunde.

Da müssen wir aufpassen, d.h. viel Exklusivzeit und Training für Abbyund notfalls getrennte Spaziergänge.

Bislang sieht aber alles sehr gut aus :winken:

Nämlich so:

10134217om.jpg

Und einmal Selma:

10134275hs.jpg

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Wie schön für Euch Alle.

Das ist mal wieder eine von den

´Träneninsgesichttreib Geschichten´.

Weiterhin alles Gute.

UND:

Tagebuch weiter so fleißig schreiben.

DANKE

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