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Hundeforum Der Hund
Mulle

"Erste Male" - ein Laborbeagletagebuch

Empfohlene Beiträge

Frage doch mal bei dem Verein nach...wegen der fressgeschichte. Vielleicht haben ja andere neue Besitzer das gleiche "Problem" und evtl. schon eine Lösung und ihnen davon berichtet.

Ich würde einfach mal dort anrufen und berichten...vielleicht haben die ja eine idee, woran es liegen könnte.

Ansonsten wünsche ich euch alles gute mit der wirklich hübschen Maus :)

Ps: als Du hier die zwei in Frage kommenden namen veröffentlicht hast, hab ich insgeheim gehofft, dass es Selma wird :)

Ich finde den toll..passt irgendwie zu einer Beagledame

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Originalbeitrag

Mulle, ich finde das sooo toll, wie ihr das meistert - lese hier schon von Anfang an begeistert und voller Hochachtung mit. Ich würde mir das selbst nie zutrauen: einen Hund mit so einer Vorgeschichte, auch noch voller unbekannter "Minenfelder", und dann noch ein Beagle...es ist schön zu lesen, dass es Menschen wie Euch gibt, die einfach die Ärmel hochkrempeln und etwas Gutes tun.

Du, ich hab das Gefühl, ich tue MIR etwas Gutes. Ich hab sie auch nicht genommen "um etwas Gutes zu tun". Dann wäre ich Pflegestelle. Ich wollte einfach nur einen Beagle :)

Die Kleine ist so süß und putzig und es fühlt sich so gut an, sie auftauen zu sehen. Und es ist auch überhaupt nicht so schwierig, wie man sich das vorstellt.

Schwierig ist nur, auf ihre Angst nicht einzugehen, sie dann nicht zu bedauern, sondern sie einfach zu nehmen: "So, wir gehen jetzt raus"; auch wenn sie sich einen Moment windet und aus ihrer Haut will.

Wenn man nicht den Fehler macht zu bedauern, dann ist das ein vollkommen einfacher Hund.

Skita, was du übers Füttern sagst, stimmt ganz sicher. Viele Laborbeagleleute berichten dasselbe, das gibt sich sicher noch.

Ich nehme sie jetzt zum Fressen von der Couch und gebe es ihr davor auf dem Boden. Ich möchte langsam auch Pansen anbieten - und das gibt es nicht auf der Couch, basta. Sie frisst, zwar etwas weniger, dann flüchtet sie wieder auf die Couch und schmachtet ihren Napf aus der Ferne an. Nach ein paar Minuten nehme ich ihn weg (im Moment bekommt sie der vielen Leckerli wegen eh viel zu viel.)

Gestern näherte sich Abby dem Napf in eindeutiger Absicht :o da hat Selma sie voll laut angeknurrt. Hat mich irgendwie gefreut. Nicht, dass ich Stress schön finde, aber ich mag es, dass Selma sich nicht alles gefallen lässt und ihre Grenzen steckt.

Gestern abend (an der Leine) und heute morgen im Garten hat der Rückruf schon ganz prima geklappt. Ich hoffe, dass heute die bestellte Schleppleine kommt, damit wir trainieren können. Sie will so gerne mit Abby rennen - und ich bin beim Mitrennen einfach nicht schnell genug.

Heute Abend steht außerdem der erste Tierarzt-Besuch an.

Ich bin übrigens jetzt dazu übergegangen, Nachbarn und andere Hundeleute nicht mehr darüber zu informieren, dass Selma aus dem Labor kommt. Die Leute haben immer direkt die schlimmsten Bilder vor Augen und schauen den Hund an, als hätte man ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Ich glaube nicht, dass ihr das gut tut. Ich sage jetzt nur noch, dass sie im Zwinger aufgewachsen ist, das erklärt ihre Ängste und warum ich sie nicht ableinen kann.

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Ach wasss issss dassss alles schööööööön zu lesen, was du schreibst :)

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Weiter geht es mit massiven Schwankungen.

Zu Hause macht sie tagsüber weiterhin den Steiff-Beagle. Inzwischen liegt sie auf der Sofa-Lehne ... scheint sehr kuschelig zu sein, da oben.

Unterwegs ist es ein Hin- und Her. Zieh ich sie zum Ausgehen an (Geschirr und Halsband), freut sie sich. Ich trage sie nach draußen, da sie sich weder von der Couch noch durch die Tür locken lässt.

Das kurze Stück Straße stresst sie enorm, ich hab das Gefühl, dass es immer schlimmer wird unsicher Sie zieht massiv und zittert wie blöde, springt herum und verheddert sich nicht selten mit Abby.

Sobald wir beim Spazierweg angekommen sind, kann ich sie aber runterholen: Laufen, heißt das Zauberwort. Wir laufen ein paar hundert Meter in flottem Beagle-Trab und man kann zusehen, wie die Spannung aus dem Hund weicht. Danach ist sie ziemlich entspannt, wedelt, schnüffelt, macht ihr Geschäft. Meist sind wir dann an der Wiese angekommen, dort üben wir Leinenführigkeit und Rückruf im Kleinen und Abby apportiert. Anschließend nascht Abby Hasenknödel, Selma schnüffelt und beaglet so herum oder kommt kuscheln. Das klappt alles schon richtig gut und lässig und den Rückweg geht sie dann weitestgehend anständig an der Leine.

An der Straße, bzw. auf dem Weg dahin ist dann aber alles wieder ganz schrecklich :(

Ich trage sie dann irgendwann, weil sie sich richtig reinsteigert in ihr "Ich bin ein armer Hund", weiß aber nicht recht, ob das richtig ist. Sie zittert dann wieder so.

Rein ins Haus? - Katastrophe; und dann nur schnell wieder auf die Couch.

Wo wir an einer Stelle Fortschritte machen, geht es anderswo zwei Schritte zurück.

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Na sie ist ja erst seit ganz kurzer Zeit bei Euch. Das wird schon. Du berichtest das mit so einem feinen Blick für kleinste Regungen und Veränderungen. Das ist so schön zu lesen. Die Dinge, die noch nicht so klappen, wie Du es Dir wünscht, haben sich sicher bald in Wohlgefallen aufgelöst.

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Ich glaube, ich würd mich einfach täglich mal immer ganz lange mit ihr an die Straße setzen, wenn das irgendwie geht. Nur sitzen, ruhiges Verhalten mit Leckerchen belohnen und ansonsten kein großes Bohei drum machen.

So lernt sie ja, dass ihre Angst bestätigt wird und sie damit Erfolg hat, sie kommt weg von der "bösen" Straße und hin zur tollen Wiese, wenn sie nur genug zieht und hüpft.

Ich würd sie auch öfter mal von der Couch heben und sie möglichst weit davon wieder auf den Boden setzen, damit sie sich einfach durch die Wohnung bewegen muss.

Alle Achtung, ich würd mir einen Laborbeagle glaub ich nicht zutrauen irgendwie.

Aber du machst das schon *sicherbin*

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Ich drücke euch die Daumen für ein glückliches Händchen mit Selma. Wenn Selma wüßte, was sie für ein Glück hat ;)

Ich finds klasse von euch und lese gerne die Updates :D

Selma ist ein wunderschönes Beaglemädchen!!!

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Wir machen es bisher schonso, dass ich täglich eine Weile mit ihr vor der Tür sitze, wo alle Nase lang mal ein Auto vorbei fährt. Das geht schon recht gut, sie zittert zwar, bleibt aber ruhig und aufmerksam. Beim Gehen ist das eine andere Situation.

Unterwegs wäre das Hinsetzen und Aussitzen sicher eine Option, aber dann wird mir Abby ungeduldig und zum Angsthund noch einen genervten Jungspund bringt meine Attitüde dann doch soweit an den Rand zu "nervös" dass Selma das sofort spürt.

Sie hat ein Wahnsinns-Gespür! Wenn sie unsicher wird, hilft es oft, wenn ich mich aufrichte: Kopf hoch, Brust raus und lächeln, nach dem Motto: "Ich hab einen Beagle, seht alle her, ich bin der Herrscher über die Welt." Mein Gott, mach ich mich zum Affen!

Sie folgt mir dann aber viel bereitwilliger.

Wenn das nicht hilft, hilft auch kein Locken mehr. Locken ist ohnehin schwierig. Ich habe gemerkt, wenn sie nicht auf Zuruf kommt, kommt sie gar nicht und bekommt nur Angst. kann man auch verstehen; wenn sie bisher gelockt wurde, stand selten etwas Angenehmes an.

Nach meinem Posting gestern lief übrigens alles gleich viel besser!

Wir waren bei der Tierärztin - die ist sehr zufrieden mit ihr. Sie macht einen guten Gesamteindruck und die Zähne schauen wir uns nach zwei Monaten Barf nochmal an. Mit etwas Glück erledigt sich der Zahnstein durch Fleisch und Knochen (wenn ich sie dazu bekomme, diese zu fressen) von selbst, was dann noch da ist, machen wir weg.

In der Praxis lief es auch sehr gut. Klar, sie hat geschlottert, aber aufmerksam und neugierig geschaut. Das Autofahren ging auch recht gut; bloß gesabbert hat sie und ein paar Tropfen Stresspipi gemacht.

Der Spaziergang am späten Abend war dann mal bis auf die Straße richtig entspannt - im Dunkeln geht's ihr total gut =) Es ist der Wahnsinn, wie schnell sie die Leinenführigkeit verstanden hat: Wenn sie gerade nicht im Stress ist, läuft sie schon super an der Leine. "Sitz" hatte sie nach zwei Wiederholungen drauf. Ich glaub, ich will nie wieder einen Welpen - bei denen dauert das so lange, bis sie checken, was man von ihnen will. Bei Selma geht das alles innerhalb von Minuten, wenn sie guter Dinge ist.

Ich hoffe, dass heute endlich das ausbruchsichere Geschirr und die Schleppleine kommen.

Und seit heute morgen kommt sie immer mal wieder freiwillig von der Couch und hat auch neben der Couch den ganzen Napf leergefressen. Ich habe etwas "nachgeholfen", muss ich zugeben: Als sie sich gestern weit nach einem Leckerchen runterbeugte, hab ich sie ... angestupst und unten war sie :zunge: Seitdem nimmt sie es lockerer.

Die Fortschritte sind also eindeutig da; wenn es an anderer Stelle Rückschritte kostet - ja gut. Jammern scheint wie immer zu helfen.

(Und ich hatte ja versprochen, auch von den Rückschritten zu berichten und nichts schönzureden.)

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Ich lese ja schon die ganze Zeit heimlich mit :D

Schön das es schon so gut klappt. Ich drücke fleißig die Daumen und bitte berichte weiter :klatsch:

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