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Hundeforum Der Hund
MaramitJule

Mobbing von ängstlichen Hunden

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Gestern war ich mit meiner Hündin auf einem öffentlichen Hundeplatz.

Der Platz ist 350m lang und ca 30m breit, also genug Platz, um sich aus dem Weg zu gehen.

Wir sind regelmäßig dort, weil sie zur Zeit noch nicht zuverlässig abrufbar ist.

An sich findet sie das toll, rennen, toben, auch mal kläffen.

Jule ist eigentlich sehr gut sozialisiert, mag alle Hunde und spielt für ihr Leben gerne im Rudel.

Sie ist aber zeitweise noch unsicher, und versteckt sich auch schon mal bei mir.

Zwischenzeitlich hat sie schon mal eine große Klappe, aber lässt sich noch abrufen.

Gestern kam ein sehr unsicherer Hund dazu, er quietschte schon, bevor er überhaupt berührt wurde.

Sie wollte keinen Kontakt, versteckte sich unter der Bank und kniff die Rute ein.

Jule meinte darauf, diese Hündin so sehr mobben zu müssen, dass sie ihr hinterher rannte, kläffte wie eine Wilde und Zähne zeigte.

Sie ist gerade dabei, sich auszutesten, und innerhalb der Rudel dort einen Platz zu finden.

Daher ist sie schon mal frech, aber das was sie gestern machte, war nicht gut.

Auf Anschnauzen meinerseits reagierte sie erschreckt, doch wollte wieder drauf.

Ich habe sie raus genommen, und an meiner Seite gehalten, daher war alles noch ok.

Aber öfter muss ich das nicht haben.

Der Besitzer der anderen Hündin streichlte meine sogar noch, was meiner Meinung nach Jules Verhalten noch verstärkte.

Ich hätte sie umgekehrt zum Teufel gejagt, um meinem Hund zu zeigen, dass ich die Situation unter Kontrolle habe.

Wie würdet ihr handeln?

Danke schon mal

LG

Mara

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Ich hätte deinen Hund auch verjagt.

Was ich aber echt komisch finde, das du, als Besitzer der Mobber-Hündin, dir anscheinend mehr Gedanken machst als der eigentliche Besitzer.

Wenn ich sehe, das mein Hund soviel Stress hat, dann gehe ich doch woanders hin *kopfschüttel*

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Eigentlich ist das unter Hunden eine ganz einfache Kiste: wer sich selbst zur Beute macht indem er wegrennt (und dabei vlt noch quietscht), wird gejagt.

Ich hätte meine Hündin auch abgerufen.

War doch gut, dass sie auf dich gehört hat.

Als Besitzer eines so unsicheren Hundes würde ich niemals in so eine Wiese gehen. Nicht bevor, der Hund ein mindestmaß an sozialkompetenz erlernt hat (sich nicht selbst zur Beute machen). Das kann nämlich in vielerlei Hinsicht bös ins Auge gehen.

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Ich kenne so ein Verhalten im Ansatz von meiner Hündin auch. Es passiert so selten, dass ein anderer Hund Angst vor ihr hat, da nutzt sie es aus wenn es doch mal passiert. Sie neigt dann auch zum Mobbing und ich gehe in solchen Situationen dazwischen und nehme sie raus.

An Stelle des anderen Hundebesitzers hätte ich mich auch dazwischen gestellt, sofern dass überhaupt möglich ist wenn der eine Hund des anderen über den Platz jagt.

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Hallo, Ihr seid ja schnell...

Also, es geht mir nur sekundär um den anderen Hund, vor allem will ich nicht, dass meine so eine Pöblerin wird.

An sich ist sie ja sehr gut darin, mit anderen Hunden u kommunizieren.

Sie ist da sehr aufmerksam und durch ihre Kindheit im Rudel des Tierheims gut sozialisiert.

Daher bin ich um so mehr auf der Hut, denn sie ist sehr sensibel und nutzt gerade öfter mal die Chance, um Grenzen auszutesten.

Bei mir ist das kein Problem, und bei relativ sicheren Hunden auch nicht.

Außerdem auch nicht, wenn sie alleine mit mir ist und ein anderer Hund dazu kommt.

Wenn der gleiche Hund mit ihr alleine ist, passiert eher nichts.

Der Hund gestern war extrem ängstlich, und eigentlich konnten ihn alle Hunde nicht ausstehen, sie wollten sie alle verjagen, keine Ahnung warum.

Die andere Hündin ist ca 2 Jahre alt und schon von Welpen an bei den HH.

Warum sie so ängstlich ist weiß ich nicht.

Jule jedenfalls ist gerade 19 Monate alt, und seit 7 Monaten hier.

Am Anfang war sie noch recht unsicher, was aber besser wurde.

Deshalb erprobt sie sich auch gerade so sehr an mir und älteren Hunden.

Die andere Hündin würde ja nicht nur verjagt, sondern richtig angeknurrt und ihr die Zähne gezeigt.

Die versteckte sich sogar unter der Bank, was aber Jule nicht so wirklich abhielt.

Wie gesagt, ich hätte sie zum Teufel gejagt, aber auf mich hört ja niemand....

Bei ihr reicht es ja, etwas strenger zu werden, oder mal einen ruckartigen Schritt in ihre Richtung zu machen.

Sie hätte ja bei mir die Sicherheit bekommen, dass nichts passiert. Das der andere HH sie streichelt, hat das ganze eher schlimmer gemacht, meiner Meinung nach.

Mal sehen, ob die noch mal auftauchen, dann werde ich auf jeden Fall mit dem HH reden.

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Sag ihm, dass er seinem Hund keinen Gefallen tut, wenn er weiterhin dort hin geht.

Der wirft den Hund den anderen nur zum Fraß vor.

Kleinere Gruppen (2-3 Tiere), souverän und sicher, dann lernt die was.

Zu deiner Hündin: das ist ja völlig normal was die macht. Du sagst sie ist unsicher (früher mehr, heute ab und an auch noch) und dann sieht die ausnahmsweise mal nen Hund der das "Opfer-Schild" noch mehr aufm Pelz stehen hat ;) Da nutzen viele HUnde ihre Chance, wenn sie selbst nicht sicher genug sind.

Kenne ich mit meinem auch dann und wann. Unterbinden (im Ansatz!) und gut.

Und du hast Recht, denke ich: deine Hündin erfährt dann eher noch Bestätigung vom anderen Halter (was allerdings für SEINEN Hund viel viel tragischer ist).

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Ich hatte gerade beim Lesen eine Erleuchtung --- Danke ;) nun hab ich es auch verstanden, was Buca in solchen Situationen antreibt

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@bucalino: wie gut, ich dachte schon, meine wäre die Einzige, die sich so unsozial verhält. :party:

Nicht böse sein

Als Jule kam, kannte sie nichts, sie war bis sie 4 oder 5 Monate alt war auf der Straße aufgewachsen, danach im Rudel im Tierheim.

Mit 1 Jahr kam sie her, klar, dass sie unsicher war.

Sie musste lernen, in der Wohnung zu leben, das Besen und Stuabsauger keine Gefahr sind, das der Fernseher okay ist, das ein Mensch statt Hund an ihrer Seite ist, dass sie nicht meilenweit laufen darf.

Busfahren, Bahnfahren, Innenstadt, Leben in einer Mietwohnung, alleine bleiben, und die ersten Kommandos kamen in den ersten Wochen dazu.

Die Unsicherheit ist zu 80% weg, manchmal scheint sie noch durch.

Sie ist ein fröhlicher, aufgeschlossener Hund geworden, den man überall mit hin nehmen kann.

Nur bei unsicheren Hunden, da will sie scheinbar dann auch mal zeigen, dass sie die Starke sein kann.

Ob es an der Pubertät liegt, sie ist noch mitten drin, oder an der Vergangenheit, weiß ich nicht.

Aber ich will nicht, dass sie zum Mobber wird.

Deshalb finde ich es wichtig, dass ich rechtzeitig handel, und nicht warte, bis sich dieses Verhalten fest gestzt hat. Dann lieber einmal richtig dazwischen gehen.

Es beruhigt mich aber, dass ihr ähnliche Ansichten habt, das zeigt mir, dass ich mit meinem Bauchgefühl gar nciht so falsch liege.

Sie ist der erste Hund, den ich alleine halte, deshalb mahce ich mir vermutlich zu viele Gedanken, aber so bin ich nun mal. ;)

Den Besitzer des anderen Hundes kenne ich ja nicht, aber ich werde ihn nächstes Mal darauf ansprechen.

Liebe Grüße

Mara

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Hallo Mara,

mach dir mal keinen Kopp wegen "unsozial" ;) "Angsthunde" würde es in der Natur so nicht geben, da achten die selbst bei der Erziehung schon drauf. Das Problem ist hier leider fast immer von den Menschen verursacht. "Normale" Hunde verhalten sich also eigentlich sozial, wenn sie "Angsthunde" meiden oder "mobben" - wobei eigentlich nur der andere Hund gehetzt wird, um in zu stellen und wegen seinem "unnatürlichen" Verhalten zu maßregeln. Da "Angsthunde" aber meistens dieses "Sprache" auch nicht verstehen, artet das fast immer in eine regelrechte Hetzjagd aus.

Wichtig ist eigentlich nur, das man den "Jäger" wieder stoppen / abrufen / herunterfahren kann und daß das "Mobbing" nicht in offene Aggression umkippt ;)

Man kann noch versuchen, dem "Angsthunde - Halter" die Situation zu erklären - ich hab´s aber inzwischen aufgegeben: bei den meisten meiner "derartigen" Begegnungen erntete ich nur Unverständnis a la "Warum leinen sie denn ihren Hund an? Die haben doch so schön gespielt... "

Man sieht es dem anderen Hund oft auch nicht an, solange er sich an der Leine und quasi "in Sicherheit" bei seinem Halter befindet. Ich frage vor dem Ableinen immer nach, ob der andere Hund ängstlich oder unsicher ist - aber leider haben so einige HH "keinen Plan" (s.o.) :(

Heute hatte ich auch wieder ein "Erlebnis" das in diese Richtung passt:

Begegnung mit mehreren anderen Hunden (waren dann insgesamt 6 Hunde), ein Hund wurde kurzzeitig unsicher / ängstlich - hier lief es aber positiv ab, da kein "Angsthund" und alle Hunde die gleiche Sprache kannten:

Emily hat in kurz gejagd und "gestellt" - es gab dann eine "Maßregelung" per Körpersprache und einen leichten Stups mit der geschlossenen Schnauze, inzwischen war Bruno auch gemütlich angetrabt... der andere Hund hatte bereits wieder "umgeschaltet"... Bruno machte Spielaufforderung, Emily zog sich zurück und lies die beiden spielen... Die ganze Aktion dauerte nicht mal eine Minute und es mußte niemand eingreifen - die Hunde hatten das ganz sozial auf ihre Weise geklärt :)

Also, wie gesagt, zerbrech dir nicht den Kopf über anderer Leute "Angsthunde" - seh einfach nur zu, daß du deinen Hund sicher aus einer "Mobbing - Situation" herausholen kannst. Mit der Zeit bekommst du warscheinlich auch ein "Gefühl" dafür und kannst das dann schon im Ansatz abbrechen ;)

Ansonsten hat Yatzy das schon treffend formuliert - gerade das mit dem "Opfer - Schild" am "Angsthund" ... *Kopfkino an* ... :klatsch:

Gruß,

Andreas

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Bruno machte Spielaufforderung, Emily zog sich zurück und lies die beiden spielen...

Das finde ich ein super schönes Beispiel, wie ein Hund einen anderen liest und ihn souverän aus der Situation führt. Er gibt ihm den "Ausweg" Spiel - nimmt die Anspannung bzw leitet sie in was anderes um und zeigt dem Schisser: passiert nix.

Dein Bruno ist klasse :)

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