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Hundeforum Der Hund
Schlüppi

"Hundbettdepression"?

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Hallöchen, ich habe folgendes Problem:

Ich habe seit 2 Tagen einen etwa 2,5 Jährigen Schäferhund-Mix aus dem Tierheim zur Probe hier.

Zu dessen Vorgeschichte weiß man nichts, außer dass er aus Russland kam und man ihm wahrscheinlich damals mit einem Stock auf den Kopf geschlagen hat, sodass ihm nun ein Auge fehlt.

Wir hatten uns auch mehrere Hunde angeguckt, aber mein Gefühl hat mich vorallem zu ihm geleitet und auch mit der Hündin meiner Eltern recht gut verstand (was sehr wichtig ist, da ich mind. 1x pro Woche bei ihnen bin und auch dort schlafe - bin halt mit 25 Jahren trotzdem noch gern bei Mutti^^).

Nun aber zu meinem Problem: anfangs super Euphorie, bin ich nun ständig am heulen.

Ich kann es nicht erklären, denn er ist stubenrein, kann allein bleiben usw.

Doch schon Kleinigkeiten bringen mich zum verzweifeln: er knabbert/schnappt ganz leicht wenn er spielen oder Aufmerksamkeit will...meist sage ich dann laut nein und ignoriere ihn dann...es ist auch bis jetzt nix passiert, kein Kratzer oder so...nur da er doch größer als geplant war (er ist 50-55 cm), macht mir dies doch schon etwas angst...natürlich werde ich mich an einen Hundetrainer wenden, auch wenn ich momentan noch knapp bei Kasse bin, da ich bis Anfang nächsten Jahres noch Studentin bin (dafür aber halt viel Zeit habe).

Vorhin war ich mit ihm spazieren und er fand eine Waffel, die er sich zwar abnehmen lassen hat aber da hat er mich kurz angeknurrt und auch kurz geschnappt.

Ich hab einfach Angst, dass ich das alles nicht hinbekomme, obwohl ich quasi die Hündin meiner Eltern mitaufgezogen habe...

Und das seltsame ist auch, dass ich gerade sie momentan so sehr vermisse...dann habe ich auch etwas Angst, dass mein Hund ihr was antun könnte, wenn ich dort mal wieder schlafen sollte (sie ist etwas kleiner und hat nen viel kleineres Gebiss). Denn beim letzten Mal war zwar alles super: wir waren im Garten meiner Eltern, unsere Hündin hat sich über ihn gefreut und auch versucht mit ihm zu spielen, ist aber dann doch eifersüchtig geworden und hat ihn halt länger angebellt, bis er sie dann angeknurrt hat und wir dann auch erstmal wieder los sind...

Ich kann es nicht erklären, ich war mir vorher soooo sicher und auch so euphorisch und plötzlich habe ich nur noch Panik, bin unsicher und hab Angst ;(

Dabei mag ich doch den Morkel so sehr...aber seltsamerweise vermiss ich unsere Hündin seitdem umso mehr...

Gibt es sowas wie ne Depression nachdem man sich einen erwachsenen Hund geholt hat?

Bei unserer Hündin (damals noch ein Welpe) hatte meine Mutter nach ein paar Wochen/Monaten für ca 1 Monat auch nur geheult und dachte, sie schafft das nicht (als sie nciht schnell genug stubenrein wurde, etc), aber danach war sie dann dafür umso mehr wie ihr drittes Kind und ihr Herzblatt schlechthin ;)

Hattet ihr auch solche depressiven Phasen und gingen sie bei euch vorbei oder sollte ich mir wirklich Gedanken machen, da er ja noch auf Probe bei mir ist (aber ich will es ihm nicht antun, denn er fühlt sich hier so pudelwohl und wenn er dann angekuschelt kommt, dann ist auch in dem Moment alles gut und ich schmelze dahin)?

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Ruhig Blut! Das ist normal!

Du hast es schon richtig beschrieben, den Baby-Blues gibt es auch, wenn ein Hund einzieht.

Schau, ich habe den sogar bei meiner Alma gehabt, und die liebe ich wirklich abgöttisch. Mein Freund und ich wollen nie mehr ohne Alma sein.

Und was habe ich am ersten Tag gemacht? Freitags habe ich sie aus Hannover geholt und den ganzen Samstag lag ich auf der Couch und habe geheult! Und immer gejammert, dass ich zu meinem Frickchen will (Almas Vorgängerin). e040.gif

Ich habe sie innerlich abgelehnt, obwohl sie von Anfang an ganz toll war. Ich hatte auch diese panischen Gedanken. Sie bellt, sie hat zuviel Power, sie wird sich nicht einleben...

Völlig bekloppt! Aber bei Fricka hatte ich das damals auch und wusste schon, dass das wieder vorbeigeht. Also, gib dir und ihm ein bisschen Zeit, das wird ich legen, mit Sicherheit.

Und ich sage mir immer: Wie soll es dem Hund dabei erst gehen? Wir müssen uns nur an einen neuen Hund gewöhnen, aber er sich an ein ganz neues Leben!

Er sollte die Depressionen haben!

Alles wird gut! :knuddel

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Das Gefühlschaos kenne ich tatsächlich auch so ähnlich (und ich dachte, ich sei die Einzige...). Gib Euch beiden ein paar Wochen Zeit, Deine Traurigkeit wird wahrscheinlich von selbst vergehen, und irgendwann freust Du Dich einfach über Deinen tollen Hund.

Ihr müsst Euch ja beide erst aneinander gewöhnen! Geduld und Kopf hoch! :knuddel

Das Erziehungsthema lasse ich hier mal außen vor, Du gehst das ja an und willst Dir ggf. Hilfe dazu nehmen. Und darauf, dass der Hündin Deiner Eltern nichts passiert, musst Du auf jeden Fall aufpassen, die beiden auf keinen Fall allein lassen, und sie nicht streiten lassen. Notfalls trennen für die Zeit, wenn Du bei Deinen Eltern bist.

Edit: Boah Kerstin, das ist also tatsächlich normal? :o Ich hatte ja keinen Schimmer! Danke für diesen Thread!!

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Jetzt bin ich fast erleichtert, dass nicht nur ich den Hunde- Blues hatte :) !

Du wirst sehen, dass wird sich alles einpendeln, und mir ging es auch so, dass ich gerade in diesen Momenten an meinen früheren Hund gedacht habe und wie gut doch mit ihr alles war usw.

Erst meine Mutter hat mich an die wirklich harten ersten knapp 2 Jahre erinnert, die hatte ich nach 17,5 Jahren irgendwie vergessen.

Ich wünsche dir viel Geduld, vor allem mit dir selber und viele schöne Momente mit deinem Schäfer- Mix :knuddel

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Danke, danke, danke :kuss:

Eure Antworten beruhigen mich wenigstens schonmal ein wenig, denn hab bis jetzt auch noch nirgends was dazu gefunden und war schon ganz verzweifelt.

Haben vorhin auch noch 2 Hündinnen getroffen und mit denen verstand er sich auch super...aber ich könnte es halt nicht ertragen, wenn es mit meiner Hündin nicht klappen sollte, da ich ja doch recht häufig dort bin...bin wahrscheinlich einfach zu ängstlich...denn als er sie geknurrt hatte, ist mir schon das Herzchen in die Hose geplumpst...denn will auch auf gar keinen Fall meine Kleine vernachlässigen, da sie ja für mich ja quasi auch wie ne kleine Schwester ist und ich sie abgöttisch liebe.

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Ja, das ist normal (denke ich *g*).

Mein erster Rüde war 6,5 Jahre alt, als er hier einzog, eine gestandene Persönlichkeit, groß und in den ersten Wochen stand er unter Schock, dh er wedelte nicht, er reagierte kaum auf Ansprache, er bellte und knurrte allerdings auch nicht, ich konnte 6 Wochen lang nicht einschätzen, wie es dem Hund geht. Und da ich ja nicht wusste, dass er nur unter Schock stand, war ich komplett verunsichert. Hinzu kam, dass dieser Hund eine wahre Herausforderung war (auch nach den 6 Wochen), sehr klare Vorstellungen hatte, wie er sein Leben gestalten will und wir mehr als einmal aneinander geraten sind bei dieser Frage.

Alles, was ich über Hunde wusste, schien bei ihm anders. Belohnen ließ er sich nicht, er nahm keine Bonbons an (auch später nicht als Belohnung, bzw konnnte es Dir passieren, dass er sie wieder ausspuckte, weil er sie nicht mochte, was eine Belohnung ad absurdum führt...und er mochte an verschiedenen Tagen verschiedene Dinge *g*), Spielen fand er gut, dies als Belohnung einzuführen hat gedauert, ob er Streicheln mochte, konnte ich die ersten Wochen nicht einschätzen (später schon, hab ihn viel so bestätigt *g*). Ich stand da mit einem erwachsenen Hund, an dem alles abprallte, was ich so kannte.

Wie klar seine Grenzen sein mussten, dass er nicht nur Liebe und Freundlichkeit brauchte, dass ich in manchen Situationen bis an sein Lebensende immer den Daumen drauf haben musste, dass ich immer schneller denken und gucken musste als er, das habe ich dann in den nächsten Jahren gelernt.

Ich hab viel gelernt aber gerade in der ersten Zeit auch häufig verzweifelt in der Ecke gesessen und geweint.

Er war so anders, als die Hündin meiner Eltern...Er war großartig, aber für einen Anfänger wie mich eine echt hart Nuss *g*

Aber das ging vorbei und er wurde der ultimative Hund, es war nicht mehr möglich, ihn aus meinem Leben wegzudenken!

Mit Emil war es ein bißchen anders, da setzte der Blues verspätet ein, aber es gab ihn. Nach Malles Tod (und eigentlich auch schon während seines langen Sterbeprozesses) habe ich mich auf einen Neuanfang gefreut und drauf vorbereitet.

Emil hat mich nicht mehr so überrascht, wie Malle es getan hat, mittlerweile bin ich ja auch um einiges schlauer *g* Malle hat mich durch eine recht harte Schule gejagt, wofür ich ihm im Grunde dankbar bin.

Und trotzdem gab es, ein paar Wochen nach Emils Einzug, eine Phase, wo ich mich gefragt habe, ob ich das alles hinbekomme. Emils Grundproblem ist seine unheimliche Aufregung und bis jetzt muss ich aufpassen, wann er sich hochpusht und dann ruhig gegenlenken. Und bis jetzt gelingt mir das nur bedingt. Man baut sich Strategien auf, lernt sich gegenseitig kennen und irgendwann merkt man, dass es besser wird.

Ein neuer Hund ist eine große Sache, man teilt einen Großteil seines Tages mit diesem Tier über hoffentlich viele, viele Jahre- ich find es da völlig normal, dass man am Anfang einen "Gott, warum hab ich mich dazu entschieden?"-Anfall bekommt. Ein Hund, zumal der erste eigene, krempelt das Leben ja auch ganz schön um. Vielleicht wars bei Emil deswegen jetzt nicht ganz so schlimm, das Leben mit Hund war mir ja bekannt und ich vermisste es unsäglich...

Also Kopf hoch, such Dir Unterstützung für die Erziehungsgeschichten und ansonsten: Das geht vorbei! *g*

Und wenn man den Blues erstmal überstanden hat, wirds noch viel besser und selbstverständlicher *g*

LG

Sina

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Anscheinend geht es vielen so wie dir jetzt.

Mich hatte es vor einem 3/4 Jahr extrem schlimm erwischt. http://www.polar-chat.de/topic_75048_5.html habe ich auch von meinen Panikattacken berichtet.

Als Tito bei uns als Zweithund einzog, stellte sich nach kurzer Zeit dann auch raus, dass so ziemlich keine Angabe der Orga über ihn stimmte.

Es lief also garnicht so, wie man sich eine harmonische Hund-Mensch-Beziehung vorgestellt hatte.

Sämtliche Kleinigkeiten, die nicht klappten schmissen mich sofort aus dem Ruder. Ich konnte wochenlang nicht ordentlich essen.

Das war echt extrem, aber mit der Zeit haben wir uns zusammengerauft. So kannte ich mich auch garnicht.

Nach wie vor ist es so, dass ich mit bei Tito 1000 Gedanken mache, wenn mal etwas nicht so gut läuft.

Bei unserer Hündin bin ich deutlich entspannter.

Ihr müsst euch ja auch erst kennenlernen und Vertrauen aufbauen.

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Bor das hatte ich auch... es war schrecklich!!! Ich habe mich gleichzeitig auch so schuldig gefuehlt, ich hatte mich jahrelang auf diesen Hund vorbereitet innerlich und sooo sehr gefreut. Und dann waren die ersten Wochen gepraegt von Heulerei... ich schaeme mich ein bisschen wenn ich daran denke :D

Du bist nicht allein, das ist NORMAL!!!

In 3 Tagen ist mein Hund nun genau ein Jahr bei mir und ich bin der gluecklichste Hundebesitzer ueberhaupt - die Probleme haben sich teilweise total aufgeloest und ich kann mir ein Leben ohne diesen Hund nicht mehr vorstellen!

HALTE DURCH!!!

ES LOHNT SICH!

:party:

P.S.: Bei mir wars auch genau dieselbe Situation, dass ich eine sehr enge Beziehung zu der Huendin meiner Eltern hatte/habe und da Schiss hatte. Auch wenn du dir das jetzt noch nicht vorstellen kannst, aber das wird sich geben!!

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In der ersten Woche, nachdem mein Huskytier hier einzog und non-stop fiepend auf- und ablief, hab ich (glaub ich) fast jede Nacht ein Tränchen verdrückt.

Ich war erschöpft und hatte Zweifel, ob ichs mit diesem Hund packe, denn der war in den ersten Tagen so durch.... wah, war das grausam.

Und ich war ganz allein damit.

Die erste Zeit ist manchmal scheiße (ich muss es so derb sagen, is einfach so), besonders wenn man ein wenig ins kalte Wasser gesprungen ist.

Kopf hoch! Wird schon!

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Also, bei mir war das auch so. Wochen- und monatelang hab ich meinen Freund bearbeitet, weil ich endlich wieder einen Hund wollte. Dafür durfte er ihn aussuchen.

Als Artur dann endlich einzog, waren wir komplett rat- und hilflos. In der Beschreibung der Tierschutzorga hieß es, er sei etwas zurückhaltend. Nun ja, Artur war ein Angsthund, hat sich wie ein wildes Tier benommen, war komplett unzugänglich und einfach nur auf der Flucht. Man konnte praktisch nicht das Haus mit ihm verlassen, weil er einfach nur in Schockstarre war, sich bepinkelt hat vor Angst und einfach nur gelitten hat. Nachts sind wir davon aufgewacht, dass der Hund neben dem Bett stand und uns angestarrt hat, unheimlich.

Ich hatte lange, laute Auseinandersetzungen mit meinem Freund, der sich ein Zusammenleben mit einem Hund nach meinen Erzählungen so ganz anders vorgestellt hatte. Am liebsten hätte er ihn zurückgebracht. Ich wollte einfach nur einen Hund haben, wie ich ihn schon mal hatte, ein liebenswertes Schaf, das man überall mitnehmen kann und kein panisches Nervenbündel.

Ich fand die ganze Anfangszeit furchtbar, ich war ständig am Heulen, war völlig überfordert und mich hat die Vorstellung gegruselt, die nächsten 15 Jahre ein Leben voller Einschränkungen zu führen. Die Kommentare aus dem Umfeld waren auch nicht gerade aufbauend. Könnt ihr den nicht wieder umtauschen, tut euch das doch nicht an, der hat hier gar nichts verloren, das wird ein Lebensprojekt usw. usf.

Was soll ich sagen, trotz oder gerade wegen der Startprobleme habe ich ein ganz besonderes Verhältnis zu Artur entwickelt, vielleicht weil ich mir wegen jeder Kleinigkeit einen Ast freuen kann, die für andere selbstverständlich ist. Der Hund treibt mich zwar immer noch mehrmals die Woche in den Wahnsinn, aber ein Leben ohne ihn kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Also, mach dich nicht verrückt. Liebe auf den ersten Blick muss nicht sein. Hunde haben ein ganz besonderes Talent, sich in unser Herz zu schleichen, auch oder gerade wenn sie sich erstmal nicht so verhalten wie gewünscht oder erwartet.

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