Jump to content
Hundeforum Hundeforum
gast

Hunde aus Zuckerwatte?

Empfohlene Beiträge

Hallo,

anlässlich des Beitrags zum Forumstreffen drängt sich bei mir wieder mal eine Frage auf (und damit greife ich jetzt wirklich niemanden persönlich an!!).

Es ist in letzter Zeit in der Hundeszene Mode geworden, den Hund in Watte zu packen - so zumindest mein Empfinden. Nur kein Stress, keine Belastung. Leider reduziert sich dadurch aber auch die Erfahrungs- und Erlebniswelt des Hundes ganz beträchtlich.

Ich verstehe die Motivation dahinter nicht so ganz.

Klar, man versteht seine Körpersprache, deutet die vielen Calming signals. Na und?

Wie soll aus einem Hund ein belastbarer, selbstbewusster Begleiter werden (und dazu habe ich ihn eigentlich) wenn er nie belastet wird - oder nur in homöopatischen Dosen?

Ist doch genauso wie mit Kindern. Um zu lernen, Frust/Stress auszuhalten, muss man Frust/Stress kennenlernen und den Umgang damit lernen.

Klar schütze ich ihn vor Überlastung, Gefahren. Aber wo es keine Gefahren gibt, gibt es auch keinen Grund, ihn zu schützen. Nehme ich ihn aus einer harmlosen Situation heraus, die ihm Angst macht, bestätige ich ihn doch nur in seiner Angst und gebe ihm keine Chance zu begreifen, dass es tatsächlich harmlos ist.

Ich habe meine vielen Hunde (fast alle verkorkst, aus zweiter Hand) nie in Watte gepackt und bin damit immer gut gefahren.

Ich kann es nicht verstehen, wieviel Erlebnisse einige Menschen ihren Hunden vorenthalten, nur weil es vielleicht Stress sein könnte.

Sorry, das verstehe ich wirklich nicht.

Gruß

Rosa

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Mh, ich habe meine Hunde eigentlich nie in Watte gepackt.

Bis auf so Sachen wie Weihnachtsmarkt, Innenstadt (außer im Urlaub) etc. durften

meine mich eigentlich überall hin begleiten und haben es immer sehr genoßen.

Sicher gibt es auch Situationen, wo ich einfach denke, das sie es zuhause

besser haben als mit mir z.B. auf einer Party abzuhängen und ich möchte

ehrlich gesagt auch manchmal irgendwo alleine hin können.

Aber generell sind meine schon sehr erpropt was so was angeht,

weil wir viel am WE mit den Hunden unterwegs waren also Besuche

in Berlin etc.. Sie waren es auch immer gewöhnt mal im Hotel alleine

auf dem Zimmer zu bleiben oder bei Freunden in der Wohnung,

wenn wir shoppen gingen. Monty kennt das alles noch nicht so, aber

er wird es noch kennenlernen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hei.

Ich bin ja wohl die Stress-Tante hier.. also antworte ich mal ;) .

Ich mache das vom Hund abhängig... manche können viel ab, andere weniger.

Und bei manchen, die zu mir ins Training kommen ist es sinnvoll, verschiede Dinge mal für ne Weile zu meiden.

Sinnvoll ist das nur, wenn man dann auch wohldosiert den Hund wieder an die Trigger heranführt.

In manchen Fällen ist es auch nicht sinnvoll, allerdings meiner Erfahrnung nach eher selten.

Ich denke, dass viele, viele Hunde/Welpen heutzutage mit dem Leben, in das sie geworfen werden, heillos überfordert sind.

Unerfahrene Leute, Kinder, Alltag, Stadtleben, Welpenstunden.. was auch immer...

Einen souveränen, stressresistenten Hund bekomme ich aber nur, wenn ich den Hund wohldosiert da heranführe und ihn LEHRE, den Stress ertragen zu lernen.

Ich bin ganz eindeutig der Meinung, dass viele Hunde mit ihrem normalen Alltagsleben überfordert sind... und auch eindeutig der Meinung, dass die meisten Hundebesitzer das nicht erkennen.

Ich hoffe, in diesem Thread wird es nicht wieder Allgemeinplätze regnen wie: Ein Hund muss Stress erfahren.. sonst wird er krank.. oder *man kann den Hund nicht von allem fern halten* und so weiter... wenn man sich mit dem Thema Stress beschäftigt.. richtig beschäftigt... und man hat vielleicht einen Hund mit einem Verhaltensproblem, dann sollte man sich einfach überlegen, ob das vielleicht zusammen gehört... ist in vielen Fällen so.

Viel hilft viel.. ist eben meist nicht des Rätsels Lösung.

Ich steh halt mehr auf *weniger ist mehr*.

Grüßle

Antje

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Kenay wird auch nicht in Watte gepackt.........er mag z.B. nicht gerne Autofahren, aber da muß er durch!

Weihnachtsmärkte oder größere Menschenansammlungen meiden wir aber, ich mag es selber nicht gerne, und mein Hund muß dort nicht hin.

Ich nehme ihn aber hin und wieder mit in die Stadt, so etwas muß meiner Meinung nach ein Hund *abkönnen*!

Ansonsten habe ich einen Gott sei Dank fast immer relaxten Hund den wir überall mit hinnehmen können, ich glaube auch das wir es wohl ganz gut einschätzen können ob er Stress hat oder nicht.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ich steh halt mehr auf *weniger ist mehr*.

Denke ich auch, mehr möchte ich hierzu nicht sagen!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Huhu,

Antje, ich weiß und verstehe was Du meinst.

Unseren Scotty (auch den Skipper) konnte ich überall mit hinnehmen.

Für die Beiden war es wichtig, bei uns zu sein. Wobei ich große Menschenansammlungen

ja auch immer gemieden habe.

Wo ich sie aber nicht hätte mitnehmen können, wären Hundeansammlungen

gewesen, wie z.B. ein Forums-Treffen, das liegt aber darann,

weil sie (im Doppelpack) nicht sonderlich gut verträglich mit Rüden waren.

Das wäre für die Hunde und für mich, Streß pur.

Meine Terrier waren da schon sehr hart im Nehmen, kannten es aber

auch von Kleinauf, waren nicht nervös und wie schon gesagt, gestalte

ich meine Freizeit und Besuche auch eher ruhig.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Seit Turid Rugaas ihr Buch mit dem dazu gehörigen Video auf den Markt gebracht gibt es nur noch Hunde die Beschwichtigen. Kein Hund zeigt mehr ein Verhalten von Unwohlsein oder Verlegenheit oder oder, nein er Beschwichtigt.

Und jeder geht auf seinen Hund ein weil man kennt ja nun Calming Signals, wenn Hundi sich über die Schnauze leckt dann Beschwichtigt er. Das er sich vielleicht die letzten Brocken Futter aus dem Bart leckt, kommt seit dem kaum mehr jemanden in den Sinn.

Es wird in alle mögliche Situationen etwas interpretiert was dem so nicht ist.

Es ist schon wichtig wenn ich erkenne wie sich mein Hund in einer gewissen Situation fühlt, denn sonst kann ich ihm nicht helfen. Aber es sind nun mal nicht alles Calming Signals, sondern zum Teil einfach nur "por ich hab den Kaffee auf" oder "ich hab kein Bock" oder "ich bin genervt" oder, oder

So und nun obliegt es mir als Hundeführer gewöhne ich meinen Hund an gewisse Situationen oder nehme ich den Stress weg von meinem Hund weil mein Hund mir ja sagt das er keine Bock mehr darauf hat.

Ich stimme Dir zu Rosa Hunde verpimpeln bringt nichts. Und das ist heute leider oftmals der Fall. Aber wo setzt man die Grenzen. Solange es Menschen gibt, werden diese Unterschiedlich sein und es wird dadurch bedingt immer Hunde geben die Gut und welche die Sch****** drauf sind.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Es kribbelt doch in den Fingern! :D

Ich habe bei meinen beiden die Erfahrung gemacht, haben sie enormen Stress, hab ich auch welchen! :(

Das schaukelt sich dann so hoch, dass es für beide Seiten wirklich KEIN Vergnügen oder irgendwelchen Lerneffekt hat.

Also bin ich dazu übergegangen, ein bestimmtes Level an Stress MÜSSEN beide ertragen, aber wenn es zu viel wird, nehme ich sie raus!

Ich fahre ganz gut damit, denn uns geht es allen Dreien besser so!

*Weniger ist mehr* funktioniert bei uns, und so werde ich es auch beibehalten.

Warum soll ich einen Hund bis kurz vorm hyperventilieren bringen, wenn es auch anders geht? ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich denke, dass viele, viele Hunde/Welpen heutzutage mit dem Leben, in das sie geworfen werden, heillos überfordert sind.

Ja. Überforderung ist eines meiner Lieblingsthemen und begegnet mir als häufige Ursache im Einzelunterricht mit Problemfällen. Allerdings nicht, weil Hundis immer und überall mitgenommen werden, sondern weil Hundis völlig regel- und konsequenzfrei durchs leben stolpern müssen und am zweibeinigen Ende der Leine nur wandelnde Fragezeichen hängen.

Je klarer ich meinem Hund kommuniziere, dass ich in der Lage bin, die Welt mit ihm und im Zweifel für ihn zu meistern, desto weniger Stress wird mein Hund haben.

Je weniger Orientierung durch Regeln und Konsequenz ich meinem Hund gebe, desto mehr hat er das Gefühl, im Leben allein zu stehen und sich selbst inklusive seiner Familie schützen zu müssen.

Falsch verstandene Tierliebe, wohl gemeinte Gutmütigkeit und Laissez-Faire-Mentalität bedeuten aus meiner Sicht für Hunde weitaus mehr permanenten, ungesunden Stress im Leben als mal ein Besuch in der Stadt, auf einem Markt oder einer Hundeveranstaltung.

Ich nehme meinen Hund mit, wohin es mir beliebt, wobei ich auch schon häufig zugunsten meines Hundes auf etwas verzichtet habe bzw. eine liebe Tagesbetreuung für ihn organisiert habe, während wir "unverzichbaren" Vergnügungen nachgegangen sind, die einfach gar nicht hundgerecht sind.

LG Anja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Also, ich kann Shari fast überall mit hinnehmen, allerdings bekommt sie Stress (so auch auf dem Treffen) wenn Jörg und ich zusammen irgendwo sind, und der eine bleibt nicht bei dem anderen. Das mag sie überhaupt nicht! :Oo

Ich merke z.B. je mehr um mich herum los ist, umso mehr orientiert sie sich an mir und ihr Stress wird dann weniger. Als Beispiel: Ab und an gehe ich mit ihr Samstags morgens auf den Wochenmarkt, sind wenige Leute dort guckt sie hier und da, muß alles mitbekommen, reagiert auf jeden anderen Hund, man merkt ihr dann schon an daß sie Stress hat.

Wenn es dann voller wird auf dem Markt dann schließt sie sich mir an, *überlässt* mir sozusagen das Vorrausgehen, zockelt überall mit mir hin und ich habe absolut nicht den Eindruck daß sie gestresst ist. Sie freut sich zwischendurch, guckt mich immer mal wieder an. :Oo

Wenn ich so nachdenke hatte sie bisher den größten Stress im Zoo, und zwar bei den Raubkatzen. Dort hat sie sich so verhalten wie ich sie vorher noch nie gesehen habe, voll die Panik. :o

Also ich denke jeder Hund bekommt in bestimmten Situationen mal Stress, der eine schon beim geringsten Anlass, der andere dagegen hat ein *dickes Fell* und lässt sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen. :Oo

Mit dem stressempfindlichen Hund würde ich auf jeden Fall wohldosiert arbeiten, die Lebensqualität des Hundes leidet ansonsten schon (wenn man ihm den Stress nicht nimmt), das ist auf jeden Fall meine Meinung.

Das Problem sehe ich allerdings bei den Hundehaltern, die wenigsten bemerken leider wann oder ob es überhaupt zu viel ist für den Hund. Die Leidtragenden sind dann wieder mal die Hunde. :(

Also, in Watte packen nicht, aber alles in Maßen und wohldosiert, so wie der Hund es verarbeiten kann. Wird der Stress zu hoch kann kein Hund mehr irgendwas lernen.

LG Elke ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.