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Suse27

Pflegehund dreht durch

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Hallo,

ich bin neu hier und hab auch gleich eine Frage... Ich selbst habe einen siebenjährigen Mischling, der sehr verträglich ist. Nun habe ich von Bekannten den Berner Sennenhund in Pflege, da sie vier Wochen im Urlaub sind. Sie haben ihn erst seit einem halben Jahr und er ist jetzt zwei Jahre alt.

Problem bei der Sache - er zieht extrem an der Leine, wenn er einen anderen Hund schon aus wirklich großer Entfernung sieht. Ich weiß, daß Thema wurde hier schon behandelt und ich kenne auch Übungen zur Leinenführigkeit (umdrehen, Richtung wechseln, stehenbleiben, mit Belohnung arbeiten, Hund den Anderen aus der Entfernung sehen lassen und sofort für ruhiges Verhalten belohnen etc.).

Mein Problem ist aber, daß dieser Hund keinerlei Grundkommandos kennt und wenn er in die Leine geht, wenn er einen anderen Hund sieht, ist er kaum zu halten - sprich bei der Kraft ist es unmöglich, die Richtung zu wechseln... Selbst von besonders tollen Leckerklis lässt er sich nicht beeindrucken... Mir ist auch aufgefallen, daß er beim gesamten Spaziergang keinerlei Blickkontakt aufbaut sich nicht umdreht etc. Er ist sofort auf 180 und der Stress hält bestimmt noch bis zu 10 Minuten nach der Begegnung an (alles was ich beschreibe ist auch bei den Besitzern der Fall) SO macht das keinen Spaß!

Im Freilauf ist er mit alles Hunden super verträglich und ist auch so ein ganz Lieber! Meiner Meinung fehlt da einfach das Vertrauen zum Besitzer, der ihm die Sicherheit in solchen Situationen gibt. Seine Besitzer haben in der Hundebegegnungs-Situation immer reagiert, indem sie extrem an der Leine geruckt haben und laut geworden sind. Also genau falsch. Ich habe jetzt erstmal ein Geschirr angelegt und versuche die Leine locker zu lassen - klappt nur irgendwie nicht... Generell bin ich ja schon jemand, der leise und ruhig mit dem Hund umgeht und viel mit der Stimme arbeitet.

Ich habe mir folgende Vorgehensweise überlegt und hoffe auf Tips, was okay ist und wo Ihr noch Verbesserungsvorschläge habt:

Generell erstmal an der Bindung arbeiten, damit er mich (bzw. die Besitzer) auch wahrnimmt (Spiele im Garten, generelle Beschäftigung). Dann auf dem Hof die Grundkommandos üben mit viel Belohnung - wobei mir da der "Einstieg" fehlt, weil er halt auf nichts hört und auch keinerlei Interesse zeigt. Wenn ich Fuß sage und zusätzliches Handzeichen gebe mit Leckerli in der Hand - dann dreht er sich um und haut ab :???

Wenn er die Kommandos beherrscht (was sicher etwas dauern wird) mit dem Hund einer Bekannten draussen üben - erst in großer Entfernung und dann immer mehr verringern, Bogen laufen etc.

Natürlich nicht alles in den vier Wochen (kleine Übungseinheiten und viele Pausen), aber ich möchte schon irgendwie mit ihm anfangen zu üben, weil die Besitzer total ratlos sind.

Es gibt nur eine Hundeschule in der Region wo sie wohnen und ausgerechnet die arbeiten mit Leinendruck, Schnauzengriff, anbrüllen. Für mich persönlich ein no go!

Sorry für den langen Text, aber ich will mir die kommenden Wochen nicht den Streß antun und lieber effektiv mit dem Hund arbeiten. Er kann ja nix dafür, daß er noch nichts gelernt hat!

Lg

Suse

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Hallo Suse, erstmal Herzlich Willkommen bei uns! =)

:respekt: dass du so viel Zeit und Energie in einen dir fremden Hund stecken möchtest und die Hundehalter unterstützen willst! :D

Da du die gängigen Methoden zum Abbruch des Ziehens ja schon kennst, kann ich dir im Moment auch keinen geeigneten Rat geben!

Aber deine Ansätze finde ich schon prima!

Ich wünsche dir viel Glück, dass die nächsten vier Wochen nicht zum Alptraum werden!

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Hallo Suse,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum =)

Ich kann Renate nur beipflichten.........eine tolle Suppe haben dir die Besitzer des Berners eingebrockt :Oo ....aber das du beginnst sie *auszulöffeln* finde ich klasse :respekt:

Da der Hund in seinem Leben anscheinend so gut wie nichts gelernt hat, steht dir eine schwere Aufgabe bevor.......eine fähige Hundeschule wäre wirklich nicht schlecht!

Deine Ansätze hören sich sehr gut an, du wirst natürlich nicht von heute auf morgen Ergebnisse sehen.......aber wenn du hartnäckig bleibst und ihn für eine längst überfällige Erziehung *begeistern* kannst habe ich gute Hoffnung :)

Nach den 4 Wochen *Trainingslager* bei dir würde ich mal ein ernstes Wörtchen mit den Berner-Besitzern reden......da muß was gemacht werden!

Wünsche dir viel Kraft und gute Nerven, und wenn weitere Fragen sind....frag ruhig ;)

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Ja gebe Renate Recht. Ich finde das tol, dass DU DIR die Gedanken machst.

Letztendlich solltest DU die eigendlichen Besitzer motivieren in eine Hundeschule zu gehen.

Das der Hund sich nicht zu Dir umdreht.........ok, bist ja auch nicht die Bezugsperson.

Aber super anstrengend für Dich. und dann 4WOCHEN????

Weiß auch gerade nicht weiter. Sorry.

Vielleicht vor dem Spaziergang Kopfarbeit im Haus?? Nur um es Dir leichter zu machen. Steh grad auf dem Schlauch.

LG MEike und Gio

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Boah , das finde ich aber richtig tough von Dir !

Hoffentlich hast Du Erfolg , das sieht nach 4 anstrengenden Wochen aus ;) ...

Unser Trainer gibt in der Hundeschule immer den Tipp , Hunden die GAR nicht an den üblichen Leckerchen interessiert sind

gekochtes Hühnerfleisch

Wienerle

Käsebröckchen

oder Thunfischleckerlie ( oder Ähnliches , siehe Rezepte)

also etwas stark und lecker riechendes , Besonderes

erst mal direkt unter die Nase zu halten oder ein Eckchen zum Probieren zu geben, und dann damit arbeiten.

Manche Hunde reagieren auch da nicht drauf, da könnte man es mit Spielzeug probieren.

Die Hörzeichen würde ich immer erst solange üben, bis sie sitzen ,und erst dann das Wort dafür einführen , das ist leichter als andersrum ...

Ich drücke Dir beide Daumen!

Grüsslis

Martina mit Cleo , Tyler und Yuma

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Auch von mir :respekt: das du das machen willst.

Glaubst die Besitzer werden deine Anfänge fortführen? Ich hoffe es für dich!

Denn - kleines Beispiel von mir: Ich hab in ner Tierpension gearbeitet, dort war ein 13-jähriger DSH für, ich glaube, 5 Wochen, Besitzerin im Krankenhaus. Zu Menschen freundlich aber etwas stürmisch/rüppelig mit anderen Hunden ging garnicht. Besitzerin ging nur noch nachts wenn kein anderer unterwegs war mit dem Hund raus. Ansonsten war der Hund ziemlich unterfordert und vollgestopft mit Leckerchen.

Jedenfalls als nach ein paar Tagen als klar war das der Hund so lange bleiben würde hab ich angefangen ein bißchen mit ihm zu arbeiten. Ich hatte in dieser relativ kurzen Zeit mit einem so alten Hund schon ganz tolle Erfolge in Sachen Grundkommandos, Leinenführigkeit und auch das Apportieren, was er in seinem ganzen Leben nicht gemacht hat, hab ich ihm beigebracht *stolzbin*.

Durch die gemeinsame "Arbeit" hab ich auch bisl mehr an dem Hund gehangen als an anderen. Aber zurück bei seiner Besitzerin war wieder das gleiche langweilige Leben, ohne Herausfoderung ohne feste Regeln,etc. angesagt. Sie sah überhaupt keinen Grund irgendetwas zu ändern. Das tat mir leid für diesen wirklich tollen Hund der wirklich so gern etwas mit seinen Menschen gemacht hätte. Ricky der mir immer in Errinnerung bleiben wird!

Ähnliche Erfahrung habe in kleineren Sachen oft mit Pensionhunden bzw ihren Besitzern gemacht - leider.

Deine Ansätze hören sich doch gut an. Ich würde auch viel im ihm Zuhause bzw in reizarmer Umgebung machen, geistige Auslastung und Stresssituationen meiden (waum sollst du dir den Stress antun?)

LG Stefanie

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TAUSEND DANK für die vielen, schnellen Antworten und die nette Begrüssung! Hab ich gar nicht mit gerechnet :)

Die Besitzer sind sich schon bewußt, daß sie jetzt endlich was machen müssen, nur gibt es dort auf dem Dorf bzw. in näherer Umgebung nur diese eine Hundeschule und ich bin froh, daß sie da weg sind, als ich das mit Leinendruck, anbrüllen etc. gehört habe. Aber ich kenne es von mir als ich damals meinen ersten Hund hatte und unerfahren war - man verlässt sich einfach auf einen Hundetrainer, weil man es ja nicht besser weiß und privat erzählt Dir jeder etwas anderes, so dass man schnell verunsichert ist... Hundeschulen, wo auf 20 Hunde ein Trainer kommt sind mir eh schon suspekt!

Mein jetziger Hund war anfangs auch total schwierig, er war agressiv (was sich als ängstlich herausstellte) gegen jeden Hund. Habe das Problem (mit Hilfe eines sehr guten Trainers) in den Griff bekommen und mich mit den Erziehungsmethoden damals intensiv auseinandergesetzt. Nur hatte meiner schon einen top Grundgehorsam, so dass ich jetzt den Einstieg irgendwie nicht finde. Würstchen etc. - genauso uninteressant wie Spielzeug...

Ich gebe zu, bei dem Hund ist mein Ehrgeiz wieder erwacht ;)

Ich dachte, wenn ich den Anfang mache und in den vier Wochen wenigstens minimale Erfolge erziele - dann zeigt es den Besitzern, da´es sich lohnt weiterzumachen und Training auch Spaß machen kann. Ein völlig unerzogener Berner Sennenhund sollte vom Tierheim vielleicht auch nicht unbedingt als "Anfängerhund" abgegeben werden! Auf jeden Fall soll er nicht dahin zurück, ich mag ihn total gern und bis auf das Problem ist er so herrlich unkompliziert und kuschlig. Am Gartenzaun ist er übrigens völlig relaxt, wenn ein anderer Hund vorbeikommt :???

Vielleicht hat ja doch noch einer eine Idee für den Einstieg...

Lg

Suse

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Wenn Hunde total gestresst sind, dann sind sie weder ansprechbar, noch können sie etwas essen, noch haben sie Zeit zum Spielen.

Ist denn der Hund im Haus auch nicht mit Futter oder Spielzeug zu motivieren?

Es wäre vielleicht noch eine Möglichkeit, zu schauen, ob der Hund gesund ist. Möglicherweise kann er gar nicht anders reagieren, weil er Schmerzen hat oder sein Verhalten durch andere gesundheitliche Beeinträchtigungen beeinflusst ist.

Wünsche Dir viel Erfolg und drücke die Daumen für eine schnelle Besserung.

LG Anja

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Doch, zu Hause klappt alles wunderbar, darum war meine Idee, dort erstmal zu üben, bzw. derzeit bei mir im Haus. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob die Signale draussen dann auch wirken, wenn er einen Hund sieht??? Bin ja einiges gewöhnt, aber da konnte selbst ich ihn kaum halten. Gesundheitlich wurde er durchgecheckt, da war alles in Ordnung.

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Okay. Dann würde ich versuchen, die Reizlage gaaaanz langsam zu steigern. Also das, was zuhause klappt, in immer ablenkungsreichere Gebiete verlagern. Die 4 Wochen werden vielleicht nicht reichen, um enspannte Hundebegegnungen zu erreichen, aber vielleicht um etwas mehr Leinenführung ohne Ablenkung zu schaffen.

Alles Gute für Euch!

LG Anja

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