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Hundeforum Der Hund
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Hunde, wollt ihr ewig leben?

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Die Grenze ist für mich erreicht, wenn der Hund keinen Bock mehr auf sein Leben hat, nicht eine Sekunde vorher. Meine eigenen Befindlichkeiten stelle ich da ganz weit hinten an, weil es nicht mein, sondern sein Leben ist über das ich da entscheiden soll.

Solange es Möglichkeiten gibt ihm zu helfen und vor allem, so lange er diese Hilfe noch will, wird er sie auch immer bekommen.

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hm... schwierige Frage...

Bedingt durch meine Arbet habe ich schon oefter damit zu tun gehabt... und ich bin Gott froh, dass es die Moeglichkeit gibt Tiere einzuschlafefern, oder zu toeten oder zu erloesen... je nachdem wie man es formulieren moechte...

Es stimmt, die wenigsten Tiere sterben einfach so... das liegt aber daran, dass das Sterben in den meisten Faellen nicht sehr angenehm vonstatten geht... klar wuenscht man sich, dass das Tier einfach einschlaeft und nicht mehr aufwacht... aber so funktioniert das nunmal in den wenigsten Faellen...

Sterben bedeutet, medizinisch gesehen, dass schlicht so viele Koerperfunktionen ausfallen, dass der Koerper schlussendlich nicht mehr weiterleben kann...

Wenn die Niere beteiligt ist, wird ihnen furchtbar schlecht, weil die Giftstoffe im Koerper bleiben, sie fressen, aber es bleibt nicht drin... oft (nicht immer) haben sie dabei Schmerzen und leider sind sie verdammt zaeh... das zieht sich oft ueber mehrere Tage... Man weiss auch oft nicht richtig einzuschaetzen ob das Tier Schmerzen hat oder nicht...

von daher bin ich sehr froh, dass man diese Entscheidung ueberhaupt treffen darf...

Aber einfach ist sie auf keinen Fall... erst letzte Woche hatten wir einen Hund da, ziemlich gross, 14 Jahre... den kannte ich etwas besser, weil ich bei der Huendin aus seinem Haushalt Physio gemacht habe... als ich das letzte Mal bei denen zu Hause war, hatte ich Ronja mit und der alte Herr hat geflirtet, was das Zeug haelt... klar war er da auch schon alt und lief nicht mehr rund, aber er hatte eine grandiose Ausstrahlung! ganz vital und sehr beeindruckend... letzte Woche dann lief er nicht mehr, frass nicht mehr, einfach weil ihm die Pfote so weh tat... wir haben ihm alles gegeben, was man nur geben kann... und das ganze hat grade mal 4 Tage gehalten und dann stand er wieder so schlecht da... schlussendlich haben wir ihn eingeschlaefert... sein Leuchten war verschwunden, er war voellig in sich gekehrt... da muss man dann nicht warten bis er von alleine stirbt... auch wenn das sicher nicht mehr allzulange gedauert haette... er waere schlichtweg verhungert... Wichtig war fuer mich, die ich mich lange mit den Besitzern unterhalten habe und damit auch zur Entscheidung beigetragen habe: er wollte nicht mehr!

und das ist fuer mich der entscheidende Punkt...

Wir haben Finn damals an den Augen operieren lassen, ohne dass das Cattlechen das verstanden hat... er war voellig durcheinander, hatte starke Schmerzen und hat Wochen und Monate gebraucht bis er die neue Sehkraft zu schaetzen wusste... das war fuer ihn schon hart! schliesslich ist er voellig gesund zum Tierarzt rein und kam "krank" wieder raus... wuerde ich das nochmal machen? wahrscheinlich schon...

Ronja hatte eine Gebaehrmuttervereiterung, die operiert wurde und schwere Epilepsie... was wir machen sollen, wenn die naechste OP ansteht? keine Ahnung... eine OP waere sehr riskant, weil sie ihre Medis nicht richtig nehmen kann... und die Narkosemittel den Stoffwechsel zusaetzlich durcheinander bringen... aber sollen wir sie einschlaefern, nur weil das Knie kaputt ist? hm... eine schwere Entscheidung... es koennte ja auch gut gehen... aber wenn nicht, dann wird sie leiden und wieder einen richtigen Serienanfall bekommen...

oft ist es ja nicht eine grosse Entscheidung, sondern eine Reihe von kleineren, die dich an einen bestimmten Punkt bringen... Eine Kundin von uns hat einen Hund, der eine chronische Erkrankung hat... sie gibt im Monat ueber 100 Euro fuer Medis aus... hatte ihr das einer vorher gesagt, sie haette ihm einen Vogel gezeigt... aber es hat mit deutlich weniger angefangen und sich weiter gesteigert... und ab wann sagst du nein? welches ist der kleine Schritt, der zu viel ist?

Schwierige Frage...

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oft ist es ja nicht eine grosse Entscheidung, sondern eine Reihe von kleineren, die dich an einen bestimmten Punkt bringen...

Danke für diesen Satz.

Das stimmt.

Und dann denkt man an diesem Punkt vielleicht "nun bin ich schon so weit gegangen...." und die Entscheidung wird noch einmal schwerer.

*seufz*

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Für mich spielt auch das Alter des Hundes eine Rolle bei der Entscheidung "wie weit ich gehe".

Wir haben bis zum heutigen Tag 6 Hunde einschläfern lassen müssen, zu weit gegangen sind wir bei unserem jüngsten, der nur knappe 2 Jahre alt wurde

Er hatte einen Helicobacter, dem nicht beizukommen war und er hat furchtbar gelitten.

Allerdings fasst man es einfach nicht, dass ein so junger und immer gesunder Hund an so einem Sch...-Bakterium sterben soll.

Als er tot war, hat unsere TÄ ihn obduziert, er hatte fast keine Schleimhaut mehr in Magen und Speiseröhre...!

3 Wochen vorher bei der Magenspiegelung war noch fast nichts zu sehen.

Wir knabbern heute noch daran, denn bei Janosch waren wir viel zu spät dran mit unserer Entscheidung.

Ich meine damit um Himmels Willen nicht, dass ich nicht auch für einen alten Hund alles Menschenmögliche tue, aber vielleicht fällt es da einfach leichter die Tatsache anzunehmen, dass seine Zeit zu Ende geht. :(

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Originalbeitrag

Wir knabbern heute noch daran, denn bei Janosch waren wir viel zu spät dran mit unserer Entscheidung.

Ich werde of gefragt, ob ich nicht Angst hätte, ein Tier doch mal "zu früh" zu töten, dass es doch noch eine absolut unsichtbare Chance gehabt hätte.

Natürlich hat man diese Sorge immer irgendwo, das macht einen Teil der Verantwortung in diesem Beruf aus.

Aber sehr sehr sehr viel mehr Angst habe ich davor, ein Tier unnötig zu lange leiden zu lassen. Das fände ich um ein vielfaches Schlimmer!

Und NEIN!, Tiere "zeigen" nicht immer, wann der "richtige Zeitpunkt" da ist. Wir versuchen lediglich ihr Verhalten ins menschliche zu übersetzen und zu verstehen.

Aber wenn ein alter kranker Hund (z.B.) apathisch daliegt, nicht fressen mag...., ist das ein sicheres Zeichen, dass er mit dem Leben abgeschlossen hat oder ist ihm aufgrund einer Magenverstimmung einfach speiübel?

Ich werde auch oft gefragt: "was würdest Du denn tun, wenn´s Dein Tier wäre?"

Darauf kann ich dann leider nur antworten, dass das völlig egal ist! Denn nicht ICH muß hinter der Entscheidung stehen (wenn ich dagegen bin, tue ich´s auch nicht), sondern der Halter! Sonst kommt es später zu diesen furchtbaren Selbstvorwürfen, die ewige Frage, "War es wirklich richtig?"

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Aber wenn ein alter kranker Hund (z.B.) apathisch daliegt, nicht fressen mag...., ist das ein sicheres Zeichen, dass er mit dem Leben abgeschlossen hat oder ist ihm aufgrund einer Magenverstimmung einfach speiübel?

Und ich danke für diesen Satz.

Schließen Hunde mit dem Leben ab?

Diese Frage kam mir im Mai, als es Olga saudreckig ging, sie war voller Wasser, hatte Schwierigkeiten zu atmen, und es war verdammt heiß an diesem Wochenende. Da fiel dann vor`m Einschläfern der Satz, schau sie will nicht mehr.

Nicht mehr leben zu wollen setzt für mein Verständnis ein gewisses Bewusstsein voraus, zumindest das rudimentäre Wissen um Leben, Sterben und Tod.

Ohne Hunden irgendetwas absprechen zu wollen, ich glaube nicht, dass sie eine Vorstellung davon haben. Genaugenommen sollten wir sie darum beneiden :) anstatt es ihnen zu unterstellen.

LG Antonia

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nein, ich glaube nicht, dass sie die Tragweite des "nicht mehr leben wollens" erfassen...

aber sie koennen sehr wohl sagen, dass sie SO nicht mehr leben wollen oder koennen... und ich als Mensch, bzw. der Tierarzt als Fachmann kann dann entscheiden, ob man den Zustand wieder verbessern kann oder nicht...

und wenn ich weiss, ich kann den Zustand nicht mehr so weit verbessern, dass der Hund die Lebensqualitaet erhaelt, die er braucht... dann ist es so weit...

Wenn ich mir ueberlege, Charlie haette Ronjas Krankheitsbild... er waere wohl schon nicht mehr am Leben... ihm wuerde es deutlich mehr ausmachen sich permanent wehzutun und hinzufallen und die Situation nicht kontrollieren zu koennen... ein solches Leben waere fuer ihn Quaelerei... Fuer Ronja ist das irgendwie schon in Ordnung... klar ist das doof, wenn man hinfaellt und sich weh tut... aber mei... es gehoert halt dazu... und die Zeit zwischen den Stuerzen ist fuer sie so lebenswert, dass sie den Rest eben in Kauf nimmt ohne wirklich darunter zu leiden...

Generell geht es um ein Gleichgewicht der guten und schlechten Tage... nehmen die schlechten auf unabsehbare Zeit ueberhand, dann ist es fuer mich Zeit zu entscheiden...

Fuer Finn waren die Tage nach der OP schlechte Tage... er war voellig verunsichert, hatte Schmerzen und musste sich irgendwie mit der neuen Sehfaehigkeit zu arrangieren... aber ich wusste eben, dass das vorbei geht und dass es hinterher besser werden wuerde... also haben wir das durchgestanden...

waere es fraglich gewesen, dass dieser Zustand voruebergehend ist und er vielleicht Monate so zugebracht haette, dann waere das etwas voellig anderes gewesen... die wirklich akute Phase dauerte ja nur etwa 2-3 Wochen..

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Und dann denkt man an diesem Punkt vielleicht "nun bin ich schon so weit gegangen...." und die Entscheidung wird noch einmal schwerer.

*seufz*

warum könnte man in dem Zusammenhang so denken?

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Meine Leila hatte mit 8 Jahren einen Bandscheibenvorfall. Nach erfolglosem 14-tägigem Hin- und Herprobieren mit konventionellen Methoden standen wir nach einer teuren Röhrendiagnostik vor der Frage: Einschläfern oder OP? Nun, die OP war ein voller Erfolg, Physio hinterher und Leila konnte wieder rennen.

Als 10-Jährige dann wurde ihr von einem Pick-Up über's Hinterteil gefahren: Beidseitiger Beckenbruch, Hüfte ausgekugelt, kompletter Bauchmuskelabriss. Letzteres war das Schlimmste!

Leilas Knochen wurden geflickt, soweit, so gut. Der Bauchmuskel aber musste extrem gedehnt werden, damit man ihn wieder annähen konnte und DAS WAREN SCHMERZEN! Sag mal einem Hund, er soll möglichst flach atmen. Ein Hund holt Luft, das tut weh, also jammert er, das tut noch mehr weh... ein Teufelskreis, der sie fast umgebracht hätte.

Leila lag im künstlichen Koma in einem Hundewasserbett. Täglich habe ich mit dem behandelnden Tierarzt telefoniert und irgendwann meinte er, man könne das künstliche Koma nicht mehr länger aufrecht erhalten (Leila ist schon seit sie bei uns ist Herzpatientin). Es gäbe einfach Schmerzen, die könne man nicht lindern. Das Wort "Einschläfern" wurde erstmals ausgesprochen.

Meine Frage damals war ob denn der Rest soweit im Griff sei, dass sie wieder ein fröhliches Leben (und dazu gehört bei Leila unbedingt Rennen) könne? Ja, war die Antwort, alle Reparaturen seien erfolgreich, nur diese Bauchmuskelschmerzen, die seien halt unerträglich. Nun habe ich argumentiert, dass diese Schmerzen doch vorübergehend seien, nur noch ein bisschen durchhalten und dann hätte der Hund doch wieder Lebensqualität!

Wie Leila hat das Ganze mitgekriegt hat, ist mir ein Rätsel aber sie beschloss, sich nicht einschläfern zu lassen. Am Morgen nach jenem Telefonat bekam ich einen Anruf, sie habe sich erholt und ich könne sie abholen. Ich musste also glücklicherweise nichts entscheiden.

Die Frage ist für mich inwieweit das Leiden sinnvoll ist. In Leilas Bauchmuskelfall waren es wohl fürchterliche Schmerzen aber die sind jetzt seit über 4 Jahren vergessen. Seither hat sie einen individuelleren Laufstil aber der stört nicht im Geringsten.

Ich bin sicher, es hat sich gelohnt.

Nun kommen almählich die Altersgebrechen und da wird es, fürchte ich, ungleich schwieriger werden. Meine Shari hatte in ihrem letzten Lebensjahr Krebs, ich glaube, bei ihr habe ich zu lange gezögert...

Und: käme so ein Unfall jetzt, würde sie das nochmal überstehen? Würde man ihr diese Schmerzen zumuten? Für Manche war sie mit ihren 10 Jahren ja auch schon ein "alter Hund".

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Cara ist ja mein erster Hund und eigentlich möchte ich mir noch keine Gedanken darüber machen .

Durch unsere Katze weiß ich wie sehr ein Tier leiden kann und ehrlich ich möchte nie wieder ein Tier so leiden sehen .

Kein Mensch soll leiden und so sollte es auch bei Tieren sein , Was soll ich ein hundelegen verlängern wen das Tier darunter wahrscheinlich leidet .

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